Coronavirus lässt die Abi-Termine wackeln - Gespräche über Verschiebung Lothar Schmalen Düsseldorf. Die Mahnungen werden von Tag zu Tag strenger – und im Unterton schwingen jetzt auch Drohungen mit: Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP), der diesmal den Ministerpräsidenten bei der täglichen Pressekonferenz zur Corona-Krise in der Staatskanzlei vertritt, lässt keinen Zweifel. Wenn die Menschen die Anweisungen und dringenden Empfehlungen der Mediziner und regierenden Politiker nicht bald ernster nehmen und tatsächlich, so weit es geht, zu Hause bleiben, müssten schärfere Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Gemeint ist wohl die gefürchtete Ausgangssperre, die in anderen Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich und Belgien bereits gilt. Im bayerischen Mitterteich wurde Mittwoch für die erste Stadt in Deutschland ein solches Ausgangsverbot verhängt. Stamp nennt Beispiele der Unvernunft: Sogenannte „Corona-Partys" in Parks, Grillfeste in privaten Gärten, spontane Betriebskitas, bei denen Studenten oder andere Helfer bei der Betreuung zum Einsatz kämen, oder eine gemeinschaftliche Betreuung von Kindern in Nachbarschaften – das alles nannte Stamp „unverantwortlich". „Wenn sich das Verhalten vieler Menschen nicht ändert, wird es bald drastischere Maßnahmen geben", sagt Stamp mit einer gewissen Erregung in der Stimme. Er fügt hinzu: „Wer sich weiter mit anderen versammelt, verstößt gegen Erlasse und läuft Gefahr, mit einem Ordnungsgeld belegt zu werden." Aktuell gibt es 4.223 Beatmungsplätze in NRW Vorher haben NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) über die Lage in der Corona-Krise berichtet. Laumann erläutert, wie sich die Krankenhäuser auf viele schwer kranke Corona-Patienten vorbereiten. Landesweit sollen medizinische Rehakliniken rund die Hälfte ihrer Kapazitäten freiräumen, so Laumann. Auch diese Kliniken sollen dann für die Versorgung zur Verfügung stehen. Er werde auch auf „private Strukturen" zugehen, sagt Laumann. Außerdem werde er „alles tun, um möglichst viele Beatmungsplätze in Krankenhäusern zu organisieren". An finanziellen Mitteln werde das nicht scheitern. Zurzeit gibt es 4.223 Beatmungsplätze. Wie viele bereits belegt sind, weiß das Ministerium bislang nicht. Laumann berichtet von einem Vertrag der Bundesregierung mit einem deutschen Hersteller von Beatmungsgeräten. Die zusätzlichen Geräte sollen auf die Länder verteilt werden. Laumann hofft dann, dass NRW entsprechend dem Bevölkerungsanteil knapp ein Viertel der Geräte erhält. Notbetreuung in Schulen wird kaum genutzt Wie Schulministerin Gebauer berichtet, wird die Notbetreuung in den Schulen bislang nur wenig genutzt – „im Durchschnitt drei bis vier Prozent", sagt die Ministerin.Anders als in Bayern ist eine Verlegung des Abiturs in NRW noch nicht beschlossen. Bayern will die Abiturprüfungen um einen Monat verschieben. In NRW sollen die Prüfungen für die insgesamt 90.000 Abiturienten bislang vom 21. April bis 5. Mai stattfinden. Vom 7. Mai an sind die mündlichen Prüfungen im vierten Abiturfach geplant. Es gebe zwar Überlegungen, auch in NRW das Abitur zu verlegen, doch wolle man sich erst mit den anderen Bundesländern abstimmen, sagt die NRW-Schulministerin. Nur so könne das Zentralabitur sichergestellt werden. „Um auf den gemeinsamen Aufgabenpool für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch zurückgreifen zu können, braucht es länderübergreifend einheitliche Prüfungstermine", sagt Gebauer.Indirekt ist das auch eine Kritik am Vorpreschen von Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU). „Die Abiturienten in NRW werden ihre Prüfungen unter fairen Bedingungen ablegen können", verspricht Gebauer.

Coronavirus lässt die Abi-Termine wackeln - Gespräche über Verschiebung

Die Mahnungen der Landesregierung werden von Tag zu Tag strenger. Das NRW-Schulministerium denkt über eine Verschiebung der Prüfungen nach. © picture alliance

Düsseldorf. Die Mahnungen werden von Tag zu Tag strenger – und im Unterton schwingen jetzt auch Drohungen mit: Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP), der diesmal den Ministerpräsidenten bei der täglichen Pressekonferenz zur Corona-Krise in der Staatskanzlei vertritt, lässt keinen Zweifel. Wenn die Menschen die Anweisungen und dringenden Empfehlungen der Mediziner und regierenden Politiker nicht bald ernster nehmen und tatsächlich, so weit es geht, zu Hause bleiben, müssten schärfere Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Gemeint ist wohl die gefürchtete Ausgangssperre, die in anderen Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich und Belgien bereits gilt. Im bayerischen Mitterteich wurde Mittwoch für die erste Stadt in Deutschland ein solches Ausgangsverbot verhängt.

Stamp nennt Beispiele der Unvernunft: Sogenannte „Corona-Partys" in Parks, Grillfeste in privaten Gärten, spontane Betriebskitas, bei denen Studenten oder andere Helfer bei der Betreuung zum Einsatz kämen, oder eine gemeinschaftliche Betreuung von Kindern in Nachbarschaften – das alles nannte Stamp „unverantwortlich". „Wenn sich das Verhalten vieler Menschen nicht ändert, wird es bald drastischere Maßnahmen geben", sagt Stamp mit einer gewissen Erregung in der Stimme. Er fügt hinzu: „Wer sich weiter mit anderen versammelt, verstößt gegen Erlasse und läuft Gefahr, mit einem Ordnungsgeld belegt zu werden."

Aktuell gibt es 4.223 Beatmungsplätze in NRW

Vorher haben NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) über die Lage in der Corona-Krise berichtet. Laumann erläutert, wie sich die Krankenhäuser auf viele schwer kranke Corona-Patienten vorbereiten. Landesweit sollen medizinische Rehakliniken rund die Hälfte ihrer Kapazitäten freiräumen, so Laumann. Auch diese Kliniken sollen dann für die Versorgung zur Verfügung stehen. Er werde auch auf „private Strukturen" zugehen, sagt Laumann. Außerdem werde er „alles tun, um möglichst viele Beatmungsplätze in Krankenhäusern zu organisieren".

An finanziellen Mitteln werde das nicht scheitern. Zurzeit gibt es 4.223 Beatmungsplätze. Wie viele bereits belegt sind, weiß das Ministerium bislang nicht. Laumann berichtet von einem Vertrag der Bundesregierung mit einem deutschen Hersteller von Beatmungsgeräten. Die zusätzlichen Geräte sollen auf die Länder verteilt werden. Laumann hofft dann, dass NRW entsprechend dem Bevölkerungsanteil knapp ein Viertel der Geräte erhält.

Notbetreuung in Schulen wird kaum genutzt

Wie Schulministerin Gebauer berichtet, wird die Notbetreuung in den Schulen bislang nur wenig genutzt – „im Durchschnitt drei bis vier Prozent", sagt die Ministerin.Anders als in Bayern ist eine Verlegung des Abiturs in NRW noch nicht beschlossen. Bayern will die Abiturprüfungen um einen Monat verschieben. In NRW sollen die Prüfungen für die insgesamt 90.000 Abiturienten bislang vom 21. April bis 5. Mai stattfinden. Vom 7. Mai an sind die mündlichen Prüfungen im vierten Abiturfach geplant.

Es gebe zwar Überlegungen, auch in NRW das Abitur zu verlegen, doch wolle man sich erst mit den anderen Bundesländern abstimmen, sagt die NRW-Schulministerin. Nur so könne das Zentralabitur sichergestellt werden. „Um auf den gemeinsamen Aufgabenpool für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch zurückgreifen zu können, braucht es länderübergreifend einheitliche Prüfungstermine", sagt Gebauer.Indirekt ist das auch eine Kritik am Vorpreschen von Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU). „Die Abiturienten in NRW werden ihre Prüfungen unter fairen Bedingungen ablegen können", verspricht Gebauer.

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