Behält das Krankenhaus Rahden seine Notaufnahme? Jörn Spreen-Ledebur Rahden. Wenn es um das Krankenhaus Rahden geht, dann schauen viele Bürger im Nordkreis genau hin. Mit Sorgen, aber auch mit Kritik begleiteten Bürger seinerzeit die Entscheidung der Mühlenkreiskliniken (MKK), dass in Rahden nach 16 Uhr nicht mehr operiert wird. Nun kündigt Olaf Bornemeier, Vorsitzender des Vorstands des kreiseigenen Klinikkonzerns, eine neue Richtung an. Der Standort Rahden soll gestärkt werden. Noch im Frühjahr 2018 hatte das umstrittene MKK-Medizinkonzept vorgesehen, Rahden als Haus der Allgemein-Versorgung zu schließen und in ein psychosomatisches Fachkrankenhaus umzuwandeln. Nach erheblichen Protesten der Bevölkerung war das Konzept dann Ende Juni 2018 zurückgezogen worden. MKK-Medizinvorstand Kristin Drechsler wurde im November 2018 gefeuert. Zum Stichtag 1. Februar werden das Krankenhaus Rahden und das Johannes-Wesling-Klinikum Minden organisatorisch zusammengefasst. Diese neue Struktur war im Dezember genehmigt worden, wie bereits ausführlich berichtet wurde. Der MKK-Verwaltungsrat hatte dem Plan zugestimmt, die NRW-Landesregierung ebenfalls. Die bisherige Organisationsform Krankenhaus Lübbecke-Rahden ist damit Geschichte. In Rahden sollen geriatrische Angebote aufgebaut werden, kündigte MKK-Chef Olaf Bornemeier an. Die Neuerungen, mit denen Rahden offiziell Teil des Klinikums Minden wird, wollen die MKK am Mittwoch, 26. Februar, ab 18 Uhr in der Aula des Rahdener Gymnasiums der Öffentlichkeit vorstellen. Wie berichtet werden der Ärztliche Direktor Hansjürgen Piechota, Pflegedirektor Bernd Mühlenbruch und Geschäftsführer Mario Bahmann als Betriebsleitung für das Krankenhaus mit seinen 70 Betten verantwortlich sein. Die Betriebsleitung wird bei der öffentlichen Info-Veranstaltung ebenso dabei sein wie die Direktoren der Abteilungen, die sich vorstellen und Fragen beantworten. Das künftige Konzept zur Patientenversorgung, so teilte es MKK-Sprecher Christian Busse mit, werde auf dem bestehenden Angebot aus Innerer Medizin, Anästhesie, Unfallchirurgie und Allgemeinchirurgie aufbauen. Wie gehabt wird auch die rund um die Uhr besetzte Notaufnahme in vollem Umfang aufrechterhalten. Im Gespräch deutete MKK-Chef Olaf Bornemeier Neuerungen in Rahden an. Es sei im vergangenen Jahr, als die internistische Leitung bereits von Minden aus erfolgte, gelungen, den Anteil an Honorarärzten in Rahden zu senken. Auch im chirurgischen Bereich sei Personal eingestellt worden. Es habe dabei den Hinweis an die Mitarbeiter gegeben, dass sie auch in Rahden Dienst tun sollten. „Es wurde kritisch diskutiert“, sagte Bornemeier. Ein Arzt, der in einem Haus der Maximalversorgung arbeite, der schaue erstmal wegen einer Tätigkeit in einem Haus der Nicht-Maximalversorgung. Ablehnungen aus den Reihen der Mitarbeiter zur Arbeit in Rahden seien ihm aber nicht bekannt. Kritisch diskutieren müsse man, „aber wir ziehen alle an einem Strang.“ Aus heutiger Sicht würden die MKK in Rahden mehr Personal zur Verfügung haben in Kombination mit dem Klinikum Minden als das mit Lübbecke der Fall gewesen sei. Bornemeier: „Das wollen wir für einen Leistungsaufbau nutzen – sowohl inhaltlich als auch qualitativ.“ Die modernen Operationssäle im Krankenhaus Rahden sollen nach Angaben Bornemeiers wieder länger genutzt werden. Der von Bürgern kritisierte OP-Schluss um 16 Uhr dürfte damit wohl der Vergangenheit angehören. Zudem bekräftigte Olaf Bornemeier, dass die MKK neue Angebote in Rahden anbieten wollen. Der MKK-Chef bestätigte auch Informationen, denen zufolge die neuen Angebote in Rahden geriatrische Angebote sind – Angebote für die älter werdende Bevölkerung. „Es ist sicher, dass diese Angebote kommen“, machte MKK-Chef Bornemeier deutlich. Mit zusätzlichen Betten in Rahden sei das zurzeit nicht verbunden. Die neuen Angebote sollten in den kommenden Monaten aufgebaut werden. Ziel sei es, Patienten zu halten und neue zu gewinnen. Auch hofft Bornemeier, in Zeiten von Fachkräftemangel neue Mitarbeiter für den kreiseigenen Klinikkonzern gewinnen zu können. In der Geriatrie gebe es nicht zu viel Personal auf dem deutschen Markt, verwies er auf die allgemeine Situation. Auch in Lübbecke sei die Geriatrie laut dem aktuellen Krankenhausplan zugelassen. Die MKK hätten hier alles erfüllt für den Aufbau, so Bornemeier. Es sei aber schwierig, Personal zu finden. Aber man wolle das aufbauen.

Behält das Krankenhaus Rahden seine Notaufnahme?

Das Rahdener Krankenhaus wurde zur Portalklinik umgebaut. Über die Telemedizin können Untersuchungen in Rahden auch im Klinikum Minden begutachtet werden. Neben dem Krankenhaus wurde das Ärztehaus gebaut. Foto: Torsten Hagemann © Torsten Hagemann

Rahden. Wenn es um das Krankenhaus Rahden geht, dann schauen viele Bürger im Nordkreis genau hin. Mit Sorgen, aber auch mit Kritik begleiteten Bürger seinerzeit die Entscheidung der Mühlenkreiskliniken (MKK), dass in Rahden nach 16 Uhr nicht mehr operiert wird. Nun kündigt Olaf Bornemeier, Vorsitzender des Vorstands des kreiseigenen Klinikkonzerns, eine neue Richtung an. Der Standort Rahden soll gestärkt werden.

Noch im Frühjahr 2018 hatte das umstrittene MKK-Medizinkonzept vorgesehen, Rahden als Haus der Allgemein-Versorgung zu schließen und in ein psychosomatisches Fachkrankenhaus umzuwandeln. Nach erheblichen Protesten der Bevölkerung war das Konzept dann Ende Juni 2018 zurückgezogen worden. MKK-Medizinvorstand Kristin Drechsler wurde im November 2018 gefeuert.

Zum Stichtag 1. Februar werden das Krankenhaus Rahden und das Johannes-Wesling-Klinikum Minden organisatorisch zusammengefasst. Diese neue Struktur war im Dezember genehmigt worden, wie bereits ausführlich berichtet wurde. Der MKK-Verwaltungsrat hatte dem Plan zugestimmt, die NRW-Landesregierung ebenfalls. Die bisherige Organisationsform Krankenhaus Lübbecke-Rahden ist damit Geschichte.

In Rahden sollen geriatrische Angebote aufgebaut werden, kündigte MKK-Chef Olaf Bornemeier an.

Die Neuerungen, mit denen Rahden offiziell Teil des Klinikums Minden wird, wollen die MKK am Mittwoch, 26. Februar, ab 18 Uhr in der Aula des Rahdener Gymnasiums der Öffentlichkeit vorstellen. Wie berichtet werden der Ärztliche Direktor Hansjürgen Piechota, Pflegedirektor Bernd Mühlenbruch und Geschäftsführer Mario Bahmann als Betriebsleitung für das Krankenhaus mit seinen 70 Betten verantwortlich sein.

Die Betriebsleitung wird bei der öffentlichen Info-Veranstaltung ebenso dabei sein wie die Direktoren der Abteilungen, die sich vorstellen und Fragen beantworten.

Das künftige Konzept zur Patientenversorgung, so teilte es MKK-Sprecher Christian Busse mit, werde auf dem bestehenden Angebot aus Innerer Medizin, Anästhesie, Unfallchirurgie und Allgemeinchirurgie aufbauen. Wie gehabt wird auch die rund um die Uhr besetzte Notaufnahme in vollem Umfang aufrechterhalten.

Im Gespräch deutete MKK-Chef Olaf Bornemeier Neuerungen in Rahden an. Es sei im vergangenen Jahr, als die internistische Leitung bereits von Minden aus erfolgte, gelungen, den Anteil an Honorarärzten in Rahden zu senken. Auch im chirurgischen Bereich sei Personal eingestellt worden. Es habe dabei den Hinweis an die Mitarbeiter gegeben, dass sie auch in Rahden Dienst tun sollten.

„Es wurde kritisch diskutiert“, sagte Bornemeier. Ein Arzt, der in einem Haus der Maximalversorgung arbeite, der schaue erstmal wegen einer Tätigkeit in einem Haus der Nicht-Maximalversorgung. Ablehnungen aus den Reihen der Mitarbeiter zur Arbeit in Rahden seien ihm aber nicht bekannt. Kritisch diskutieren müsse man, „aber wir ziehen alle an einem Strang.“

Aus heutiger Sicht würden die MKK in Rahden mehr Personal zur Verfügung haben in Kombination mit dem Klinikum Minden als das mit Lübbecke der Fall gewesen sei. Bornemeier: „Das wollen wir für einen Leistungsaufbau nutzen – sowohl inhaltlich als auch qualitativ.“ Die modernen Operationssäle im Krankenhaus Rahden sollen nach Angaben Bornemeiers wieder länger genutzt werden. Der von Bürgern kritisierte OP-Schluss um 16 Uhr dürfte damit wohl der Vergangenheit angehören.

Zudem bekräftigte Olaf Bornemeier, dass die MKK neue Angebote in Rahden anbieten wollen. Der MKK-Chef bestätigte auch Informationen, denen zufolge die neuen Angebote in Rahden geriatrische Angebote sind – Angebote für die älter werdende Bevölkerung. „Es ist sicher, dass diese Angebote kommen“, machte MKK-Chef Bornemeier deutlich. Mit zusätzlichen Betten in Rahden sei das zurzeit nicht verbunden.

Die neuen Angebote sollten in den kommenden Monaten aufgebaut werden. Ziel sei es, Patienten zu halten und neue zu gewinnen. Auch hofft Bornemeier, in Zeiten von Fachkräftemangel neue Mitarbeiter für den kreiseigenen Klinikkonzern gewinnen zu können. In der Geriatrie gebe es nicht zu viel Personal auf dem deutschen Markt, verwies er auf die allgemeine Situation. Auch in Lübbecke sei die Geriatrie laut dem aktuellen Krankenhausplan zugelassen. Die MKK hätten hier alles erfüllt für den Aufbau, so Bornemeier. Es sei aber schwierig, Personal zu finden. Aber man wolle das aufbauen.

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