Unterricht beginnt nicht später Schüler müssen zur Fußball-WM zur gewohnten Stunde ran Hannover/Minden (lni/kra). Die meisten Schüler in Niedersachsen und NRW können nicht auf einen späteren Unterrichtsbeginn während der Fußball-Weltmeisterschaft hoffen. Das sehen auch die Schulen im Kreis ähnlich.Für die Schulen wäre der organisatorische Aufwand zu groß, wie eine DPA-Umfrage unter Schulleitern ergab. Die Schulbuspläne müssten den veränderten Zeiten angepasst werden, sagt etwa Stefan Krolle vom Cato Bontjes van Beek-Gymnasium in Achim (Landkreis Verden).Außerdem müssten die ausgefallenen Stunden in den späten Nachmittagsstunden nachgeholt werden. „Wir können den Unterricht nicht erst um 18 Uhr beenden.“ Die Möglichkeit für einen späteren Schulstart hätten die Schulleiter allerdings: Schulen in Niedersachsen und NRW können im Rahmen ihrer Eigenverantwortlichkeit selbst über den Unterrichtsbeginn entscheiden. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) sieht das aber kritisch. „Es ist mehr als zweifelhaft, ob ein persönlicher Gewinn für einige Schüler den erheblichen Aufwand rechtfertigt“, sagt sie.Selbst Schülervertretungen sehen einen späteren Start skeptisch. „Obwohl Fußball Volkssport ist: Bildung steht bei uns an erster Stelle“, so Florian Kolb, Vorstandsmitglied des Landesschülerrats.Klaus-Peter Hummels von der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lüneburg sagt es noch deutlicher: „Völlig absurd“ findet er einen späteren Schulstart. Brigitte Naber wiederum, Leiterin der IGS Roderbruch in Hannover, will ihren Lehrern zumindest empfehlen, keine Klassenarbeiten am Tag nach einem Halbfinale oder dem Finale zu schreiben – wenn die deutsche Mannschaft bis dahin kommen sollte. In NRW können die Schüler ab dem Viertelfinale sogar länger schlafen – dort starten bereits ab dem 5. Juli nämlich die Sommerferien.Das Düsseldorfer Ministerium sieht keinen Bedarf für eine landesweite Sonderregelung. Der Großteil der Spiele mit deutscher Beteiligung wird in der Vorrunde bereits werktags um 18 Uhr deutscher Zeit angepfiffen, ein Spiel beginnt später – aber an einem Samstag.Auch im Kreis Minden-Lübbecke sehen die Schulen keine Notwendigkeit, den Unterricht später beginnen zu lassen. „Der Unterricht geht meistens sowieso bis 15.30 Uhr, da wäre es nicht gut, wenn es noch weiter nach hinten verschoben werden würde – denn Unterricht ausfallen lassen können wir eh nicht“, sagt Karl-Friedrich Schmidt, Schulleiter des Ratsgymnasiums Minden.„Wir brauchen das nicht, unser Unterricht fängt sowieso erst um 8.20 Uhr an“, meint auch Axel Nagel von der Gesamtschule Porta Westfalica. Auch bei den anderen Schulen in Minden, Porta, Petershagen und Hille sei eine Verschiebung des Unterrichts noch kein Thema gewesen, hieß es dort jeweils auf MT-Anfrage.Bei der Verbundschule in Hille wurde zwar darüber nachgedacht, wie man die WM thematisieren könne, eine Verschiebung sei aber nie infrage gekommen. „In unserer Jubiläumswoche, in der die Schule 25 wird, veranstalten wir ein Public Viewing, aber organisatorisch ist etwas anderes gar nicht möglich“, sagt Schulleiter Dirk Schubert.

Unterricht beginnt nicht später

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Hannover/Minden (lni/kra). Die meisten Schüler in Niedersachsen und NRW können nicht auf einen späteren Unterrichtsbeginn während der Fußball-Weltmeisterschaft hoffen. Das sehen auch die Schulen im Kreis ähnlich.
Für die Schulen wäre der organisatorische Aufwand zu groß, wie eine DPA-Umfrage unter Schulleitern ergab. Die Schulbuspläne müssten den veränderten Zeiten angepasst werden, sagt etwa Stefan Krolle vom Cato Bontjes van Beek-Gymnasium in Achim (Landkreis Verden).

Außerdem müssten die ausgefallenen Stunden in den späten Nachmittagsstunden nachgeholt werden. „Wir können den Unterricht nicht erst um 18 Uhr beenden.“ Die Möglichkeit für einen späteren Schulstart hätten die Schulleiter allerdings: Schulen in Niedersachsen und NRW können im Rahmen ihrer Eigenverantwortlichkeit selbst über den Unterrichtsbeginn entscheiden. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) sieht das aber kritisch. „Es ist mehr als zweifelhaft, ob ein persönlicher Gewinn für einige Schüler den erheblichen Aufwand rechtfertigt“, sagt sie.

Selbst Schülervertretungen sehen einen späteren Start skeptisch. „Obwohl Fußball Volkssport ist: Bildung steht bei uns an erster Stelle“, so Florian Kolb, Vorstandsmitglied des Landesschülerrats.

Klaus-Peter Hummels von der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lüneburg sagt es noch deutlicher: „Völlig absurd“ findet er einen späteren Schulstart. Brigitte Naber wiederum, Leiterin der IGS Roderbruch in Hannover, will ihren Lehrern zumindest empfehlen, keine Klassenarbeiten am Tag nach einem Halbfinale oder dem Finale zu schreiben – wenn die deutsche Mannschaft bis dahin kommen sollte. In NRW können die Schüler ab dem Viertelfinale sogar länger schlafen – dort starten bereits ab dem 5. Juli nämlich die Sommerferien.

Das Düsseldorfer Ministerium sieht keinen Bedarf für eine landesweite Sonderregelung. Der Großteil der Spiele mit deutscher Beteiligung wird in der Vorrunde bereits werktags um 18 Uhr deutscher Zeit angepfiffen, ein Spiel beginnt später – aber an einem Samstag.

Auch im Kreis Minden-Lübbecke sehen die Schulen keine Notwendigkeit, den Unterricht später beginnen zu lassen. „Der Unterricht geht meistens sowieso bis 15.30 Uhr, da wäre es nicht gut, wenn es noch weiter nach hinten verschoben werden würde – denn Unterricht ausfallen lassen können wir eh nicht“, sagt Karl-Friedrich Schmidt, Schulleiter des Ratsgymnasiums Minden.

„Wir brauchen das nicht, unser Unterricht fängt sowieso erst um 8.20 Uhr an“, meint auch Axel Nagel von der Gesamtschule Porta Westfalica. Auch bei den anderen Schulen in Minden, Porta, Petershagen und Hille sei eine Verschiebung des Unterrichts noch kein Thema gewesen, hieß es dort jeweils auf MT-Anfrage.

Bei der Verbundschule in Hille wurde zwar darüber nachgedacht, wie man die WM thematisieren könne, eine Verschiebung sei aber nie infrage gekommen. „In unserer Jubiläumswoche, in der die Schule 25 wird, veranstalten wir ein Public Viewing, aber organisatorisch ist etwas anderes gar nicht möglich“, sagt Schulleiter Dirk Schubert.

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