Bad Oeynhausen 16-Jährige studiert Chemie: Hörsaal statt Schulbank Bad Oeynhausen. Für Valesca Laser war es Liebe auf den ersten Blick. Auch wenn sie in der Experimentier-AG am Immanuel-Kant-Gymnasium schon erkennen konnte, wohin sie der Weg einmal führen könnte. Als dann Chemie auf ihrem Stundenplan stand, wusste die heute 16-Jährige sofort, welches ihr Lieblingsfach ist. Im Unterricht erkannte Chemielehrer Ditmar Kiel schnell das Talent seiner Schülerin und schlug sie für eine ganz besondere Begabtenförderung vor: Für das Schülerstudium „Studieren ab 15" an der Universität in Bielefeld. Inzwischen hat die Oberstufenschülerin bereits ein Jahr Uni-Luft geschnuppert. Und wurde dafür vom Unterricht befreit. „Bei einem Elternsprechtag hat mich Herr Kiel damals auf die Idee gebracht", erinnert sich Valesca Laser an den Impuls. Mit seinem Empfehlungsschreiben hat sie sich dann direkt an der Hochschule beworben. Und wurde genommen. Gemeinsam mit rund 400 regulären Studenten besucht die Gymnasiastin seitdem drei Mal in der Woche als Gasthörerin die Chemievorlesungen und die Seminare in Bielefeld. So wie alle anderen auch im vergangenen Semester allerdings online. „Das ist ganz was anderes als der Schulunterricht. Denn an der Uni ist das Niveau viel höher", weiß die Studentin. Auch den Herausforderungen der Klausuren hat sich die angehende Naturwissenschaftlerin bereits gestellt: „Organische Chemie habe ich mitgeschrieben. Für die Klausur in physikalischer Chemie fehlen mir allerdings noch die nötigen Mathematikkenntnisse aus dem Schulunterricht", räumt die Gymnasiastin, die nach den Sommerferien in die elfte Klasse wechselt, ein. Ob sie sich für das Wintersemester erneut in Bielefeld bewerben will, weiß Valesca Laser noch nicht genau. „Das hängt davon ab, ob die Vorlesungen wieder online gehalten werden. Denn dann, wenn die Noten für das Abitur zählen und Präsenz wichtig ist, möchte ich mir nicht mehr so viele Fehlzeiten leisten, die natürlich auch durch die An- und Abfahrt vergrößert werden", sagt die Gymnasiastin. Die Universität Bielefeld bietet seit mehr als zehn Jahren das Schülerstudium und Begabtenförderungsprogramm „Studieren ab 15" an. In jedem Jahr nehmen rund 80 Schülerinnen und Schüler aus der Region Ostwestfalen-Lippe daran teil - besonders leistungsstarke und interessierte Schülerinnen und Schüler von Haupt-, Real- und Gesamtschulen, Berufskollegs, Gymnasien und Abendgymnasien. Auch vom Immanuel-Kant-Gymnasium sind regelmäßig Schüler dabei. „Valesca Laser ist nicht die einzige Schülerin von uns, die dieses Angebot der Uni Bielefeld wahrnimmt. Im Schnitt studiert pro Jahrgangsstufe eine Schülerin oder ein Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Bielefeld. Ich erinnere mich unter anderem an eine Schülerin, die 2005 hier ihr Abitur gemacht hatte und Philosophie schon als Schülerin in Bielefeld studiert hatte. Mittlerweile ist sie Hochschuldozentin in eben diesem Fach. Das Angebot wird immer wieder von begabten Schülerinnen und Schülern wahrgenommen und durch die Schule vermittelt. Vertreten sind neben Chemie unter anderem auch die Fächer Physik, Philosophie, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften und Latein", berichtet Schulleiter Tom van de Loo. Ob sie nach dem Abitur Chemie weiterstudieren will? „Das weiß ich noch nicht genau. Vielleicht auch Biochemie oder Medizin", überlegt die 16-Jährige, zu deren Lieblingsfächern auch Physik und Mathematik gehören. Einige Scheine jedenfalls werden der Gymnasiastin dann vermutlich angerechnet werden.
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16-Jährige studiert Chemie: Hörsaal statt Schulbank

Besonders begabt: Ob wohl Valesca Laser erst 16 Jahre alt ist, studiert sie bereits an der Uni in Bielefeld Chemie. © Elke Niedringhaus-Haasper

Bad Oeynhausen. Für Valesca Laser war es Liebe auf den ersten Blick. Auch wenn sie in der Experimentier-AG am Immanuel-Kant-Gymnasium schon erkennen konnte, wohin sie der Weg einmal führen könnte. Als dann Chemie auf ihrem Stundenplan stand, wusste die heute 16-Jährige sofort, welches ihr Lieblingsfach ist. Im Unterricht erkannte Chemielehrer Ditmar Kiel schnell das Talent seiner Schülerin und schlug sie für eine ganz besondere Begabtenförderung vor: Für das Schülerstudium „Studieren ab 15" an der Universität in Bielefeld. Inzwischen hat die Oberstufenschülerin bereits ein Jahr Uni-Luft geschnuppert. Und wurde dafür vom Unterricht befreit.

„Bei einem Elternsprechtag hat mich Herr Kiel damals auf die Idee gebracht", erinnert sich Valesca Laser an den Impuls. Mit seinem Empfehlungsschreiben hat sie sich dann direkt an der Hochschule beworben. Und wurde genommen. Gemeinsam mit rund 400 regulären Studenten besucht die Gymnasiastin seitdem drei Mal in der Woche als Gasthörerin die Chemievorlesungen und die Seminare in Bielefeld. So wie alle anderen auch im vergangenen Semester allerdings online. „Das ist ganz was anderes als der Schulunterricht. Denn an der Uni ist das Niveau viel höher", weiß die Studentin.

Auch den Herausforderungen der Klausuren hat sich die angehende Naturwissenschaftlerin bereits gestellt: „Organische Chemie habe ich mitgeschrieben. Für die Klausur in physikalischer Chemie fehlen mir allerdings noch die nötigen Mathematikkenntnisse aus dem Schulunterricht", räumt die Gymnasiastin, die nach den Sommerferien in die elfte Klasse wechselt, ein.

Ob sie sich für das Wintersemester erneut in Bielefeld bewerben will, weiß Valesca Laser noch nicht genau. „Das hängt davon ab, ob die Vorlesungen wieder online gehalten werden. Denn dann, wenn die Noten für das Abitur zählen und Präsenz wichtig ist, möchte ich mir nicht mehr so viele Fehlzeiten leisten, die natürlich auch durch die An- und Abfahrt vergrößert werden", sagt die Gymnasiastin.

Die Universität Bielefeld bietet seit mehr als zehn Jahren das Schülerstudium und Begabtenförderungsprogramm „Studieren ab 15" an. In jedem Jahr nehmen rund 80 Schülerinnen und Schüler aus der Region Ostwestfalen-Lippe daran teil - besonders leistungsstarke und interessierte Schülerinnen und Schüler von Haupt-, Real- und Gesamtschulen, Berufskollegs, Gymnasien und Abendgymnasien. Auch vom Immanuel-Kant-Gymnasium sind regelmäßig Schüler dabei.

„Valesca Laser ist nicht die einzige Schülerin von uns, die dieses Angebot der Uni Bielefeld wahrnimmt. Im Schnitt studiert pro Jahrgangsstufe eine Schülerin oder ein Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Bielefeld. Ich erinnere mich unter anderem an eine Schülerin, die 2005 hier ihr Abitur gemacht hatte und Philosophie schon als Schülerin in Bielefeld studiert hatte. Mittlerweile ist sie Hochschuldozentin in eben diesem Fach.

Romy Jaster hat 2003 Schule und Uni vereinbart. - © Privat
Romy Jaster hat 2003 Schule und Uni vereinbart. - © Privat

Das Angebot wird immer wieder von begabten Schülerinnen und Schülern wahrgenommen und durch die Schule vermittelt. Vertreten sind neben Chemie unter anderem auch die Fächer Physik, Philosophie, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften und Latein", berichtet Schulleiter Tom van de Loo.

Ob sie nach dem Abitur Chemie weiterstudieren will? „Das weiß ich noch nicht genau. Vielleicht auch Biochemie oder Medizin", überlegt die 16-Jährige, zu deren Lieblingsfächern auch Physik und Mathematik gehören. Einige Scheine jedenfalls werden der Gymnasiastin dann vermutlich angerechnet werden.

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