100 Menschen evakuiert: Flüchtlingsunterkunft in Bad Nenndorf brennt Lennart Hecht Bad Nenndorf (sz/lz). Der Alarm war mitten in der Nacht von Feuermeldern ausgelöst worden. Feuerwehrkräfte aus Bad Nenndorf, Haste, Waltringhausen und Helsinghausen-Kreuzriehe eilten zu der Flüchtlingsunterkunft in Bad Nenndorf. Dort stellten sie schnell fest, dass sie Verstärkung brauchten. Nach Angaben von Niklas Heufers, Pressesprecher der Nenndorfer Feuerwehr, hatte sich im ersten Obergeschoss des Flüchtlingsheims Rauch stark ausgebreitet. Rettungskräfte aus Rodenberg wurden ebenso wie weitere Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde Nenndorf und eine Spezialgruppe der Kreisfeuerwehr mit Gerätewagen und Atemschutz hinzugerufen. Insgesamt waren 115 Brandbekämpfer im Einsatz. Nach bisherigen Erkenntnissen der Feuerwehr war der Brand an der Fassade des Gebäudes ausgebrochen. Dann griffen die Flammen auf eines der Zimmer über, weitere Schlafräume waren von der starken Rauchentwicklung betroffen. "Der Sicherheitsdienst hat die Evakuierung rechtzeitig eingeleitet. Das hat einigen Bewohnern wohl das Leben gerettet", sagt Feuerwehr-Sprecher Heufers. Aktuell seien noch 93 Flüchtlinge in der Unterkunft gemeldet. Alle Bewohner konnten sicher aus dem Gebäude gebracht werden. Anschließend brauchte die Feuerwehr rund eine Stunde, um den Brand zu löschen. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass wirklich keine Gefahr mehr besteht, waren einzelne Einsatzkräfte aus Bad Nenndorf allerdings noch bis in die Morgenstunden vor Ort. Nach drei Stunden war der Einsatz auch für sie beendet. Auch die Geflüchteten konnten am Morgen wieder zurück in ihre Zimmer. Bis auf wenige Ausnahmen: Weil vier Räume durch Feuer und Rauch unbewohnbar sind, mussten einzelne Bewohner umquartiert werden. Nach Angaben von Heufers befindet sich in dem Gebäude neben Wohnräumen für Flüchtlinge auch eine Arztpraxis. Diese war von dem Feuer jedoch nicht betroffen - der Brand beschränkte sich auf das erste Obergeschoss des Gebäudes. Vor einem Jahr hatte es schonmal in der Unterkunft gebrannt. Damals war ein Teddybär, der in einem der Zimmer an einen Heizlüfter gekommen und Feuer gefangen hatte, Auslöser für das Feuer. Hinzu kommen mehrere Fehlalarme. Im April waren Feuerwehrleute aus Bad Nenndorf in der Unterkunft, um die Flüchtlinge auf das richtige Verhalten im Brandfall vorzubreiten - und darüber zu informieren, wie Fehlalarme verhindert werden können. Wohl auch deshalb ging die Evakuierung in der Nacht auf Sonntag, als es wirklich in der Unterkunft brannte, ohne Probleme über die Bühne. "Die Bewohner waren sehr friedlich und kooperativ", berichtet Heufers. Zum Teil hätten sie im Schlafanzug auf der Straße gestanden und geforen, weil sie durch das Feuer aus dem Schlaf gerissen wurden. Einzelne Nachbarn hatten sich im Nachgang des Einsatzes darüber beschwert, dass ein Teil der Flüchtlinge das Feuer in Fotos und Videos aufgezeichnet hätten. "Das ist für so einen Einsatz aber völlig normal", sagt der Feuerwehr-Sprecher. Im Weg gestanden hätte den Einsatzkräften zumindest niemand.

100 Menschen evakuiert: Flüchtlingsunterkunft in Bad Nenndorf brennt

© Foto: sz/lz

Bad Nenndorf (sz/lz). Der Alarm war mitten in der Nacht von Feuermeldern ausgelöst worden. Feuerwehrkräfte aus Bad Nenndorf, Haste, Waltringhausen und Helsinghausen-Kreuzriehe eilten zu der Flüchtlingsunterkunft in Bad Nenndorf. Dort stellten sie schnell fest, dass sie Verstärkung brauchten.

Nach Angaben von Niklas Heufers, Pressesprecher der Nenndorfer Feuerwehr, hatte sich im ersten Obergeschoss des Flüchtlingsheims Rauch stark ausgebreitet. Rettungskräfte aus Rodenberg wurden ebenso wie weitere Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde Nenndorf und eine Spezialgruppe der Kreisfeuerwehr mit Gerätewagen und Atemschutz hinzugerufen. Insgesamt waren 115 Brandbekämpfer im Einsatz.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Feuerwehr war der Brand an der Fassade des Gebäudes ausgebrochen. Dann griffen die Flammen auf eines der Zimmer über, weitere Schlafräume waren von der starken Rauchentwicklung betroffen. "Der Sicherheitsdienst hat die Evakuierung rechtzeitig eingeleitet. Das hat einigen Bewohnern wohl das Leben gerettet", sagt Feuerwehr-Sprecher Heufers.

Aktuell seien noch 93 Flüchtlinge in der Unterkunft gemeldet. Alle Bewohner konnten sicher aus dem Gebäude gebracht werden. Anschließend brauchte die Feuerwehr rund eine Stunde, um den Brand zu löschen. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass wirklich keine Gefahr mehr besteht, waren einzelne Einsatzkräfte aus Bad Nenndorf allerdings noch bis in die Morgenstunden vor Ort.

Nach drei Stunden war der Einsatz auch für sie beendet. Auch die Geflüchteten konnten am Morgen wieder zurück in ihre Zimmer. Bis auf wenige Ausnahmen: Weil vier Räume durch Feuer und Rauch unbewohnbar sind, mussten einzelne Bewohner umquartiert werden.

Nach Angaben von Heufers befindet sich in dem Gebäude neben Wohnräumen für Flüchtlinge auch eine Arztpraxis. Diese war von dem Feuer jedoch nicht betroffen - der Brand beschränkte sich auf das erste Obergeschoss des Gebäudes.

Vor einem Jahr hatte es schonmal in der Unterkunft gebrannt. Damals war ein Teddybär, der in einem der Zimmer an einen Heizlüfter gekommen und Feuer gefangen hatte, Auslöser für das Feuer. Hinzu kommen mehrere Fehlalarme. Im April waren Feuerwehrleute aus Bad Nenndorf in der Unterkunft, um die Flüchtlinge auf das richtige Verhalten im Brandfall vorzubreiten - und darüber zu informieren, wie Fehlalarme verhindert werden können.

Wohl auch deshalb ging die Evakuierung in der Nacht auf Sonntag, als es wirklich in der Unterkunft brannte, ohne Probleme über die Bühne. "Die Bewohner waren sehr friedlich und kooperativ", berichtet Heufers. Zum Teil hätten sie im Schlafanzug auf der Straße gestanden und geforen, weil sie durch das Feuer aus dem Schlaf gerissen wurden.

Einzelne Nachbarn hatten sich im Nachgang des Einsatzes darüber beschwert, dass ein Teil der Flüchtlinge das Feuer in Fotos und Videos aufgezeichnet hätten. "Das ist für so einen Einsatz aber völlig normal", sagt der Feuerwehr-Sprecher. Im Weg gestanden hätte den Einsatzkräften zumindest niemand.

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