Ratgeber
Sicher Weihnachten feiern: Das müssen Sie für den Selbsttest wissen Larissa Kirchhoff Bielefeld. Die Vorfreude auf die Feiertage steigt - endlich Zeit mit der Familie und den Freunden verbringen. Doch leider bergen die schönen Momente am Ende des Jahres auch ein Risiko in Zeiten der Pandemie. Um sich und seine Mitmenschen nicht zu gefährden, helfen Testungen. Worauf dabei zu achten ist, wie viel die Tests kosten und warum sich jeder schon vor den Festtagen täglich testen sollte, erklärt Petra Dommasch vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Bielefeld. Welche Testmöglichkeiten gibt es? Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten der Tests: PCR-, Schnell- und Selbsttests. Ein PCR-Test ist die sicherste, aber auch zeitintensivste Testvariante, bei der das Erbmaterial der Viren im Labor so stark vervielfältigt wird, dass SarS-CoV-2 auch schon bei nur geringen Mengen nachgewiesen werden kann. Aus diesem Grund sollen sie auch immer erst dann durchgeführt werden, wenn ein symptombedingter Verdacht vorliegt oder Kontakt mit einem Infizierten bestand. Schnell- und Selbsttests sind sogenannte Antigen-Tests, bei denen Eiweißstrukturen von SARS-CoV-2 nachgewiesen werden. Wenn Viren in der Probe enthalten sind, reagieren die Eiweißbestandteile des Virus mit dem Teststreifen. Für die Auswertung braucht es kein Labor. Ein Ergebnis liegt nach spätestens 30 Minuten vor. Exakt nach diesem Prinzip funktionieren auch Selbsttests. Einziger Unterschied: Schnelltestungen werden durch geschulte Fachkräfte durchgeführt. Ein Selbsttest, wie der Name schon sagt, wird eigenverantwortlich durchgeführt. Hinweis: Einige Einrichtungen akzeptieren keine selbst durchgeführten Testungen. Welche Selbsttests gibt es und wo liegt der Unterschied? Die Liste der zugelassenen Selbsttests ist lang. Unterschieden wird zwischen Speichel-, Nasen- und Spucktests. Bei allen Tests liegt die Spezifität laut Herstellerangaben bei mindestens 98 Prozent, die Sensitivität bei über 95 Prozent. Die Expertin präferiert jedoch nur zwei der drei Methoden. "Ich rate zur Selbsttestung eine Probenentnahme des Nasen- oder Rachenraums. Das halte ich für die sichersten Methoden", so Dommasch. Bei Kindern rate die Expertin den Eltern, die Auswahl des Selbsttests daran festzulegen, welche Methode das Kind aus der Kita oder der Schule gewöhnt ist. Woran erkenne ich einen seriösen Selbsttest? Ein vernünftiger Selbsttest enthält einen gut leserlichen Aufdruck auf der Verpackung über die Sonderzulassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte und/oder die CE-Kennzeichnung zusammen mit einer vierstelligen Kennnummer der benannten Stelle. So erklärt es das Gesundheitsministerium. Außerdem liegt einem seriösen Test eine deutsche Bedienungsanweisung bei. Wie viel kostet mich ein Selbsttest? Die Kosten für einen Selbsttest liegen in der Regel zwischen drei und fünf Euro. Gekauft werden können die Tests in Apotheken, im Handel und online. Der Vorteil beim Kauf in der Apotheke: Geschultes Personal kann zusätzlich über die korrekte Vorgehensweise informieren. Reicht ein Selbsttest an den Feiertagen aus? Den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge beträgt die Inkubationszeit des Virus in der Regel zwischen vier bis sechs Tagen. Je nach Virusvariante kann diese auch kürzer sein. Aufgrund dessen rät Dommasch dazu, bereits einige Tage vor den Festtagen mit der täglichen Selbsttestung zu beginnen. An den Weihnachtsfeiertagen oder an Silvester selbst schaffe ein weiterer Selbsttest zusätzlich Sicherheit. Sollte ich mich wenigstens ein Mal vor der Weihnachtszeit professionell testen lassen? Da Selbsttests in der Regel nichts anderes sind als Schnelltests, sei das bei korrekter Durchführung nicht notwendig. "Wenn ich mir bei der Anwendung unsicher bin oder das schlichtweg nicht funktioniert, sollte ich eine Teststelle aufsuchen", so die Expertin des DRK. Ein PCR-Test sei zwar sehr sicher, könne aber einige Tage dauern und sei ohne erkennbare Symptome kostenpflichtig. "Dazu rate ich nur, wenn ein konkreter Verdacht besteht." Wie führe ich den Selbsttest richtig durch? Die Vorgehensweisen der Tests können - je nach Hersteller - variieren. Die Expertin rät also dazu, sich nicht auf eine allgemeine Erfahrung mit Selbsttests zu verlassen. "Die Bedienungsanleitung muss sorgfältig gelesen werden. Und jeder einzelne Schritt sollte auf die Sekunde genau durchgeführt werden, sonst könnte das Ergebnis sofort verfälscht werden." Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle sei auch, dass einige Hersteller im Laufe des vergangenen Jahres ihre Durchführungshinweise aufgrund neuer medizinischer Erkenntnisse verändert haben. Daher gilt auch bei dauerhafter Nutzung eines Herstellers: Bedienungsanleitung immer wieder aufs Neue genau lesen. Was sind häufige Fehlerquellen bei Selbsttests? Ein häufiger Fehler liege in der falschen Handhabung, etwa wenn ein Rachenabstrich für die Nase verwendet würde - oder umgekehrt. Weiter führe auch die Missachtung der Zeitfenster zu unbrauchbaren Ergebnissen. Das gelte sowohl für die Entnahme der Probe als auch für die Wartezeit auf das Ergebnis. "Nach 30 Minuten ist ein Test nicht mehr aussagekräftig und kann entsorgt werden", erklärt Dommasch. Was sagen mir die Buchstaben auf dem Test? Das "C" auf dem Test steht für die Gültigkeit des Testes. Erscheint am "C" also eine Linie, sagt das nur aus, dass der Test funktioniert hat. Das "T" steht für das Testergebnis. Erscheint am "T" Bereich kein Strich, ist das Ergebnis negativ. Wenn sowohl am "C" als auch am "T" ein Strich erscheint, ist der Test positiv und sagt aus, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass eine Corona-Infektion vorliegt. Was tue ich an den Feiertagen, wenn der Schnelltest "positiv" ist? Wer einen Selbsttest macht, der positiv ausfällt, sollte diesen aber genauso wie bei einem positiven Antigen-Schnelltest durch einen PCR-Test bestätigen lassen und vorsichtshalber solange zu Hause bleiben, niemanden treffen und auch Abstand zu anderen Haushaltsmitgliedern wahren, bis das Ergebnis vorliegt. Ein PCR-Test kann sowohl in Testzentren als auch in Arztpraxen durchgeführt werden. Meldepflichtig ist ein positiver Selbsttest zunächst nicht.

Sicher Weihnachten feiern: Das müssen Sie für den Selbsttest wissen

Erscheint ein Strich im oberen Abschnitt des Teststreifens neben dem Buchstaben C, bedeutet das, dass Sie den Test korrekt vorgenommen haben. © Larissa Kirchhoff

Bielefeld. Die Vorfreude auf die Feiertage steigt - endlich Zeit mit der Familie und den Freunden verbringen. Doch leider bergen die schönen Momente am Ende des Jahres auch ein Risiko in Zeiten der Pandemie. Um sich und seine Mitmenschen nicht zu gefährden, helfen Testungen. Worauf dabei zu achten ist, wie viel die Tests kosten und warum sich jeder schon vor den Festtagen täglich testen sollte, erklärt Petra Dommasch vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Bielefeld.

Welche Testmöglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten der Tests: PCR-, Schnell- und Selbsttests. Ein PCR-Test ist die sicherste, aber auch zeitintensivste Testvariante, bei der das Erbmaterial der Viren im Labor so stark vervielfältigt wird, dass SarS-CoV-2 auch schon bei nur geringen Mengen nachgewiesen werden kann. Aus diesem Grund sollen sie auch immer erst dann durchgeführt werden, wenn ein symptombedingter Verdacht vorliegt oder Kontakt mit einem Infizierten bestand. Schnell- und Selbsttests sind sogenannte Antigen-Tests, bei denen Eiweißstrukturen von SARS-CoV-2 nachgewiesen werden. Wenn Viren in der Probe enthalten sind, reagieren die Eiweißbestandteile des Virus mit dem Teststreifen. Für die Auswertung braucht es kein Labor. Ein Ergebnis liegt nach spätestens 30 Minuten vor.

Exakt nach diesem Prinzip funktionieren auch Selbsttests. Einziger Unterschied: Schnelltestungen werden durch geschulte Fachkräfte durchgeführt. Ein Selbsttest, wie der Name schon sagt, wird eigenverantwortlich durchgeführt.

Hinweis: Einige Einrichtungen akzeptieren keine selbst durchgeführten Testungen.

Welche Selbsttests gibt es und wo liegt der Unterschied?

Die Liste der zugelassenen Selbsttests ist lang. Unterschieden wird zwischen Speichel-, Nasen- und Spucktests. Bei allen Tests liegt die Spezifität laut Herstellerangaben bei mindestens 98 Prozent, die Sensitivität bei über 95 Prozent. Die Expertin präferiert jedoch nur zwei der drei Methoden. "Ich rate zur Selbsttestung eine Probenentnahme des Nasen- oder Rachenraums. Das halte ich für die sichersten Methoden", so Dommasch.

Bei Kindern rate die Expertin den Eltern, die Auswahl des Selbsttests daran festzulegen, welche Methode das Kind aus der Kita oder der Schule gewöhnt ist.

Woran erkenne ich einen seriösen Selbsttest?

Ein vernünftiger Selbsttest enthält einen gut leserlichen Aufdruck auf der Verpackung über die Sonderzulassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte und/oder die CE-Kennzeichnung zusammen mit einer vierstelligen Kennnummer der benannten Stelle. So erklärt es das Gesundheitsministerium. Außerdem liegt einem seriösen Test eine deutsche Bedienungsanweisung bei.

Wie viel kostet mich ein Selbsttest?

Die Kosten für einen Selbsttest liegen in der Regel zwischen drei und fünf Euro. Gekauft werden können die Tests in Apotheken, im Handel und online. Der Vorteil beim Kauf in der Apotheke: Geschultes Personal kann zusätzlich über die korrekte Vorgehensweise informieren.

Reicht ein Selbsttest an den Feiertagen aus?

Den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge beträgt die Inkubationszeit des Virus in der Regel zwischen vier bis sechs Tagen. Je nach Virusvariante kann diese auch kürzer sein. Aufgrund dessen rät Dommasch dazu, bereits einige Tage vor den Festtagen mit der täglichen Selbsttestung zu beginnen. An den Weihnachtsfeiertagen oder an Silvester selbst schaffe ein weiterer Selbsttest zusätzlich Sicherheit.

Sollte ich mich wenigstens ein Mal vor der Weihnachtszeit professionell testen lassen?

Da Selbsttests in der Regel nichts anderes sind als Schnelltests, sei das bei korrekter Durchführung nicht notwendig. "Wenn ich mir bei der Anwendung unsicher bin oder das schlichtweg nicht funktioniert, sollte ich eine Teststelle aufsuchen", so die Expertin des DRK. Ein PCR-Test sei zwar sehr sicher, könne aber einige Tage dauern und sei ohne erkennbare Symptome kostenpflichtig. "Dazu rate ich nur, wenn ein konkreter Verdacht besteht."

Wie führe ich den Selbsttest richtig durch?

Die Vorgehensweisen der Tests können - je nach Hersteller - variieren. Die Expertin rät also dazu, sich nicht auf eine allgemeine Erfahrung mit Selbsttests zu verlassen. "Die Bedienungsanleitung muss sorgfältig gelesen werden. Und jeder einzelne Schritt sollte auf die Sekunde genau durchgeführt werden, sonst könnte das Ergebnis sofort verfälscht werden." Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle sei auch, dass einige Hersteller im Laufe des vergangenen Jahres ihre Durchführungshinweise aufgrund neuer medizinischer Erkenntnisse verändert haben. Daher gilt auch bei dauerhafter Nutzung eines Herstellers: Bedienungsanleitung immer wieder aufs Neue genau lesen.

Was sind häufige Fehlerquellen bei Selbsttests?

Ein häufiger Fehler liege in der falschen Handhabung, etwa wenn ein Rachenabstrich für die Nase verwendet würde - oder umgekehrt. Weiter führe auch die Missachtung der Zeitfenster zu unbrauchbaren Ergebnissen. Das gelte sowohl für die Entnahme der Probe als auch für die Wartezeit auf das Ergebnis. "Nach 30 Minuten ist ein Test nicht mehr aussagekräftig und kann entsorgt werden", erklärt Dommasch.

Was sagen mir die Buchstaben auf dem Test?

Das "C" auf dem Test steht für die Gültigkeit des Testes. Erscheint am "C" also eine Linie, sagt das nur aus, dass der Test funktioniert hat. Das "T" steht für das Testergebnis. Erscheint am "T" Bereich kein Strich, ist das Ergebnis negativ. Wenn sowohl am "C" als auch am "T" ein Strich erscheint, ist der Test positiv und sagt aus, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass eine Corona-Infektion vorliegt.

Was tue ich an den Feiertagen, wenn der Schnelltest "positiv" ist?

Wer einen Selbsttest macht, der positiv ausfällt, sollte diesen aber genauso wie bei einem positiven Antigen-Schnelltest durch einen PCR-Test bestätigen lassen und vorsichtshalber solange zu Hause bleiben, niemanden treffen und auch Abstand zu anderen Haushaltsmitgliedern wahren, bis das Ergebnis vorliegt. Ein PCR-Test kann sowohl in Testzentren als auch in Arztpraxen durchgeführt werden. Meldepflichtig ist ein positiver Selbsttest zunächst nicht.

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