Zahnärzte und Apotheker in NRW könnten noch vor Weihnachten mitimpfen Björn Vahle Berlin. Hausärzte könnten in der Impfkampagne gegen das Coronavirus bald Verstärkung bekommen - von Zahnärzten und Apothekern. Das zumindest schwebt der kommenden Bundesregierung vor. Die Betroffenen signalisieren ihre Bereitschaft - und verweisen darauf, dass sie bereits im vergangenen Jahr Hilfe angeboten hätten. "Wir stehen als Zahnärzteschaft bereit, bei der dringend notwendigen Beschleunigung der Booster-Impfung die ärztlichen Kollegen zu unterstützen", sagte der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Christoph Benz, der Rheinischen Post. "Da Impfen allerdings eine rein ärztliche, keine zahnärztliche Leistung ist, muss zunächst eine gesetzliche Ausnahme geschaffen werden." Der Bund müsse die rechtlichen Vorgaben nun schnell ändern. Ähnlich hatten sich die Zahnärzte in NRW geäußert, nachdem der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, zu mehr Anstrengungen beim Impfen aufgerufen hatte. "Wir teilen die hohe Besorgnis von Herrn Prof. Wieler zur aktuellen Corona-Lage und auch seinen Appell zu einer schnellen Durchführung von Booster-Impfungen", hatte es in einer gemeinsamen Erklärung der Kammern Nordrhein und Westfalen-Lippe vom Montag geheißen. Man habe bereits zum Start der Impfkampagne im vergangenen Winter Unterstützung zugesagt. Das gelte auch heute. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte nach dem Spitzengespräch der Länder-Ministerpräsidenten mit dem designierten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der scheidenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag angekündigt, dass der Kreis derjenigen, die Impfungen vornehmen dürfen, "deutlich ausgeweitet" werden soll. Genannt wurden hierfür neben den Zahnärztinnen und Zahnärzten auch Apotheken und Tierärzte. Das soll laut Scholz noch vor Weihnachten möglich werden.Wie schnell könnten Apotheker helfen? Dem Apothekerverband Westfalen-Lippe zufolge könnten allein in NRW 200 Apotheken zeitnah mitimpfen. Rund 320 Apothekerinnen und Apotheker" hätten im Rahmen des Modellprojektes Grippeimpfungen bereits die notwendigen Schulungen absolviert und seien daher "in der Lage, Spritzen zu setzen", sagte der Vorsitzende Thomas Rochell laut einer Mitteilung. "Wir sind bereit, hier unseren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten." Um mehr Menschen zu impfen, werden derzeit bundesweit hunderte patientennahe Impfaktionen durchgeführt. Teilweise werden die mehrheitlich stillgelegten Impfzentren reaktiviert - auch in OWL. Derzeit zähle jede zusätzliche Impfstelle, sagte Rochell. Es gelte, bürokratische Hürden abzubauen und mehr Apotheker mit bereits etablierten Fortbildungen zum Impfen zu befähigen. Er verwies darauf, dass Länder, in denen Apotheken mitimpfen dürften, bei der Impfquote besser dastünden.Warum helfen nicht längst mehr Ärzte beim Impfen? RKI-Präsident Wieler, hatte bereits in der vergangenen Woche vorgeschlagen, weitere Mediziner in die Impfkampagne einzubeziehen. Dabei hatte er auch Vertreter der Ärzte kritisiert, denen er vorwarf, in der aktuellen Notlage Deutschlands Lobbyinteressen über das Wohl der Bevölkerung zu stellen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte die Kritik als "unverschämt" zurückgewiesen. Das Impftempo bremsten nicht die Hausärzte, die 50 Millionen Impfungen verabreicht hätten, sondern bürokratische Hürden und Beschränkungen bei Impfstofflieferungen. So hatte Bundesgesundheitsminister viel Kritik auf sich gezogen, als er die Bestellmengen der Hausärzte für den Biontech-Impfstoff deckelte, weil dessen Vorräte nicht allein für die Impfungen bis Jahresende reichen würden. Stattdessen müsse mehr vom ähnlich wirksamen Moderna-Impfstoff verabreicht werden, um möglichst viele Menschen zu immunisieren.

Zahnärzte und Apotheker in NRW könnten noch vor Weihnachten mitimpfen

In anderen Ländern, zum Beispiel Neuseeland, sind Impfungen bereits in Apotheken möglich. © picture alliance / ZUMAPRESS.com

Berlin. Hausärzte könnten in der Impfkampagne gegen das Coronavirus bald Verstärkung bekommen - von Zahnärzten und Apothekern. Das zumindest schwebt der kommenden Bundesregierung vor. Die Betroffenen signalisieren ihre Bereitschaft - und verweisen darauf, dass sie bereits im vergangenen Jahr Hilfe angeboten hätten.

"Wir stehen als Zahnärzteschaft bereit, bei der dringend notwendigen Beschleunigung der Booster-Impfung die ärztlichen Kollegen zu unterstützen", sagte der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Christoph Benz, der Rheinischen Post. "Da Impfen allerdings eine rein ärztliche, keine zahnärztliche Leistung ist, muss zunächst eine gesetzliche Ausnahme geschaffen werden." Der Bund müsse die rechtlichen Vorgaben nun schnell ändern.

Ähnlich hatten sich die Zahnärzte in NRW geäußert, nachdem der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, zu mehr Anstrengungen beim Impfen aufgerufen hatte. "Wir teilen die hohe Besorgnis von Herrn Prof. Wieler zur aktuellen Corona-Lage und auch seinen Appell zu einer schnellen Durchführung von Booster-Impfungen", hatte es in einer gemeinsamen Erklärung der Kammern Nordrhein und Westfalen-Lippe vom Montag geheißen. Man habe bereits zum Start der Impfkampagne im vergangenen Winter Unterstützung zugesagt. Das gelte auch heute.

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte nach dem Spitzengespräch der Länder-Ministerpräsidenten mit dem designierten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der scheidenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag angekündigt, dass der Kreis derjenigen, die Impfungen vornehmen dürfen, "deutlich ausgeweitet" werden soll. Genannt wurden hierfür neben den Zahnärztinnen und Zahnärzten auch Apotheken und Tierärzte. Das soll laut Scholz noch vor Weihnachten möglich werden.
Wie schnell könnten Apotheker helfen?

Dem Apothekerverband Westfalen-Lippe zufolge könnten allein in NRW 200 Apotheken zeitnah mitimpfen. Rund 320 Apothekerinnen und Apotheker" hätten im Rahmen des Modellprojektes Grippeimpfungen bereits die notwendigen Schulungen absolviert und seien daher "in der Lage, Spritzen zu setzen", sagte der Vorsitzende Thomas Rochell laut einer Mitteilung. "Wir sind bereit, hier unseren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten."

Um mehr Menschen zu impfen, werden derzeit bundesweit hunderte patientennahe Impfaktionen durchgeführt. Teilweise werden die mehrheitlich stillgelegten Impfzentren reaktiviert - auch in OWL. Derzeit zähle jede zusätzliche Impfstelle, sagte Rochell. Es gelte, bürokratische Hürden abzubauen und mehr Apotheker mit bereits etablierten Fortbildungen zum Impfen zu befähigen. Er verwies darauf, dass Länder, in denen Apotheken mitimpfen dürften, bei der Impfquote besser dastünden.
Warum helfen nicht längst mehr Ärzte beim Impfen?

RKI-Präsident Wieler, hatte bereits in der vergangenen Woche vorgeschlagen, weitere Mediziner in die Impfkampagne einzubeziehen. Dabei hatte er auch Vertreter der Ärzte kritisiert, denen er vorwarf, in der aktuellen Notlage Deutschlands Lobbyinteressen über das Wohl der Bevölkerung zu stellen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte die Kritik als "unverschämt" zurückgewiesen. Das Impftempo bremsten nicht die Hausärzte, die 50 Millionen Impfungen verabreicht hätten, sondern bürokratische Hürden und Beschränkungen bei Impfstofflieferungen.

So hatte Bundesgesundheitsminister viel Kritik auf sich gezogen, als er die Bestellmengen der Hausärzte für den Biontech-Impfstoff deckelte, weil dessen Vorräte nicht allein für die Impfungen bis Jahresende reichen würden. Stattdessen müsse mehr vom ähnlich wirksamen Moderna-Impfstoff verabreicht werden, um möglichst viele Menschen zu immunisieren.

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