Update: Impfchaos? Termin-Hotline und Website brechen unter Ansturm zusammen Düsseldorf (dpa/lnw) - Zum Start der Impftermin-Vergabe in NRW sind die Anmelde-Webseiten und Hotlines geradezu überrannt worden. Deshalb kamen zahlreiche impfwillige Menschen ab 80 Jahren am Montag telefonisch nicht durch und hatten auch online zunächst keinen Erfolg. Die für die Organisation zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe sprachen von einer Überlastung und baten darum, den Termin zu einem späteren Zeitpunkt zu buchen. Die SPD im Düsseldorfer Landtag nannte die Probleme „Impfchaos" und beantragte eine Aktuelle Stunde zur Impfstrategie im Landtag. „Niemand muss sich Sorgen um seine Impfung beziehungsweise seinen Termin machen", betonten die Organisatoren. „Jeder, der geimpft werden möchte, wird drankommen, aber eben nicht sofort. Niemand muss befürchten, zu spät zu kommen." In Dortmund wollte ein 50-Jähriger online einen Termin für seine 82-jährige Schwiegermutter vereinbaren. „Jetzt geht gar nichts mehr", sagte er am späten Vormittag nach mehreren Stunden vergeblichen Probierens. Mehrmals sei er im Anmeldevorgang vorangekommen. Doch dann sei jeweils eine Fehlermeldung erschienen. „Wie meine Schwiegermutter das hätte machen sollen, erschließt sich mir nicht", sagte er. Auf Twitter schrieb eine Frau, dass etwa 100 Anrufe erfolglos geblieben seien. Online sei die Meldung gekommen, dass die Terminvergabe wegen technischer Probleme erst am Nachmittag oder am nächsten Tag wieder erreichbar sei.Einen Teilerfolg errang ein Anrufer in Westfalen: Nach geschätzten mindestens 200 Versuchen konnte er persönlich mit einer Mitarbeiterin sprechen. Sie sagte ihm, dass sie wegen technischer Probleme jedoch derzeit nicht auf den Termin-Kalender zugreifen könne und vertröstete ihn auf später. Extrem hohe Zugriffszahlen auf die Webseiten und ein hohes Anruferaufkommen bei der Hotline 116 117 hätten zu erheblichen Verzögerungen bei der Terminbuchung geführt, berichten die Kassenärztlichen Vereinigungen. „Es wird unter Hochdruck an der Beseitigung der Engpässe gearbeitet", hieß es am Montagmittag. Die Gruppe der Impfberechtigten, die ab Montag Termine vereinbaren könne, umfasse in NRW fast eine Million Menschen, betonten die Organisatoren. Diese Gruppe sei trotz der großen Call-Center-Kapazitäten mit rund 1200 Mitarbeitern und den eigens zur Buchung geschaffenen Online-Portalen so groß, dass es bei der Terminvergabe zumindest zum Start zu Engpässen komme. Die Landesvorsitzende der nordrhein-westfälischen Grünen, Mona Neubaur, bezeichnete den Terminvergabe-Start als „Voll-Katastrophe". Jetzt müsse dringend nachgesteuert werden, damit ausreichend Server-Kapazitäten zur Verfügung stünden, forderte sie. Pro Woche sollen in den 53 Impfzentren ab dem 8. Februar etwa 70.000 Menschen Erstimpfungen erhalten. Das NRW-Gesundheitsministerium rechnet in den ersten acht Wochen mit insgesamt 560.000 Erstimpfungen. Drei Wochen nach dem Start begännen dann weitere 560.000 Zweitimpfungen, sagte am Montag ein Ministeriumssprecher der dpa. In allen Fällen werde der Biontech-Impfstoff eingesetzt. „Wann weitere Impfstoffe hinzukommen, kann derzeit noch nicht gesagt werden." Bei der am Montag gestarteten Terminvergabe werden nach Angaben des Sprechers Termine zur Erstimpfung für den gesamten am 8. Februar beginnenden Acht-Wochen-Zeitraum vergeben.Die Leitungen sind täglich von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr besetzt. Wer im rheinischen Teil von NRW lebt, soll die kostenfreie Rufnummer 0800 116 117 01 wählen, Menschen in Westfalen die ebenfalls kostenfreie Rufnummer 0800 116 117 02. Wer nur die 116 117 wählt, wird weitergeleitet. Wer am Montag nicht durchkam, hörte die Ansage: „Leider sind aufgrund zahlreicher Anrufe derzeit alle Leitungen in Ihrem Landkreis belegt. Bitte versuchen sie es später noch einmal". Im Internet sind die Anmeldeportale unter der Adresse www.116117.de zu finden. Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz bemängelte, dass die Gruppe der über 80-Jährigen zu umfangreich sei. „Jetzt verschluckt sich das Vergabe-System, weil Jens Spahn die erste Prioritätsgruppe viel zu groß gefasst hat", sagte Stiftungs-Vorstand Brysch der Deutschen Presse-Agentur dpa mit Blick auf Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU). „Ein kleinteiligeres Vorgehen wäre für die Impfwilligen erfolgreich und weniger frustrierend." Diese Fehler dürften sich in der zweiten Prioritätsgruppe nicht wiederholen. Die Kassenärztliche Vereinigung nimmt in einer Pressemitteilung wie fogt Stellung: Hotline und Webseiten für Buchung der Impftermine überlastet – KVen in NRW bitten um Geduld und spätere Terminbuchung Düsseldorf/Dortmund, 25.01.2021 – Extrem hohe Zugriffszahlen auf die Webseiten zur Buchung einer Corona-Impfung und ein hohes Anruferaufkommen bei der Hotline 116 117 führen aktuell zu erheblichen Verzögerungen bei der Terminbuchung für die über 80-jährigen Impfberechtigten in NRW, dies bedeutet längere Wartezeiten bei Anrufen und Verzögerungen sowohl beim Aufrufen der Webseiten als auch bei der Bestätigung von Terminen per EMail. Es wird unter Hochdruck an der Beseitigung der Engpässe gearbeitet und die KVen bitten mit Blick auf die derzeitige Systemauslastung alle, die einen Termin buchen möchten, um Geduld. Alle, die die Möglichkeit haben, einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt zu buchen, sollten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Die Gruppe der Impfberechtigten, die ab heute und in den kommenden Wochen Termine vereinbaren kann, umfasst in Nordrhein-Westfalen fast eine Million Menschen und ist trotz der gewaltigen Call Center-Kapazitäten mit rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Termin-Telefonie und den eigens zur Terminbuchung geschaffenen Online-Portalen so groß, dass es bei der Terminvergabe zumindest zum Start zu Engpässen kommt. 116 117 nicht zusätzlich belasten Wichtig: Alle, die laut Corona-Impfverordnung nicht zur Gruppe der über 80-Jährigen gehören, werden ausdrücklich gebeten erst dann anzurufen, wenn auch für sie die Terminvergabe startet. Zudem sollten die telefonischen Anmeldemöglichkeiten für eine Corona-Impfung vor allem zur Terminvermittlung und nicht für allgemeine Fragen zur Corona-Impfung in An2 spruch genommen werden, um die Leitungen nicht zusätzlich zu belasten. Die telefonische Terminvergabe ist täglich zwischen 8 und 22 Uhr möglich, online rund um die Uhr. „Niemand muss sich Sorgen um seine Impfung beziehungsweise seinen Termin machen. Es ist ausreichend Zeit und Vorlauf für die Terminvergabe, zumal es bis Ende April dauern wird, bis wir allein die Gruppe der über 80-Jährigen mit Blick auf die verfügbaren Mengen an Impfstoff ein erstes Mal geimpft haben. Jeder, der geimpft werden möchte, wird drankommen, aber eben nicht sofort. Niemand muss befürchten, zu spät zu kommen. Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden Wochen weitere Impfstoffdosen erhalten werden, wodurch sich auch die Terminkapazität erhöhen wird", erklären Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein und Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KV WestfalenLippe. Die Impfstoffmengen reichen zunächst, um ab dem 8. Februar pro Woche etwa 70.000 Menschen in Impfzentren in Nordrhein-Westfalen zu impfen. Bis Anfang April stehen damit nach aktuellem Stand rund 560.000 Impfstoffdosen zur Verfügung.

Update: Impfchaos? Termin-Hotline und Website brechen unter Ansturm zusammen

Ein Rentner versucht, einen Termin für eine Coronaimpfung in einem Impfzenztrum zu bekommen. © imago images/Manngold

Düsseldorf (dpa/lnw) - Zum Start der Impftermin-Vergabe in NRW sind die Anmelde-Webseiten und Hotlines geradezu überrannt worden. Deshalb kamen zahlreiche impfwillige Menschen ab 80 Jahren am Montag telefonisch nicht durch und hatten auch online zunächst keinen Erfolg.

Die für die Organisation zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe sprachen von einer Überlastung und baten darum, den Termin zu einem späteren Zeitpunkt zu buchen. Die SPD im Düsseldorfer Landtag nannte die Probleme „Impfchaos" und beantragte eine Aktuelle Stunde zur Impfstrategie im Landtag.

Mit einem Schreiben des Kreises wurden Menschen über 80 informiert. - © Jan Henning Rogge
Mit einem Schreiben des Kreises wurden Menschen über 80 informiert. - © Jan Henning Rogge

„Niemand muss sich Sorgen um seine Impfung beziehungsweise seinen Termin machen", betonten die Organisatoren. „Jeder, der geimpft werden möchte, wird drankommen, aber eben nicht sofort. Niemand muss befürchten, zu spät zu kommen."

In Dortmund wollte ein 50-Jähriger online einen Termin für seine 82-jährige Schwiegermutter vereinbaren. „Jetzt geht gar nichts mehr", sagte er am späten Vormittag nach mehreren Stunden vergeblichen Probierens. Mehrmals sei er im Anmeldevorgang vorangekommen. Doch dann sei jeweils eine Fehlermeldung erschienen. „Wie meine Schwiegermutter das hätte machen sollen, erschließt sich mir nicht", sagte er.

Auf Twitter schrieb eine Frau, dass etwa 100 Anrufe erfolglos geblieben seien. Online sei die Meldung gekommen, dass die Terminvergabe wegen technischer Probleme erst am Nachmittag oder am nächsten Tag wieder erreichbar sei.Einen Teilerfolg errang ein Anrufer in Westfalen: Nach geschätzten mindestens 200 Versuchen konnte er persönlich mit einer Mitarbeiterin sprechen. Sie sagte ihm, dass sie wegen technischer Probleme jedoch derzeit nicht auf den Termin-Kalender zugreifen könne und vertröstete ihn auf später.

Extrem hohe Zugriffszahlen auf die Webseiten und ein hohes Anruferaufkommen bei der Hotline 116 117 hätten zu erheblichen Verzögerungen bei der Terminbuchung geführt, berichten die Kassenärztlichen Vereinigungen. „Es wird unter Hochdruck an der Beseitigung der Engpässe gearbeitet", hieß es am Montagmittag.

Die Gruppe der Impfberechtigten, die ab Montag Termine vereinbaren könne, umfasse in NRW fast eine Million Menschen, betonten die Organisatoren. Diese Gruppe sei trotz der großen Call-Center-Kapazitäten mit rund 1200 Mitarbeitern und den eigens zur Buchung geschaffenen Online-Portalen so groß, dass es bei der Terminvergabe zumindest zum Start zu Engpässen komme.

Die Landesvorsitzende der nordrhein-westfälischen Grünen, Mona Neubaur, bezeichnete den Terminvergabe-Start als „Voll-Katastrophe". Jetzt müsse dringend nachgesteuert werden, damit ausreichend Server-Kapazitäten zur Verfügung stünden, forderte sie.

Pro Woche sollen in den 53 Impfzentren ab dem 8. Februar etwa 70.000 Menschen Erstimpfungen erhalten. Das NRW-Gesundheitsministerium rechnet in den ersten acht Wochen mit insgesamt 560.000 Erstimpfungen. Drei Wochen nach dem Start begännen dann weitere 560.000 Zweitimpfungen, sagte am Montag ein Ministeriumssprecher der dpa. In allen Fällen werde der Biontech-Impfstoff eingesetzt. „Wann weitere Impfstoffe hinzukommen, kann derzeit noch nicht gesagt werden."

Bei der am Montag gestarteten Terminvergabe werden nach Angaben des Sprechers Termine zur Erstimpfung für den gesamten am 8. Februar beginnenden Acht-Wochen-Zeitraum vergeben.Die Leitungen sind täglich von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr besetzt.

Wer im rheinischen Teil von NRW lebt, soll die kostenfreie Rufnummer 0800 116 117 01 wählen, Menschen in Westfalen die ebenfalls kostenfreie Rufnummer 0800 116 117 02. Wer nur die 116 117 wählt, wird weitergeleitet. Wer am Montag nicht durchkam, hörte die Ansage: „Leider sind aufgrund zahlreicher Anrufe derzeit alle Leitungen in Ihrem Landkreis belegt. Bitte versuchen sie es später noch einmal". Im Internet sind die Anmeldeportale unter der Adresse www.116117.de zu finden.

Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz bemängelte, dass die Gruppe der über 80-Jährigen zu umfangreich sei. „Jetzt verschluckt sich das Vergabe-System, weil Jens Spahn die erste Prioritätsgruppe viel zu groß gefasst hat", sagte Stiftungs-Vorstand Brysch der Deutschen Presse-Agentur dpa mit Blick auf Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU). „Ein kleinteiligeres Vorgehen wäre für die Impfwilligen erfolgreich und weniger frustrierend." Diese Fehler dürften sich in der zweiten Prioritätsgruppe nicht wiederholen.

Die Kassenärztliche Vereinigung nimmt in einer Pressemitteilung wie fogt Stellung:

Hotline und Webseiten für Buchung der Impftermine überlastet – KVen in NRW bitten um Geduld und spätere Terminbuchung

Düsseldorf/Dortmund, 25.01.2021 – Extrem hohe Zugriffszahlen auf die Webseiten zur Buchung einer Corona-Impfung und ein hohes Anruferaufkommen bei der Hotline 116 117 führen aktuell zu erheblichen Verzögerungen bei der Terminbuchung für die über 80-jährigen Impfberechtigten in NRW, dies bedeutet längere Wartezeiten bei Anrufen und Verzögerungen sowohl beim Aufrufen der Webseiten als auch bei der Bestätigung von Terminen per EMail.

Es wird unter Hochdruck an der Beseitigung der Engpässe gearbeitet und die KVen bitten mit Blick auf die derzeitige Systemauslastung alle, die einen Termin buchen möchten, um Geduld. Alle, die die Möglichkeit haben, einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt zu buchen, sollten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

Die Gruppe der Impfberechtigten, die ab heute und in den kommenden Wochen Termine vereinbaren kann, umfasst in Nordrhein-Westfalen fast eine Million Menschen und ist trotz der gewaltigen Call Center-Kapazitäten mit rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Termin-Telefonie und den eigens zur Terminbuchung geschaffenen Online-Portalen so groß, dass es bei der Terminvergabe zumindest zum Start zu Engpässen kommt.

116 117 nicht zusätzlich belasten Wichtig: Alle, die laut Corona-Impfverordnung nicht zur Gruppe der über 80-Jährigen gehören, werden ausdrücklich gebeten erst dann anzurufen, wenn auch für sie die Terminvergabe startet. Zudem sollten die telefonischen Anmeldemöglichkeiten für eine Corona-Impfung vor allem zur Terminvermittlung und nicht für allgemeine Fragen zur Corona-Impfung in An
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spruch genommen werden, um die Leitungen nicht zusätzlich zu belasten. Die telefonische Terminvergabe ist täglich zwischen 8 und 22 Uhr möglich, online rund um die Uhr.

„Niemand muss sich Sorgen um seine Impfung beziehungsweise seinen Termin machen. Es ist ausreichend Zeit und Vorlauf für die Terminvergabe, zumal es bis Ende April dauern wird, bis wir allein die Gruppe der über 80-Jährigen mit Blick auf die verfügbaren Mengen an Impfstoff ein erstes Mal geimpft haben. Jeder, der geimpft werden möchte, wird drankommen, aber eben nicht sofort. Niemand muss befürchten, zu spät zu kommen. Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden Wochen weitere Impfstoffdosen erhalten werden, wodurch sich auch die Terminkapazität erhöhen wird", erklären Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein und Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KV WestfalenLippe. Die Impfstoffmengen reichen zunächst, um ab dem 8. Februar pro Woche etwa 70.000 Menschen in Impfzentren in Nordrhein-Westfalen zu impfen. Bis Anfang April stehen damit nach aktuellem Stand rund 560.000 Impfstoffdosen zur Verfügung.

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