Landtagsdebatte Laschet gegen Aufhebung der Impf-Priorisierung - wer dran sein soll Der NRW-Ministerpräsident ist der Meinung, dass nun zunächst bestimmte Berufe an der Reihe sind. Er lobt das Impftempo in NRW, das dem in den USA ähnele. Ingo Kalischek Düsseldorf. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat sich gegen ein baldiges Ende der Impfpriorisierung ausgesprochen. Viele Beschäftigte in der Priorisierungsgruppe 3 hätten Monate lang darauf gewartet, endlich an der Reihe zu sein. "Diese Leute sind jetzt dran", sagte Laschet. In der Gruppe sind unter anderem Polizisten, Lehrer an weiterführenden Schulen, Feuerwehrleute, Busfahrer und Beschäftigte in Lebensmittelgeschäften. "Sie haben ihren Dienst geleistet, insbesondere im Einzelhandel, als es noch keine Plexiglasscheiben und Masken gab, um unsere Versorgung zu sichern", sagte Laschet am Mittwochmorgen im Düsseldorfer Landtag. Diese Menschen seien nun zunächst an der Reihe, bevor es beim Impfen zu einem allgemeinen Verfahren komme, so Laschet. Der Prio-Gruppe 3 werde man sich im Monat Mai widmen. Spätestens im Juni könne man die Priorisierung dann aufheben, so Laschet. Impfen in Brennpunkten Der Ministerpräsident will in den kommenden Wochen vor allem in den Sozialräumen verstärkt impfen lassen - "dort, wo Menschen in beengten Wohnverhältnissen leben" und die Gefahr einer Ansteckung besonders hoch sei. Man sei auf die Kompetenz der örtlichen Impfzentren angewiesen, die mit mobilen Teams in diesen Bereichen impfen sollen. Laschet: "Es darf nicht von der Postleitzahl abhängen, wie hoch die Inzidenz ist." Jeder vierte Bürger in NRW hat bislang mindestens eine Impfung erhalten. 800.000 Impfungen wurden in den Praxen durchgeführt, so Laschet. Am heutigen Tage könne man 180.000 Menschen impfen, also ein Prozent der Bevölkerung. Das sei ein Impftempo wie in den USA. Die Debatte um Impf-Privilegien sei eine falsche Debatte, sagte Laschet. "Ein Grundrechtseingriff ist eine Einschränkung und kein Privileg, das steht erst mal jedem zu." Man solle Grundrechtseinschränkungen für alle Bürger so schnell wie möglich zurücknehmen; jetzt sei dafür aber noch nicht die Zeit, so Laschet. Er machte sich aber dafür stark, dass Geimpfte das Modell "Click and meet" nutzen dürfen, also einkaufen mit Termin, so wie es Bürger mit aktuellem Negativ-Test tun dürfen. Die Fraktionschefin der Grünen im Landtag, Verena Schäffer, sagte, dass man noch ziemlich lange Monate vor sich habe, bis alle Erwachsenen ein Angebot für eine Zweitimpfung bekommen hätten. Laschet solle den Menschen doch bitte keinen Sand in die Augen streuen, so Schäffer.
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Laschet gegen Aufhebung der Impf-Priorisierung - wer dran sein soll

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. © AFP

Düsseldorf. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat sich gegen ein baldiges Ende der Impfpriorisierung ausgesprochen. Viele Beschäftigte in der Priorisierungsgruppe 3 hätten Monate lang darauf gewartet, endlich an der Reihe zu sein. "Diese Leute sind jetzt dran", sagte Laschet.

In der Gruppe sind unter anderem Polizisten, Lehrer an weiterführenden Schulen, Feuerwehrleute, Busfahrer und Beschäftigte in Lebensmittelgeschäften. "Sie haben ihren Dienst geleistet, insbesondere im Einzelhandel, als es noch keine Plexiglasscheiben und Masken gab, um unsere Versorgung zu sichern", sagte Laschet am Mittwochmorgen im Düsseldorfer Landtag.

Diese Menschen seien nun zunächst an der Reihe, bevor es beim Impfen zu einem allgemeinen Verfahren komme, so Laschet. Der Prio-Gruppe 3 werde man sich im Monat Mai widmen. Spätestens im Juni könne man die Priorisierung dann aufheben, so Laschet.

Impfen in Brennpunkten

Der Ministerpräsident will in den kommenden Wochen vor allem in den Sozialräumen verstärkt impfen lassen - "dort, wo Menschen in beengten Wohnverhältnissen leben" und die Gefahr einer Ansteckung besonders hoch sei. Man sei auf die Kompetenz der örtlichen Impfzentren angewiesen, die mit mobilen Teams in diesen Bereichen impfen sollen. Laschet: "Es darf nicht von der Postleitzahl abhängen, wie hoch die Inzidenz ist."

Jeder vierte Bürger in NRW hat bislang mindestens eine Impfung erhalten. 800.000 Impfungen wurden in den Praxen durchgeführt, so Laschet. Am heutigen Tage könne man 180.000 Menschen impfen, also ein Prozent der Bevölkerung. Das sei ein Impftempo wie in den USA.

Die Debatte um Impf-Privilegien sei eine falsche Debatte, sagte Laschet. "Ein Grundrechtseingriff ist eine Einschränkung und kein Privileg, das steht erst mal jedem zu." Man solle Grundrechtseinschränkungen für alle Bürger so schnell wie möglich zurücknehmen; jetzt sei dafür aber noch nicht die Zeit, so Laschet. Er machte sich aber dafür stark, dass Geimpfte das Modell "Click and meet" nutzen dürfen, also einkaufen mit Termin, so wie es Bürger mit aktuellem Negativ-Test tun dürfen.

Die Fraktionschefin der Grünen im Landtag, Verena Schäffer, sagte, dass man noch ziemlich lange Monate vor sich habe, bis alle Erwachsenen ein Angebot für eine Zweitimpfung bekommen hätten. Laschet solle den Menschen doch bitte keinen Sand in die Augen streuen, so Schäffer.

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