Corona-Regeln in NRW 2G plus gilt in der Gastronomie und beim Sport - außer für Geboosterte Ab sofort ist die neue Corona-Schutzverordnung in NRW wirksam. Das bedeutet vor allem einen noch enger beschränkten Zugang zur Gastronomie. Vorteile gibt es für Booster-Geimpfte und jüngst Genesene. Düsseldorf (dpa/groe). Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen werden von auch in Nordrhein-Westfalen weitreichende neue Zugangsbeschränkungen eingeführt. Auch Grundimmunisierte und Genesene dürfen viele Bereiche dann nur noch betreten, wenn sie zusätzlich einen negativen Test vorlegen (2G-plus-Regel). Wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU)  am Dienstag ankündigte, wird das unter anderem für die Gastronomie, den Freizeit-, Sport- und Fitnessbereich gelten. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband lehnte die Verschärfung als unverhältnismäßigen "Quasi-Lockdown" ab. Menschen mit Corona-Booster-Impfung werden demgegenüber in vielen Bereichen von der zusätzlichen Testpflicht befreit. Ohne Auffrischungsimpfung könne man in NRW nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, sagt Laumann. Wer die Auffrischungsimpfung hat, muss demnach unter anderem im Freizeitsport keinen Test mehr vorlegen. Diese Erleichterung werde in NRW auch für diejenigen gelten, die zweimal geimpft und genesen seien, sagte Laumann. Sie könnten ebenso wie Geboosterte Sport treiben oder Gaststätten besuchen, ohne einen zusätzlichen Test machen zu müssen. Als Personen mit Auffrischimpfung gelten in der Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) Geimpfte, die eine Drittimpfung mit einem der Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna oder Astrazeneca beziehungsweise nach einer Impfung mit dem Stoff von Johnson & Johnson eine weitere Dosis erhalten haben. Am Mittwochmorgen meldete das RKI für das bevölkerungsreichste Bundesland eine Sieben-Tage-Inzidenz von 395,7, nach 381,7 am Vortag. Die hoch ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus mache in Nordrhein-Westfalen inzwischen etwa die Hälfte der Neuinfektionen aus, so  Karl-Josef Laumann. Auch in NRW steige die Inzidenz sprunghaft. Die Situation auf den Intensivstationen habe sich entspannt. Aktuell seien 1.923 Corona-Patienten in NRW in Behandlung, 439 auf Intensivstationen, davon würden 299 beatmet. 19 Prozent der PCR-Tests in der vergangenen Woche seien positiv gewesen, so Laumann am Dienstag. Die neuen Regeln im Überblick 2G plus in der GastronomieBislang galt 2G plus, also die Zugangsbeschränkung auf immunisierte Personen, die zusätzlich über einen aktuellen Test verfügen müssen, bei der Sportausübung in Innenräumen, in Schwimmbädern und bei Wellnessangeboten. Ab  13. Januar  gilt die Regel darüber hinaus auch in der Gastronomie, ausgenommen ist das bloße Abholen von Speisen und Getränken. Geimpfte und Genesene müssten somit einen tagesaktuellen Schnelltest vorlegen, wenn sie eine Gaststätte besuchen. Das gilt aber nicht für Geboosterte. Im Freizeitbereich, wo eine Maske getragen werden könne, bleibe es bei der 2G-Regel. Ausnahme von der Testpflicht Die zusätzliche Testpflicht in Bereichen, in denen 2G plus gilt, entfällt für immunisierte Personen, die zusätzlich zur vollständigen Grundimmunisierung entweder über eine Auffrischungsimpfung (Booster) verfügen oder in den letzten drei Monaten von einer Infektion genesen sind. Die Ausnahme gilt für alle Anwendungsbereiche von 2G plus, also auch etwa für den Sport in Innenräumen und in der Gastronomie. Sie gilt unmittelbar ab Erhalt der Auffrischungsimpfung. Die Ausnahmestellung Geboosteter wird von der Deutsche Stiftung Patientenschutz als falsch kritisiert. Impfen und Testen dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden,weil das Impfen vor allem Dingen die Person selbst schütze und das Testen eine wichtige Maßnahme gegen die Weitergabe des Virus sei. Testungen vor Ort An Orten, an denen ein Test für den Zutritt nötig ist (also bei 3G und bei 2G plus), kann statt der Vorlage eines Testnachweises einer offiziellen Teststelle auch vor Ort beim Zutritt ein beaufsichtigter Selbsttest durchgeführt werden, so etwa beim Zutritt eines Fitnessstudios unter der Aufsicht des Empfangspersonals oder bei der Sportausübung unter der Aufsicht des Trainers/Übungsleiters. Dieser beaufsichtigte Selbsttest berechtigt aber ausschließlich zum Zutritt zum konkreten Angebot. Es kann von der Aufsichtsperson kein Testnachweis ausgestellt werden, mit dem auch andere Einrichtungen besucht werden könnten. Das können weiterhin nur die offiziellen Teststellen. Ob und in welcher Form eine Testung vor Ort angeboten wird, entscheidet der jeweilige Betreiber der Einrichtung. PCR-Tests gelten in NRW im Amateursportbereich nur noch als Ersatznachweis zu einer Corona-Impfung, wenn man wenigstens eine Impfung nachweisen kann, erläuterte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Bei nicht geimpften Berufssportlern gelte die PCR-Ersatzregelung hingegen noch, bis es eine bundesgesetzliche Regelung zur Impfpflicht gebe. MaskenpflichtDas Land NRW hat erstmals eine dringende Empfehlung für das Tragen von FFP2-Masken beim Einkaufen aus. Da die Omikron-Variante besonders ansteckend sei, sei es wichtig, in "geschlossenen Räumen und beim Zusammentreffen mit anderen Personen FFP2-Masken oder vergleichbare Masken (insbesondere KN95/N95) ohne Ausatemventil zu tragen." Weiter heißt es: "Beim Einkaufen in Geschäften und bei der Nutzung des Öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs wird daher die Verwendung von FFP2-Masken oder vergleichbaren Masken dringend empfohlen." Verpflichtend ist in Bussen, Bahnen oder in Geschäften weiterhin eine medizinische Maske - worunter zum Beispiel auch sogenannte OP-Masken fallen. Großveranstaltungen Bisher galt schon die Zuschauerobergrenze von 750 Personen für Großveranstaltungen. Dies gilt künftig einheitlich auch für überregionale Veranstaltungen wie Fußballspiele, zum Beispiel  von Arminia Bielefeld. "Wir brauchen eine Regelung, die vor Gericht standhält", sagte Laumann. Daher gebe es nun eine Vereinheitlichung für alle Großveranstaltungen. Regelungen zum Umgang mit Quarantäne Anders als ursprünglich angekündigt, dürfen die Gesundheitsämter in NRW in Einzelfallentscheidungen schon die von Bund und Ländern verkürzten Quarantäneregeln anwenden, obwohl eine entsprechende Verordnung noch aussteht. Das geht aus einem Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums hervor. Darin bittet Gesundheitssekretär Edmund Heller die Gesundheitsämter, entsprechend der Bund-Länder-Beschlüsse zu verfahren. Gesundheitsminister Laumann hatte am Dienstagnachmittag ursprünglich gesagt, dass für eine offizielle Verordnung noch auf eine entsprechende Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) gewartet werde. Bund und Länder haben beschlossen, dass geboosterte Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne müssen. Andere sollen sich zum Beispiel nach sieben Tagen freitesten dürfen. Schutz der kritischen InfrastrukturDer Expertenrat der Bundesregierung hat dringend vor einer Gefährdung der kritischen Infrastruktur durch eine Vielzahl von Personalausfällen gewarnt. "Dies wird damit als Ziel der Verordnung auch klar benannt", heißt es in der neuen Verordnung. Neben der beschlossenen Anpassung der Quarantäneregelungen sei dafür vor allem die Begrenzung der Gesamt-Infektionszahlen erforderlich, "weshalb die Gesamtinzidenz neben der Hospitalisierungsinzidenz wieder ein wesentlicher Indikator für die Erforderlichkeit der Schutzmaßnahmen wird". Der Automatismus von Anpassungen von Schutzmaßnahmen bei Veränderungen der Hospitalisierungsinzidenz entfalle. Die neue Coronaschutzverordnung tritt am Donnerstag in Kraft und gilt bis zum 7. Februar.
Corona-Regeln in NRW

2G plus gilt in der Gastronomie und beim Sport - außer für Geboosterte

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen. © picture alliance/dpa

Düsseldorf (dpa/groe). Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen werden von auch in Nordrhein-Westfalen weitreichende neue Zugangsbeschränkungen eingeführt. Auch Grundimmunisierte und Genesene dürfen viele Bereiche dann nur noch betreten, wenn sie zusätzlich einen negativen Test vorlegen (2G-plus-Regel).

Wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU)  am Dienstag ankündigte, wird das unter anderem für die Gastronomie, den Freizeit-, Sport- und Fitnessbereich gelten. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband lehnte die Verschärfung als unverhältnismäßigen "Quasi-Lockdown" ab. Menschen mit Corona-Booster-Impfung werden demgegenüber in vielen Bereichen von der zusätzlichen Testpflicht befreit. Ohne Auffrischungsimpfung könne man in NRW nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, sagt Laumann.

Wer die Auffrischungsimpfung hat, muss demnach unter anderem im Freizeitsport keinen Test mehr vorlegen. Diese Erleichterung werde in NRW auch für diejenigen gelten, die zweimal geimpft und genesen seien, sagte Laumann. Sie könnten ebenso wie Geboosterte Sport treiben oder Gaststätten besuchen, ohne einen zusätzlichen Test machen zu müssen.

Als Personen mit Auffrischimpfung gelten in der Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) Geimpfte, die eine Drittimpfung mit einem der Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna oder Astrazeneca beziehungsweise nach einer Impfung mit dem Stoff von Johnson & Johnson eine weitere Dosis erhalten haben.

Am Mittwochmorgen meldete das RKI für das bevölkerungsreichste Bundesland eine Sieben-Tage-Inzidenz von 395,7, nach 381,7 am Vortag. Die hoch ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus mache in Nordrhein-Westfalen inzwischen etwa die Hälfte der Neuinfektionen aus, so  Karl-Josef Laumann. Auch in NRW steige die Inzidenz sprunghaft.

Die Situation auf den Intensivstationen habe sich entspannt. Aktuell seien 1.923 Corona-Patienten in NRW in Behandlung, 439 auf Intensivstationen, davon würden 299 beatmet. 19 Prozent der PCR-Tests in der vergangenen Woche seien positiv gewesen, so Laumann am Dienstag.

Die neuen Regeln im Überblick

2G plus in der Gastronomie
Bislang galt 2G plus, also die Zugangsbeschränkung auf immunisierte Personen, die zusätzlich über einen aktuellen Test verfügen müssen, bei der Sportausübung in Innenräumen, in Schwimmbädern und bei Wellnessangeboten. Ab  13. Januar  gilt die Regel darüber hinaus auch in der Gastronomie, ausgenommen ist das bloße Abholen von Speisen und Getränken. Geimpfte und Genesene müssten somit einen tagesaktuellen Schnelltest vorlegen, wenn sie eine Gaststätte besuchen. Das gilt aber nicht für Geboosterte. Im Freizeitbereich, wo eine Maske getragen werden könne, bleibe es bei der 2G-Regel.

Ausnahme von der Testpflicht
Die zusätzliche Testpflicht in Bereichen, in denen 2G plus gilt, entfällt für immunisierte Personen, die zusätzlich zur vollständigen Grundimmunisierung entweder über eine Auffrischungsimpfung (Booster) verfügen oder in den letzten drei Monaten von einer Infektion genesen sind. Die Ausnahme gilt für alle Anwendungsbereiche von 2G plus, also auch etwa für den Sport in Innenräumen und in der Gastronomie. Sie gilt unmittelbar ab Erhalt der Auffrischungsimpfung. Die Ausnahmestellung Geboosteter wird von der Deutsche Stiftung Patientenschutz als falsch kritisiert. Impfen und Testen dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden,weil das Impfen vor allem Dingen die Person selbst schütze und das Testen eine wichtige Maßnahme gegen die Weitergabe des Virus sei.

Testungen vor Ort
An Orten, an denen ein Test für den Zutritt nötig ist (also bei 3G und bei 2G plus), kann statt der Vorlage eines Testnachweises einer offiziellen Teststelle auch vor Ort beim Zutritt ein beaufsichtigter Selbsttest durchgeführt werden, so etwa beim Zutritt eines Fitnessstudios unter der Aufsicht des Empfangspersonals oder bei der Sportausübung unter der Aufsicht des Trainers/Übungsleiters. Dieser beaufsichtigte Selbsttest berechtigt aber ausschließlich zum Zutritt zum konkreten Angebot. Es kann von der Aufsichtsperson kein Testnachweis ausgestellt werden, mit dem auch andere Einrichtungen besucht werden könnten. Das können weiterhin nur die offiziellen Teststellen. Ob und in welcher Form eine Testung vor Ort angeboten wird, entscheidet der jeweilige Betreiber der Einrichtung.

PCR-Tests gelten in NRW im Amateursportbereich nur noch als Ersatznachweis zu einer Corona-Impfung, wenn man wenigstens eine Impfung nachweisen kann, erläuterte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Bei nicht geimpften Berufssportlern gelte die PCR-Ersatzregelung hingegen noch, bis es eine bundesgesetzliche Regelung zur Impfpflicht gebe.

Maskenpflicht
Das Land NRW hat erstmals eine dringende Empfehlung für das Tragen von FFP2-Masken beim Einkaufen aus. Da die Omikron-Variante besonders ansteckend sei, sei es wichtig, in "geschlossenen Räumen und beim Zusammentreffen mit anderen Personen FFP2-Masken oder vergleichbare Masken (insbesondere KN95/N95) ohne Ausatemventil zu tragen." Weiter heißt es: "Beim Einkaufen in Geschäften und bei der Nutzung des Öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs wird daher die Verwendung von FFP2-Masken oder vergleichbaren Masken dringend empfohlen." Verpflichtend ist in Bussen, Bahnen oder in Geschäften weiterhin eine medizinische Maske - worunter zum Beispiel auch sogenannte OP-Masken fallen.

Großveranstaltungen
Bisher galt schon die Zuschauerobergrenze von 750 Personen für Großveranstaltungen. Dies gilt künftig einheitlich auch für überregionale Veranstaltungen wie Fußballspiele, zum Beispiel  von Arminia Bielefeld. "Wir brauchen eine Regelung, die vor Gericht standhält", sagte Laumann. Daher gebe es nun eine Vereinheitlichung für alle Großveranstaltungen.

Regelungen zum Umgang mit Quarantäne
Anders als ursprünglich angekündigt, dürfen die Gesundheitsämter in NRW in Einzelfallentscheidungen schon die von Bund und Ländern verkürzten Quarantäneregeln anwenden, obwohl eine entsprechende Verordnung noch aussteht. Das geht aus einem Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums hervor. Darin bittet Gesundheitssekretär Edmund Heller die Gesundheitsämter, entsprechend der Bund-Länder-Beschlüsse zu verfahren.

Gesundheitsminister Laumann hatte am Dienstagnachmittag ursprünglich gesagt, dass für eine offizielle Verordnung noch auf eine entsprechende Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) gewartet werde. Bund und Länder haben beschlossen, dass geboosterte Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne müssen. Andere sollen sich zum Beispiel nach sieben Tagen freitesten dürfen.

Schutz der kritischen Infrastruktur
Der Expertenrat der Bundesregierung hat dringend vor einer Gefährdung der kritischen Infrastruktur durch eine Vielzahl von Personalausfällen gewarnt. "Dies wird damit als Ziel der Verordnung auch klar benannt", heißt es in der neuen Verordnung. Neben der beschlossenen Anpassung der Quarantäneregelungen sei dafür vor allem die Begrenzung der Gesamt-Infektionszahlen erforderlich, "weshalb die Gesamtinzidenz neben der Hospitalisierungsinzidenz wieder ein wesentlicher Indikator für die Erforderlichkeit der Schutzmaßnahmen wird". Der Automatismus von Anpassungen von Schutzmaßnahmen bei Veränderungen der Hospitalisierungsinzidenz entfalle.

Die neue Coronaschutzverordnung tritt am Donnerstag in Kraft und gilt bis zum 7. Februar.

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