Schüler sollen zuhause lernen - Stoff ist nicht prüfungsrelevant

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Symbolfoto: Helmut H. Kroiss auf Pixabay
Symbolfoto: Helmut H. Kroiss auf Pixabay

Düsseldorf (dpa/lnw) - Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat an die Schüler appelliert, bis zu den Osterferien zuhause zu lernen - auch wenn der Lernstoff nicht prüfungsrelevant sei. Die Infektionsketten müssten unterbrochen werden, die Schulen als Ort sozialer Kontakte spielten dabei eine wichtige Rolle, sagte die FDP-Politikerin am Montag in Düsseldorf. Zugleich sollten die 2,5 Millionen Schüler aber den roten Faden nicht verlieren und ihr Material freiwillig bearbeiten.

Im Fall der Abiturienten sagte Gebauer, die meisten Vorabiklausuren seien geschrieben, notfalls werde auf die Tage nach den Osterferien verlegt. „In dieser Woche werden keine Prüfungen mehr stattfinden.“ Es sei eine Liste in Arbeit, wie man Unterrichtsmaterial auch etwa via App herunterladen könne. Schulen sollten ihre Schüler digital mit Aufgaben versorgen, sofern sie über die technischen Möglichkeiten verfügten.

Nur in Ausnahmefällen dürften Eltern ab Mittwoch ihre Kinder in eine Schul-Notbetreuung bringen, stellte Gebauer klar. Das gelte für Schüler, deren Eltern in kritischen Infrastrukturen arbeiteten - also in Sektoren wie Gesundheit, Verkehr, Energie oder in der staatlichen Verwaltung. In allen Schulen landesweit würden Notfallplätze für diese Kinder bereitgestellt. Eltern müssten dafür nachweisen, dass sie in diesen Bereichen „unabkömmlich“ seien und sie keine Betreuungsmöglichkeit haben. Seit Montag sind Kitas und Schulen in NRW weitestgehend dicht.

Die Zahl der Coronavirus-Todesfälle ist auf acht gestiegen. Nach den sechs bis Sonntagabend bekannten Fällen starben in der Nacht zum Montag im Kreis Heinsberg zwei weitere Menschen, wie die Kreisverwaltung mitteilte. Die Zahl der nachweislich Infizierten ist in NRW nach den jüngsten Daten des Gesundheitsministeriums auf rund 2500 Fälle geklettert.

Familienminister Joachim Stamp (FDP) appellierte an alle Eltern von Kleinkindern, ihre Kinder zuhause zu betreuen. Soziale Kontakte müssten auf ein Minimum zurückgefahren werden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sagte Stamp am Montag in Düsseldorf. Die Kitas würden nur offengehalten für Kinder von Eltern, die für die kritische Infrastruktur des Landes gebraucht würden. Für alle anderen Kinder und Eltern gelte ein sogenanntes Betretungsverbot.

Als kritische Infrastruktur hat die Regierung bestimmte Sektoren definiert: Energiewirtschaft, Kraftstoffversorgung, Entstörung der Netze, Wasserversorgung, Ernährung, Hygiene, Informationstechnik und Telekommunikation, Gesundheit (wie Krankenhäuser, Rettungsdienst, Pflege, Medizinhersteller, Apotheken, Labore), Finanzen und Kreditversorgung, Arbeitsämter, Transport und Verkehr, Medien, staatliche Verwaltung (wie Polizei, Justiz, Feuerwehr, Katastrophenschutz), Schulen, Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe.

Spielplätze will das Land dagegen nicht schließen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte am Montag, das könne man Kindern etwa in kleinen Mietwohnungen nicht antun. Das wäre dann auf engem Raum eine Situation, die keiner verantworten könne. Man gehe davon aus, dass Eltern auch auf Spielplätzen darauf achten, dass sich keine großen Gruppen bilden.

In einem neuen Erlass hat NRW alle öffentlichen Veranstaltungen verboten. „Das schließt grundsätzlich auch Verbote für Versammlungen unter freiem Himmel wie Demonstrationen ein“, heißt es. Diese könnten nur bei einer individuellen Prüfung auf ihre Notwendigkeit genehmigt werden. „Ausgenommen sind Veranstaltungen, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfür- und -vorsorge zu dienen bestimmt sind oder der Versorgung der Bevölkerung dienen (z. B. Wochenmärkte)“, heißt es.

Den Kunden der Rheinbahn steht wegen der Corona-Krise ab Mittwoch nur noch ein reduziertes Fahrtenangebot zur Verfügung. Die Rheinbahn werde dann täglich nach dem Samstagsfahrplan fahren, teilte das Unternehmen mit. Die Stadtwerke in Münster fahren mit ihren Bussen bis einschließlich Dienstag im gewohnten Takt. In Dortmund gilt im kommunalen Nahverkehr seit Montag der Ferienplan. Auch in anderen Städten haben die Verkehrsbetriebe auf die Lage reagiert.

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Schüler sollen zuhause lernen - Stoff ist nicht prüfungsrelevantDüsseldorf (dpa/lnw) - Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat an die Schüler appelliert, bis zu den Osterferien zuhause zu lernen - auch wenn der Lernstoff nicht prüfungsrelevant sei. Die Infektionsketten müssten unterbrochen werden, die Schulen als Ort sozialer Kontakte spielten dabei eine wichtige Rolle, sagte die FDP-Politikerin am Montag in Düsseldorf. Zugleich sollten die 2,5 Millionen Schüler aber den roten Faden nicht verlieren und ihr Material freiwillig bearbeiten. Im Fall der Abiturienten sagte Gebauer, die meisten Vorabiklausuren seien geschrieben, notfalls werde auf die Tage nach den Osterferien verlegt. „In dieser Woche werden keine Prüfungen mehr stattfinden.“ Es sei eine Liste in Arbeit, wie man Unterrichtsmaterial auch etwa via App herunterladen könne. Schulen sollten ihre Schüler digital mit Aufgaben versorgen, sofern sie über die technischen Möglichkeiten verfügten. Nur in Ausnahmefällen dürften Eltern ab Mittwoch ihre Kinder in eine Schul-Notbetreuung bringen, stellte Gebauer klar. Das gelte für Schüler, deren Eltern in kritischen Infrastrukturen arbeiteten - also in Sektoren wie Gesundheit, Verkehr, Energie oder in der staatlichen Verwaltung. In allen Schulen landesweit würden Notfallplätze für diese Kinder bereitgestellt. Eltern müssten dafür nachweisen, dass sie in diesen Bereichen „unabkömmlich“ seien und sie keine Betreuungsmöglichkeit haben. Seit Montag sind Kitas und Schulen in NRW weitestgehend dicht. Die Zahl der Coronavirus-Todesfälle ist auf acht gestiegen. Nach den sechs bis Sonntagabend bekannten Fällen starben in der Nacht zum Montag im Kreis Heinsberg zwei weitere Menschen, wie die Kreisverwaltung mitteilte. Die Zahl der nachweislich Infizierten ist in NRW nach den jüngsten Daten des Gesundheitsministeriums auf rund 2500 Fälle geklettert. Familienminister Joachim Stamp (FDP) appellierte an alle Eltern von Kleinkindern, ihre Kinder zuhause zu betreuen. Soziale Kontakte müssten auf ein Minimum zurückgefahren werden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sagte Stamp am Montag in Düsseldorf. Die Kitas würden nur offengehalten für Kinder von Eltern, die für die kritische Infrastruktur des Landes gebraucht würden. Für alle anderen Kinder und Eltern gelte ein sogenanntes Betretungsverbot. Als kritische Infrastruktur hat die Regierung bestimmte Sektoren definiert: Energiewirtschaft, Kraftstoffversorgung, Entstörung der Netze, Wasserversorgung, Ernährung, Hygiene, Informationstechnik und Telekommunikation, Gesundheit (wie Krankenhäuser, Rettungsdienst, Pflege, Medizinhersteller, Apotheken, Labore), Finanzen und Kreditversorgung, Arbeitsämter, Transport und Verkehr, Medien, staatliche Verwaltung (wie Polizei, Justiz, Feuerwehr, Katastrophenschutz), Schulen, Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe. Spielplätze will das Land dagegen nicht schließen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte am Montag, das könne man Kindern etwa in kleinen Mietwohnungen nicht antun. Das wäre dann auf engem Raum eine Situation, die keiner verantworten könne. Man gehe davon aus, dass Eltern auch auf Spielplätzen darauf achten, dass sich keine großen Gruppen bilden. In einem neuen Erlass hat NRW alle öffentlichen Veranstaltungen verboten. „Das schließt grundsätzlich auch Verbote für Versammlungen unter freiem Himmel wie Demonstrationen ein“, heißt es. Diese könnten nur bei einer individuellen Prüfung auf ihre Notwendigkeit genehmigt werden. „Ausgenommen sind Veranstaltungen, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfür- und -vorsorge zu dienen bestimmt sind oder der Versorgung der Bevölkerung dienen (z. B. Wochenmärkte)“, heißt es. Den Kunden der Rheinbahn steht wegen der Corona-Krise ab Mittwoch nur noch ein reduziertes Fahrtenangebot zur Verfügung. Die Rheinbahn werde dann täglich nach dem Samstagsfahrplan fahren, teilte das Unternehmen mit. Die Stadtwerke in Münster fahren mit ihren Bussen bis einschließlich Dienstag im gewohnten Takt. In Dortmund gilt im kommunalen Nahverkehr seit Montag der Ferienplan. Auch in anderen Städten haben die Verkehrsbetriebe auf die Lage reagiert.