Mehr Badetote in NRW - meistens Männer

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Rettungsschwimmerin Jennifer springt während einer Übung in den Halterner Stausee. In den ersten sieben Monaten des Jahres sind bundesweit weniger Menschen beim Baden ertrunken, in NRW jedoch mehr. Foto: Marcel Kusch/dpa - © (c) Copyright 2019, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Rettungsschwimmerin Jennifer springt während einer Übung in den Halterner Stausee. In den ersten sieben Monaten des Jahres sind bundesweit weniger Menschen beim Baden ertrunken, in NRW jedoch mehr. Foto: Marcel Kusch/dpa (© (c) Copyright 2019, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten)

Haltern am See (dpa/lnw) - In den ersten sieben Monaten des Jahres sind in Nordrhein-Westfalen etwas mehr Menschen beim Baden ertrunken als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 40 Badetote (Stand 20. Juli) wurden gezählt - 3 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das sagte der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Achim Wiese, am Donnerstag in Haltern am See. Bundesweit habe es zwar mit insgesamt 250 ertrunkenen Menschen 29 weniger gegeben, die Zahlen seien aber weiter dramatisch, erklärte Wiese.

Wiese kritisierte, dass viele Kinder nicht mehr richtig schwimmen lernten. Nur knapp über 40 Prozent der Kinder könnten nach der Grundschule schwimmen. In den 1990er Jahren seien das noch nahezu 90 Prozent gewesen. Sorge bereitet der Wasserrettungsorganisation auch das schleichende Bädersterben. Seit dem Jahr 2000 habe es pro Jahr bundesweit im Schnitt 80 Bäder weniger gegeben, rechnete Wiese vor. Bäder seien jedoch wichtig, damit Menschen das Schwimmer erlernen könnten. «Ohne Schwimmbad keine Schwimmausbildung», resümierte er.

Von tödlichen Unfällen seien ganz überwiegend Männer betroffen: In NRW sind unter den 38 identifizierten Ertrunkenen 32 Männer und sechs Frauen. Männer treibe oft der Übermut und sie überschätzten ihre Fähigkeiten, erläuterte Wiese. Auch junge Migranten seien eine Risikogruppe. Sie hätten einen anderen Bezug zum Wasser und schätzten es falsch ein. Fast alle 18 in Deutschland ertrunkenen Migranten seien Nichtschwimmer gewesen. «Das ist eine Entwicklung, die wirklich dramatisch ist und so wahrscheinlich auch weitergehen wird», sagte Wiese.

In der bundesweiten Statistik steht NRW auf Platz zwei. Die meisten Menschen ertranken in Bayern. Anders als im bundesweiten Trend verzeichnete die DLRG dort 65 Tote und damit 20 mehr als im Jahr davor. Anders ist die Situation in Niedersachsen: Zwar folgt das Bundesland in der Statistik auf NRW. Hier sank die Zahl der Toten aber um sieben auf insgesamt 29.

Am gefährlichsten ist es immer noch an Gewässern wie Seen, Flüssen und Kanälen. In Seen ertranken in NRW 14 Menschen. 13 waren es an Flüssen. Solche Gewässer werden nicht von Rettungsschwimmern bewacht, weshalb hier viele Menschen ihr Leben verlieren, wie Wiese erklärte. Wiese appellierte an die Kommunen, mit der DLRG zusammenzuarbeiten, um solche Badestellen sicherer zu machen.

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Mehr Badetote in NRW - meistens MännerHaltern am See (dpa/lnw) - In den ersten sieben Monaten des Jahres sind in Nordrhein-Westfalen etwas mehr Menschen beim Baden ertrunken als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 40 Badetote (Stand 20. Juli) wurden gezählt - 3 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das sagte der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Achim Wiese, am Donnerstag in Haltern am See. Bundesweit habe es zwar mit insgesamt 250 ertrunkenen Menschen 29 weniger gegeben, die Zahlen seien aber weiter dramatisch, erklärte Wiese. Wiese kritisierte, dass viele Kinder nicht mehr richtig schwimmen lernten. Nur knapp über 40 Prozent der Kinder könnten nach der Grundschule schwimmen. In den 1990er Jahren seien das noch nahezu 90 Prozent gewesen. Sorge bereitet der Wasserrettungsorganisation auch das schleichende Bädersterben. Seit dem Jahr 2000 habe es pro Jahr bundesweit im Schnitt 80 Bäder weniger gegeben, rechnete Wiese vor. Bäder seien jedoch wichtig, damit Menschen das Schwimmer erlernen könnten. «Ohne Schwimmbad keine Schwimmausbildung», resümierte er. Von tödlichen Unfällen seien ganz überwiegend Männer betroffen: In NRW sind unter den 38 identifizierten Ertrunkenen 32 Männer und sechs Frauen. Männer treibe oft der Übermut und sie überschätzten ihre Fähigkeiten, erläuterte Wiese. Auch junge Migranten seien eine Risikogruppe. Sie hätten einen anderen Bezug zum Wasser und schätzten es falsch ein. Fast alle 18 in Deutschland ertrunkenen Migranten seien Nichtschwimmer gewesen. «Das ist eine Entwicklung, die wirklich dramatisch ist und so wahrscheinlich auch weitergehen wird», sagte Wiese. In der bundesweiten Statistik steht NRW auf Platz zwei. Die meisten Menschen ertranken in Bayern. Anders als im bundesweiten Trend verzeichnete die DLRG dort 65 Tote und damit 20 mehr als im Jahr davor. Anders ist die Situation in Niedersachsen: Zwar folgt das Bundesland in der Statistik auf NRW. Hier sank die Zahl der Toten aber um sieben auf insgesamt 29. Am gefährlichsten ist es immer noch an Gewässern wie Seen, Flüssen und Kanälen. In Seen ertranken in NRW 14 Menschen. 13 waren es an Flüssen. Solche Gewässer werden nicht von Rettungsschwimmern bewacht, weshalb hier viele Menschen ihr Leben verlieren, wie Wiese erklärte. Wiese appellierte an die Kommunen, mit der DLRG zusammenzuarbeiten, um solche Badestellen sicherer zu machen.