Münster

Er wollte nur Schnee sehen: Eltern zetteln Hetzjagd gegen Flüchtling an

Matthias Schwarzer

Schnee in Münster. - © dpa
Schnee in Münster. (© dpa)

Münster. Ein unglaublicher Vorfall sorgt für Diskussionen an einem Münsteraner Gymnasium. Wie die Westfälischen Nachrichten berichten, haben Eltern das Foto eines völlig unschuldigen Mannes durchs Netz geschickt - und ihn dort als "Kinderschänder" bezeichnet. Der Asylbewerber hatte sich zuvor in der Nähe der Schule aufgehalten. Das hatte jedoch völlig andere Gründe.

Was ist passiert?

Laut dem Zeitungsbericht sollen zwei Schulkinder unabhängig voneinander an der Marienschule von dem fremden ausländischen Mann angesprochen worden sein - er hatte ein Smartphone dabei. Vorfälle dieser Art seien in der Vergangenheit mehrfach vorgekommen. Eltern seien deshalb ohnehin beunruhigt.

Die Kinder hätten sich dem Gespräch mit dem Mann jedoch entzogen. Die Eltern seien dann zum Ort des Geschehens geeilt, hätten den Mann fotografiert und sein Gesicht mit entsprechender Kommentierung ins Netz gestellt.

Ein Polizeisprecher bezeichnet die Aktion gegenüber der Zeitung als "absolutes No-Go". Er habe keinerlei Verständnis für das Vorgehen der Eltern - das sei der völlig falsche Weg. Bei Vorfällen dieser Art solle stattdessen unverzüglich die Polizei verständigt werden.

Mann wollte nur Schnee sehen

Tatsächlich handelte es sich bei dem Mann auch nicht um einen "Kinderschänder" - sondern um einen 30-jährigen Asylbewerber, der zugleich völlig unschuldig ist. Laut Polizei habe der Mann, der kaum Deutsch spricht, auf der Straße erfolglos Erwachsene und Kinder angesprochen, um ein Foto von sich machen zu lassen.

Der Grund: Er hatte noch nie in seinem Leben Schnee gesehen. Das habe er mit dem Smartphone dokumentieren wollen.

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MünsterEr wollte nur Schnee sehen: Eltern zetteln Hetzjagd gegen Flüchtling anMatthias SchwarzerMünster. Ein unglaublicher Vorfall sorgt für Diskussionen an einem Münsteraner Gymnasium. Wie die Westfälischen Nachrichten berichten, haben Eltern das Foto eines völlig unschuldigen Mannes durchs Netz geschickt - und ihn dort als "Kinderschänder" bezeichnet. Der Asylbewerber hatte sich zuvor in der Nähe der Schule aufgehalten. Das hatte jedoch völlig andere Gründe. Was ist passiert? Laut dem Zeitungsbericht sollen zwei Schulkinder unabhängig voneinander an der Marienschule von dem fremden ausländischen Mann angesprochen worden sein - er hatte ein Smartphone dabei. Vorfälle dieser Art seien in der Vergangenheit mehrfach vorgekommen. Eltern seien deshalb ohnehin beunruhigt. Die Kinder hätten sich dem Gespräch mit dem Mann jedoch entzogen. Die Eltern seien dann zum Ort des Geschehens geeilt, hätten den Mann fotografiert und sein Gesicht mit entsprechender Kommentierung ins Netz gestellt. Ein Polizeisprecher bezeichnet die Aktion gegenüber der Zeitung als "absolutes No-Go". Er habe keinerlei Verständnis für das Vorgehen der Eltern - das sei der völlig falsche Weg. Bei Vorfällen dieser Art solle stattdessen unverzüglich die Polizei verständigt werden. Mann wollte nur Schnee sehen Tatsächlich handelte es sich bei dem Mann auch nicht um einen "Kinderschänder" - sondern um einen 30-jährigen Asylbewerber, der zugleich völlig unschuldig ist. Laut Polizei habe der Mann, der kaum Deutsch spricht, auf der Straße erfolglos Erwachsene und Kinder angesprochen, um ein Foto von sich machen zu lassen. Der Grund: Er hatte noch nie in seinem Leben Schnee gesehen. Das habe er mit dem Smartphone dokumentieren wollen.