MT-Adventsserie Tür 22: Weihnachten mit Hase

Carsten Korfesmeyer

Britta Kroggel ist bei der Firma Klocke für die Dekorationen zuständig. Das Großhandelsunternehmen startet bereits im Januar in die Weihnachtssaison 2017. MT-Fotos: Alex Lehn
Britta Kroggel ist bei der Firma Klocke für die Dekorationen zuständig. Das Großhandelsunternehmen startet bereits im Januar in die Weihnachtssaison 2017. MT-Fotos: Alex Lehn

Porta Westfalica-Holzhausen (mt). Für Britta Kroggel und ihre Kollegen von der Firma Klocke endet die Weihnachtszeit, wenn sie offiziell beginnt. Ab dem ersten Advent beschäftigt man sich in dem Großhandelsunternehmen für Floristikbedarf mit Ostern, Frühling und kunterbunten Eiern. Kurz nach dem Jahreswechsel ist damit aber schon wieder Schluss. Dann starten die Planungen für das nächste Weihnachtsgeschäft. Im Berufsleben der Klockianer ticken die Uhren anders.

Der frühling bringt bunte Blumen. Bei Klocke sind sie allerdings künstlich.
Der frühling bringt bunte Blumen. Bei Klocke sind sie allerdings künstlich.

„Daran habe ich mich gewöhnt“, sagt die Floristin, die in dem Portaner Familienbetrieb für die Gestaltung der Ausstellungsräume und den Einkauf zuständig ist. Zwei Jahrzehnte ist sie in der Branche tätig und längst ist es für sie ein Stück Normalität geworden, es beruflich mit Osterhasen zu tun zu haben, wenn andere Menschen mit ihren Kollegen zur Weihnachtsfeier gehen.

Im MT-Gespräch gibt sich Britta Kroggel gar nicht erst die Mühe, ihre momentane Weihnachtsunlust zu verbergen. „Ich kann keine Christbaumkugeln und Kerzen mehr sehen“, sagt sie und bei sich zuhause habe sie auch nicht allzu viel dekoriert. Blinkende Lichter, Tannenzweige oder Weihnachtssterne habe sie im Überfluss gehabt und sie ist heilfroh, dass es sich bei den Klocke-Produkten in aller Regel um Kunststoffartikel handelt, die keine Gerüche verbreiten. „Sonst hätte ich das alles in der Nase.“

In dem Unternehmen für Floristikbedarf deutet bereits alles auf Ostern hin.
In dem Unternehmen für Floristikbedarf deutet bereits alles auf Ostern hin.

Dass jobtechnisch gesehen für sie schon Frühling ist, gefällt ihr. Und im Ausstellungsraum erinnert nichts mehr an das Fest der Liebe. Der ist voller prächtiger Farben und ein überdimensionaler pinkfarbener Porzellanosterhase grüßt von einem Tisch. Kunsttulpen und künstliche Sträucher sind zu sehen. „Wir sind unserer Zeit immer ein Stück voraus“, sagt Britta Kroggel und wer ihr zuhört und dabei die Augen schließt, spürt warme Sonnenstrahlen auf der Haut.

Ihre Kollegen empfinden es nicht anders, erzählt sie - und während man durch die Lagerhalle geht, kommen einem alle Nase lang die Mitarbeiter mit ihren Hubwagen in die Quere. Beladen sind diese unter anderem mit künstlichem Gras, Bäumen und frühsommerlichen Tischdekorationen. Die Zeit drängt bereits wieder, denn ab Silvester gilt in den Blumengeschäften nur noch der Frühling. „Weihnachtsschmuck will dann doch kein Kunde mehr sehen“, sagt Britta Kroggel, die diesen Übergang als den härtesten des Jahres empfindet und von einer Durststrecke ins Frühjahr spricht.

Für die rund 80 Klocke-Mitarbeiter ist bald schon wieder Weihnachten. Im Januar und Februar laufen bereits die ersten Händlermessen für das Fest 2017 und die Außendienstmitarbeiter stellen der Kundschaft die Trends vor, die es Ende des kommenden Jahres geben wird. Von März bis Juni herrscht dann tatsächlich so etwas wie eine Weihnachtsverschnaufpause, bevor das Geschäft mit voller Wucht im Hochsommer wieder los geht. Während andere ins Freibad gehen, stellt Britta Kroggel Schneelandschaften zusammen. Das ein oder andere Sternchen bleibt auch mal bis nach Feierabend an ihr kleben. „An der Supermarkt-Kasse hat mich mal eine Frau gefragt, warum ich so glitzere.“

Alle bisherigen Teile der Serie auf MT.de

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MT-Adventsserie Tür 22: Weihnachten mit HaseCarsten KorfesmeyerPorta Westfalica-Holzhausen (mt). Für Britta Kroggel und ihre Kollegen von der Firma Klocke endet die Weihnachtszeit, wenn sie offiziell beginnt. Ab dem ersten Advent beschäftigt man sich in dem Großhandelsunternehmen für Floristikbedarf mit Ostern, Frühling und kunterbunten Eiern. Kurz nach dem Jahreswechsel ist damit aber schon wieder Schluss. Dann starten die Planungen für das nächste Weihnachtsgeschäft. Im Berufsleben der Klockianer ticken die Uhren anders.„Daran habe ich mich gewöhnt“, sagt die Floristin, die in dem Portaner Familienbetrieb für die Gestaltung der Ausstellungsräume und den Einkauf zuständig ist. Zwei Jahrzehnte ist sie in der Branche tätig und längst ist es für sie ein Stück Normalität geworden, es beruflich mit Osterhasen zu tun zu haben, wenn andere Menschen mit ihren Kollegen zur Weihnachtsfeier gehen.Im MT-Gespräch gibt sich Britta Kroggel gar nicht erst die Mühe, ihre momentane Weihnachtsunlust zu verbergen. „Ich kann keine Christbaumkugeln und Kerzen mehr sehen“, sagt sie und bei sich zuhause habe sie auch nicht allzu viel dekoriert. Blinkende Lichter, Tannenzweige oder Weihnachtssterne habe sie im Überfluss gehabt und sie ist heilfroh, dass es sich bei den Klocke-Produkten in aller Regel um Kunststoffartikel handelt, die keine Gerüche verbreiten. „Sonst hätte ich das alles in der Nase.“Dass jobtechnisch gesehen für sie schon Frühling ist, gefällt ihr. Und im Ausstellungsraum erinnert nichts mehr an das Fest der Liebe. Der ist voller prächtiger Farben und ein überdimensionaler pinkfarbener Porzellanosterhase grüßt von einem Tisch. Kunsttulpen und künstliche Sträucher sind zu sehen. „Wir sind unserer Zeit immer ein Stück voraus“, sagt Britta Kroggel und wer ihr zuhört und dabei die Augen schließt, spürt warme Sonnenstrahlen auf der Haut.Ihre Kollegen empfinden es nicht anders, erzählt sie - und während man durch die Lagerhalle geht, kommen einem alle Nase lang die Mitarbeiter mit ihren Hubwagen in die Quere. Beladen sind diese unter anderem mit künstlichem Gras, Bäumen und frühsommerlichen Tischdekorationen. Die Zeit drängt bereits wieder, denn ab Silvester gilt in den Blumengeschäften nur noch der Frühling. „Weihnachtsschmuck will dann doch kein Kunde mehr sehen“, sagt Britta Kroggel, die diesen Übergang als den härtesten des Jahres empfindet und von einer Durststrecke ins Frühjahr spricht.Für die rund 80 Klocke-Mitarbeiter ist bald schon wieder Weihnachten. Im Januar und Februar laufen bereits die ersten Händlermessen für das Fest 2017 und die Außendienstmitarbeiter stellen der Kundschaft die Trends vor, die es Ende des kommenden Jahres geben wird. Von März bis Juni herrscht dann tatsächlich so etwas wie eine Weihnachtsverschnaufpause, bevor das Geschäft mit voller Wucht im Hochsommer wieder los geht. Während andere ins Freibad gehen, stellt Britta Kroggel Schneelandschaften zusammen. Das ein oder andere Sternchen bleibt auch mal bis nach Feierabend an ihr kleben. „An der Supermarkt-Kasse hat mich mal eine Frau gefragt, warum ich so glitzere.“Alle bisherigen Teile der Serie auf MT.de