Winter-Job für Portaner Sprinter: Orthmann schiebt jetzt auch Bob Paderborn (jm/kül). Es ist bekannt, dass sich Bobsport-Piloten für den explosiven Start im Eiskanal gerne Leichtathleten als Anschieber suchen. Die aus Minden stammende Kölnerin Leonie Fiebig ist längst im Weltcup unterwegs, und auch der Portaner Marvin Orthmann ist mit seinen Sprinterkollegen vom LC Paderborn neuerdings als Schlitten-Anschieber aktiv. Gemeinsam mit Noel Thorwesten (100-Meter-Bestzeit 10,35 Sekunden) gehört Orthmann (10,50) zum Team von Pilot Yuri Hanssen (BSC Winterberg). Der gebürtige Kubaner, der zum Nachwuchskader des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland zählt, war von 2017 bis 2019 noch Bewohner des Paderborner Sportinternates als Leichtathlet und Baseballer. Danach wechselte er an den Bundesstützpunkt Winterberg. Dass die Sprinter des LC Paderborn auch auf ungewohntem Terrain zu Höchstleistungen fähig sind, zeigte sich etwa beim „Sommer-Bob Anschub“ im Potsdamer Sportpark Luftschiffhafen. Hanssen und Thorwesten entschieden die Männerkonkurrenz der Zweier in 10,085 Sekunden für sich. Und als Thorwesten bei den Deutschen Anschubmeisterschaften in der Eishalle Oberhof wegen eines Muskelfaserrisses nicht zur Verfügung stand, heuerte Hanssen kurzfristig Orthmann an. Der hatte nur wenig Zeit zur Vorbereitung: „Ich stand vorher bloß ein Mal auf dem Eis“, sagte der 19-Jährige.Dennoch schob er Hanssen mit brachialer Explosivität zur Vizemeisterschaft. „Das war eine interessante Erfahrung, mal was ganz anderes“, sagt Orthmann: „Es ist in der Tat so, dass die Technik der Sprinter mit dem Bobsport harmoniert. Das passt gut zusammen.“ In den Selektionsrennen für den Europacup in Winterberg kam die Paarung allerdings nur auf Platz zwei in ihrer Gruppe. Das sollte nicht für eine Nominierung reichen. Dass Bobfahren auch ziemlich gefährlich sein kann, bekam Orthmann auf der 1.413 Meter langen Piste in Altenberg mit ihren 17 Kurven zu spüren. „Das ist eine sehr anspruchsvolle, sehr harte Strecke.“ Zweimal kippte der Bob Hanssen/Orthmann bei einer Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern um und schrammte durch die Rinne. „Das war echt schmerzhaft mit den ganzen Erschütterungen und Schlägen. Ist aber alles gut gegangen.“Gleichwohl lobt Orthmann die Steuerkünste seines Vordermanns. „Ich fühle mich bei Yuri immer sicher. Er kann echt gut fahren und versteht sein Handwerk.“ Der Ausflug in die Bobrinne soll für den Portaner keine langfristige Geschichte werden. Nach Absprache mit Trainer Thomas Prange stünde Orthmann im Notfall wohl zur Verfügung, aktuell richtet er seinen Fokus jedoch auf die Vorbereitung für die Leichtathletik-Hallensaison. Und wenn die Form und die Corona-Regeln passen, will er am 18. Dezember beim Brillux-Sprintcup in Münster seinen Einstand unterm Hallendach geben.

Winter-Job für Portaner Sprinter: Orthmann schiebt jetzt auch Bob

Marvin Orthmann sammelte erste Erfahrungen als Bob-Anschieber im Eiskanal. Foto: imago © imago images/Chai v.d. Laage

Paderborn (jm/kül). Es ist bekannt, dass sich Bobsport-Piloten für den explosiven Start im Eiskanal gerne Leichtathleten als Anschieber suchen. Die aus Minden stammende Kölnerin Leonie Fiebig ist längst im Weltcup unterwegs, und auch der Portaner Marvin Orthmann ist mit seinen Sprinterkollegen vom LC Paderborn neuerdings als Schlitten-Anschieber aktiv.

Gemeinsam mit Noel Thorwesten (100-Meter-Bestzeit 10,35 Sekunden) gehört Orthmann (10,50) zum Team von Pilot Yuri Hanssen (BSC Winterberg). Der gebürtige Kubaner, der zum Nachwuchskader des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland zählt, war von 2017 bis 2019 noch Bewohner des Paderborner Sportinternates als Leichtathlet und Baseballer. Danach wechselte er an den Bundesstützpunkt Winterberg.

Dass die Sprinter des LC Paderborn auch auf ungewohntem Terrain zu Höchstleistungen fähig sind, zeigte sich etwa beim „Sommer-Bob Anschub“ im Potsdamer Sportpark Luftschiffhafen. Hanssen und Thorwesten entschieden die Männerkonkurrenz der Zweier in 10,085 Sekunden für sich. Und als Thorwesten bei den Deutschen Anschubmeisterschaften in der Eishalle Oberhof wegen eines Muskelfaserrisses nicht zur Verfügung stand, heuerte Hanssen kurzfristig Orthmann an. Der hatte nur wenig Zeit zur Vorbereitung: „Ich stand vorher bloß ein Mal auf dem Eis“, sagte der 19-Jährige.

Dennoch schob er Hanssen mit brachialer Explosivität zur Vizemeisterschaft. „Das war eine interessante Erfahrung, mal was ganz anderes“, sagt Orthmann: „Es ist in der Tat so, dass die Technik der Sprinter mit dem Bobsport harmoniert. Das passt gut zusammen.“ In den Selektionsrennen für den Europacup in Winterberg kam die Paarung allerdings nur auf Platz zwei in ihrer Gruppe. Das sollte nicht für eine Nominierung reichen.

Dass Bobfahren auch ziemlich gefährlich sein kann, bekam Orthmann auf der 1.413 Meter langen Piste in Altenberg mit ihren 17 Kurven zu spüren. „Das ist eine sehr anspruchsvolle, sehr harte Strecke.“ Zweimal kippte der Bob Hanssen/Orthmann bei einer Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern um und schrammte durch die Rinne. „Das war echt schmerzhaft mit den ganzen Erschütterungen und Schlägen. Ist aber alles gut gegangen.“

Gleichwohl lobt Orthmann die Steuerkünste seines Vordermanns. „Ich fühle mich bei Yuri immer sicher. Er kann echt gut fahren und versteht sein Handwerk.“ Der Ausflug in die Bobrinne soll für den Portaner keine langfristige Geschichte werden. Nach Absprache mit Trainer Thomas Prange stünde Orthmann im Notfall wohl zur Verfügung, aktuell richtet er seinen Fokus jedoch auf die Vorbereitung für die Leichtathletik-Hallensaison. Und wenn die Form und die Corona-Regeln passen, will er am 18. Dezember beim Brillux-Sprintcup in Münster seinen Einstand unterm Hallendach geben.

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