Volleyball: So kräftig in Bewegung ist die Mindener Szene auch in Zeiten von Corona Thomas Kühlmann Minden. Gesa Kuna wechselt vom SV 1860 Minden zum Regionalligisten VfL Lintorf, die Landesliga-Frauenmannschaft des Teams Schaumburg schließt sich samt Trainer Andreas Griesbach dem SV 1860 Minden an und Aufsteiger 1. VC Minden will mit Rückkehrer Johan Friesen und dem ehemaligen Zweitligaspieler Stefan Pampel auch in der Regionalliga gleich den Sprung in die Spitzengruppe schaffen: Die Mindener Volleyball-Szene ist auch in Zeiten von Corona kräftig in Bewegung. In höhere Spielgefilde zurück zieht es Mindens Volleyball-Aushängeschild Gesa Kuna. Nachdem der fest ins Auge gefasste Wiederaufstieg in die Verbandsliga mit den Frauen des SV 1860 Minden in der abgelaufenen Saison schon früh ad acta gelegt werden musste, hat sich die Außenangreiferin entschieden, noch einmal eine neue Herausforderung zu suchen und in der kommenden Spielzeit für den niedersächsischen Regionalligisten VfL Lintorf an den Start zu gehen. Hier trifft sie auf ihre ehemalige Mindener Mannschaftskollegin Laura Fischer und vor allem auf ihren ehemaligen Trainer Jens Jäger, der auch zur neuen Spielzeit beim VfL angeheuert und den Wechsel seiner Vorzeigeakteurin aus Mindener Zeiten eingefädelt hat. „Nach Mindens Nicht-Aufstieg habe ich mir Gedanken über meine sportliche Zukunft gemacht. Dabei wurde mir schnell klar, dass ich noch immer den Ehrgeiz habe, auf höherem Niveau zu spielen und dieses bei entsprechendem Training auch zu schaffen“, sagt Kuna zu ihrem Entschluss. „Und als Jens Jäger mich dann angerufen und gefragt hat, ob ich mir vorstellen könne, beim Aufbau einer schlagkräftigen Mannschaft in Lintorf mitzuhelfen, brauchte ich nur ein paar Tage Bedenkzeit, um ja zu sagen.“ Auch Trainer Jäger ist von seiner ehemaligen und jetzt wieder Führungsspielerin angetan. „Gesa bringt Klasse, Ehrgeiz und Erfahrung mit. An ihr können und werden sich die jungen Spielerinnen dann orientieren können.“ Kunas nun Ex-Teamkameradinnen vom SV 1860 Minden erhalten unterdessen mannigfaltige personelle Unterstützung. Bis auf drei Spielerinnen schließt sich die gesamte Mannschaft des niedersächsischen Landesligisten Team Schaumburg samt Trainer Andreas Griesbach den Mindenerinnen an, so dass die Personalsituation im Gegensatz zur Vorsaison mehr als zufriedenstellend ist. Und da Trainer Sebastian Kuna angekündigt hatte, in Zukunft kürzertreten zu wollen, wurde Schaumburgs Coach Andreas Griesbach, der als Spieler beim 1. VC Minden unter dem damaligen Trainer Michael „Magic“ Hahler bereits Regionalliga-Luft geschnuppert hat, auf Anhieb von den Spielerinnen zum neuen SV-1860-Trainer bestimmt. In Tanja Woidschützke (ehemals MTV Hausberge und 1. VC Minden) und Frauke Heinßen (ehemals SV 1860 Minden) kehren zwei bekannte Gesichter somit nach Minden zurück. Zudem kommt in Zuspielerin Isabelle von Götz die Ehefrau des VC-Trainers Andreas Klimm beim VC-Stadtrivalen zum Einsatz. „Beide Klubs litten unter Personalmangel, so war der Übertritt für mich logisch, da wir immer schon ein gutes Verhältnis zum SV 1860 Minden gehabt haben. Beim ersten Training waren wir nun mit 16 Spielerinnen am Start. Das ist eine gute Basis, um in der kommenden Saison etwas zu bewirken“, freut sich Neu-Coach Andreas Griesbach bereits auf die neue Spielzeit. Nicht minder fiebert dieser auch VC Mindens Männer-Meistertrainer Andreas Klimm entgegen und gibt sich sofort nach der Wiederaufnahme des Hallentrainings kämpferisch und zielstrebig. „Wir haben in der abgelaufenen Spielzeit eine Punktlandung hingelegt. Wir sind seinerzeit am Mittwoch Meister geworden, einen Tag später kam der sportliche Shutdown wegen Corona. Besser ging es nicht. Unserem Aufstieg stand daher laut den Statuten des Verbandes nichts im Wege – ganz im Gegensatz zu anderen Sportarten. Wir sind aus unserer Staffel als einziges Team in die Regionalliga aufgestiegen, während aus der Parallelstaffel gleich drei Teams, die noch Chancen auf den Sprung hatten, die Möglichkeit wahrgenommen haben, in der Regionalliga zu spielen. Das ist laut Regelwerk legitim und wird in der neuen Saison, die mit einer 13er-Staffel gespielt wird, für einen spannenden Konkurrenzkampf sorgen“, macht sich Klimm auf packende Partien gefasst. „Und wer mich kennt, der weiß, dass ich in jedes Spiel mit der Prämisse gehe, dieses auch zu gewinnen und nicht als Aufsteiger tiefzustapeln und zufrieden zu sein, doch nicht so hoch wie befürchtet verloren zu haben. So wird es auch in der Regionalliga aussehen. Ich möchte die Mannschaft auf Anhieb in der Spitzengruppe etablieren. Und wenn wir wirklich die meisten Spiele gewinnen sollten, habe ich auch nichts dagegen, mich über das Thema 3. Liga zu unterhalten. Für diese Philosophie habe ich zwar bei Spielern und Vereinsführung für Staunen und offene Münder gesorgt, doch das Potenzial sehe ich allemal in der Mannschaft“, freut sich Klimm über den zusammengebliebenen und punktuell verstärkten Meisterkader der abgelaufenen Spielzeit. Ergänzt wird der Stamm durch Rückkehrer Johan Friesen auf der Mittelposition, der bereits über Regionaliga-Erfahrung verfügt, sowie Stefan Pampel, Bruder des 212-maligen Nationalspielers Christian Pampel. „Stefan ist zwar schon 43 Jahre alt, verfügt aber immer noch über enorme Fähigkeiten und vor allem Erfahrung, die wir sicherlich benötigen werden. Beide tragen zur Homogenität des Kaders aus erfahrenen Akteuren und unseren talentierten Jungspunden bei. Ziel ist es in der kommenden Spielzeit, die Jungen schnellstmöglich auf das Leistungsniveau der Routiniers zu bekommen, um bei der Anfangsaufstellung für die Dauer der Saison variabler zu werden. Denn die Serie ist mit 24 Spieltagen lang, und wir werden niemals mit derselben Sechs durchspielen können. Zudem soll keiner unersetzlich werden – das ist das große Ziel“, hat Klimm sein ehrgeiziges Vorhaben formuliert. Dafür wird seit dem 8. Juni mit voller Kraft zuerst bis zu den Ferien und dann in der zweiten Ferienhälfte bis zum Saisonstart trainiert. „Der Saisonauftakt ist laut vorliegendem Rahmenterminplan für den 5./6. September vorgesehen“, sagt der VC-Trainer, der während der Corona-Zeit auch seine C-Lizenz-Prüfung bestanden hat. Auch mit der zweiten Mannschaft, die ebenfalls einen bärenstarken Kader hat, will Klimm in der Landesliga die Spitze angreifen und, wenn möglich, auf Anhieb den Aufstieg in die Verbandsliga ins Visier nehmen. Routiniers wie Jan Frohne, Bernd Gurschinski und Daniel Schmidt – allesamt gestandene Regionalliga-Spieler – sollen und wollen dabei helfen. Der Autor ist erreichbar unter(0571) 882 158 oder unterThomas.Kuehlmann@MT.de

Volleyball: So kräftig in Bewegung ist die Mindener Szene auch in Zeiten von Corona

Gesa Kuna (links) in Aktion: Die Außenangreiferin verlässt den SV 1860 Minden und schlägt in der kommenden Spielzeit für den niedersächsischen Regionalligisten VfL Lintorf auf. MT- © Foto: Thomas Kühlmann

Minden. Gesa Kuna wechselt vom SV 1860 Minden zum Regionalligisten VfL Lintorf, die Landesliga-Frauenmannschaft des Teams Schaumburg schließt sich samt Trainer Andreas Griesbach dem SV 1860 Minden an und Aufsteiger 1. VC Minden will mit Rückkehrer Johan Friesen und dem ehemaligen Zweitligaspieler Stefan Pampel auch in der Regionalliga gleich den Sprung in die Spitzengruppe schaffen: Die Mindener Volleyball-Szene ist auch in Zeiten von Corona kräftig in Bewegung.

In höhere Spielgefilde zurück zieht es Mindens Volleyball-Aushängeschild Gesa Kuna. Nachdem der fest ins Auge gefasste Wiederaufstieg in die Verbandsliga mit den Frauen des SV 1860 Minden in der abgelaufenen Saison schon früh ad acta gelegt werden musste, hat sich die Außenangreiferin entschieden, noch einmal eine neue Herausforderung zu suchen und in der kommenden Spielzeit für den niedersächsischen Regionalligisten VfL Lintorf an den Start zu gehen. Hier trifft sie auf ihre ehemalige Mindener Mannschaftskollegin Laura Fischer und vor allem auf ihren ehemaligen Trainer Jens Jäger, der auch zur neuen Spielzeit beim VfL angeheuert und den Wechsel seiner Vorzeigeakteurin aus Mindener Zeiten eingefädelt hat.

Angriff auf die Regionalliga-Spitze: VC-Trainer Andreas Klimm. MT- - © Foto: Thomas Kühlmann
Angriff auf die Regionalliga-Spitze: VC-Trainer Andreas Klimm. MT- - © Foto: Thomas Kühlmann

„Nach Mindens Nicht-Aufstieg habe ich mir Gedanken über meine sportliche Zukunft gemacht. Dabei wurde mir schnell klar, dass ich noch immer den Ehrgeiz habe, auf höherem Niveau zu spielen und dieses bei entsprechendem Training auch zu schaffen“, sagt Kuna zu ihrem Entschluss. „Und als Jens Jäger mich dann angerufen und gefragt hat, ob ich mir vorstellen könne, beim Aufbau einer schlagkräftigen Mannschaft in Lintorf mitzuhelfen, brauchte ich nur ein paar Tage Bedenkzeit, um ja zu sagen.“ Auch Trainer Jäger ist von seiner ehemaligen und jetzt wieder Führungsspielerin angetan. „Gesa bringt Klasse, Ehrgeiz und Erfahrung mit. An ihr können und werden sich die jungen Spielerinnen dann orientieren können.“

Kunas nun Ex-Teamkameradinnen vom SV 1860 Minden erhalten unterdessen mannigfaltige personelle Unterstützung. Bis auf drei Spielerinnen schließt sich die gesamte Mannschaft des niedersächsischen Landesligisten Team Schaumburg samt Trainer Andreas Griesbach den Mindenerinnen an, so dass die Personalsituation im Gegensatz zur Vorsaison mehr als zufriedenstellend ist. Und da Trainer Sebastian Kuna angekündigt hatte, in Zukunft kürzertreten zu wollen, wurde Schaumburgs Coach Andreas Griesbach, der als Spieler beim 1. VC Minden unter dem damaligen Trainer Michael „Magic“ Hahler bereits Regionalliga-Luft geschnuppert hat, auf Anhieb von den Spielerinnen zum neuen SV-1860-Trainer bestimmt. In Tanja Woidschützke (ehemals MTV Hausberge und 1. VC Minden) und Frauke Heinßen (ehemals SV 1860 Minden) kehren zwei bekannte Gesichter somit nach Minden zurück. Zudem kommt in Zuspielerin Isabelle von Götz die Ehefrau des VC-Trainers Andreas Klimm beim VC-Stadtrivalen zum Einsatz. „Beide Klubs litten unter Personalmangel, so war der Übertritt für mich logisch, da wir immer schon ein gutes Verhältnis zum SV 1860 Minden gehabt haben. Beim ersten Training waren wir nun mit 16 Spielerinnen am Start. Das ist eine gute Basis, um in der kommenden Saison etwas zu bewirken“, freut sich Neu-Coach Andreas Griesbach bereits auf die neue Spielzeit.

Nicht minder fiebert dieser auch VC Mindens Männer-Meistertrainer Andreas Klimm entgegen und gibt sich sofort nach der Wiederaufnahme des Hallentrainings kämpferisch und zielstrebig. „Wir haben in der abgelaufenen Spielzeit eine Punktlandung hingelegt. Wir sind seinerzeit am Mittwoch Meister geworden, einen Tag später kam der sportliche Shutdown wegen Corona. Besser ging es nicht. Unserem Aufstieg stand daher laut den Statuten des Verbandes nichts im Wege – ganz im Gegensatz zu anderen Sportarten. Wir sind aus unserer Staffel als einziges Team in die Regionalliga aufgestiegen, während aus der Parallelstaffel gleich drei Teams, die noch Chancen auf den Sprung hatten, die Möglichkeit wahrgenommen haben, in der Regionalliga zu spielen. Das ist laut Regelwerk legitim und wird in der neuen Saison, die mit einer 13er-Staffel gespielt wird, für einen spannenden Konkurrenzkampf sorgen“, macht sich Klimm auf packende Partien gefasst.

„Und wer mich kennt, der weiß, dass ich in jedes Spiel mit der Prämisse gehe, dieses auch zu gewinnen und nicht als Aufsteiger tiefzustapeln und zufrieden zu sein, doch nicht so hoch wie befürchtet verloren zu haben. So wird es auch in der Regionalliga aussehen. Ich möchte die Mannschaft auf Anhieb in der Spitzengruppe etablieren. Und wenn wir wirklich die meisten Spiele gewinnen sollten, habe ich auch nichts dagegen, mich über das Thema 3. Liga zu unterhalten. Für diese Philosophie habe ich zwar bei Spielern und Vereinsführung für Staunen und offene Münder gesorgt, doch das Potenzial sehe ich allemal in der Mannschaft“, freut sich Klimm über den zusammengebliebenen und punktuell verstärkten Meisterkader der abgelaufenen Spielzeit.

Ergänzt wird der Stamm durch Rückkehrer Johan Friesen auf der Mittelposition, der bereits über Regionaliga-Erfahrung verfügt, sowie Stefan Pampel, Bruder des 212-maligen Nationalspielers Christian Pampel. „Stefan ist zwar schon 43 Jahre alt, verfügt aber immer noch über enorme Fähigkeiten und vor allem Erfahrung, die wir sicherlich benötigen werden. Beide tragen zur Homogenität des Kaders aus erfahrenen Akteuren und unseren talentierten Jungspunden bei. Ziel ist es in der kommenden Spielzeit, die Jungen schnellstmöglich auf das Leistungsniveau der Routiniers zu bekommen, um bei der Anfangsaufstellung für die Dauer der Saison variabler zu werden. Denn die Serie ist mit 24 Spieltagen lang, und wir werden niemals mit derselben Sechs durchspielen können. Zudem soll keiner unersetzlich werden – das ist das große Ziel“, hat Klimm sein ehrgeiziges Vorhaben formuliert.

Dafür wird seit dem 8. Juni mit voller Kraft zuerst bis zu den Ferien und dann in der zweiten Ferienhälfte bis zum Saisonstart trainiert. „Der Saisonauftakt ist laut vorliegendem Rahmenterminplan für den 5./6. September vorgesehen“, sagt der VC-Trainer, der während der Corona-Zeit auch seine C-Lizenz-Prüfung bestanden hat.

Auch mit der zweiten Mannschaft, die ebenfalls einen bärenstarken Kader hat, will Klimm in der Landesliga die Spitze angreifen und, wenn möglich, auf Anhieb den Aufstieg in die Verbandsliga ins Visier nehmen. Routiniers wie Jan Frohne, Bernd Gurschinski und Daniel Schmidt – allesamt gestandene Regionalliga-Spieler – sollen und wollen dabei helfen.

Der Autor ist erreichbar unter(0571) 882 158 oder unterThomas.Kuehlmann@MT.de

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