Volleyball: Fiona Baker spielt dank eines Sport-Stipendiums bald in Florida Malick Volkmann Porta Westfalica. Fiona Baker lebt ihren Traum. Zumindest hat sie das ab August fest vor. Denn dann zieht die 17-Jährige in die USA, genauer gesagt nach Fort Myers, um ihr Studium am Florida SouthWestern State College zu beginnen. Baker ist in Boston geboren, ihr Vater US-Amerikaner mit bolivianischen Wurzeln, die Mutter stammt aus Porta Westfalica. Dort lebt die ganze Familie nun auch seit gut zehn Jahren. Die ganze Familie? Nicht ganz. Fiona Baker hat gerade ihr Abitur am Pascal-Gymnasium in Münster abgelegt, einem Sportgymnasium mit angeschlossenem Internat. Daher ist sie die Woche über im Münsterland und nur am Wochenende in Nammen. Nun also der noch größere Schritt: Fort Myers statt Münster oder Porta. Aber warum zieht es einen so jungen Menschen direkt nach der Schule in die Ferne? Und zwar nicht für ein Jahr „Work and Travel“, sondern fürs Studium, das mindestens zwei Jahre dauert? Die Antwort ist eher ungewöhnlich: Volleyball. „Ich spiele seit ich zehn Jahre alt bin beim 1. VC Minden. Mit dem Schulwechsel nach Münster zur zehnten Klasse haben sich da die Umstände ganz schön verändert“, berichtet Baker. In Minden wurde sie von einem Scout entdeckt und zu einem Lehrgang der Landesauswahl NRW eingeladen. Baker überzeugte als Zuspielerin, ihr Trainer empfahl ihr den Wechsel auf die münstersche Sportschule. Sie willigte ein, und plötzlich spielte der Volleyball noch eine viel größere Rolle: „Wir hatten auf dem Besselgymnasium zweimal pro Woche vormittags Training. In Münster haben wir dann dreimal in der Schule trainiert und viermal nachmittags. Dazu kamen die Spiele in der 3. Liga“, sagt Baker. Von der 3. Liga geht es jetzt aber in die USA. Über Freunde hatte sie von einer Vermittlerin zwischen jungen Talenten und den College-Coaches in den Staaten erfahren. Die Bewerbungsunterlagen wurden ausgefüllt und ein Video samt diverser Spielszenen aufgenommen. Danach trudelten ziemlich schnell die ersten Anfragen aus Übersee ein. Das Gespräch mit der Trainerin des sogenannten Junior-Teams am Florida SouthWestern State College habe Baker überzeugt, nachdem sie zuvor die Trainerin mit ihren spielerischen Fähigkeiten beeindruckt hatte. Mittlerweile ist die Tinte unter dem Vertrag trocken. Und so wird Fiona Baker am 28. Juli in ein Flugzeug steigen und ohne Familie, ohne Freunde nach Miami fliegen. Worauf freut man sich vor solch einem einschneidenden Kapitel im Lebenslauf? „Die neuen Erfahrungen, die neuen Leute und die Möglichkeit, das Studium mit dem Sport zu verbinden“, antwortet die 17-Jährige. Sie wisse zwar genau, dass Profi-Volleyball kein Vollzeit-Job ist, ihre Motivation sei aber, immer besser zu werden und so hoch zu spielen, wie möglich – egal ob in Deutschland oder in den USA. Einen entscheidenden Vorteil bietet dabei auch das Stipendium, das ihr das College verliehen hat: „Ich habe alle Anforderungen erfüllt, offenbar überzeugt und kann mit dem Stipendium jetzt quasi den ganzen Aufenthalt bezahlen.“ Für sie war die USA immer ein Traumziel, schon allein aufgrund des familiären Hintergrunds. Dass sie dann ihr Wirtschaftsstudium mit ihrem Herzenssport verbinden kann, sei „absolut klasse.“ Baker könne momentan noch nicht viel über die Zukunft sagen, sie erhofft sich aber einen längeren Verbleib in den USA: „Nach den zwei Jahren College müsste ich auf ein anderes wechseln, um auch weiter spielen zu können“, erklärt sie. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Ähnlich war es übrigens bei ihrer Mutter Bianca, die Fionas Vater Carlos ebenfalls in den USA kennenlernte – passenderweise während eines Volleyball-Stipendiums. Baker möchte die Chance unbedingt nutzen. So wie sie die Chance nutze, das Besselgymnasium zur zehnten Klasse zu verlassen, um in Münster an ihrer Volleyball-Karriere zu feilen. Nun kehrt sie aber auch ein Stückweit zu ihren Wurzeln zurück und kehrt in ihr Geburtsland zurück.

Volleyball: Fiona Baker spielt dank eines Sport-Stipendiums bald in Florida

Porta Westfalica. Fiona Baker lebt ihren Traum. Zumindest hat sie das ab August fest vor. Denn dann zieht die 17-Jährige in die USA, genauer gesagt nach Fort Myers, um ihr Studium am Florida SouthWestern State College zu beginnen. Baker ist in Boston geboren, ihr Vater US-Amerikaner mit bolivianischen Wurzeln, die Mutter stammt aus Porta Westfalica. Dort lebt die ganze Familie nun auch seit gut zehn Jahren. Die ganze Familie? Nicht ganz. Fiona Baker hat gerade ihr Abitur am Pascal-Gymnasium in Münster abgelegt, einem Sportgymnasium mit angeschlossenem Internat. Daher ist sie die Woche über im Münsterland und nur am Wochenende in Nammen. Nun also der noch größere Schritt: Fort Myers statt Münster oder Porta.

Aber warum zieht es einen so jungen Menschen direkt nach der Schule in die Ferne? Und zwar nicht für ein Jahr „Work and Travel“, sondern fürs Studium, das mindestens zwei Jahre dauert? Die Antwort ist eher ungewöhnlich: Volleyball. „Ich spiele seit ich zehn Jahre alt bin beim 1. VC Minden. Mit dem Schulwechsel nach Münster zur zehnten Klasse haben sich da die Umstände ganz schön verändert“, berichtet Baker. In Minden wurde sie von einem Scout entdeckt und zu einem Lehrgang der Landesauswahl NRW eingeladen. Baker überzeugte als Zuspielerin, ihr Trainer empfahl ihr den Wechsel auf die münstersche Sportschule. Sie willigte ein, und plötzlich spielte der Volleyball noch eine viel größere Rolle: „Wir hatten auf dem Besselgymnasium zweimal pro Woche vormittags Training. In Münster haben wir dann dreimal in der Schule trainiert und viermal nachmittags. Dazu kamen die Spiele in der 3. Liga“, sagt Baker.

Von der 3. Liga geht es jetzt aber in die USA. Über Freunde hatte sie von einer Vermittlerin zwischen jungen Talenten und den College-Coaches in den Staaten erfahren. Die Bewerbungsunterlagen wurden ausgefüllt und ein Video samt diverser Spielszenen aufgenommen. Danach trudelten ziemlich schnell die ersten Anfragen aus Übersee ein.

Das Gespräch mit der Trainerin des sogenannten Junior-Teams am Florida SouthWestern State College habe Baker überzeugt, nachdem sie zuvor die Trainerin mit ihren spielerischen Fähigkeiten beeindruckt hatte. Mittlerweile ist die Tinte unter dem Vertrag trocken. Und so wird Fiona Baker am 28. Juli in ein Flugzeug steigen und ohne Familie, ohne Freunde nach Miami fliegen. Worauf freut man sich vor solch einem einschneidenden Kapitel im Lebenslauf? „Die neuen Erfahrungen, die neuen Leute und die Möglichkeit, das Studium mit dem Sport zu verbinden“, antwortet die 17-Jährige. Sie wisse zwar genau, dass Profi-Volleyball kein Vollzeit-Job ist, ihre Motivation sei aber, immer besser zu werden und so hoch zu spielen, wie möglich – egal ob in Deutschland oder in den USA.

Einen entscheidenden Vorteil bietet dabei auch das Stipendium, das ihr das College verliehen hat: „Ich habe alle Anforderungen erfüllt, offenbar überzeugt und kann mit dem Stipendium jetzt quasi den ganzen Aufenthalt bezahlen.“ Für sie war die USA immer ein Traumziel, schon allein aufgrund des familiären Hintergrunds. Dass sie dann ihr Wirtschaftsstudium mit ihrem Herzenssport verbinden kann, sei „absolut klasse.“ Baker könne momentan noch nicht viel über die Zukunft sagen, sie erhofft sich aber einen längeren Verbleib in den USA: „Nach den zwei Jahren College müsste ich auf ein anderes wechseln, um auch weiter spielen zu können“, erklärt sie. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Ähnlich war es übrigens bei ihrer Mutter Bianca, die Fionas Vater Carlos ebenfalls in den USA kennenlernte – passenderweise während eines Volleyball-Stipendiums.

Baker möchte die Chance unbedingt nutzen. So wie sie die Chance nutze, das Besselgymnasium zur zehnten Klasse zu verlassen, um in Münster an ihrer Volleyball-Karriere zu feilen. Nun kehrt sie aber auch ein Stückweit zu ihren Wurzeln zurück und kehrt in ihr Geburtsland zurück.

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