Verwirrung um 2G-Regel im Sport - LSB hält Freitesten für möglich Marcus Riechmann Minden. Gilt im Sport wirklich die 2G-Regel? Ist für Ungeimpfte tatsächlich Schluss? Diese am Mittwoch von den Sportverbänden umgesetzte Absicht der Landesregierung wird vom Landessportbund in Frage gestellt. Der LSB hat sich die Corona-Schutzverordnung genau angesehen und in Paragraf 4/Absatz 2/Nummer 4 einen etwas anderen Inhalt ermittelt: Dem Wortlaut folgend ist neben 2G auch eine Freitestung der Sportler mit einem maximal 48 Stunden alten PCR-Test möglich. Dieses überraschende Ergebnis hat der LSB gestern an die Sportverbände übermittelt. „Es herrschte ein gewisses Durcheinander“, berichtete Dr. Christoph Niessen über die Deutungsmöglichkeiten des betreffenden Satzes in der Verordnung. „Wir haben eine rechtssichere und schriftliche Erläuterung aus der Staatskanzlei eingefordert“, berichtet der LSB-Vorstandsvorsitzende auf MT-Nachfrage. Die Kanzlei habe bestätigt: Die Freitestung per PCR-Test soll möglich sein. Diese Möglichkeit umfasse, so Niessen, sowohl den Spiel- als auch den Trainingsbetrieb. Die Auswirkungen dieser Aufweichung der strengen 2G-Regel seien aber als gering anzusehen, meint er: Sich über Wochen mit teuren PCR-Tests freizutesten, sei organisatorisch und finanziell kaum darstellbar: „Das ist praktisch für die Wenigsten umzusetzen.“ Der Westdeutsche Tischtennisverband hat diese erweiterte Option zur Teilnahme am Sport bereits gestern umgesetzt. Anders wollen es die Handballer handhaben. „Wir bleiben bis auf Weiteres bei 2G“, sagte Andreas Tiemann, Vizepräsident des Handballverbandes Westfalen gegenüber dem MT: „Wir warten zunächst auf eine abschließende Klärung.“ Die scheint notwendig, denn die Verordnung widerspricht sich an der fraglichen Stelle selbst. Sie stellt einerseits den gesamten Sport unter die 2G-Regel, um dann in der Ausnahme neben dem Profisport auch allen Athleten der im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) organisierten Verbände die PCR-Freitestung „übergangsweise“ zu erlauben. Von der Ausnahme wären Millionen mehr Sportler betroffen als von der Regel. Daher deutet nicht nur Tiemann den Wortlaut anders: Bei den Verbänden könne es sich nur um Dachverbände handeln, beim Handball also um den DHB.

Verwirrung um 2G-Regel im Sport - LSB hält Freitesten für möglich

Die 2G-Regel für den Sport steht in Frage. Für die Amateure könnte die Teilnahme an Spiel und Training auch mit einem negativen PCR-Test möglich sein. © Sebastian Külbel

Minden. Gilt im Sport wirklich die 2G-Regel? Ist für Ungeimpfte tatsächlich Schluss? Diese am Mittwoch von den Sportverbänden umgesetzte Absicht der Landesregierung wird vom Landessportbund in Frage gestellt.

Der LSB hat sich die Corona-Schutzverordnung genau angesehen und in Paragraf 4/Absatz 2/Nummer 4 einen etwas anderen Inhalt ermittelt: Dem Wortlaut folgend ist neben 2G auch eine Freitestung der Sportler mit einem maximal 48 Stunden alten PCR-Test möglich. Dieses überraschende Ergebnis hat der LSB gestern an die Sportverbände übermittelt.

„Es herrschte ein gewisses Durcheinander“, berichtete Dr. Christoph Niessen über die Deutungsmöglichkeiten des betreffenden Satzes in der Verordnung. „Wir haben eine rechtssichere und schriftliche Erläuterung aus der Staatskanzlei eingefordert“, berichtet der LSB-Vorstandsvorsitzende auf MT-Nachfrage. Die Kanzlei habe bestätigt: Die Freitestung per PCR-Test soll möglich sein. Diese Möglichkeit umfasse, so Niessen, sowohl den Spiel- als auch den Trainingsbetrieb. Die Auswirkungen dieser Aufweichung der strengen 2G-Regel seien aber als gering anzusehen, meint er: Sich über Wochen mit teuren PCR-Tests freizutesten, sei organisatorisch und finanziell kaum darstellbar: „Das ist praktisch für die Wenigsten umzusetzen.“

Der Westdeutsche Tischtennisverband hat diese erweiterte Option zur Teilnahme am Sport bereits gestern umgesetzt. Anders wollen es die Handballer handhaben. „Wir bleiben bis auf Weiteres bei 2G“, sagte Andreas Tiemann, Vizepräsident des Handballverbandes Westfalen gegenüber dem MT: „Wir warten zunächst auf eine abschließende Klärung.“

Die scheint notwendig, denn die Verordnung widerspricht sich an der fraglichen Stelle selbst. Sie stellt einerseits den gesamten Sport unter die 2G-Regel, um dann in der Ausnahme neben dem Profisport auch allen Athleten der im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) organisierten Verbände die PCR-Freitestung „übergangsweise“ zu erlauben. Von der Ausnahme wären Millionen mehr Sportler betroffen als von der Regel. Daher deutet nicht nur Tiemann den Wortlaut anders: Bei den Verbänden könne es sich nur um Dachverbände handeln, beim Handball also um den DHB.

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