Tischtennis: Es wird farbenfroh und manchen zu bunt. Darum gibt es überhaupt farbige Beläge. Michael Lorenz Minden. Der Tischtennissport soll bunter werden. Ob er es tatsächlich wird, steht noch in den Sternen. Fest steht aber bereits, dass die bisherige Farbkombination der Beläge, seit 1985 ist schwarz/rot in Stein gemeißelt, nicht mehr bindend ist. Künftig gilt: Eine Seite muss schwarz bleiben, die andere darf eine deutlich unterscheidbare Farbe haben. Die vier Farbtöne Grün, Blau, Pink und Violett stehen zur Auswahl. Ob es nun aber tatsächlich pinkfarbene Schläger-Beläge geben wird, wird sich erst in der Praxis zeigen . Heinz Nolting, Händler für Tischtennis-Artikel aus Porta Westfalica-Lohfeld, hat bereits Erfahrung mit einer Bestellung gemacht, wie er schildert: „Spielerinnen des TuS Victoria Dehme haben sich bei mir gemeldet. Sie wollten ihrer Teamkollegin den Belag, den sie derzeit in rot spielt, in pink schenken. Ich habe dann beim Hersteller Donic angerufen, und die haben mich mehr oder weniger ausgelacht. Die Dinger gibt es noch gar nicht, und ich bin skeptisch, ob es sie je geben wird. Es muss erst einmal ein Markt für pinkfarbene oder grüne Beläge erkennbar sein, damit die Beläge in bestimmten Serien produziert werden. Einen solchen Markt sehe ich noch nicht.“ Bis 1983 war vorgeschrieben, dass beide Seiten eines Tischtennisschlägers die gleiche Farbe haben müssen. Das Problem dabei war: Statt der üblichen, griffigen Beläge, waren inzwischen von der International Table-Tennis-Federation (ITTF) zugelassene Beläge auf dem Markt, die völlig stumpf waren, also keinen Effet (Schnitt) annahmen und damit völlig andere Spieleigenschaften als normale Beläge hatten. Anfang der 80er Jahre waren sogenannte Anti-Topspin-Beläge zu haben, die sich optisch und vom Klang her nicht von den griffigen „Schwammbelägen“ unterschieden. Die sogenannten „Materialspieler“ machten sich diesen Umstand zunutze, drehten den Schläger häufig, was dazu führte, dass die Gegner unerklärlich scheinende Fehler produzierten. 1983 wurde die Regel dahingehend geändert, dass die beiden Seiten unterschiedliche Farben haben mussten. Die meisten zu dieser Zeit bereits aktiven Spieler erinnern sich an kultartige Beläge wie den giftgrünen „Clipper“ oder den bahamabeige-farbenen „Stratos natur“, beide vom Hersteller Joola. Auch hier gab es aber wieder „Schwarze Schafe“ unter den Materialspielern, die auf der einen Seite eine schwarzen, und auf der anderen Seite einen kaum unterscheidbaren Belag in dunkelviolett spielten. Der Verband reagierte: 1985 wurde daher die Kombination schwarz/leuchtend rot bindend. Vom 1. Oktober an sind nun auch grüne, blaue violette und pinkfarbene Beläge neben roten als Kombination zu schwarz erlaubt. Die ITTF erhofft sich von dieser Maßnahme einen „frischen, neuen Look.“ Branchenführer Butterfly hat angekündigt, vorerst keine andersfarbigen Beläge zu produzieren, womöglich auch deshalb, weil die Firmenfarbe Magenta derzeit nicht angeboten wird. Einer der bekanntesten Spieler, die von Butterfly ausgerüstet werden, ist der aus Hameln stammende deutsche Weltklassespieler Dimtiri Ovtcharov. „Dima“ sagte zum Mühlenkreis-Vorsitzenden Harald Wiese zu diesem Thema: „Wenn das bewirken sollte, dass dadurch weltweit 100000 Mädchen mit Tischtennis anfangen, dann hätte es was gebracht. Ansonsten halte ich das für Blödsinn.“ Dazu passend ist die Meinung von Aenna Heider (16, TSV Hahlen): „Cool, ich würde sofort einen pinkfarbenen Belag ausprobieren.“ Ihr Bruder Tim (13) mag es auch andersfarbig, würde aber eher zu einem grünen Belag tendieren. Harald Wiese ist nicht nur Kreisvorsitzender, sondern auch Trainer der Heider-Geschwister. Er sagt: „Das braucht kein Mensch, wenn es aber tatsächlich Interessenten dafür gibt – warum nicht?“

Tischtennis: Es wird farbenfroh und manchen zu bunt. Darum gibt es überhaupt farbige Beläge.

Tischtennis Beläge bunter © mlorenz

Minden. Der Tischtennissport soll bunter werden. Ob er es tatsächlich wird, steht noch in den Sternen. Fest steht aber bereits, dass die bisherige Farbkombination der Beläge, seit 1985 ist schwarz/rot in Stein gemeißelt, nicht mehr bindend ist. Künftig gilt: Eine Seite muss schwarz bleiben, die andere darf eine deutlich unterscheidbare Farbe haben. Die vier Farbtöne Grün, Blau, Pink und Violett stehen zur Auswahl. Ob es nun aber tatsächlich pinkfarbene Schläger-Beläge geben wird, wird sich erst in der Praxis zeigen .

Heinz Nolting, Händler für Tischtennis-Artikel aus Porta Westfalica-Lohfeld, hat bereits Erfahrung mit einer Bestellung gemacht, wie er schildert: „Spielerinnen des TuS Victoria Dehme haben sich bei mir gemeldet. Sie wollten ihrer Teamkollegin den Belag, den sie derzeit in rot spielt, in pink schenken. Ich habe dann beim Hersteller Donic angerufen, und die haben mich mehr oder weniger ausgelacht. Die Dinger gibt es noch gar nicht, und ich bin skeptisch, ob es sie je geben wird. Es muss erst einmal ein Markt für pinkfarbene oder grüne Beläge erkennbar sein, damit die Beläge in bestimmten Serien produziert werden. Einen solchen Markt sehe ich noch nicht.“

Bis 1983 war vorgeschrieben, dass beide Seiten eines Tischtennisschlägers die gleiche Farbe haben müssen. Das Problem dabei war: Statt der üblichen, griffigen Beläge, waren inzwischen von der International Table-Tennis-Federation (ITTF) zugelassene Beläge auf dem Markt, die völlig stumpf waren, also keinen Effet (Schnitt) annahmen und damit völlig andere Spieleigenschaften als normale Beläge hatten. Anfang der 80er Jahre waren sogenannte Anti-Topspin-Beläge zu haben, die sich optisch und vom Klang her nicht von den griffigen „Schwammbelägen“ unterschieden. Die sogenannten „Materialspieler“ machten sich diesen Umstand zunutze, drehten den Schläger häufig, was dazu führte, dass die Gegner unerklärlich scheinende Fehler produzierten. 1983 wurde die Regel dahingehend geändert, dass die beiden Seiten unterschiedliche Farben haben mussten. Die meisten zu dieser Zeit bereits aktiven Spieler erinnern sich an kultartige Beläge wie den giftgrünen „Clipper“ oder den bahamabeige-farbenen „Stratos natur“, beide vom Hersteller Joola.

Auch hier gab es aber wieder „Schwarze Schafe“ unter den Materialspielern, die auf der einen Seite eine schwarzen, und auf der anderen Seite einen kaum unterscheidbaren Belag in dunkelviolett spielten. Der Verband reagierte: 1985 wurde daher die Kombination schwarz/leuchtend rot bindend.

Vom 1. Oktober an sind nun auch grüne, blaue violette und pinkfarbene Beläge neben roten als Kombination zu schwarz erlaubt. Die ITTF erhofft sich von dieser Maßnahme einen „frischen, neuen Look.“

Branchenführer Butterfly hat angekündigt, vorerst keine andersfarbigen Beläge zu produzieren, womöglich auch deshalb, weil die Firmenfarbe Magenta derzeit nicht angeboten wird. Einer der bekanntesten Spieler, die von Butterfly ausgerüstet werden, ist der aus Hameln stammende deutsche Weltklassespieler Dimtiri Ovtcharov.

„Dima“ sagte zum Mühlenkreis-Vorsitzenden Harald Wiese zu diesem Thema: „Wenn das bewirken sollte, dass dadurch weltweit 100000 Mädchen mit Tischtennis anfangen, dann hätte es was gebracht. Ansonsten halte ich das für Blödsinn.“ Dazu passend ist die Meinung von Aenna Heider (16, TSV Hahlen): „Cool, ich würde sofort einen pinkfarbenen Belag ausprobieren.“ Ihr Bruder Tim (13) mag es auch andersfarbig, würde aber eher zu einem grünen Belag tendieren. Harald Wiese ist nicht nur Kreisvorsitzender, sondern auch Trainer der Heider-Geschwister. Er sagt: „Das braucht kein Mensch, wenn es aber tatsächlich Interessenten dafür gibt – warum nicht?“

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