Sport-Rückblicke: Mindenern Silke Carstensen wurde vor 30 Jahren DM-Zweite im Vierer-Kajak Michael Lorenz Minden. Vor 30 Jahren gewann die Mindenerin Silke Carstensen bei den ersten gesamtdeutschen Meisterschaften im Kanurennsport die Silbermedaille im Vierer-Kajak. Auf der Außenalster in Hamburg setzte sich das Boot der Rennsportgemeinschaft Minden-Hannover hauchdünn vor der Konkurrenz aus Potsdam durch. Das Siegerteam aus Berlin-Grünau war bereits weit einteilt. „Wir waren sicher, dass es nur zu Platz drei gereicht hat“, blickt Silke Colaris, wie sie heute heißt, zurück, „umso größer war die Freude über Silber.“ Eigentlich waren die damals 18-Jährige und ihre Mitstreiterinnen bereits für die Weltmeisterschaft in Wien nominiert worden. „Dann kam die Wiedervereinigung dazwischen, und die Sportlerinnen aus der ehemaligen DDR haben die WM-Startplätze erhalten. Das war zwar bitter, aber verständlich. Die waren bärenstark und haben auch bei der WM fast alles gewonnen“, sagt Silke Colaris. Bei aller Konkurrenz verstanden sich die Kanutinnen aus Ost und West gut, wie die Silbermedaillengewinnerin sich erinnert: „Wir sind ins Trainingslager gefahren und haben uns erstmal gegenseitig beschnuppert. Aber es hat gepasst.“ Rückblende: Die Eltern von Silke Carstensen betrieben einst das bekannte Mindener Restaurant „Haus Carstensen“ an der Stiftsallee. Silke Colaris erinnert sich: „Da kam der Student Achim Riemekasten immer zum Kaffeetrinken hin“. Riemekasten prägt die Mindener Kanuszene bis heute. Da ihre ältere Schwester bereits Kanutin war, war der Weg von Silke Carstensen vorgezeichnet. Sie war im MTV Minden aktiv, wechselte nach Bramsche in die A-Jugend, fuhr für die HSG Holzheim und wechselte anschließend nach Limmer. Nach der Kanu-Laufbahn spielte sie Volleyball beim 1. VC Minden. „In der Oberliga habe ich gespielt, in der Regionalliga aber ehrlich gesagt mehr gesessen.“ Ihre berufliche Karriere nahm wechselvolle Wendungen, die sich schließlich zu ihrer Bestimmung führte. Das „Haus Carstensen“ zu übernehmen, war keine Option. „Dazu muss man geboren sein, und das bin ich nicht“, sagt sie lachend. Sie studierte an der Sportuni in Köln, aber das war nicht ganz das richtige. „Das Studium war gut, aber die Stadt war mit einfach zu groß, ich hatte Heimweh.“ Sie begann in Gießen ein Studium der Human-Medizin. „Mein Kopf sagte mir Human-, aber das Herz Tiermedizin. Ich habe früher schon jeden toten Vogel mitgenommen und ihn im Garten bestattet.“ Heute arbeitet Silke Colaris als Tierärztin in Minden.

Sport-Rückblicke: Mindenern Silke Carstensen wurde vor 30 Jahren DM-Zweite im Vierer-Kajak

Silke Colaris mit ihrer Silbermedaille. Foto: Lorenz © n

Minden. Vor 30 Jahren gewann die Mindenerin Silke Carstensen bei den ersten gesamtdeutschen Meisterschaften im Kanurennsport die Silbermedaille im Vierer-Kajak. Auf der Außenalster in Hamburg setzte sich das Boot der Rennsportgemeinschaft Minden-Hannover hauchdünn vor der Konkurrenz aus Potsdam durch. Das Siegerteam aus Berlin-Grünau war bereits weit einteilt. „Wir waren sicher, dass es nur zu Platz drei gereicht hat“, blickt Silke Colaris, wie sie heute heißt, zurück, „umso größer war die Freude über Silber.“

Eigentlich waren die damals 18-Jährige und ihre Mitstreiterinnen bereits für die Weltmeisterschaft in Wien nominiert worden. „Dann kam die Wiedervereinigung dazwischen, und die Sportlerinnen aus der ehemaligen DDR haben die WM-Startplätze erhalten. Das war zwar bitter, aber verständlich. Die waren bärenstark und haben auch bei der WM fast alles gewonnen“, sagt Silke Colaris.

Bei aller Konkurrenz verstanden sich die Kanutinnen aus Ost und West gut, wie die Silbermedaillengewinnerin sich erinnert: „Wir sind ins Trainingslager gefahren und haben uns erstmal gegenseitig beschnuppert. Aber es hat gepasst.“

Rückblende: Die Eltern von Silke Carstensen betrieben einst das bekannte Mindener Restaurant „Haus Carstensen“ an der Stiftsallee. Silke Colaris erinnert sich: „Da kam der Student Achim Riemekasten immer zum Kaffeetrinken hin“. Riemekasten prägt die Mindener Kanuszene bis heute. Da ihre ältere Schwester bereits Kanutin war, war der Weg von Silke Carstensen vorgezeichnet. Sie war im MTV Minden aktiv, wechselte nach Bramsche in die A-Jugend, fuhr für die HSG Holzheim und wechselte anschließend nach Limmer. Nach der Kanu-Laufbahn spielte sie Volleyball beim 1. VC Minden. „In der Oberliga habe ich gespielt, in der Regionalliga aber ehrlich gesagt mehr gesessen.“

Ihre berufliche Karriere nahm wechselvolle Wendungen, die sich schließlich zu ihrer Bestimmung führte. Das „Haus Carstensen“ zu übernehmen, war keine Option. „Dazu muss man geboren sein, und das bin ich nicht“, sagt sie lachend. Sie studierte an der Sportuni in Köln, aber das war nicht ganz das richtige. „Das Studium war gut, aber die Stadt war mit einfach zu groß, ich hatte Heimweh.“ Sie begann in Gießen ein Studium der Human-Medizin. „Mein Kopf sagte mir Human-, aber das Herz Tiermedizin. Ich habe früher schon jeden toten Vogel mitgenommen und ihn im Garten bestattet.“ Heute arbeitet Silke Colaris als Tierärztin in Minden.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Sportmix