Pferdesport: „Ein Turnier ist nicht unmöglich“ - Minden-Lübbecker RSG zieht positive Bilanz Sonja Rohlfing Petershagen. Der Turnierplatz der Minden-Lübbecker Reitsportgemeinschaft erwies sich als guter Boden für Sebastian Holtgräve-Osthues. Der routinierte Pokalsammler vom RFV Graf Sporck Delbrück gewann auf der Pferdesportanlage in Bierde-Stehbrink beide S*-Springen. Mit 26 Prüfungen auf zwei Plätzen an drei Tagen war das Turnier das bislang größte dieses Sommers im Kreis Minden-Lübbecke. Mit einer couragierten und fehlerfreien Runde beeindruckten Holtgräve-Osthues und die Holsteiner Schimmelstute Carpigiana die Jury als fünftes Starterpaar im abschließenden S*-Springen. Die beiden hatten zuvor schon das M**-Springen für sich entschieden und flogen geradezu über die Hindernisse. Das bestätigte die Stoppuhr, die bei 51,98 Sekunden anhielt. Daran kratzte nur Friederike Eggersmann als letzte Starterin. Die 23-Jährige aus Porta Westfalica, die für den RVV Bad Oeynhausen startet, benötigte auf DSP Calotta 53,17 Sekunden in der als Punktespringen ausgeschriebenen Prüfung der schweren Klasse. Holtgräve-Osthues hatte schon am Vortag auf dem Westfalen Eldorado im S*-Springen mit Stechen niemanden an sich vorbeiziehen lassen. Hinter Christopher Bartels (TG Burgwedel) auf Chardonnier holte Jan Lösche vom RV Herzog Wittekind Oberbauerschaft auf dem Holsteiner Nashville Rang drei in den Mühlenkreis. In der höchsten Dressurprüfung verhinderte ein Zehntelpunkt einen Sieg für Minden-Lübbecke. Ute Fisser-Hülsmeier vom RFV Hille auf Frida Gold musste so in der M*-Dressur Christina Fischer (Deister RFV St. Georg Barsinghausen) auf Carlotta den Vortritt lassen. Bei ihrem ersten Turnier unter Corona-Bedingungen hatte sich die Minden-Lübbecker RSG einiges vorgenommen. „Wir wollten für alle Reiter im Kreis etwas machen“, betonte Turnierleiter Fabian Meyer: „Deswegen haben wir von der Klasse E bis S alles ausgeschrieben wie jedes Jahr“. Nur der WBO-Bereich sei mit nur einem Stilspringwettbewerb kleiner ausgefallen, erläuterte der 25-Jährige. „Die Nachfrage ist da, die Reiter wollen zum Turnier“, stellte der Vorsitzende des mit rund 80 Mitgliedern eher kleinen Vereins fest. Mehr als 1.300 Nennungen gaben der RSG Recht. Eingereiht in die Starterfelder hatten sich große Namen wie Spitzen-Vielseitigkeitsreiter Andreas Dibowski. „Toll, was der Verein auf die Beine gestellt hat. Das Turnier ist ganz liebevoll organisiert und bietet perfekte Bedingungen in Dressur und Springen“, lobte die Kreisvorsitzende Ute Fisser-Hülsmeier. Vor allem für das breite Spektrum an Prüfungen zollte sie dem Veranstalter Respekt. „Es ist wichtig, dass auch der Nachwuchs wieder ans Turnierreiten kommt.“ Für diese Gruppe habe es bisher kaum Startmöglichkeiten gegeben. „Viele haben gesagt, dass wir mutig sind“, berichtete Fabian Meyer. „Ja, vielleicht. Es geht uns aber um den Sport“, unterstrich der Pferdewirt und ermunterte andere Vereine: „Ein Turnier ist nicht unmöglich. Man sollte zielstrebig, aber auch kompromissbereit gegenüber den Ordnungsbehörden sein.“ Sicherlich zögen die Auflagen sehr viel Zettelwirtschaft und Mehraufwand nach sich. Zutritt hatten neben den Aktiven nur geladene Gäste. „Wir müssen alle vorsichtig sein. Corona ist noch da“, zeigte er Verständnis. „Unseren Sponsoren haben wir offen gelassen, ob und was sie leisten können.“ Auch dank der fleißigen Helfer seien die Kosten niedrig gehalten worden. Turnier in Stehbrink, Ergebnisauswahl Punktespringprüfung Kl. S*: 1. Sebastian Holtgräve-Osthues (RFV Graf Sporck Delbrück) auf Carpigiana 65/51.98; 2. Friedericke Eggersmann (RVV Bad Oeynhausen) auf DSP Calotta 65/53.17; 3. Vanessa Maubach (RFV Cherusker) auf Cause I’m Cool – 65/56.99. Springprüfung Kl. S* m. St.: 1. Sebastian Holtgräve-Osthues (RFV Graf Sporck Delbrück) auf Eldorado 0/41.06; 2. Christopher Bartels (TG Burgwedel) auf Chardonnier 0/42.46; 3. Jan Lösche (RV Herzog Wittekind Oberbauerschaft) auf Nashville 0/44.42. Springprüfung Kl. M*, 2. Abteilung: 1. Paul Bergen (1. Vehlager ZRFV) auf Sundance 0/57.61; 2. Jan Lösche (RV Wittekind Oberbauerschaft) auf Nashville 0/61.88; 3. Imke Harms (TG Poggenhagen) auf Simbayo Boy 0/62.36. Springpferdeprüfung Kl. M*: 1. Melanie Hoffmann (RFV von Bismarck Exter) auf Chilia 8.5; 2. Jan Lösche (RV herzog Wittekind Oberbauerschaft) auf Cronus 8.3; 3. Rainer Steege (RZFV Stadthagen) auf Corlana 8.1. Dressurprüfung Kl. M*: 1. Christina Fischer (Deister RFV St. Georg Barsinghausen) auf Carlotta 7.8; 2. Ute Fisser-Hülsmeier (RFV Hille) auf Frida Gold 7.7; 3. Silke Müller (RFV Diek-Bassum) auf Alabaster’s As 7.6. Dressurprüfung Kl. L* - Trense, 1. Abteilung: 1. Carina-Chiara Flöttmann (RV Helleforth) auf Escalino 7.8; 2. Lena Drawe (RV Lippische Rose Oerlinghausen) auf Negrito 7.3; 3. Annika von Behren (RFZV Ovenstädt) auf Timms Lucky Linn 7.2. - 2. Abteilung: 1. Jolina Schmidt (RFV von Derffliner Schwarzenmoor) auf Bella Deluxe 7.9; 2. Carina Kraft (RFV von Bismarck Exter) auf Unglaublicher Udo 7.8; 3. Lara Christmann (RFV Hille) auf Sambucca 7.6. Alle Ergebnisse unter: www.equi-score.de

Pferdesport: „Ein Turnier ist nicht unmöglich“ - Minden-Lübbecker RSG zieht positive Bilanz

Friederike Eggersmann (RVV Bad Oeynhausen) holte auf Calotta Platz zwei im abschließenden Punkte-S*-Springen. © Foto: Sonja Rohlfing

Petershagen. Der Turnierplatz der Minden-Lübbecker Reitsportgemeinschaft erwies sich als guter Boden für Sebastian Holtgräve-Osthues. Der routinierte Pokalsammler vom RFV Graf Sporck Delbrück gewann auf der Pferdesportanlage in Bierde-Stehbrink beide S*-Springen. Mit 26 Prüfungen auf zwei Plätzen an drei Tagen war das Turnier das bislang größte dieses Sommers im Kreis Minden-Lübbecke.

Mit einer couragierten und fehlerfreien Runde beeindruckten Holtgräve-Osthues und die Holsteiner Schimmelstute Carpigiana die Jury als fünftes Starterpaar im abschließenden S*-Springen. Die beiden hatten zuvor schon das M**-Springen für sich entschieden und flogen geradezu über die Hindernisse. Das bestätigte die Stoppuhr, die bei 51,98 Sekunden anhielt. Daran kratzte nur Friederike Eggersmann als letzte Starterin. Die 23-Jährige aus Porta Westfalica, die für den RVV Bad Oeynhausen startet, benötigte auf DSP Calotta 53,17 Sekunden in der als Punktespringen ausgeschriebenen Prüfung der schweren Klasse.

Bei den Dressurprüfungen in der Reithalle zählte Lara Christmann vom RFV Hille zu den Vielstartern. - © Foto: Sonja Rohlfing
Bei den Dressurprüfungen in der Reithalle zählte Lara Christmann vom RFV Hille zu den Vielstartern. - © Foto: Sonja Rohlfing

Holtgräve-Osthues hatte schon am Vortag auf dem Westfalen Eldorado im S*-Springen mit Stechen niemanden an sich vorbeiziehen lassen. Hinter Christopher Bartels (TG Burgwedel) auf Chardonnier holte Jan Lösche vom RV Herzog Wittekind Oberbauerschaft auf dem Holsteiner Nashville Rang drei in den Mühlenkreis. In der höchsten Dressurprüfung verhinderte ein Zehntelpunkt einen Sieg für Minden-Lübbecke. Ute Fisser-Hülsmeier vom RFV Hille auf Frida Gold musste so in der M*-Dressur Christina Fischer (Deister RFV St. Georg Barsinghausen) auf Carlotta den Vortritt lassen.

Bei ihrem ersten Turnier unter Corona-Bedingungen hatte sich die Minden-Lübbecker RSG einiges vorgenommen. „Wir wollten für alle Reiter im Kreis etwas machen“, betonte Turnierleiter Fabian Meyer: „Deswegen haben wir von der Klasse E bis S alles ausgeschrieben wie jedes Jahr“. Nur der WBO-Bereich sei mit nur einem Stilspringwettbewerb kleiner ausgefallen, erläuterte der 25-Jährige. „Die Nachfrage ist da, die Reiter wollen zum Turnier“, stellte der Vorsitzende des mit rund 80 Mitgliedern eher kleinen Vereins fest. Mehr als 1.300 Nennungen gaben der RSG Recht. Eingereiht in die Starterfelder hatten sich große Namen wie Spitzen-Vielseitigkeitsreiter Andreas Dibowski.

„Toll, was der Verein auf die Beine gestellt hat. Das Turnier ist ganz liebevoll organisiert und bietet perfekte Bedingungen in Dressur und Springen“, lobte die Kreisvorsitzende Ute Fisser-Hülsmeier. Vor allem für das breite Spektrum an Prüfungen zollte sie dem Veranstalter Respekt. „Es ist wichtig, dass auch der Nachwuchs wieder ans Turnierreiten kommt.“ Für diese Gruppe habe es bisher kaum Startmöglichkeiten gegeben.

„Viele haben gesagt, dass wir mutig sind“, berichtete Fabian Meyer. „Ja, vielleicht. Es geht uns aber um den Sport“, unterstrich der Pferdewirt und ermunterte andere Vereine: „Ein Turnier ist nicht unmöglich. Man sollte zielstrebig, aber auch kompromissbereit gegenüber den Ordnungsbehörden sein.“ Sicherlich zögen die Auflagen sehr viel Zettelwirtschaft und Mehraufwand nach sich. Zutritt hatten neben den Aktiven nur geladene Gäste. „Wir müssen alle vorsichtig sein. Corona ist noch da“, zeigte er Verständnis. „Unseren Sponsoren haben wir offen gelassen, ob und was sie leisten können.“ Auch dank der fleißigen Helfer seien die Kosten niedrig gehalten worden.

Turnier in Stehbrink, Ergebnisauswahl

Punktespringprüfung Kl. S*: 1. Sebastian Holtgräve-Osthues (RFV Graf Sporck Delbrück) auf Carpigiana 65/51.98; 2. Friedericke Eggersmann (RVV Bad Oeynhausen) auf DSP Calotta 65/53.17; 3. Vanessa Maubach (RFV Cherusker) auf Cause I’m Cool – 65/56.99.

Springprüfung Kl. S* m. St.: 1. Sebastian Holtgräve-Osthues (RFV Graf Sporck Delbrück) auf Eldorado 0/41.06; 2. Christopher Bartels (TG Burgwedel) auf Chardonnier 0/42.46; 3. Jan Lösche (RV Herzog Wittekind Oberbauerschaft) auf Nashville 0/44.42.

Springprüfung Kl. M*, 2. Abteilung: 1. Paul Bergen (1. Vehlager ZRFV) auf Sundance 0/57.61; 2. Jan Lösche (RV Wittekind Oberbauerschaft) auf Nashville 0/61.88; 3. Imke Harms (TG Poggenhagen) auf Simbayo Boy 0/62.36.

Springpferdeprüfung Kl. M*: 1. Melanie Hoffmann (RFV von Bismarck Exter) auf Chilia 8.5; 2. Jan Lösche (RV herzog Wittekind Oberbauerschaft) auf Cronus 8.3; 3. Rainer Steege (RZFV Stadthagen) auf Corlana 8.1.

Dressurprüfung Kl. M*: 1. Christina Fischer (Deister RFV St. Georg Barsinghausen) auf Carlotta 7.8; 2. Ute Fisser-Hülsmeier (RFV Hille) auf Frida Gold 7.7; 3. Silke Müller (RFV Diek-Bassum) auf Alabaster’s As 7.6.

Dressurprüfung Kl. L* - Trense, 1. Abteilung: 1. Carina-Chiara Flöttmann (RV Helleforth) auf Escalino 7.8; 2. Lena Drawe (RV Lippische Rose Oerlinghausen) auf Negrito 7.3; 3. Annika von Behren (RFZV Ovenstädt) auf Timms Lucky Linn 7.2. - 2. Abteilung: 1. Jolina Schmidt (RFV von Derffliner Schwarzenmoor) auf Bella Deluxe 7.9; 2. Carina Kraft (RFV von Bismarck Exter) auf Unglaublicher Udo 7.8; 3. Lara Christmann (RFV Hille) auf Sambucca 7.6.

Alle Ergebnisse unter: www.equi-score.de

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Sportmix