Nur die Jury schaut zu: Die Reiter können dem Dressurturnier in Ovenstädt durchaus etwas abgewinnen Sonja Rohlfing Petershagen. Zwei Tage Dressursport von Klasse A bis L lockte die Pferdesportler der Region in die Ovenstädter Reithalle. Mit einem reinen Dressurturnier wagte sich der RZFV Ovenstädt als zweiter Verein im Mühlenkreis an eine Veranstaltung unter Corona-Bedingungen. Dabei ist der RZFV Oven-städt eigentlich eher für seine Springreiter bekannt. „Wenn keiner was macht, kommt der Turniersport nicht wieder in Gang“, verdeutlichte Turnierleiterin Corinna Nordhorn den Antrieb des Klubs zur Ausrichtung des Wettbewerbs. „Gerade die ländlichen Dressurreiter haben uns zurückgemeldet, für sie gebe es derzeit nichts. Darum haben wir uns entschieden, ein Dressurturnier zu versuchen.“ Komplettes Neuland war das für den Verein, der in diesem Jahr 50. Geburtstag feiert, nicht. 2017 haben die Ovenstädter für die Kreismeisterschaften in Dressur und Springen viel Lob bekommen. „Die Bedingungen hier sind super“, lobt jetzt auch Lisa-Marie Böttcher vom RFV Friedewalde. „Jeder bekommt eine Startzeit. Es wird gut darauf geachtet, dass sich die Teilnehmer nicht zu nah kommen.“ Wie sie sich seit März motiviert hat? „Mit einem Alternativprogramm. Ich bin gesprungen und war viel im Gelände“, sagt die amtierende Kreismeisterin in der Dressur. „Ich bin jetzt eine Leistungsklasse höher. Da hatte ich reichlich Zeit, die neuen Anforderungen zu üben“, sagt die Reiterin und lobt ihren Wescado. Dabei war der 16-jährige Hannoveraner mal Fahrpferd. Züchter Christof Weihe hat ihn ausgebildet. „Er ist vom Kutschpferd bis zur L-Dressur aufgestiegen“, freut sich Lisa-Marie Böttcher. Auch Theresa Möller vom RV Holzhausen-Heddinghausen stellte sich mit Percy erstmals seit März wieder einem Juryurteil. Sie habe während der Corona-Ruhephase das gute Wetter ausgenutzt und sei viel draußen geritten. „Am Anfang durfte man ja nicht einmal trainieren, sondern die Pferde im Rahmen der sogenannten Notversorgung nur bewegen. Da war es schwer, sich zu motivieren, jeden Tag weiter zu reiten“, räumt die Pferdesportlerin ein. Der Turniersport fühlt sich für sie noch ungewohnt an. „Ohne Zuschauer und dass außer einem Begleiter pro Pferd niemand mitkommen darf, ist schade“, findet Theresa Möller. Zum Wiederreinkommen in den Sport sei so ein Turnier aber gut. In allen Dressurprüfungen starteten die Teilnehmer einzeln. „Sonst werden gerade A-Dressuren oft zu viert geritten. So haben wir viel mehr Zeit für einen ausführlichen mündlichen Kommentar für jeden Einzelnen“, verdeutlicht Richterin Nadin Henke. Die Platzierungsreihenfolge erfuhren die Reiter im Nachhinein aus dem Internet. „Das es keine Siegerehrungen und Platzierungen gibt, können alle direkt wieder fahren.“ Durchaus ein Vorteil, findet Corinna Nordhorn. Mit dem Nennungsergebnis und der Starterfüllung ist die Turnierleiterin sehr zufrieden. „Es ist ein sehr entspanntes Turnier.“ Alles Organisatorische – von Anmelden bis Abrechnung – wird online oder telefonisch mit den Reitern abgewickelt. „Die Leute sind sehr diszipliniert und halten sich an die Regeln. Alle freuen sich, dass sie wieder losfahren dürfen“, beobachtet Corinna Nordhorn. Ein bisschen bang war der Turnierleiterin im Vorfeld doch. „Wir hatten Angst, dass wegen des Corona-Ausbruchs bei Tönnies im Kreis Gütersloh doch noch was zu uns rüberkommt und wir hätten absagen müssen.“ Die vorhergesagten Gewitter nahm Corinna Nordhorn hingegen entspannt. „Was kommt, das kommt“, sagt die Oven-städterin. Beste heimische Starterin war Neele Stahn vom Mindener Reitverein. Sie gewann auf Champion of my heart mit 7.8 Punkten die Dressur Klasse L mit Trense vor Lisa-Marie Böttcher auf Wescado (7,6/Platz zwei). Platz fünf belegte vom gastgebenden Verein Larissa Knau auf der Oldenburger Stute Peppina. In der Dressurprüfung Klasse A* teilten sich zwei heimische Starterinnen mit jeweils 7,4 Punkten den dritten Platz: Annelene Düker (RFV Hille) auf Casanova und Hanna Grieser (Mindener Reitverein) auf Kenn Du Mi. Die Holzhauserin Theresa Möller kam auf Percy in der A**-Prüfung auf den zweiten Platz.

Nur die Jury schaut zu: Die Reiter können dem Dressurturnier in Ovenstädt durchaus etwas abgewinnen

Entspannte Jury: Die Richterinnen Alke Lohmann (Ahnsen) und Nadin Henke (Stemwede) nahmen sich in der Ovenstädter Reithalle viel Zeit für jede Bewertung. Fotos: Sonja Rohlfing

Petershagen. Zwei Tage Dressursport von Klasse A bis L lockte die Pferdesportler der Region in die Ovenstädter Reithalle. Mit einem reinen Dressurturnier wagte sich der RZFV Ovenstädt als zweiter Verein im Mühlenkreis an eine Veranstaltung unter Corona-Bedingungen. Dabei ist der RZFV Oven-städt eigentlich eher für seine Springreiter bekannt.

„Wenn keiner was macht, kommt der Turniersport nicht wieder in Gang“, verdeutlichte Turnierleiterin Corinna Nordhorn den Antrieb des Klubs zur Ausrichtung des Wettbewerbs. „Gerade die ländlichen Dressurreiter haben uns zurückgemeldet, für sie gebe es derzeit nichts. Darum haben wir uns entschieden, ein Dressurturnier zu versuchen.“ Komplettes Neuland war das für den Verein, der in diesem Jahr 50. Geburtstag feiert, nicht. 2017 haben die Ovenstädter für die Kreismeisterschaften in Dressur und Springen viel Lob bekommen.

Die Ovenstädterin Larissa Knau kam auf der Oldenburger Stute Peppina auf Rang fünf in der Trensen-L-Dressur.
Die Ovenstädterin Larissa Knau kam auf der Oldenburger Stute Peppina auf Rang fünf in der Trensen-L-Dressur.

„Die Bedingungen hier sind super“, lobt jetzt auch Lisa-Marie Böttcher vom RFV Friedewalde. „Jeder bekommt eine Startzeit. Es wird gut darauf geachtet, dass sich die Teilnehmer nicht zu nah kommen.“ Wie sie sich seit März motiviert hat? „Mit einem Alternativprogramm. Ich bin gesprungen und war viel im Gelände“, sagt die amtierende Kreismeisterin in der Dressur. „Ich bin jetzt eine Leistungsklasse höher. Da hatte ich reichlich Zeit, die neuen Anforderungen zu üben“, sagt die Reiterin und lobt ihren Wescado. Dabei war der 16-jährige Hannoveraner mal Fahrpferd. Züchter Christof Weihe hat ihn ausgebildet. „Er ist vom Kutschpferd bis zur L-Dressur aufgestiegen“, freut sich Lisa-Marie Böttcher.

Lisa-Marie Böttcher vom RFV Friedewalde erreichte auf Wescado in der L-Dressur auf Trense geritten Platz zwei.
Lisa-Marie Böttcher vom RFV Friedewalde erreichte auf Wescado in der L-Dressur auf Trense geritten Platz zwei.

Auch Theresa Möller vom RV Holzhausen-Heddinghausen stellte sich mit Percy erstmals seit März wieder einem Juryurteil. Sie habe während der Corona-Ruhephase das gute Wetter ausgenutzt und sei viel draußen geritten. „Am Anfang durfte man ja nicht einmal trainieren, sondern die Pferde im Rahmen der sogenannten Notversorgung nur bewegen. Da war es schwer, sich zu motivieren, jeden Tag weiter zu reiten“, räumt die Pferdesportlerin ein. Der Turniersport fühlt sich für sie noch ungewohnt an. „Ohne Zuschauer und dass außer einem Begleiter pro Pferd niemand mitkommen darf, ist schade“, findet Theresa Möller. Zum Wiederreinkommen in den Sport sei so ein Turnier aber gut.

In allen Dressurprüfungen starteten die Teilnehmer einzeln. „Sonst werden gerade A-Dressuren oft zu viert geritten. So haben wir viel mehr Zeit für einen ausführlichen mündlichen Kommentar für jeden Einzelnen“, verdeutlicht Richterin Nadin Henke. Die Platzierungsreihenfolge erfuhren die Reiter im Nachhinein aus dem Internet. „Das es keine Siegerehrungen und Platzierungen gibt, können alle direkt wieder fahren.“ Durchaus ein Vorteil, findet Corinna Nordhorn.

Mit dem Nennungsergebnis und der Starterfüllung ist die Turnierleiterin sehr zufrieden. „Es ist ein sehr entspanntes Turnier.“ Alles Organisatorische – von Anmelden bis Abrechnung – wird online oder telefonisch mit den Reitern abgewickelt. „Die Leute sind sehr diszipliniert und halten sich an die Regeln. Alle freuen sich, dass sie wieder losfahren dürfen“, beobachtet Corinna Nordhorn.

Ein bisschen bang war der Turnierleiterin im Vorfeld doch. „Wir hatten Angst, dass wegen des Corona-Ausbruchs bei Tönnies im Kreis Gütersloh doch noch was zu uns rüberkommt und wir hätten absagen müssen.“ Die vorhergesagten Gewitter nahm Corinna Nordhorn hingegen entspannt. „Was kommt, das kommt“, sagt die Oven-städterin.

Beste heimische Starterin war Neele Stahn vom Mindener Reitverein. Sie gewann auf Champion of my heart mit 7.8 Punkten die Dressur Klasse L mit Trense vor Lisa-Marie Böttcher auf Wescado (7,6/Platz zwei). Platz fünf belegte vom gastgebenden Verein Larissa Knau auf der Oldenburger Stute Peppina. In der Dressurprüfung Klasse A* teilten sich zwei heimische Starterinnen mit jeweils 7,4 Punkten den dritten Platz: Annelene Düker (RFV Hille) auf Casanova und Hanna Grieser (Mindener Reitverein) auf Kenn Du Mi. Die Holzhauserin Theresa Möller kam auf Percy in der A**-Prüfung auf den zweiten Platz.

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