Noch kein nachhaltiger Schaden - Mindens Vereinen geht es in der Pandemie besser als gedacht Marcus Riechmann Minden. Wie geht es dir? Diese Frage stellten die Stadtverwaltung Minden und der Stadtsportverband den heimischen Sportvereinen. Die Rückmeldungen, die jüngst im Sportausschuss vorgestellt wurden, vermitteln den Eindruck: Es geht den Vereinen in der Corona-Lage besser als gedacht. Angeregt von der heimischen Politik hatte das Sportbüro einen Fragebogen an die Vorstände von 113 Mindener Vereinen versendet, um in der Pandemie die Situation und den Bedarf an Unterstützung zu ermitteln. Weil die Ergebnisse der Vorbereitung einer Ratssitzung dienen sollten, war die Rücklaufzeit kurz und die Beteiligung mit 28 geringer als erhofft. Daher wurde die Umfrage bis Ende März verlängert, vier weitere Klubs beteiligten sich. 32 Rückläufer stellten Guido Höltke nur bedingt zufrieden. „Ich hätte mir gewünscht, dass noch mehr Vereine die Chance genutzt hätten, um die Sorgen und Nöte noch besser abzubilden“, kommentierte der Vorsitzende des Stadtsportverbandes Minden. Verschiedene Erkenntnisse ließen sich aber auch aus den 32 Antworten gewinnen. Ein zentraler Punkt: Die Pandemie hat die Vereine noch nicht nachhaltig geschädigt. So ist die Zahl der Mitglieder recht stabil, auch die Finanzen haben bei vielen Klubs nach einem Jahr Corona noch keine größeren Schäden erlitten. Allerdings beschreiben rund 20 Prozent der Vereinsvorstände Sorgen bei der Bindung und Neugewinnung von Sponsoren – schließlich trifft die Pandemie auch die Förderer aus der Wirtschaft. Weggebrochene Einnahmen, vor allem aus Eintrittsgeldern oder dem Catering bei den Veranstaltungen, wurden in vielen Fällen aufgewogen, da sich ohne Sportbetrieb oft auch die Kosten reduzierten. Wirtschaftliche Schwierigkeiten dürften vor allem bei denjenigen Vereinen auftreten, die laufende Kosten bestreiten müssen wie etwa über Gehälter oder Zahlungsverpflichtungen aus Eigentum, Pacht oder Miete. Als bemerkenswert hebt Höltke einen Aspekt hervor: Lediglich ein Verein hat aufgrund von Corona-Problemen einen Antrag auf Soforthilfe beim Land NRW gestellt. Als Grund vermutet er: Vereine müssen zunächst ihre Rücklagen aufbrauchen, ehe sie überhaupt Anspruch auf Nothilfen haben. Negativ bewertet wurde vor allem ein Punkt, der den Klubs bereits vor der Krise zu schaffen machte: Das Engagement im Ehrenamt schwindet. Zudem besteht die Sorge, dass die Pandemie zu einem Mitgliederschwund vor allem in der Jugend führt. „Das sind Sorgen, die die Vereine über die Pandemie hinaus haben“, sieht Höltke ein grundlegendes Problem. Die Umfrage ziele jedoch vor allem auf finanzielle und strukturelle Aspekte ab. „Die Auswirkungen auf die gesellschaftliche und soziale Rolle der Sportvereine wird nicht erfasst. Aber gerade hier fällt eine Menge von dem weg, was diese leisten“, beschreibt Höltke. 20 Prozent der Rückmeldungen erkannten auch positive Aspekte der Krisenzeit. Das betraf in erster Linie die Digitalisierung, die mit Video-Konferenzen und Trainingsangeboten am PC entwickelt wurde. Im Rat der Stadt Minden wurde die Situation der Vereine jüngst in drei Beschlüssen berücksichtigt. Zum einen wird den Sportlern für das laufende Jahr das Nutzungsentgelt für städtische Sportanlagen erlassen. Diese Entlastung in Höhe von rund 30.000 Euro betrifft die Klubs mit einer hohen Anzahl an Kindern und Jugendlichen. Zum zweiten werden rund 9.000 Euro für 2021 und die Folgejahre bereitgestellt, um den Vereinen das Eintrittsgeld für Kinder und Jugendliche ins Melittabad zu erstatten. Auch die dritte Förderung betrifft das Schwimmen. Mit bis zu 10.000 Euro sollen Schwimmkurse für Kinder bis zwölf Jahren im Melittabad gefördert werden. Das entsprechende Antragsverfahren soll vom Sportbüro der Stadt entwickelt werden.

Noch kein nachhaltiger Schaden - Mindens Vereinen geht es in der Pandemie besser als gedacht

Auch im Weserstadion, einem der Zentren für Mindens Sportler, ist im Moment fast nichts los. MT-Foto: Sebastian Külbel © Sebastian Külbel

Minden. Wie geht es dir? Diese Frage stellten die Stadtverwaltung Minden und der Stadtsportverband den heimischen Sportvereinen. Die Rückmeldungen, die jüngst im Sportausschuss vorgestellt wurden, vermitteln den Eindruck: Es geht den Vereinen in der Corona-Lage besser als gedacht.

Angeregt von der heimischen Politik hatte das Sportbüro einen Fragebogen an die Vorstände von 113 Mindener Vereinen versendet, um in der Pandemie die Situation und den Bedarf an Unterstützung zu ermitteln. Weil die Ergebnisse der Vorbereitung einer Ratssitzung dienen sollten, war die Rücklaufzeit kurz und die Beteiligung mit 28 geringer als erhofft. Daher wurde die Umfrage bis Ende März verlängert, vier weitere Klubs beteiligten sich.

32 Rückläufer stellten Guido Höltke nur bedingt zufrieden. „Ich hätte mir gewünscht, dass noch mehr Vereine die Chance genutzt hätten, um die Sorgen und Nöte noch besser abzubilden“, kommentierte der Vorsitzende des Stadtsportverbandes Minden.

Verschiedene Erkenntnisse ließen sich aber auch aus den 32 Antworten gewinnen. Ein zentraler Punkt: Die Pandemie hat die Vereine noch nicht nachhaltig geschädigt. So ist die Zahl der Mitglieder recht stabil, auch die Finanzen haben bei vielen Klubs nach einem Jahr Corona noch keine größeren Schäden erlitten. Allerdings beschreiben rund 20 Prozent der Vereinsvorstände Sorgen bei der Bindung und Neugewinnung von Sponsoren – schließlich trifft die Pandemie auch die Förderer aus der Wirtschaft. Weggebrochene Einnahmen, vor allem aus Eintrittsgeldern oder dem Catering bei den Veranstaltungen, wurden in vielen Fällen aufgewogen, da sich ohne Sportbetrieb oft auch die Kosten reduzierten.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten dürften vor allem bei denjenigen Vereinen auftreten, die laufende Kosten bestreiten müssen wie etwa über Gehälter oder Zahlungsverpflichtungen aus Eigentum, Pacht oder Miete. Als bemerkenswert hebt Höltke einen Aspekt hervor: Lediglich ein Verein hat aufgrund von Corona-Problemen einen Antrag auf Soforthilfe beim Land NRW gestellt. Als Grund vermutet er: Vereine müssen zunächst ihre Rücklagen aufbrauchen, ehe sie überhaupt Anspruch auf Nothilfen haben.

Negativ bewertet wurde vor allem ein Punkt, der den Klubs bereits vor der Krise zu schaffen machte: Das Engagement im Ehrenamt schwindet. Zudem besteht die Sorge, dass die Pandemie zu einem Mitgliederschwund vor allem in der Jugend führt. „Das sind Sorgen, die die Vereine über die Pandemie hinaus haben“, sieht Höltke ein grundlegendes Problem. Die Umfrage ziele jedoch vor allem auf finanzielle und strukturelle Aspekte ab. „Die Auswirkungen auf die gesellschaftliche und soziale Rolle der Sportvereine wird nicht erfasst. Aber gerade hier fällt eine Menge von dem weg, was diese leisten“, beschreibt Höltke.

20 Prozent der Rückmeldungen erkannten auch positive Aspekte der Krisenzeit. Das betraf in erster Linie die Digitalisierung, die mit Video-Konferenzen und Trainingsangeboten am PC entwickelt wurde.

Im Rat der Stadt Minden wurde die Situation der Vereine jüngst in drei Beschlüssen berücksichtigt. Zum einen wird den Sportlern für das laufende Jahr das Nutzungsentgelt für städtische Sportanlagen erlassen. Diese Entlastung in Höhe von rund 30.000 Euro betrifft die Klubs mit einer hohen Anzahl an Kindern und Jugendlichen. Zum zweiten werden rund 9.000 Euro für 2021 und die Folgejahre bereitgestellt, um den Vereinen das Eintrittsgeld für Kinder und Jugendliche ins Melittabad zu erstatten. Auch die dritte Förderung betrifft das Schwimmen. Mit bis zu 10.000 Euro sollen Schwimmkurse für Kinder bis zwölf Jahren im Melittabad gefördert werden. Das entsprechende Antragsverfahren soll vom Sportbüro der Stadt entwickelt werden.

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