Mit Gold bei Gauselmann - Paralympics-Olympiasieger Valentin Baus spricht über seinen Weg in die Weltspitze Alexander Grohmann Espelkamp. Mit einem riskanten Rückhand-Aufschlag wehrt Tischtennisspieler Valentin Baus im vierten Satz des Paralympics-Finales von Tokio einen Matchball ab und besiegt den Chinesen Cao Ningning schließlich 3:2. Der Gold-Coup im Spätsommer verschaffte dem 26-Jährigen den Titel „Parasportler des Jahres“, einen Auftritt im Aktuellen Sportstudio sowie kürzlich auch einen Besuch im Schloss Benkhausen. Als Gastreferent beim Führungskräfte-Seminar der Gauselmann Gruppe vermittelte der Rollstuhl-Sportler unter anderem, was ihm auf dem Weg zum Erfolg geholfen hat. Die Gauselmann AG fördert seit Jahren den Sport in Düsseldorf. Davon profitiert auch Valentin Baus. Seit 2016 spielt er für Borussia Düsseldorf in der Rollstuhl-Bundesliga und ist mehrmaliger Deutscher Meister. Nach dem Seminar kam es zum Treffen mit Unternehmer Paul Gauselmann. „Ich habe noch nie eine Goldmedaille in der Hand gehalten“, sagte der 87-Jährige beeindruckt, als Baus ihm das Schmuckstück aus Tokio reichte. Anschließend schilderte Baus, wie er es mit Leidenschaft und Fleiß bis an die Weltspitze geschafft hat: „Das Wichtigste ist, dass es von einem selbst kommen muss.“ Baus, der aufgrund der Glasknochenkrankheit seit 2008 im Rollstuhl sitzt, sagte weiter über seinen Weg zum Erfolg: „Man muss ein klares Ziel definieren und sich dann fragen: Was muss ich dafür opfern?“ Auf dem Weg nach Tokio war es offenbar einiges. Im Endspiel der Paralympics in Rio fünf Jahre zuvor hatte Baus das Finale gegen Cao Ningning noch deutlich mit 0:3 verloren.Trotz dieser Vorgeschichte und der Tatsache, dass China auch bei den Sportlern mit Handicap „die Nation ist, die es im Tischtennis zu schlagen gilt“, ging Baus mutig ins Finale: „Für mich war wichtig, die Chance zu sehen, und nicht die Möglichkeit, dass es nicht klappt. Dann hat man nämlich vorher schon verloren“, stellte er klar.Diese Einstellung half ihm auch im Finale von Tokio. Als er im vierten Satz eine 10:6-Führung verspielte und diesen nach dem abgewehrten Matchball dann doch noch gewann, war Baus mental obenauf. Den fünften Satz gewann der gebürtige Bochumer 11:7 – und damit auch die Goldmedaille. Nur mit Talent und Strategie kommt man aber nicht so weit. „In den Monaten vor Tokio habe ich ein- bis zweimal am Tag mehrere Stunden trainiert. Dazu kommt dann noch das Athletiktraining“, erzählte Valentin Baus, der seinem Gold-Ziel alles unterordnete. Paul Gauselmann zog den Vergleich zu seinem erfolgreichen Berufsleben. Seine Maxime: „50 Prozent Freude, 50 Prozent Pflicht – das ist doch vergleichbar, oder?“, fragte er Baus. Der steckt trotz seiner bisherigen Erfolge weiter voller Tatendrang. „Paris 2024 ist auf jeden Fall geplant und 2028 in Los Angeles wäre ich auch gerne noch dabei“, blickt Baus voraus.

Mit Gold bei Gauselmann - Paralympics-Olympiasieger Valentin Baus spricht über seinen Weg in die Weltspitze

Valentin Baus präsentierte seinem Unterstützer Paul Gauselmann die Goldmedaille von Tokio. Foto: Grohmann © Alexander Grohmann

Espelkamp. Mit einem riskanten Rückhand-Aufschlag wehrt Tischtennisspieler Valentin Baus im vierten Satz des Paralympics-Finales von Tokio einen Matchball ab und besiegt den Chinesen Cao Ningning schließlich 3:2. Der Gold-Coup im Spätsommer verschaffte dem 26-Jährigen den Titel „Parasportler des Jahres“, einen Auftritt im Aktuellen Sportstudio sowie kürzlich auch einen Besuch im Schloss Benkhausen.

Als Gastreferent beim Führungskräfte-Seminar der Gauselmann Gruppe vermittelte der Rollstuhl-Sportler unter anderem, was ihm auf dem Weg zum Erfolg geholfen hat. Die Gauselmann AG fördert seit Jahren den Sport in Düsseldorf. Davon profitiert auch Valentin Baus. Seit 2016 spielt er für Borussia Düsseldorf in der Rollstuhl-Bundesliga und ist mehrmaliger Deutscher Meister.

Nach dem Seminar kam es zum Treffen mit Unternehmer Paul Gauselmann. „Ich habe noch nie eine Goldmedaille in der Hand gehalten“, sagte der 87-Jährige beeindruckt, als Baus ihm das Schmuckstück aus Tokio reichte. Anschließend schilderte Baus, wie er es mit Leidenschaft und Fleiß bis an die Weltspitze geschafft hat: „Das Wichtigste ist, dass es von einem selbst kommen muss.“

Baus, der aufgrund der Glasknochenkrankheit seit 2008 im Rollstuhl sitzt, sagte weiter über seinen Weg zum Erfolg: „Man muss ein klares Ziel definieren und sich dann fragen: Was muss ich dafür opfern?“ Auf dem Weg nach Tokio war es offenbar einiges. Im Endspiel der Paralympics in Rio fünf Jahre zuvor hatte Baus das Finale gegen Cao Ningning noch deutlich mit 0:3 verloren.

Trotz dieser Vorgeschichte und der Tatsache, dass China auch bei den Sportlern mit Handicap „die Nation ist, die es im Tischtennis zu schlagen gilt“, ging Baus mutig ins Finale: „Für mich war wichtig, die Chance zu sehen, und nicht die Möglichkeit, dass es nicht klappt. Dann hat man nämlich vorher schon verloren“, stellte er klar.

Diese Einstellung half ihm auch im Finale von Tokio. Als er im vierten Satz eine 10:6-Führung verspielte und diesen nach dem abgewehrten Matchball dann doch noch gewann, war Baus mental obenauf. Den fünften Satz gewann der gebürtige Bochumer 11:7 – und damit auch die Goldmedaille.

Nur mit Talent und Strategie kommt man aber nicht so weit. „In den Monaten vor Tokio habe ich ein- bis zweimal am Tag mehrere Stunden trainiert. Dazu kommt dann noch das Athletiktraining“, erzählte Valentin Baus, der seinem Gold-Ziel alles unterordnete. Paul Gauselmann zog den Vergleich zu seinem erfolgreichen Berufsleben. Seine Maxime: „50 Prozent Freude, 50 Prozent Pflicht – das ist doch vergleichbar, oder?“, fragte er Baus. Der steckt trotz seiner bisherigen Erfolge weiter voller Tatendrang. „Paris 2024 ist auf jeden Fall geplant und 2028 in Los Angeles wäre ich auch gerne noch dabei“, blickt Baus voraus.

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