Marcel Steinkämper qualifiziert sich als einziger Deutscher für die Rookie-EMim Sportholzfällen Astrid Plaßhenrich Minden. Marcel Steinkämper greift an: In seiner letzten Saison als Rookie will der Sportholzfäller aus Leteln noch einmal richtig durchstarten. Der 24-Jährige hatte erst im vergangenen August seinen ersten Timbersports-Wettkampf bestritten, in diesem Sommer steht bereits sein bislang größtes internationales Event an: die Europameisterschaft in München. Die EM-Qualifikation sicherte sich Steinkämper beim internationalen „Six Nations Rookie Cup“, der ebenfalls in München ausgetragen worden war. Dort stellte der Mindener im Underhand Chop einen nationalen Rookie-Rekord auf. Schließlich gehörte der angehende Kfz-Mechatronikermeister nach insgesamt vier Disziplinen zu den zwölf besten Rookies – also zu den besten Athleten in der Klasse bis 25 Jahre – auf dem Kontinent. Die EM wird am 31. Juli in der Münchner „Motorworld“ ausgetragen. Steinkämper ist der einzige Deutsche im Starterfeld. Die Konkurrenz kommt aus Frankreich, Italien, der Schweiz, Tschechien, Polen, Österreich und Schweden. „Einige kenne ich von den Wettkämpfen im vergangenen Jahr“, sagt der Sportholzfäller. Seine Chancen? „Einen Platz in den Top 5 kann ich mir vorstellen“, sagt er, ergänzt aber auch sogleich: „Dafür muss ich vor allem noch meine Nervosität in den Griff bekommen.“ Es sei für ihn immer noch etwas besonderes vor Kameras zu stehen. Die Timbersports-Wettkämpfe werden online übertragen und von einer immer größer werdenden, internationalen Fangemeinde verfolgt. Besonders sei es aber auch, das schwarz-rot-goldene Nationaltrikot während der Wettkämpfe zu tragen, sagt der Mindener: „Ich möchte mein Land schließlich bestmöglich vertreten.“ Da aufgrund der Pandemie die Wettkämpfe rar gesät sind, kommt dem Training eine noch größere Bedeutung zu. Um sich trotz der widrigen Umstände ständig zu verbessern, hat sich Steinkämper zu Hause in Leteln einen eigenen Trainingsplatz gebaut. Dort übt er die Disziplinen an vier bis fünf Tagen in der Woche. „Ich versuche, regelmäßig wettkampfnah zu trainieren – also mit Startkommando, Zeitmessung und Zuschauern.“ Letzteres ist aufgrund von Corona allerdings stark eingeschränkt. Da die sonst für die Nachwuchsathleten anstehenden Einheiten am Timbersports-Trainingsstützpunkt im unterfränkischen Mellrichstadt auch ausfallen, trainiert der 24-Jährige hin und wieder beim amtierenden Deutschen Meister Danny Martin. Dafür fährt der Mindener bis in die Rhön. Martins Erfahrung und Tipps helfen ihm, um an seiner Technik zu feilen. „Ich schlage inzwischen sauberer, brauche auch nicht mehr so viele Schläge, um das Ziel zu erreichen und verbessere dadurch meine Zeiten“, sagt der Mindener. Allerdings hat er die Schallmauern in allen Disziplinen durchbrochen. In den Anfangsmonaten hat Steinkämper seine Zeiten in großen Sprüngen verbessert. Nun geht es nur noch über sehr kleine Sequenzen vorwärts. „Davor haben mich die erfahrenen Athleten aber gewarnt“, erzählt der 24-Jährige. Bei der EM wird er in den Disziplinen Underhand Chop, Single Buck, Standing Block Chop und Stock Saw gefordert. Ob Springboard auch dazu gehören wird, steht noch nicht fest. „Die Disziplin ist zwar sehr spektakulär, hat aber auch einen höheren Schwierigkeitsgrad“, erklärt Benjamin Hardt, Pressesprecher von Stihl Timbersports, „deshalb wird in den Wochen vor der EM geprüft, wie viele der Nachwuchsathleten das Springboard sicher beherrschen. Erst danach wird entschieden, ob es in den Wettkampf einbezogen wird.“ Die Disziplinen Stock Saw: Bei dieser Disziplin arbeiten die Sportler mit einer handelsüblichen Motorsäge. Von dem waagerecht befestigten 40 Zentimeter starken Pappelstamm werden mit einem Abwärts- und einem Aufwärtsschnitt zwei Holzscheiben abgesägt. Beide Scheiben müssen innerhalb eines markierten Bereichs von zehn Zentimeter geschnitten werden. Springboard: Zunächst schlägt der Sportler eine etwa zehn Zentimeter tiefe Tasche in Schulterhöhe in den Stamm. In dieses steckt er die Spitze eines Bretts, worauf der Athlet steigt und den Block oberhalb durchschlägt. Das Springboard wird auch als Königsdisziplin bezeichnet, da es neben Technik und auch auf Balance und Geschicklichkeit ankommt. Standing Block Chop: Ein senkrecht verankerter, 27 Zentimeter starker Holzblock muss so schnell wie möglich von den Seiten durchschlagen werden. Single Buck: Mit einer Handsäge wird eine Holzscheibe von einem horizontal befestigten Block abgesägt. Der Durchmesser beträgt 40 Zentimeter. Underhand Chop: Auf einem horizontal verankerten Block stehend, versuchen die Athleten durch Axtschläge den 30 Zentimeter dicken Stamm zu durchschlagen. (apl)

Marcel Steinkämper qualifiziert sich als einziger Deutscher für die Rookie-EM
im Sportholzfällen

Minden. Marcel Steinkämper greift an: In seiner letzten Saison als Rookie will der Sportholzfäller aus Leteln noch einmal richtig durchstarten. Der 24-Jährige hatte erst im vergangenen August seinen ersten Timbersports-Wettkampf bestritten, in diesem Sommer steht bereits sein bislang größtes internationales Event an: die Europameisterschaft in München.

Paradedisziplin Underhand Chop: Marcel Steinkämper startete bereits beim „Six Nations Rookie Cup“ im Nationaltrikot und stellte dort einen nationalen Rekord auf. - © Free image for editorial usage only: Photo by Andreas Langreiter//Limex Images
Paradedisziplin Underhand Chop: Marcel Steinkämper startete bereits beim „Six Nations Rookie Cup“ im Nationaltrikot und stellte dort einen nationalen Rekord auf. - © Free image for editorial usage only: Photo by Andreas Langreiter//Limex Images

Die EM-Qualifikation sicherte sich Steinkämper beim internationalen „Six Nations Rookie Cup“, der ebenfalls in München ausgetragen worden war. Dort stellte der Mindener im Underhand Chop einen nationalen Rookie-Rekord auf. Schließlich gehörte der angehende Kfz-Mechatronikermeister nach insgesamt vier Disziplinen zu den zwölf besten Rookies – also zu den besten Athleten in der Klasse bis 25 Jahre – auf dem Kontinent. Die EM wird am 31. Juli in der Münchner „Motorworld“ ausgetragen. Steinkämper ist der einzige Deutsche im Starterfeld. Die Konkurrenz kommt aus Frankreich, Italien, der Schweiz, Tschechien, Polen, Österreich und Schweden. „Einige kenne ich von den Wettkämpfen im vergangenen Jahr“, sagt der Sportholzfäller. Seine Chancen? „Einen Platz in den Top 5 kann ich mir vorstellen“, sagt er, ergänzt aber auch sogleich: „Dafür muss ich vor allem noch meine Nervosität in den Griff bekommen.“ Es sei für ihn immer noch etwas besonderes vor Kameras zu stehen. Die Timbersports-Wettkämpfe werden online übertragen und von einer immer größer werdenden, internationalen Fangemeinde verfolgt.

Besonders sei es aber auch, das schwarz-rot-goldene Nationaltrikot während der Wettkämpfe zu tragen, sagt der Mindener: „Ich möchte mein Land schließlich bestmöglich vertreten.“ Da aufgrund der Pandemie die Wettkämpfe rar gesät sind, kommt dem Training eine noch größere Bedeutung zu. Um sich trotz der widrigen Umstände ständig zu verbessern, hat sich Steinkämper zu Hause in Leteln einen eigenen Trainingsplatz gebaut. Dort übt er die Disziplinen an vier bis fünf Tagen in der Woche. „Ich versuche, regelmäßig wettkampfnah zu trainieren – also mit Startkommando, Zeitmessung und Zuschauern.“ Letzteres ist aufgrund von Corona allerdings stark eingeschränkt. Da die sonst für die Nachwuchsathleten anstehenden Einheiten am Timbersports-Trainingsstützpunkt im unterfränkischen Mellrichstadt auch ausfallen, trainiert der 24-Jährige hin und wieder beim amtierenden Deutschen Meister Danny Martin. Dafür fährt der Mindener bis in die Rhön. Martins Erfahrung und Tipps helfen ihm, um an seiner Technik zu feilen. „Ich schlage inzwischen sauberer, brauche auch nicht mehr so viele Schläge, um das Ziel zu erreichen und verbessere dadurch meine Zeiten“, sagt der Mindener.

Allerdings hat er die Schallmauern in allen Disziplinen durchbrochen. In den Anfangsmonaten hat Steinkämper seine Zeiten in großen Sprüngen verbessert. Nun geht es nur noch über sehr kleine Sequenzen vorwärts. „Davor haben mich die erfahrenen Athleten aber gewarnt“, erzählt der 24-Jährige. Bei der EM wird er in den Disziplinen Underhand Chop, Single Buck, Standing Block Chop und Stock Saw gefordert. Ob Springboard auch dazu gehören wird, steht noch nicht fest. „Die Disziplin ist zwar sehr spektakulär, hat aber auch einen höheren Schwierigkeitsgrad“, erklärt Benjamin Hardt, Pressesprecher von Stihl Timbersports, „deshalb wird in den Wochen vor der EM geprüft, wie viele der Nachwuchsathleten das Springboard sicher beherrschen. Erst danach wird entschieden, ob es in den Wettkampf einbezogen wird.“

Die Disziplinen

Stock Saw: Bei dieser Disziplin arbeiten die Sportler mit einer handelsüblichen Motorsäge. Von dem waagerecht befestigten 40 Zentimeter starken Pappelstamm werden mit einem Abwärts- und einem Aufwärtsschnitt zwei Holzscheiben abgesägt. Beide Scheiben müssen innerhalb eines markierten Bereichs von zehn Zentimeter geschnitten werden.

Springboard: Zunächst schlägt der Sportler eine etwa zehn Zentimeter tiefe Tasche in Schulterhöhe in den Stamm. In dieses steckt er die Spitze eines Bretts, worauf der Athlet steigt und den Block oberhalb durchschlägt. Das Springboard wird auch als Königsdisziplin bezeichnet, da es neben Technik und auch auf Balance und Geschicklichkeit ankommt.

Standing Block Chop: Ein senkrecht verankerter, 27 Zentimeter starker Holzblock muss so schnell wie möglich von den Seiten durchschlagen werden.

Single Buck: Mit einer Handsäge wird eine Holzscheibe von einem horizontal befestigten Block abgesägt. Der Durchmesser beträgt 40 Zentimeter.

Underhand Chop: Auf einem horizontal verankerten Block stehend, versuchen die Athleten durch Axtschläge den 30 Zentimeter dicken Stamm zu durchschlagen. (apl)

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