MT-Serie Training in der Krise: Tennisspieler hoffen auf den Saisonstart Sebastian Külbel Minden. Der Tennissport kam in der Corona-Krise bislang glimpflich davon. Während andere Disziplinen ihre Saison abbrechen mussten, geht es im Tennis erst im Mai so richtig los. Die Vereine in der Region sehen die sportliche Zwangspause daher noch entspannt. Anders ist es bei denen, die mit ihrem Hobby Geld verdienen. „Wenn wir erst im Juni auf die Anlage können, wäre das eine Katastrophe“, sagt Benjamin Stobinski, der zusammen mit zwei Partnern die Sweet Spot Tennis Base mit Hauptstandort beim Mindener TK betreibt. Mehr als 200 von dessen Mitgliedern nutzen als Kunden das professionelle Training, das auch in den Wochen des Stillstands digital fortgeführt wurde. „Die Verträge sind ja weiter gelaufen“, erklärt Stobinski, der vor allem die jungen Schüler gemeinsam mit seinen Kollegen digital bei der Stange hält. Über WhatsApp sind zurzeit rund 75 Aktive in einer Gruppe versammelt, die sich wechselnden Aufgaben stellen. Alle zwei Tage gibt es eine neue Challenge, geschult werden die verschiedensten Aspekte. Trainer Nico Schinke macht etwa vor, wie der Ball mit dem Schläger durch die Beine oder hinter dem Rücken jongliert wird. Es gibt Stabilitätsübungen mit Klopapier, Schrittfolgen für die Beinarbeit, die Jüngsten trainieren mit einem Luftballon. Natürlich wird bei jeder Challenge auch ein Sieger gekürt. „Die Eltern sind sehr dankbar für diese Aufgaben, denn sie müssen ihre Kinder ja auch beschäftigen“, sagt Stobinski. Das digitale Training dient aber auch dem Anbieter: „Wir wollen in Kontakt bleiben und die Kinder beim Tennissport halten.“ Während der Mindener TK nach der Schließung seiner Traglufthalle Mitte März den Sportbetrieb einstellen musste, hatten ihn andere Vereine noch gar nicht aufgenommen. So wie der TV Lahde, der keine Liga-Mannschaft stellt und die Corona-Pause somit entspannt aussitzen könnte. „Wir würden aber schon gerne Anfang Mai loslegen“, sagt Vorsitzender Ralf Schubert. In Abstimmung mit der Stadt Petershagen und unter Einhaltung der bekannten Regeln habe der Verein daher die Plätze in den vorigen Wochen vorbereitet. „Jetzt warten wir auf die Freigabe“, sagt Schubert. So geht es allen Vereinen in Minden und Umgebung. Beim TV Sachsenross Hille war in den vorigen Wochen nur der Platzwart aktiv, „damit wir am Tag X loslegen können“, wie der stellvertretende Abteilungsleiter Dietmar Rohde sagt. Sein Verein hätte gerne am 19. April die Plätze eröffnet, „aber im Moment haben wir nur 14 Tage verschenkt“, relativiert Rohde. Dabei könnte es bleiben: Nach einem Online-Bericht der „Bild“-Zeitung vom gestrigen Donnerstag stehen Lockerungen der Corona-Einschränkungen für Einzelsportarten bevor, die unter freiem Himmel betrieben werden. „Duschen und gemeinsam ein Bier trinken wird aber nicht möglich sein“, schränkt Abteilungsleiter Ralf Engemann vom TuS Porta ein. Der Klub aus Nammen hat seine Plätze so weit vorbereitet, dass er schnell in die Saison starten könnte. Das ist auch beim TC Leteln der Fall. „Der Rest ist Abwarten, unsere Pläne ruhen“, sagt Vorsitzender Mirco Maaßen. Der Start der Liga-Saison sei vom Verband bereits um einen Monat auf Juni verschoben worden, und auch ansonsten sehe er keine größeren Probleme: „Wir haben kaum finanzielle Schäden, weil wir keine hauptamtlichen Trainer beschäftigen.“ Allerdings zwei private, und die hätten durch die Zwangspause Verdienstausfälle. Zudem macht sich der Vorsitzende Gedanken um die Ferienspiele: „Da gibt es ein großes Fragezeichen, ob die genehmigt werden.“ Die Hoffnung auf eine baldige Öffnung der Plätze treibt auch den hauptberuflichen Trainer Benjamin Stobinski um: „Denn zum einen wäre die Saison sonst ziemlich zerschossen, und zum anderen würde es dann auch finanziell für uns schwer.“ Der Westfälische Tennis-Verband hat für den Fall des Saisonbeginns bereits Richtlinien erlassen, die sich vor allem um Hygiene- und Abstandsregeln drehen. Letzteres sollte im Tennis kein großes Problem sein, wie Stobinski findet: „Wir sind auf dem Platz 25 Meter voneinander entfernt, das ist ja so etwas wie Social Distancing.“ Zitat „Wir sind Augentiere, mit den Videos entsteht eine Verbindung zwischen den Trainern und den Sportlern.“ (Benjamin Stobinski über die Arbeit der Sweet Spot Tennis Base in Zeiten der Corona-Krise) Training in der Krise Während der Mindener TK nach der Schließung seiner Traglufthalle Mitte März den Sportbetrieb einstellen musste, hatten ihn andere Vereine noch gar nicht aufgenommen. So wie der TV Lahde, der keine Liga-Mannschaft stellt und die Corona-Pause somit entspannt aussitzen könnte. „Wir würden aber schon gerne Anfang Mai loslegen“, sagt Vorsitzender Ralf Schubert. In Abstimmung mit der Stadt Petershagen und unter Einhaltung der bekannten Regeln habe der Verein daher die Plätze in den vorigen Wochen vorbereitet. „Jetzt warten wir auf die Freigabe“, sagt Schubert.

MT-Serie Training in der Krise: Tennisspieler hoffen auf den Saisonstart

Bereit zum Einsatz: Ein Schleppnetz auf der Tennisanlage des TuS Porta in Nammen. MT- © Foto: Sebastian Külbel

Minden. Der Tennissport kam in der Corona-Krise bislang glimpflich davon. Während andere Disziplinen ihre Saison abbrechen mussten, geht es im Tennis erst im Mai so richtig los. Die Vereine in der Region sehen die sportliche Zwangspause daher noch entspannt. Anders ist es bei denen, die mit ihrem Hobby Geld verdienen.

„Wenn wir erst im Juni auf die Anlage können, wäre das eine Katastrophe“, sagt Benjamin Stobinski, der zusammen mit zwei Partnern die Sweet Spot Tennis Base mit Hauptstandort beim Mindener TK betreibt. Mehr als 200 von dessen Mitgliedern nutzen als Kunden das professionelle Training, das auch in den Wochen des Stillstands digital fortgeführt wurde.

Benjamin Stobinski organisiert das digitale Training in seiner Tennis-Base über WhatApp. MT- - © Foto: Külbel
Benjamin Stobinski organisiert das digitale Training in seiner Tennis-Base über WhatApp. MT- - © Foto: Külbel

„Die Verträge sind ja weiter gelaufen“, erklärt Stobinski, der vor allem die jungen Schüler gemeinsam mit seinen Kollegen digital bei der Stange hält. Über WhatsApp sind zurzeit rund 75 Aktive in einer Gruppe versammelt, die sich wechselnden Aufgaben stellen. Alle zwei Tage gibt es eine neue Challenge, geschult werden die verschiedensten Aspekte.

Trainer Nico Schinke macht etwa vor, wie der Ball mit dem Schläger durch die Beine oder hinter dem Rücken jongliert wird. Es gibt Stabilitätsübungen mit Klopapier, Schrittfolgen für die Beinarbeit, die Jüngsten trainieren mit einem Luftballon. Natürlich wird bei jeder Challenge auch ein Sieger gekürt. „Die Eltern sind sehr dankbar für diese Aufgaben, denn sie müssen ihre Kinder ja auch beschäftigen“, sagt Stobinski. Das digitale Training dient aber auch dem Anbieter: „Wir wollen in Kontakt bleiben und die Kinder beim Tennissport halten.“

Während der Mindener TK nach der Schließung seiner Traglufthalle Mitte März den Sportbetrieb einstellen musste, hatten ihn andere Vereine noch gar nicht aufgenommen. So wie der TV Lahde, der keine Liga-Mannschaft stellt und die Corona-Pause somit entspannt aussitzen könnte. „Wir würden aber schon gerne Anfang Mai loslegen“, sagt Vorsitzender Ralf Schubert. In Abstimmung mit der Stadt Petershagen und unter Einhaltung der bekannten Regeln habe der Verein daher die Plätze in den vorigen Wochen vorbereitet. „Jetzt warten wir auf die Freigabe“, sagt Schubert.

So geht es allen Vereinen in Minden und Umgebung. Beim TV Sachsenross Hille war in den vorigen Wochen nur der Platzwart aktiv, „damit wir am Tag X loslegen können“, wie der stellvertretende Abteilungsleiter Dietmar Rohde sagt. Sein Verein hätte gerne am 19. April die Plätze eröffnet, „aber im Moment haben wir nur 14 Tage verschenkt“, relativiert Rohde. Dabei könnte es bleiben: Nach einem Online-Bericht der „Bild“-Zeitung vom gestrigen Donnerstag stehen Lockerungen der Corona-Einschränkungen für Einzelsportarten bevor, die unter freiem Himmel betrieben werden. „Duschen und gemeinsam ein Bier trinken wird aber nicht möglich sein“, schränkt Abteilungsleiter Ralf Engemann vom TuS Porta ein. Der Klub aus Nammen hat seine Plätze so weit vorbereitet, dass er schnell in die Saison starten könnte.

Das ist auch beim TC Leteln der Fall. „Der Rest ist Abwarten, unsere Pläne ruhen“, sagt Vorsitzender Mirco Maaßen. Der Start der Liga-Saison sei vom Verband bereits um einen Monat auf Juni verschoben worden, und auch ansonsten sehe er keine größeren Probleme: „Wir haben kaum finanzielle Schäden, weil wir keine hauptamtlichen Trainer beschäftigen.“ Allerdings zwei private, und die hätten durch die Zwangspause Verdienstausfälle. Zudem macht sich der Vorsitzende Gedanken um die Ferienspiele: „Da gibt es ein großes Fragezeichen, ob die genehmigt werden.“

Die Hoffnung auf eine baldige Öffnung der Plätze treibt auch den hauptberuflichen Trainer Benjamin Stobinski um: „Denn zum einen wäre die Saison sonst ziemlich zerschossen, und zum anderen würde es dann auch finanziell für uns schwer.“ Der Westfälische Tennis-Verband hat für den Fall des Saisonbeginns bereits Richtlinien erlassen, die sich vor allem um Hygiene- und Abstandsregeln drehen. Letzteres sollte im Tennis kein großes Problem sein, wie Stobinski findet: „Wir sind auf dem Platz 25 Meter voneinander entfernt, das ist ja so etwas wie Social Distancing.“

Zitat

„Wir sind Augentiere, mit den Videos entsteht eine Verbindung zwischen den Trainern und den Sportlern.“

(Benjamin Stobinski über die Arbeit der Sweet Spot Tennis Base in Zeiten der Corona-Krise)

Training in der Krise

Während der Mindener TK nach der Schließung seiner Traglufthalle Mitte März den Sportbetrieb einstellen musste, hatten ihn andere Vereine noch gar nicht aufgenommen. So wie der TV Lahde, der keine Liga-Mannschaft stellt und die Corona-Pause somit entspannt aussitzen könnte. „Wir würden aber schon gerne Anfang Mai loslegen“, sagt Vorsitzender Ralf Schubert. In Abstimmung mit der Stadt Petershagen und unter Einhaltung der bekannten Regeln habe der Verein daher die Plätze in den vorigen Wochen vorbereitet. „Jetzt warten wir auf die Freigabe“, sagt Schubert.

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