Im Konzert der Großen: Portaner Sprinttalent startet bei der Hallen-DM Astrid Plaßhenrich Porta Westfalica/Dortmund. Der Alltag kehrt zurück. Langsam, aber beständig. Marvin Orthmann war gestern das erste Mal seit Monaten wieder in der Schule. Der Barkhauser legt in wenigen Wochen seine Abiturprüfungen am Paderborner Reismann-Gymnasium ab und darf deshalb in den Klassenraum zurück. Alles andere als alltäglich lief Orthmanns vergangenes Wochenende ab. Der 18-Jährige startete erstmals bei den Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften. Er spielte mit im Konzert der Großen und war mit seiner Leistung zufrieden. Der für den LC Paderborn startende Sprinter schaffte es über die 60 Meter in 6,83 Sekunden auf Platz 16 im Feld von insgesamt 22 Athleten. „Meine Reaktionszeit hätte am Start besser sein können. Aber dann konnte ich meine Technik gut abrufen“, sagt Marvin Orthmann. Seine Bestzeit, die bei 6,77 Sekunden liegt, verfehlte der Abiturient nur knapp. Aber auch damit hätte es nicht für das Finale gereicht. Denn der 60-Meter-Sprint am Samstagnachmittag in der Helmut-Körnig-Halle war hochklassig. Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) stellte bei seinem Sieg in 6,52 Sekunden den fünf Jahre alten Deutschen Rekord von Julian Reus ein. Dessen Absage hatte Orthmanns DM-Start überhaupt erst ermöglicht. „Wir hatten im Vorfeld einen Sonderantrag gestellt, dem aber nicht stattgegeben worden war“, sagt der Portaner, „dann hatte ich aber doch noch Glück, dass ich nachrücken durfte.“ Bevor sich der Teenager mit der nationalen Elite messen konnte, musste er eine ganz andere Hürde nehmen. Der negative PCR-Test durfte nicht älter als 48 Stunden sein. „Auf dem Parkplatz vor der Halle mussten wir noch einen Schnelltest machen. Wir haben im Auto auf das Ergebnis gewartet, dann durften wir in die Halle“, erzählt er. Danach lief alles routiniert ab. Das ist in sofern erstaunlich, weil Orthmann erst vor dreieinhalb Jahren beim SC Porta Westfalica Nammen mit der Leichtathletik begann. Damals hatte er sich in den Kopf gesetzt, die Hammerwurf-Technik zu lernen. Seine damaligen Trainer Jana Palmowski, Dominik und Klaus-Dieter Vogt erkannten aber schnell sein Sprinttalent. Bei seinem ersten Wettkampf im Februar 2018 hatte der Barkhauser noch Probleme, seinen Startblock einzustellen und holte sich prompt einen Anraunzer von einem Offiziellen ab. Das ist längst Vergangenheit: Inzwischen ist er in der deutschen Sprintspitze angekommen. Mit dem Wechsel zum Besselgymnasium nach der zehnten Klasse ging es für Orthmann im Sommer 2018 zunächst zum SV 1860 Minden. Ende 2019 folgte der Wechsel zum LC Paderborn, bei dem er unter dem aus Neesen stammenden Coach Thomas Prange trainiert. Bis zu 15 Wochenstunden umfasst inzwischen sein Trainingspensum. Zusätzlich stehen für ihn als U20-Nationalkaderathlet immer wieder Lehrgänge an. „Mein Leben richtet sich zu 100 Prozent nach dem Sport“, sagt der 18-Jährige. Um das perfekt zu koordinieren, besucht er auch in Paderborn ein Sportinternat. Trotz der Fokussierung schafft er es, nahezu jedes Wochenende bei seiner Familie und seiner Freundin in Porta zu sein: „Das klappt ganz gut.“ Nach dem Abitur wird der 1,86 Meter lange Sprinter mindestens ein Jahr lang alles auf die Karte „Leichtathletik“ setzen: „Ich werde mich komplett auf den Sport konzentrieren und schauen, ob es zum Profi reicht.“ Das ist ein Ziel, dass noch auf unbestimmte Zeit in der Zukunft liegt. Greifbarer sind die der jetzigen Saison. Und in der will Orthmann auch international durchstarten. Mitte Juli möchte er bei den U20-Europameisterschaften in Tallinn (Estland) dabei sein. Einen Monat später sollen die U20-Weltmeisterschaften in Nairobi (Kenia) folgen. „Mein Ziel ist es, in meiner Altersklasse deutschlandweit die Nummer eins zu werden“, gibt er sich selbstbewusst. Im vergangenen Jahr schloss der Sprinter über die 100 Meter mit 10,63 Sekunden auf den zehnten Platz der U20-Bestenliste ab. Aktuell wird er über die 60-Meter-Hallendistanz hinter Lennart Hartenberg (TV Wattenscheid/6,75 Sekunden) auf Rang zwei geführt. Orthmann gibt sich damit nicht zufrieden. Er will sein volles Potenzial ausschöpfen. Dafür gibt er alles.

Im Konzert der Großen: Portaner Sprinttalent startet bei der Hallen-DM

Porta Westfalica/Dortmund. Der Alltag kehrt zurück. Langsam, aber beständig. Marvin Orthmann war gestern das erste Mal seit Monaten wieder in der Schule. Der Barkhauser legt in wenigen Wochen seine Abiturprüfungen am Paderborner Reismann-Gymnasium ab und darf deshalb in den Klassenraum zurück. Alles andere als alltäglich lief Orthmanns vergangenes Wochenende ab. Der 18-Jährige startete erstmals bei den Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften. Er spielte mit im Konzert der Großen und war mit seiner Leistung zufrieden. Der für den LC Paderborn startende Sprinter schaffte es über die 60 Meter in 6,83 Sekunden auf Platz 16 im Feld von insgesamt 22 Athleten.

Marvin Orthmann gehört zu Deutschlands schnellsten Sprintern. Das bewies der Barkhauser jetzt bei der Hallen-DM. Foto: Wolfgang Birkenstock - © Wolfgang Birkenstock - wolfgang-birkenstock.de - Volksbank RheinAhrEifel, BIC: GENODED1BNA, IBAN: DE74577615910385155600
Marvin Orthmann gehört zu Deutschlands schnellsten Sprintern. Das bewies der Barkhauser jetzt bei der Hallen-DM. Foto: Wolfgang Birkenstock - © Wolfgang Birkenstock - wolfgang-birkenstock.de - Volksbank RheinAhrEifel, BIC: GENODED1BNA, IBAN: DE74577615910385155600

„Meine Reaktionszeit hätte am Start besser sein können. Aber dann konnte ich meine Technik gut abrufen“, sagt Marvin Orthmann. Seine Bestzeit, die bei 6,77 Sekunden liegt, verfehlte der Abiturient nur knapp. Aber auch damit hätte es nicht für das Finale gereicht. Denn der 60-Meter-Sprint am Samstagnachmittag in der Helmut-Körnig-Halle war hochklassig. Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) stellte bei seinem Sieg in 6,52 Sekunden den fünf Jahre alten Deutschen Rekord von Julian Reus ein. Dessen Absage hatte Orthmanns DM-Start überhaupt erst ermöglicht. „Wir hatten im Vorfeld einen Sonderantrag gestellt, dem aber nicht stattgegeben worden war“, sagt der Portaner, „dann hatte ich aber doch noch Glück, dass ich nachrücken durfte.“

Bevor sich der Teenager mit der nationalen Elite messen konnte, musste er eine ganz andere Hürde nehmen. Der negative PCR-Test durfte nicht älter als 48 Stunden sein. „Auf dem Parkplatz vor der Halle mussten wir noch einen Schnelltest machen. Wir haben im Auto auf das Ergebnis gewartet, dann durften wir in die Halle“, erzählt er.

Danach lief alles routiniert ab. Das ist in sofern erstaunlich, weil Orthmann erst vor dreieinhalb Jahren beim SC Porta Westfalica Nammen mit der Leichtathletik begann. Damals hatte er sich in den Kopf gesetzt, die Hammerwurf-Technik zu lernen. Seine damaligen Trainer Jana Palmowski, Dominik und Klaus-Dieter Vogt erkannten aber schnell sein Sprinttalent. Bei seinem ersten Wettkampf im Februar 2018 hatte der Barkhauser noch Probleme, seinen Startblock einzustellen und holte sich prompt einen Anraunzer von einem Offiziellen ab. Das ist längst Vergangenheit: Inzwischen ist er in der deutschen Sprintspitze angekommen.

Mit dem Wechsel zum Besselgymnasium nach der zehnten Klasse ging es für Orthmann im Sommer 2018 zunächst zum SV 1860 Minden. Ende 2019 folgte der Wechsel zum LC Paderborn, bei dem er unter dem aus Neesen stammenden Coach Thomas Prange trainiert. Bis zu 15 Wochenstunden umfasst inzwischen sein Trainingspensum. Zusätzlich stehen für ihn als U20-Nationalkaderathlet immer wieder Lehrgänge an. „Mein Leben richtet sich zu 100 Prozent nach dem Sport“, sagt der 18-Jährige. Um das perfekt zu koordinieren, besucht er auch in Paderborn ein Sportinternat.

Trotz der Fokussierung schafft er es, nahezu jedes Wochenende bei seiner Familie und seiner Freundin in Porta zu sein: „Das klappt ganz gut.“ Nach dem Abitur wird der 1,86 Meter lange Sprinter mindestens ein Jahr lang alles auf die Karte „Leichtathletik“ setzen: „Ich werde mich komplett auf den Sport konzentrieren und schauen, ob es zum Profi reicht.“

Das ist ein Ziel, dass noch auf unbestimmte Zeit in der Zukunft liegt. Greifbarer sind die der jetzigen Saison. Und in der will Orthmann auch international durchstarten. Mitte Juli möchte er bei den U20-Europameisterschaften in Tallinn (Estland) dabei sein. Einen Monat später sollen die U20-Weltmeisterschaften in Nairobi (Kenia) folgen. „Mein Ziel ist es, in meiner Altersklasse deutschlandweit die Nummer eins zu werden“, gibt er sich selbstbewusst. Im vergangenen Jahr schloss der Sprinter über die 100 Meter mit 10,63 Sekunden auf den zehnten Platz der U20-Bestenliste ab. Aktuell wird er über die 60-Meter-Hallendistanz hinter Lennart Hartenberg (TV Wattenscheid/6,75 Sekunden) auf Rang zwei geführt. Orthmann gibt sich damit nicht zufrieden. Er will sein volles Potenzial ausschöpfen. Dafür gibt er alles.

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