Leichtathletik Hermannslauf wird in den Herbst 2021 verschoben Stephanie Fust Bielefeld. Ein eher zufälliger Blick auf die Homepage verheißt Hoffnungsvolles. Zwar befindet sich der neue Internetauftritt für den Hermannslauf noch im Aufbau, jedoch ist bereits erkennbar, dass sich hier Menschen mit aller Kraft bemühen, ein weiteres Jahr ohne den über die Grenzen Ostwestfalen-Lippes hinaus beliebten Laufklassiker zu verhindern. Ein Gespräch mit den Organisatoren Almuth Stief und Emre Atsür bringt Gewissheit: Der 2020 der Pandemie zum Opfer gefallene 49. Hermannslauf soll in diesem Jahr unbedingt stattfinden. Nicht wie üblich im April, dafür aber im Herbst. „Es ist unser starker Wunsch, den vielen langjährigen Hermannslauf-Teilnehmern etwas zurückzugeben. Vor allem auch denen, die nach dem Ausfall im vergangenen Jahr ihr Startgeld gespendet haben", sagt Stief. Am 10. Oktober 2021 wird also – unter Vorbehalt der pandemischen Entwicklung – für Rekordsieger Elias Sansar und Co. der Startschuss am Hermannsdenkmal fallen, so der Plan des Organisationsteams vom Ausrichterverein TSVE 1890 Bielefeld. „Wir hoffen, dass wir durch die zeitliche Verschiebung eine Situation vorfinden, die es uns erlaubt, einen Lauf durchzuführen, wie wir ihn alle kennen und lieben", sagt Almuth Stief. Spätestens Ende August werde die Anmeldung für den Präsenzlauf freigeschaltet. Eine Garantie, dass und unter welchen Umständen ein Lauf dann stattfindet, können Stief und Atsür freilich nicht geben. Aber allein die Absicht, im Jahr des 50-jährigen Bestehens alles für die Umsetzung eines Präsenzlaufes zu tun, bereitet vielen Tausenden, die seit knapp einem Jahr auf organisierte Laufveranstaltungen verzichten müssen, große Freude. „Viele Anfragen aus der Läuferszene haben uns zusätzlich motiviert, eine Verlegung in den Herbst zu prüfen", erzählt die Orgateam-Chefin und darf sich von Lauftrainer Ingmar Lundström bestätigt fühlen. "Das ist ein starkes Signal, das der TSVE da aussendet. Der Hermannslauf ist der Lauf in Ostwestfalen mit dem höchsten Identifikationsgrad der heimischen Läufer und Fans. Ich bin total begeistert. Für mich und für sehr viele ist das der erhoffte Lichtblick in dieser schwierigen Zeit", jubeliert der Hermannslaufsieger von 1999. Auch Stephanie Strate, die nach der Absage 2020 in ein emotionales Loch gefallen war, freut sich "extrem über die Bemühungen, den Hermann im Herbst stattfinden zu lassen", betont die Spitzenläuferin von der SV Brackwede. Sie werde auf jeden Fall am Start stehen, wenn sich die Lage bis dahin stabilisiert hat. "Ich freue mich auf einen Hermannslauf im Herbstwald." Auf das Gemeinschaftserlebnis sollen Läufer und Wanderer aber auch im Frühjahr nicht verzichten. Deshalb veranstaltet der TSVE einen virtuellen Hermannslauf im Monat April. Im Angebot sind die traditionelle Teutolauf-Distanz von 31,1 Kilometern, 10 Kilometer sowie 2,5 Kilometer für die Kids. Eine Anmeldung ab Anfang März ist zwingend, die Kosten betragen mit Ausnahme für den Laufnachwuchs zehn Euro, die Hälfte wird als Spende an die Waldbauern weitergereicht. „Die Waldbauern, die massiv unter dem Baumsterben leiden, stellen uns alljährlich ihren Grund und Boden für den Hermannslauf zur Verfügung. Auf diese Weise wollen wir uns bedanken", erklärt Stief und ergänzt: „Natürlich darf auch gerne mehr gespendet werden." Wer an dem virtuellen Hermannslauf teilnehmen möchte, muss folgendes Prozedere beachten: Die Strecke ist frei wählbar, sie muss in einem Zeitfenster von vier Wochen im April gelaufen und dann über eine von der Firma Davengo bereitgestellte Plattform hochgeladen werden (nähere Informationen dazu folgen). Die drei Zeitschnellsten jeder Altersklasse erhalten einen Startplatz für den Präsenzlauf im Oktober. Unter den weiteren Teilnehmern, auch Wanderern und Nordic Walkern, werden weitere Startplätze verlost. Veröffentlicht werden die Ergebnisse nach Ablauf der Vier-Wochen-Frist auf der Hermannslauf-Homepage. Dass die Zeiten aufgrund unterschiedlicher Streckenprofile nicht vergleichbar sind, ist den Veranstaltern bewusst. „Für uns steht der Charity-Gedanke im Vordergrund. Wir wollen aber zumindest ein bisschen Wettkampf-Charakter anbieten", erklärt Emre Atsür. „Die Lauf-Szene sehnt sich danach." Über Facebook und Instagram will der 39-Jährige die Werbetrommel rühren. „Im Prinzip können auch Menschen in Kenia laufen und ihr Ergebnis hochladen." Oder in Norwegen. Hilde Aders ist begeistert. „Großartige Idee. Wenn ich verletzungsfrei bleibe, bin ich dabei", verspricht die viermalige Hermannslauf-Gewinnerin aus Tromsø.
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Hermannslauf wird in den Herbst 2021 verschoben

Nicht im April, aber im Herbst 2021 werden sich hoffentlich tausende Laufbegeisterte am Hermannsdenkmal in Detmold versammeln und sich auf den 31,1 Kilometer langen Weg nach Bielefeld machen. © Sarah Jonek

Bielefeld. Ein eher zufälliger Blick auf die Homepage verheißt Hoffnungsvolles. Zwar befindet sich der neue Internetauftritt für den Hermannslauf noch im Aufbau, jedoch ist bereits erkennbar, dass sich hier Menschen mit aller Kraft bemühen, ein weiteres Jahr ohne den über die Grenzen Ostwestfalen-Lippes hinaus beliebten Laufklassiker zu verhindern.

Ein Gespräch mit den Organisatoren Almuth Stief und Emre Atsür bringt Gewissheit: Der 2020 der Pandemie zum Opfer gefallene 49. Hermannslauf soll in diesem Jahr unbedingt stattfinden. Nicht wie üblich im April, dafür aber im Herbst. „Es ist unser starker Wunsch, den vielen langjährigen Hermannslauf-Teilnehmern etwas zurückzugeben. Vor allem auch denen, die nach dem Ausfall im vergangenen Jahr ihr Startgeld gespendet haben", sagt Stief.

Am 10. Oktober 2021 wird also – unter Vorbehalt der pandemischen Entwicklung – für Rekordsieger Elias Sansar und Co. der Startschuss am Hermannsdenkmal fallen, so der Plan des Organisationsteams vom Ausrichterverein TSVE 1890 Bielefeld. „Wir hoffen, dass wir durch die zeitliche Verschiebung eine Situation vorfinden, die es uns erlaubt, einen Lauf durchzuführen, wie wir ihn alle kennen und lieben", sagt Almuth Stief. Spätestens Ende August werde die Anmeldung für den Präsenzlauf freigeschaltet.

Eine Garantie, dass und unter welchen Umständen ein Lauf dann stattfindet, können Stief und Atsür freilich nicht geben. Aber allein die Absicht, im Jahr des 50-jährigen Bestehens alles für die Umsetzung eines Präsenzlaufes zu tun, bereitet vielen Tausenden, die seit knapp einem Jahr auf organisierte Laufveranstaltungen verzichten müssen, große Freude. „Viele Anfragen aus der Läuferszene haben uns zusätzlich motiviert, eine Verlegung in den Herbst zu prüfen", erzählt die Orgateam-Chefin und darf sich von Lauftrainer Ingmar Lundström bestätigt fühlen. "Das ist ein starkes Signal, das der TSVE da aussendet. Der Hermannslauf ist der Lauf in Ostwestfalen mit dem höchsten Identifikationsgrad der heimischen Läufer und Fans. Ich bin total begeistert. Für mich und für sehr viele ist das der erhoffte Lichtblick in dieser schwierigen Zeit", jubeliert der Hermannslaufsieger von 1999. Auch Stephanie Strate, die nach der Absage 2020 in ein emotionales Loch gefallen war, freut sich "extrem über die Bemühungen, den Hermann im Herbst stattfinden zu lassen", betont die Spitzenläuferin von der SV Brackwede. Sie werde auf jeden Fall am Start stehen, wenn sich die Lage bis dahin stabilisiert hat. "Ich freue mich auf einen Hermannslauf im Herbstwald."

Auf das Gemeinschaftserlebnis sollen Läufer und Wanderer aber auch im Frühjahr nicht verzichten. Deshalb veranstaltet der TSVE einen virtuellen Hermannslauf im Monat April. Im Angebot sind die traditionelle Teutolauf-Distanz von 31,1 Kilometern, 10 Kilometer sowie 2,5 Kilometer für die Kids. Eine Anmeldung ab Anfang März ist zwingend, die Kosten betragen mit Ausnahme für den Laufnachwuchs zehn Euro, die Hälfte wird als Spende an die Waldbauern weitergereicht. „Die Waldbauern, die massiv unter dem Baumsterben leiden, stellen uns alljährlich ihren Grund und Boden für den Hermannslauf zur Verfügung. Auf diese Weise wollen wir uns bedanken", erklärt Stief und ergänzt: „Natürlich darf auch gerne mehr gespendet werden."

Wer an dem virtuellen Hermannslauf teilnehmen möchte, muss folgendes Prozedere beachten: Die Strecke ist frei wählbar, sie muss in einem Zeitfenster von vier Wochen im April gelaufen und dann über eine von der Firma Davengo bereitgestellte Plattform hochgeladen werden (nähere Informationen dazu folgen). Die drei Zeitschnellsten jeder Altersklasse erhalten einen Startplatz für den Präsenzlauf im Oktober. Unter den weiteren Teilnehmern, auch Wanderern und Nordic Walkern, werden weitere Startplätze verlost. Veröffentlicht werden die Ergebnisse nach Ablauf der Vier-Wochen-Frist auf der Hermannslauf-Homepage.

Dass die Zeiten aufgrund unterschiedlicher Streckenprofile nicht vergleichbar sind, ist den Veranstaltern bewusst. „Für uns steht der Charity-Gedanke im Vordergrund. Wir wollen aber zumindest ein bisschen Wettkampf-Charakter anbieten", erklärt Emre Atsür. „Die Lauf-Szene sehnt sich danach."

Über Facebook und Instagram will der 39-Jährige die Werbetrommel rühren. „Im Prinzip können auch Menschen in Kenia laufen und ihr Ergebnis hochladen." Oder in Norwegen. Hilde Aders ist begeistert. „Großartige Idee. Wenn ich verletzungsfrei bleibe, bin ich dabei", verspricht die viermalige Hermannslauf-Gewinnerin aus Tromsø.

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