Happy, weiter spielen zu dürfen: Leidenschaft der Golfer ungebrochen Thomas Kühlmann Minden. Der Teil-Lockdown hat den Amateur- und Freizeitsport in Deutschland zum zweiten Mal in diesem Jahr hart getroffen. Sämtliche Mannschafts- und auch viele Individualsportarten dürfen nicht mehr betrieben werden, weder Training noch Wettkämpfe sind erlaubt. Für die Sporttreibenden eine mittlere Katastrophe. Als kleine Oase in der großen Wüste des Sportverbots dürfen sich die Golfer fühlen. Zwar gilt seit dem 2. November auch für das Spiel mit dem kleinen Ball eine neue, verschärfte Corona-Verordnung, jedoch ist der Spiel- und Trainingsbetrieb in eingeschränktem Rahmen weiterhin erlaubt. „Bei uns darf nur noch in 2er-Flights gespielt werden. Das heißt, dass nur zwei Personen pro Loch zugelassen sind. Das trifft bei unseren Mitgliedern allerdings auf keinerlei Verdruss. Im Gegenteil. Die Spielleidenschaft ist ungebrochen, so dass wir eine außergewöhnlich gute Auslastung der Bahnen haben“, freut sich Volker Kipp vom Golfclub am Harrl in Bad Eilsen. „Wir haben kein Vorbuchungssystem für die Bahnen, die Mitglieder müssen sich am Clubhaus registrieren und dürfen dann spielen“, sagt Kipp. Ähnlich sehen die Bedingungen auch beim Golfclub Rehburg-Loccum aus. „Golf ist glücklicherweise eine Individualsportart und sie wird an der frischen Luft betrieben. Das ist natürlich ein Glücksfall für uns“, sieht sich auch Walter Lukasch, Geschäftsführer des GC Rehburg-Locchum, mit seinem Club trotz Corona-Auflagen in einer vergleichsweise komfortablen Situation. „Unser Sport kann nur draußen betrieben werden, und das bei Wind und Wetter. Das ist natürlich unser Vorteil gegenüber den Fitness-Centern und Schwimmbädern, die unter dem neuerlichen Lockdown natürlich ebenso leiden müssen wie die Sportvereine, die sich auf Mannschaftssport spezialisiert haben“, sagt Lukasch. Auch in seinem Verein wird die neue Verordnung peinlich genau umgesetzt. „Bei uns wird nur noch in 2er-Flights gespielt, die sich dann um 100 bis 150 Meter verschieben. Etwa alle sieben Minuten kann ein 2er-Flight auf die Bahn geschickt werden“, sagt Lukasch, der scherzend ergänzt. „Momentan spielt das Wetter halt auch noch mit. Doch für uns Golfer gibt es ohnehin kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.“ Auch bei seinem Klub sei die Ausbuchung fast bei 100 Prozent, gibt sich Lukasch optimistisch für den weiteren Spielbetrieb. Beim Golfclub Schaumburg in Obernkirchen hat man eigens eine Startzeitenregelung eingeführt. „Unser Club war bislang eine startzeitenfreie Anlage, doch nach der neuen Verordnung wäre ein geregelter Spielbetrieb nach unseren Bedingungen nicht mehr möglich gewesen“, begründet Maximilian Besser, der das Club-Management betreibt, die Maßnahme. „Wir haben das mit Hilfe einer App eingerichtet, so dass sich jeder Spieler diese App herunterladen kann. So haben wir die Umstellung von 4er- auf 2er-Flights problemlos gemeistert“, sagt Besser. „Viele Spieler sind sogar froh, nur zu Zweit zu spielen, da der Spielfluss dann wesentlich größer ist als bei einem 4er-Flight. Einziger Nachteil der neuen Regelung ist allerdings die Tatsache, dass Familien unter Umständen auseinandergerissen werden. Denn auch wenn Eltern mit einem Kind spielen wollen, müssen wir auf der Zweier-Lösung bestehen“, sagt Besser, der ergänzt, dass die neue Regelung der Auslastung keinen Abbruch getan hat. „Die Spielfreude unserer Mitglieder ist ungebrochen. Und der vorgeschriebene Abstand ist bei den 2er-Flights beim Abschlag mit dem Schläger ohnehin gegeben. „Einziger Wermutstropfen ist natürlich die Einschränkung, dass wir unsere Gastronomie schließen mussten und so das Clubleben auf die Unterhaltung auf den Bahnen beschränkt ist. Doch damit kann man für einen gewissen Zeitraum durchaus leben“, bläst Besser kein Trübsal. Auch die Golflehrer mussten sich zwar ein wenig umstellen, haben aber mit den neuen Einschränkungen kein Problem. „Momentan ist nur noch Einzel- und kein Gruppenunterricht erlaubt. Doch das macht mir nichts aus“, sagt Michael Dunwoodie, Golflehrer beim GC Schaumburg. „Es herrscht halt mehr Betrieb auf der Anlage, die Startzeiten sind top ausgebucht, die Leute kommen, spielen ihre Runde und verlassen die Anlage sofort wieder“, macht der Head-Pro die gravierendste Veränderung zum bisherigen Spielbetrieb aus. „Die Leute, die bislang von April bis Oktober in der Hauptsaison gespielt haben, machen aufgrund der guten Wetterlage momentan einfach weiter, so dass sich auch für mich als Golflehrer die Saison automatisch verlängert“, gewinnt Dunwoodie der neuen Verordnung sogar noch einen kleinen Vorteil an Flexibilität ab.

Happy, weiter spielen zu dürfen: Leidenschaft der Golfer ungebrochen

Zwar darf durch die neue Corona-Verordnung nur noch zu Zweit an einem Loch Golf gespielt werden, doch hat diese Einschränkung der Begeisterung der Golfer für ihren Sport bei den Clubs in der Region keinen Abbruch getan. MT-Foto: Marcus Riechmann © mm

Minden. Der Teil-Lockdown hat den Amateur- und Freizeitsport in Deutschland zum zweiten Mal in diesem Jahr hart getroffen. Sämtliche Mannschafts- und auch viele Individualsportarten dürfen nicht mehr betrieben werden, weder Training noch Wettkämpfe sind erlaubt. Für die Sporttreibenden eine mittlere Katastrophe.

Als kleine Oase in der großen Wüste des Sportverbots dürfen sich die Golfer fühlen. Zwar gilt seit dem 2. November auch für das Spiel mit dem kleinen Ball eine neue, verschärfte Corona-Verordnung, jedoch ist der Spiel- und Trainingsbetrieb in eingeschränktem Rahmen weiterhin erlaubt.

„Bei uns darf nur noch in 2er-Flights gespielt werden. Das heißt, dass nur zwei Personen pro Loch zugelassen sind. Das trifft bei unseren Mitgliedern allerdings auf keinerlei Verdruss. Im Gegenteil. Die Spielleidenschaft ist ungebrochen, so dass wir eine außergewöhnlich gute Auslastung der Bahnen haben“, freut sich Volker Kipp vom Golfclub am Harrl in Bad Eilsen. „Wir haben kein Vorbuchungssystem für die Bahnen, die Mitglieder müssen sich am Clubhaus registrieren und dürfen dann spielen“, sagt Kipp.

Ähnlich sehen die Bedingungen auch beim Golfclub Rehburg-Loccum aus. „Golf ist glücklicherweise eine Individualsportart und sie wird an der frischen Luft betrieben. Das ist natürlich ein Glücksfall für uns“, sieht sich auch Walter Lukasch, Geschäftsführer des GC Rehburg-Locchum, mit seinem Club trotz Corona-Auflagen in einer vergleichsweise komfortablen Situation. „Unser Sport kann nur draußen betrieben werden, und das bei Wind und Wetter. Das ist natürlich unser Vorteil gegenüber den Fitness-Centern und Schwimmbädern, die unter dem neuerlichen Lockdown natürlich ebenso leiden müssen wie die Sportvereine, die sich auf Mannschaftssport spezialisiert haben“, sagt Lukasch. Auch in seinem Verein wird die neue Verordnung peinlich genau umgesetzt. „Bei uns wird nur noch in 2er-Flights gespielt, die sich dann um 100 bis 150 Meter verschieben. Etwa alle sieben Minuten kann ein 2er-Flight auf die Bahn geschickt werden“, sagt Lukasch, der scherzend ergänzt. „Momentan spielt das Wetter halt auch noch mit. Doch für uns Golfer gibt es ohnehin kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.“ Auch bei seinem Klub sei die Ausbuchung fast bei 100 Prozent, gibt sich Lukasch optimistisch für den weiteren Spielbetrieb.

Beim Golfclub Schaumburg in Obernkirchen hat man eigens eine Startzeitenregelung eingeführt. „Unser Club war bislang eine startzeitenfreie Anlage, doch nach der neuen Verordnung wäre ein geregelter Spielbetrieb nach unseren Bedingungen nicht mehr möglich gewesen“, begründet Maximilian Besser, der das Club-Management betreibt, die Maßnahme. „Wir haben das mit Hilfe einer App eingerichtet, so dass sich jeder Spieler diese App herunterladen kann. So haben wir die Umstellung von 4er- auf 2er-Flights problemlos gemeistert“, sagt Besser. „Viele Spieler sind sogar froh, nur zu Zweit zu spielen, da der Spielfluss dann wesentlich größer ist als bei einem 4er-Flight. Einziger Nachteil der neuen Regelung ist allerdings die Tatsache, dass Familien unter Umständen auseinandergerissen werden. Denn auch wenn Eltern mit einem Kind spielen wollen, müssen wir auf der Zweier-Lösung bestehen“, sagt Besser, der ergänzt, dass die neue Regelung der Auslastung keinen Abbruch getan hat. „Die Spielfreude unserer Mitglieder ist ungebrochen. Und der vorgeschriebene Abstand ist bei den 2er-Flights beim Abschlag mit dem Schläger ohnehin gegeben. „Einziger Wermutstropfen ist natürlich die Einschränkung, dass wir unsere Gastronomie schließen mussten und so das Clubleben auf die Unterhaltung auf den Bahnen beschränkt ist. Doch damit kann man für einen gewissen Zeitraum durchaus leben“, bläst Besser kein Trübsal.

Auch die Golflehrer mussten sich zwar ein wenig umstellen, haben aber mit den neuen Einschränkungen kein Problem. „Momentan ist nur noch Einzel- und kein Gruppenunterricht erlaubt. Doch das macht mir nichts aus“, sagt Michael Dunwoodie, Golflehrer beim GC Schaumburg. „Es herrscht halt mehr Betrieb auf der Anlage, die Startzeiten sind top ausgebucht, die Leute kommen, spielen ihre Runde und verlassen die Anlage sofort wieder“, macht der Head-Pro die gravierendste Veränderung zum bisherigen Spielbetrieb aus. „Die Leute, die bislang von April bis Oktober in der Hauptsaison gespielt haben, machen aufgrund der guten Wetterlage momentan einfach weiter, so dass sich auch für mich als Golflehrer die Saison automatisch verlängert“, gewinnt Dunwoodie der neuen Verordnung sogar noch einen kleinen Vorteil an Flexibilität ab.

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