Grünes Licht von der Corona-Schutzverordnung: Tennisplätze werden wieder hergerichtet Marcus Riechmann Minden. Bestes Frühlingswetter und Grünes Licht von der Corona-Schutzverordnung, die Sport zu zweit unter freiem Himmel wieder erlaubt. Der Tennissport hätte ein Gewinner des Februars werden können. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft eine Lücke. Denn auch, wenn nach langer Wartezeit das Tennisspiel für zwei Sportler mit Abstand wieder erlaubt ist, ist es noch lange nicht möglich. Der Grund: Die Tennisplätze sind längst noch nicht hergerichtet. Die Fans werden ihren Schläger noch nicht wieder auspacken können. „Wir würden gerne, aber wir können nicht“, beschreibt Monika Brünger die Situation beim Mindener Tennisklub (MTK). „Nach dem ersten Frühlingseinbruch lief das Telefon heiß“, berichtet die Vereinsvorsitzende von großer Lust einiger Klubmitglieder auf die Rückkehr auf die Plätze: „Alle wollten wissen: Wann geht es wieder los?“ Doch Brünger musste die Sportler vertrösten: Es wird noch dauern. Es brauche Zeit, um die Anlage am Weserstadion für den Spielbetrieb herzurichten, zumal der Wintereinbruch mit knackigem Frost Spuren hinterlassen habe: „Da haben die Plätze nochmal richtig was mitbekommen“, sagt Brünger. Erst in der letzten März-Woche werden die Platzbauer auf der Anlage am Weserstadion anrücken und die Plätze mit frischem Belag versehen. Nach der Pflege müssen die Plätze dann ruhen, damit sich alte und neue Bodenschichten verbinden. „Das braucht seine Zeit“, sagt Brünger, „vor Ostern wird es kaum etwas mit der Eröffnung werden.“ Allenfalls die etwas abseits gelegenen „Satellitenplätze“ 7,8 und 9 könnten ein wenig vorgezogen werden und ein paar Tage früher fertig werden. Schneller gehe es nicht und Eile würde sich auch nicht lohnen: „Es soll wieder kälter werden und kräftig regnen soll es auch“, glaubt Brünger, dass die Sehnsucht nach der Rückkehr auf den Platz bei den meisten Spielern in den nächsten Tagen wieder abkühlen wird. Ohnehin hat man beim MTK noch eine Menge zu tun, ehe die Bälle wieder fliegen können. Der Klub baut zum einen eine neue Zaunanlage, die aus dem NRW-Förderprogramm „Moderne Sportstätten“ unterstützt wird. Zum anderen müssen die Mitglieder noch drei unter der eingestürzten Traglufthalle begrabenen Plätze freilegen. „Der Abbau der Halle ist für den 27. und 28. März geplant“, berichtet Brünger. Noch sei das nicht möglich, erst müsste von der Versicherung die Begutachtung der Anfang Februar unter der Schneelast zusammengebrochenen Winterhalle abgeschlossen sein. Erst dann könne man sich überhaupt dieser Plätze annehmen. „Der Zustand im Innern ist unbekannt, erst wenn wir abbauen, sehen wir wie die Plätze aussehen und welche Schäden noch entstanden sind“, fürchtet Brünger vor allem um die Unversehrtheit der kostspieligen Lichtanlage. Beim TSV Petershagen freut sich Helmut Schemmann zwar darüber, dass sein Sport wieder den Corona-Bestimmungen entspricht. Doch damit endet auch schon die Begeisterung des Vorstandsmitglieds in diesen Tagen, denn die Tennis-Freigabe bringt dem Klub nichts. „Von heute auf morgen ist das nicht umzusetzen“, sagt er über die kleine Filzball-Freiheit in NRW. Die Petershäger haben die Eröffnung auf den 24. April gelegt, dann soll es wieder losgehen und nach Monaten des Stillstands auch mit offenen Angeboten für Nichtmitglieder. „Es braucht halt seine Zeit“, sagt Schemmann über die jährliche Pflege der fünf Plätze, am Samstag gehe es los. „Wir machen das ehrenamtlich selbst“, erzählt er, die Corona-Lage mache es nicht leichter: „Wir können nicht mal eben mit 20 Mann rauf auf den Platz, wir werden in kleinen Teams arbeiten müssen“, sagt Schemmann, so gehe es den meisten kleineren Vereinen. Er veranschlagt: „In einer Gut-Wetter-Phase benötigen wir mindestens drei Wochenenden.“ Und danach wünscht er sich „eine Woche schönen Landregen“, damit die erneuerten Plätze perfekt gewässert werden. „Und zwischendurch noch etwas Sonne, dann ist es richtig“, meint Rolf Oestreich. Er ist als Abteilungschef beim TV Sachsenross Hille für die Tennisabteilung zuständig und damit in die Aufarbeitung der vier Plätze eingebunden. Auch er beschreibt einen Prozess, der Ruhe und Zeit benötigt. Ein Unternehmen aus Münster erledige die Hauptarbeit, nehme die alte Asche ab, trage das Ziegelmehl auf und nehme sich der Linien an. „Das haben wir früher selbst gemacht, aber so geht es schneller und professioneller. Die haben andere Geräte als wir und machen das im Frühjahr ja jeden Tag“, erzählt Oestreich. Die Hiller Tennisfreunde würden die weiteren anfallenden Arbeiten erledigen. „Meistens geht es dann Ende April wieder auf den Plätzen los“, lässt Oestreich bei der Terminplanung Gelassenheit walten. Nachfragen zum Saisonstart habe es auch noch nicht gegeben. „Die kennen das alle“, meint der Hiller, nach der Corona-Freigabe für Tennis „hat bei mir keiner angerufen.“ Im Fernsehen habe er aber einen netten Bericht gesehen: „In Dornberg hat der Verein auf einem Parkplatz zwei Plätze angelegt, dort wurde auch gespielt“, meint Oestreich und schmunzelt: „Ein netter Gag.“ Leider mit einem Nachteil: Es fehlen die Fangzäune. „Zum Bälle holen muss man ganz schön laufen“, sagt Oestreich. Eile hat er mit der Rückkehr auf die Plätze nicht, aber einen Wunsch: Weniger Kontakt-Beschränkungen, etwas mehr Freiheit auf der Anlage. „Im letzten Jahr war das Beisammensein nach dem Sport nicht erlaubt. Da fehlte einfach etwas. Ein bisschen Gemütlichkeit nach dem Sport gehört dazu.“

Grünes Licht von der Corona-Schutzverordnung: Tennisplätze werden wieder hergerichtet

Auch wenn zwischendurch die Sonne lockt: Vor der Rückkehr auf die rote Asche müssen die Tennisplätze nach dem Winter wieder für den Spielbetrieb hergerichtet werden. Von heute auf morgen geht das nicht. Foto: Wolfgang Rudolf/NW © Wolfgang Rudolf

Minden. Bestes Frühlingswetter und Grünes Licht von der Corona-Schutzverordnung, die Sport zu zweit unter freiem Himmel wieder erlaubt. Der Tennissport hätte ein Gewinner des Februars werden können. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft eine Lücke. Denn auch, wenn nach langer Wartezeit das Tennisspiel für zwei Sportler mit Abstand wieder erlaubt ist, ist es noch lange nicht möglich. Der Grund: Die Tennisplätze sind längst noch nicht hergerichtet. Die Fans werden ihren Schläger noch nicht wieder auspacken können.

„Wir würden gerne, aber wir können nicht“, beschreibt Monika Brünger die Situation beim Mindener Tennisklub (MTK). „Nach dem ersten Frühlingseinbruch lief das Telefon heiß“, berichtet die Vereinsvorsitzende von großer Lust einiger Klubmitglieder auf die Rückkehr auf die Plätze: „Alle wollten wissen: Wann geht es wieder los?“ Doch Brünger musste die Sportler vertrösten: Es wird noch dauern.

Es brauche Zeit, um die Anlage am Weserstadion für den Spielbetrieb herzurichten, zumal der Wintereinbruch mit knackigem Frost Spuren hinterlassen habe: „Da haben die Plätze nochmal richtig was mitbekommen“, sagt Brünger. Erst in der letzten März-Woche werden die Platzbauer auf der Anlage am Weserstadion anrücken und die Plätze mit frischem Belag versehen. Nach der Pflege müssen die Plätze dann ruhen, damit sich alte und neue Bodenschichten verbinden. „Das braucht seine Zeit“, sagt Brünger, „vor Ostern wird es kaum etwas mit der Eröffnung werden.“ Allenfalls die etwas abseits gelegenen „Satellitenplätze“ 7,8 und 9 könnten ein wenig vorgezogen werden und ein paar Tage früher fertig werden.

Schneller gehe es nicht und Eile würde sich auch nicht lohnen: „Es soll wieder kälter werden und kräftig regnen soll es auch“, glaubt Brünger, dass die Sehnsucht nach der Rückkehr auf den Platz bei den meisten Spielern in den nächsten Tagen wieder abkühlen wird.

Ohnehin hat man beim MTK noch eine Menge zu tun, ehe die Bälle wieder fliegen können. Der Klub baut zum einen eine neue Zaunanlage, die aus dem NRW-Förderprogramm „Moderne Sportstätten“ unterstützt wird. Zum anderen müssen die Mitglieder noch drei unter der eingestürzten Traglufthalle begrabenen Plätze freilegen. „Der Abbau der Halle ist für den 27. und 28. März geplant“, berichtet Brünger. Noch sei das nicht möglich, erst müsste von der Versicherung die Begutachtung der Anfang Februar unter der Schneelast zusammengebrochenen Winterhalle abgeschlossen sein. Erst dann könne man sich überhaupt dieser Plätze annehmen. „Der Zustand im Innern ist unbekannt, erst wenn wir abbauen, sehen wir wie die Plätze aussehen und welche Schäden noch entstanden sind“, fürchtet Brünger vor allem um die Unversehrtheit der kostspieligen Lichtanlage.

Beim TSV Petershagen freut sich Helmut Schemmann zwar darüber, dass sein Sport wieder den Corona-Bestimmungen entspricht. Doch damit endet auch schon die Begeisterung des Vorstandsmitglieds in diesen Tagen, denn die Tennis-Freigabe bringt dem Klub nichts. „Von heute auf morgen ist das nicht umzusetzen“, sagt er über die kleine Filzball-Freiheit in NRW. Die Petershäger haben die Eröffnung auf den 24. April gelegt, dann soll es wieder losgehen und nach Monaten des Stillstands auch mit offenen Angeboten für Nichtmitglieder.

„Es braucht halt seine Zeit“, sagt Schemmann über die jährliche Pflege der fünf Plätze, am Samstag gehe es los. „Wir machen das ehrenamtlich selbst“, erzählt er, die Corona-Lage mache es nicht leichter: „Wir können nicht mal eben mit 20 Mann rauf auf den Platz, wir werden in kleinen Teams arbeiten müssen“, sagt Schemmann, so gehe es den meisten kleineren Vereinen. Er veranschlagt: „In einer Gut-Wetter-Phase benötigen wir mindestens drei Wochenenden.“ Und danach wünscht er sich „eine Woche schönen Landregen“, damit die erneuerten Plätze perfekt gewässert werden.

„Und zwischendurch noch etwas Sonne, dann ist es richtig“, meint Rolf Oestreich. Er ist als Abteilungschef beim TV Sachsenross Hille für die Tennisabteilung zuständig und damit in die Aufarbeitung der vier Plätze eingebunden. Auch er beschreibt einen Prozess, der Ruhe und Zeit benötigt. Ein Unternehmen aus Münster erledige die Hauptarbeit, nehme die alte Asche ab, trage das Ziegelmehl auf und nehme sich der Linien an. „Das haben wir früher selbst gemacht, aber so geht es schneller und professioneller. Die haben andere Geräte als wir und machen das im Frühjahr ja jeden Tag“, erzählt Oestreich. Die Hiller Tennisfreunde würden die weiteren anfallenden Arbeiten erledigen. „Meistens geht es dann Ende April wieder auf den Plätzen los“, lässt Oestreich bei der Terminplanung Gelassenheit walten. Nachfragen zum Saisonstart habe es auch noch nicht gegeben. „Die kennen das alle“, meint der Hiller, nach der Corona-Freigabe für Tennis „hat bei mir keiner angerufen.“ Im Fernsehen habe er aber einen netten Bericht gesehen: „In Dornberg hat der Verein auf einem Parkplatz zwei Plätze angelegt, dort wurde auch gespielt“, meint Oestreich und schmunzelt: „Ein netter Gag.“ Leider mit einem Nachteil: Es fehlen die Fangzäune. „Zum Bälle holen muss man ganz schön laufen“, sagt Oestreich.

Eile hat er mit der Rückkehr auf die Plätze nicht, aber einen Wunsch: Weniger Kontakt-Beschränkungen, etwas mehr Freiheit auf der Anlage. „Im letzten Jahr war das Beisammensein nach dem Sport nicht erlaubt. Da fehlte einfach etwas. Ein bisschen Gemütlichkeit nach dem Sport gehört dazu.“

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