Erste Sprünge im neuen Trikot - Maximilian Busse kehrt in Dortmund nach langer Pause zurück Astrid Plaßhenrich Dortmund. Erst in den Schnee, dann in den Sand: Constantin Lewandowski vollzog einen fliegenden Wechsel. Der Leichtathlet des SV 1860 Minden kehrte am Freitag von der Skifreizeit mit dem Besselgymnasium aus Winterberg zurück, am Samstag startete er bei den Westfalenmeisterschaften in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle im Dreisprung. Dort kam Lewandowski in der Altersklasse U18 auf Platz drei von vier Athleten. Nach langer Verletzungspause nutzte auch der ehemalige Mindener Maximilian Busse die Titelkämpfe im Ruhrgebiet, um Wettkampfpraxis zu sammeln. Der Weitspringer startete dabei erstmals im Trikot der LG Münster. Erst Anfang Dezember ist der Student nach zwei Jahren vom LC Paderborn dorthin gewechselt. „Die Atmosphäre in Paderborn war für den Leistungssport nicht förderlich“, nennt Busse einen Grund.Er ist nicht der einzige Athlet, der den LC verlassen hat. Tatjana Pinto, bei den Olympischen Spielen von Tokio bis ins 100-Meter-Halbfinale gesprintet und mit der Staffel auf Platz fünf, verließ den Verein im Streit. Sie beklagte mangelnde Wertschätzung, fehlende Unterstützung und Behinderungen im Training. Dazu erhielt ihr Coach Thomas Prange, der auch Busse trainierte, eine Abmahnung wegen vereinsschädigenden Verhaltens. Pinto wechselte zum TV Wattenscheid, trainiert aber weiterhin unter Prange – in Paderborn. „Dort, wo Thomas ist, bin ich auch“, sagte Tatjana Pinto über ihren in Minden geborenen Trainer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.Das sieht bei Maximilian Busse anders aus: Er trainiert jetzt in Münster unter Lars Goldbeck. „Der Schritt ist mit Thomas eng abgestimmt gewesen. Er hatte mir sogar vorgeschlagen nach Münster zu wechseln“, sagt Busse. Der kennt Goldbeck bereits seit mehreren Jahren, weil in Luka Herden ein Weitsprung-Konkurrent seines Alters unter ihm trainiert. Der gewann am Wochenende auch mit 7,25 Metern die Westfalenmeisterschaft.Für Busse reichte es mit 6,23 Metern zu Platz fünf von acht Startern in der offenen Klasse. „Ich bin erst seit Anfang Dezember im Training“, sagt der Student. Eine Weite von sieben Metern sei deshalb utopisch gewesen. Busse hatte sich Ende Juli erst einen Muskelfaserriss zugezogen, dann entzündete sich sein Wadenbein. „Ich kann meine Weitsprung-Einheiten nach der Verletzung an einer Hand abzählen“, sagt Busse. Es sei in der erster Linie darum gegangen, dass Goldbeck sieht, wie er sich im Wettkampf verhalte und wie er mit Korrekturen umgehe.Der Wechsel nach Münster bringt für Busse auch einen enormen Zeitaufwand mit sich. Ein Weg von seinem Studienort Bielefeld nach Münster kostet ihn mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwei Stunden pro Strecke. Für ein Training ist Busse dann mal eben sechs Stunden unterwegs. „Deswegen mache ich auch einige Einheiten in Bielefeld“, sagt er.Dazu engagiert sich der 21-Jährige immer montags als Nachwuchstrainer beim SV 1860. Dort erlebt Busse auch Constantin Lewandowski. Der ist nicht nur Hürdenläufer, sondern auch Dreispringer. Und in dieser Disziplin überzeugte er in Dortmund. „Constantin hat seine Bestleistung um etwa einen halben Meter gesteigert“, sagt sein Trainer Adrian Schürmann, „er hat einen guten Wettkampf abgeliefert.“ Lewandowski legte mit 11,59 Metern seinen weitesten Satz hin. Es gewann Justus Lakemper (LG Münster/12,82). Der Dreisprung stellt für die Athleten eine technische Herausforderung dar. Die drei Absprünge „Hop“, „Step“ und „Jump“ sollen sich zu einer harmonischen Schrittfolge verbinden. Lewandowski habe vor allem beim „Step“ Luft nach oben. „Den kann er noch länger machen“, sagt Schürmann.Neben dem Dreispringer lief die ehemalige 1860-Mittelstreckenläuferin Nele Weike (LC Paderborn) die 3.000 Meter in der offenen Klasse. Sie kam in 10:26,17 Minuten auf den zweiten Platz von drei Athletinnen. Am kommenden Samstag nimmt Kugelstoßerin Nike Linnemöller vom SV 1860 Minden bei den Westfalenmeisterschaften teil. Vom SC Porta Westfalica-Nammen startet kein Athlet. Damit ist das Feld aus heimischer Sicht dünn besetzt. „Die Qualifikationsnormen waren relativ hoch, aber es gab nur eine geringe Zahl an Qualifikationswettkämpfen“, nennt Adrian Schürmann Gründe. Auch wollen einige Sportler wegen der Pandemie keine Wettkämpfe bestreiten. „Das wird sich zum Sommer hin aber wieder ändern“, sagt der 1860-Trainer.

Erste Sprünge im neuen Trikot - Maximilian Busse kehrt in Dortmund nach langer Pause zurück

Für Maximilian Busse zählte bei den Westfalenmeisterschaften in Dortmund nicht das Ergebnis. Foto: Wolfgang Birkenstock

Dortmund. Erst in den Schnee, dann in den Sand: Constantin Lewandowski vollzog einen fliegenden Wechsel. Der Leichtathlet des SV 1860 Minden kehrte am Freitag von der Skifreizeit mit dem Besselgymnasium aus Winterberg zurück, am Samstag startete er bei den Westfalenmeisterschaften in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle im Dreisprung. Dort kam Lewandowski in der Altersklasse U18 auf Platz drei von vier Athleten.

Nach langer Verletzungspause nutzte auch der ehemalige Mindener Maximilian Busse die Titelkämpfe im Ruhrgebiet, um Wettkampfpraxis zu sammeln. Der Weitspringer startete dabei erstmals im Trikot der LG Münster. Erst Anfang Dezember ist der Student nach zwei Jahren vom LC Paderborn dorthin gewechselt. „Die Atmosphäre in Paderborn war für den Leistungssport nicht förderlich“, nennt Busse einen Grund.

Er ist nicht der einzige Athlet, der den LC verlassen hat. Tatjana Pinto, bei den Olympischen Spielen von Tokio bis ins 100-Meter-Halbfinale gesprintet und mit der Staffel auf Platz fünf, verließ den Verein im Streit. Sie beklagte mangelnde Wertschätzung, fehlende Unterstützung und Behinderungen im Training. Dazu erhielt ihr Coach Thomas Prange, der auch Busse trainierte, eine Abmahnung wegen vereinsschädigenden Verhaltens. Pinto wechselte zum TV Wattenscheid, trainiert aber weiterhin unter Prange – in Paderborn. „Dort, wo Thomas ist, bin ich auch“, sagte Tatjana Pinto über ihren in Minden geborenen Trainer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Das sieht bei Maximilian Busse anders aus: Er trainiert jetzt in Münster unter Lars Goldbeck. „Der Schritt ist mit Thomas eng abgestimmt gewesen. Er hatte mir sogar vorgeschlagen nach Münster zu wechseln“, sagt Busse. Der kennt Goldbeck bereits seit mehreren Jahren, weil in Luka Herden ein Weitsprung-Konkurrent seines Alters unter ihm trainiert. Der gewann am Wochenende auch mit 7,25 Metern die Westfalenmeisterschaft.

Für Busse reichte es mit 6,23 Metern zu Platz fünf von acht Startern in der offenen Klasse. „Ich bin erst seit Anfang Dezember im Training“, sagt der Student. Eine Weite von sieben Metern sei deshalb utopisch gewesen. Busse hatte sich Ende Juli erst einen Muskelfaserriss zugezogen, dann entzündete sich sein Wadenbein. „Ich kann meine Weitsprung-Einheiten nach der Verletzung an einer Hand abzählen“, sagt Busse. Es sei in der erster Linie darum gegangen, dass Goldbeck sieht, wie er sich im Wettkampf verhalte und wie er mit Korrekturen umgehe.

Der Wechsel nach Münster bringt für Busse auch einen enormen Zeitaufwand mit sich. Ein Weg von seinem Studienort Bielefeld nach Münster kostet ihn mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwei Stunden pro Strecke. Für ein Training ist Busse dann mal eben sechs Stunden unterwegs. „Deswegen mache ich auch einige Einheiten in Bielefeld“, sagt er.

Dazu engagiert sich der 21-Jährige immer montags als Nachwuchstrainer beim SV 1860. Dort erlebt Busse auch Constantin Lewandowski. Der ist nicht nur Hürdenläufer, sondern auch Dreispringer. Und in dieser Disziplin überzeugte er in Dortmund. „Constantin hat seine Bestleistung um etwa einen halben Meter gesteigert“, sagt sein Trainer Adrian Schürmann, „er hat einen guten Wettkampf abgeliefert.“ Lewandowski legte mit 11,59 Metern seinen weitesten Satz hin. Es gewann Justus Lakemper (LG Münster/12,82). Der Dreisprung stellt für die Athleten eine technische Herausforderung dar. Die drei Absprünge „Hop“, „Step“ und „Jump“ sollen sich zu einer harmonischen Schrittfolge verbinden. Lewandowski habe vor allem beim „Step“ Luft nach oben. „Den kann er noch länger machen“, sagt Schürmann.

Neben dem Dreispringer lief die ehemalige 1860-Mittelstreckenläuferin Nele Weike (LC Paderborn) die 3.000 Meter in der offenen Klasse. Sie kam in 10:26,17 Minuten auf den zweiten Platz von drei Athletinnen. Am kommenden Samstag nimmt Kugelstoßerin Nike Linnemöller vom SV 1860 Minden bei den Westfalenmeisterschaften teil. Vom SC Porta Westfalica-Nammen startet kein Athlet. Damit ist das Feld aus heimischer Sicht dünn besetzt. „Die Qualifikationsnormen waren relativ hoch, aber es gab nur eine geringe Zahl an Qualifikationswettkämpfen“, nennt Adrian Schürmann Gründe. Auch wollen einige Sportler wegen der Pandemie keine Wettkämpfe bestreiten. „Das wird sich zum Sommer hin aber wieder ändern“, sagt der 1860-Trainer.

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