Ehemalige Bundesliga-Dartsspieler Ingo Vogt und Philipp Gerwing mischen die Verbandsliga auf Thomas Kühlmann Porta Westfalica. Sie haben die Bundesliga-Bühne aus Diedersen gegen die scheinbar wesentlich entspanntere Variante Verbandsliga in Holzhausen/Porta getauscht – und ihren Entschluss noch keine Minute bereut: Die beiden Dartsspieler Ingo Vogt aus Bückeburg und Philipp Gerwing aus Stemmen sind seit 2019 feste Größten im Darts-Team des TuS HoPo und haben mit den Portanern noch einiges vor. Ihren Wechsel aus der sportlichen Eliteklasse in die vierte Liga empfinden sie keinesfalls als sportlichen Abstieg. Im Gegenteil. „Die Chemie hat sofort gestimmt. Wir kannten uns schließlich schon von mehreren Turnieren. So brauchte ich nicht lange überlegen, als mich die Portaner fragten, ob ich nicht zu ihnen wechseln wollte“, erklärt Ingo Vogt. Er wie auch Philipp Gerwing hatten seit dreieinhalb Jahren immer wieder an der Turnierserie der Portaner jeden Donnerstag teilgenommen und schnell Freundschaften zu den Mannen um Jörg Schäfer-Messerschmid und Carsten Bartsch geknüpft. „Wir wurden mit offenen Armen empfangen. Und die Jungs in Porta haben noch Biss, etwas Größeres zu erreichen. Dazu möchte ich mit meiner Erfahrung gern beitragen“, sagt der 40-jährige Vogt, der mit sieben Jahren mit dem Pfeile werfen angefangen hat und seine Qualitäten größtenteils auf sein Naturtalent schiebt: „Ich bin nicht gerade der Trainingsfleißigste, vieles ist einfach Intuition. Ich spiele aus Spaß, aus dem Spaß soll schließlich keine lästige und nervige Arbeit werden.“ Nervig war für ihn zuletzt die Zeit in Diedersen, wo er, ebenso wie Pilipp Gerwing, seit dem Bundesliga-Aufstieg 2009 gespielt hat. „Zuletzt passten Aufwand und Ertrag nicht mehr zusammen. Die Fahrten für uns als kleines Team aus Niedersachsen waren schon sehr weit, so dass man an den Spieltagen am Wochenende meist morgens um sechs Uhr losfuhr und erst tags darauf in den frühen Morgenstunden wieder daheim war“, sah sich Vogt an Wochenenden mehr und mehr komplett für den Sport ausgebucht. „Hinzu kam, dass es so gut wie keine finanzielle Unterstützung gab und die Leistung letztlich gar nicht honoriert wurde. Irgendwann ist dann die Luft raus und man muss sich Gedanken machen, ob sich der Aufwand lohnt“, war Vogt an einem Wendepunkt in seiner sportlichen Karriere angekommen. Diese Karriere hat nun in Holzhausen aber wieder an Fahrt aufgenommen. „Der Spaß am Spiel ist wieder ungebrochen“, sagt Soldat Vogt. Nicht zuletzt dank der Qualitäten von Vogt und Philipp Gerwing rangieren die Portaner momentan – aktuell ist der Spielbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie bekanntlich ausgesetzt – verlustpunktfrei an der Tabellenspitze der Verbandsliga. „Wir wollen am Ende der Saison auf jeden Fall mindestens unter die ersten Drei in der Tabelle, vielleicht ist ja sogar der Aufstieg in die 3. Liga drin“, macht sich auch TuS Holzhausen/Portas Ur-Gestein Jörg Schäfer-Messerschmid Hoffnungen auf den vielleicht nächsten überragenden Saisonabschluss. Seit der Gründung der Abteilung ist es sportlich stets bergauf gegangen – Ende offen. Berufssoldat Philipp Gerwing (33), begann 21012 mit dem Dartspiel und hat sich auch rasch nach oben gekämpft. Ebenso wie sein Soldatenkollege Carsten Bartsch in Bückeburg stationiert, war er nach seinem steilen Aufstieg von Bekannten angesprochen worden, ob er nicht in Diedersen in der Bundesliga spielen wolle. Gesagt, getan. Wie Vogt gehörte auch Gerwing lange dem erfolgreichen Diederser Team in der Eliteklasse an und ist in puncto Trainingsfleiß seinem Freund Vogt einiges voraus. Auch Gerwing lockte die sportliche Herausforderung an die Porta. „Ich bin mal gespannt, wie weit uns der Weg noch nach oben führen wird“, sagt er. In Holzhausen finden die beiden optimale Bedingungen vor. Die ursprünglich auf zwei Boards angelegte Anlage im Vereinsheim des TuS Holzhausen/Porta ist in Eigenarbeit und mit der Hilfe von Sponsoren auf eine Sechs-Board-Anlage ausgebaut worden, die problemlos noch um zwei Boards erweitert werden kann. „Für den Fall, dass alle drei Mannschaften des TuS HoPo mal gleichzeitig Heimrecht haben, sind wir daher bestens gewappnet. Darüber hinaus haben wir eine 32-Board-Mobilanlage, um bei Großturnieren auch als Co-Veranstalter auftreten zu können“, sagt Carsten Bartsch voller Stolz. Training nach gewissen Vorgaben halten die beiden Routiniers Vogt und Gerwing eher für nicht so vorteilhaft. „Es bestehen am Ende doch häufig große Diskrepanzen zwischen Training und Wettkampf, denn vielen spielen hier und da im Ernstfall die Nerven einen Streich. Und mal ehrlich, was bringt es mir, die Doppelfelder zu üben, wenn ich im Wettkampf nie dazu komme, auf Doppelfelder zu werfen“, erklärt Vogt. „Klar hat jeder seine Lieblings-Dreier- und Doppel-Felder. Doch letztlich sollte jeder alle Doppel-und Dreier-Felder beherrschen“, fährt er fort. Auch in puncto Material haben Vogt und Gerwing eine klare Meinung, angesprochen auf die richtigen Darts und Flights: „Es ist so wie bei einem 1.000-Euro-Fahrrad und einem 10.000-Euro-Exemplar. Treten muss man am Ende noch selber und alleine. So ist es auch bei den Pfeilen. Jeder muss wissen, mit welchem Material er am besten zurechtkommt. Da muss das teure nicht immer das bessere sein. Vielmehr kommt es auf die Qualitäten den Spielers an“, erläutert Gerwing, für den der Niederländer Michael van Gerwen das große Vorbild darstellt, während Vogt schmunzelnd scherzt: Beim Thema Vorbild schau ich am liebsten in den Spiegel“. Das nennt man mal gesundes Selbstbewusstsein. Doch Vogt wusste auch, warum er immer besser werden wollte, und das möglichst schnell. „Meine Motivation zu gewinnen kam immer daher, dass der, der gewinnt, nicht die Punkt aufschreiben brauchte. So ist es auch Michael van Gerwen gegangen. Auch er hat als Schreiber angefangen und am Anfang mehr Geld als Schreiber als durch das Werfen der Pfeile verdient“, erinnert sich der Bückeburger., der beim letzten Ranglisten-Turnier für DM im vergangenen Jahr in der Sporthalle Süd in Hausberge ganz oben auf dem Treppchen stand – unter 240 Teilnehmern.

Ehemalige Bundesliga-Dartsspieler Ingo Vogt und Philipp Gerwing mischen die Verbandsliga auf

Daumen hoch für eine weiterhin erfolgreiche Verbandsliga-Saison: Zusammen mit den Portaner Urgesteinen Jörg Schäfer-Messerschmid (von links) und Carsten Bartsch sind die beiden ehemaligen Bundesligaspieler Philipp Gerwing und Ingo Vogt mit dem TuS Holzhausen/Porta auf Erfolgskurs. MT-Foto: Thomas Kühlmann © Thomas Kühlmann

Porta Westfalica. Sie haben die Bundesliga-Bühne aus Diedersen gegen die scheinbar wesentlich entspanntere Variante Verbandsliga in Holzhausen/Porta getauscht – und ihren Entschluss noch keine Minute bereut: Die beiden Dartsspieler Ingo Vogt aus Bückeburg und Philipp Gerwing aus Stemmen sind seit 2019 feste Größten im Darts-Team des TuS HoPo und haben mit den Portanern noch einiges vor. Ihren Wechsel aus der sportlichen Eliteklasse in die vierte Liga empfinden sie keinesfalls als sportlichen Abstieg. Im Gegenteil.

„Die Chemie hat sofort gestimmt. Wir kannten uns schließlich schon von mehreren Turnieren. So brauchte ich nicht lange überlegen, als mich die Portaner fragten, ob ich nicht zu ihnen wechseln wollte“, erklärt Ingo Vogt. Er wie auch Philipp Gerwing hatten seit dreieinhalb Jahren immer wieder an der Turnierserie der Portaner jeden Donnerstag teilgenommen und schnell Freundschaften zu den Mannen um Jörg Schäfer-Messerschmid und Carsten Bartsch geknüpft. „Wir wurden mit offenen Armen empfangen. Und die Jungs in Porta haben noch Biss, etwas Größeres zu erreichen. Dazu möchte ich mit meiner Erfahrung gern beitragen“, sagt der 40-jährige Vogt, der mit sieben Jahren mit dem Pfeile werfen angefangen hat und seine Qualitäten größtenteils auf sein Naturtalent schiebt: „Ich bin nicht gerade der Trainingsfleißigste, vieles ist einfach Intuition. Ich spiele aus Spaß, aus dem Spaß soll schließlich keine lästige und nervige Arbeit werden.“

Nervig war für ihn zuletzt die Zeit in Diedersen, wo er, ebenso wie Pilipp Gerwing, seit dem Bundesliga-Aufstieg 2009 gespielt hat. „Zuletzt passten Aufwand und Ertrag nicht mehr zusammen. Die Fahrten für uns als kleines Team aus Niedersachsen waren schon sehr weit, so dass man an den Spieltagen am Wochenende meist morgens um sechs Uhr losfuhr und erst tags darauf in den frühen Morgenstunden wieder daheim war“, sah sich Vogt an Wochenenden mehr und mehr komplett für den Sport ausgebucht. „Hinzu kam, dass es so gut wie keine finanzielle Unterstützung gab und die Leistung letztlich gar nicht honoriert wurde. Irgendwann ist dann die Luft raus und man muss sich Gedanken machen, ob sich der Aufwand lohnt“, war Vogt an einem Wendepunkt in seiner sportlichen Karriere angekommen.

Diese Karriere hat nun in Holzhausen aber wieder an Fahrt aufgenommen. „Der Spaß am Spiel ist wieder ungebrochen“, sagt Soldat Vogt. Nicht zuletzt dank der Qualitäten von Vogt und Philipp Gerwing rangieren die Portaner momentan – aktuell ist der Spielbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie bekanntlich ausgesetzt – verlustpunktfrei an der Tabellenspitze der Verbandsliga. „Wir wollen am Ende der Saison auf jeden Fall mindestens unter die ersten Drei in der Tabelle, vielleicht ist ja sogar der Aufstieg in die 3. Liga drin“, macht sich auch TuS Holzhausen/Portas Ur-Gestein Jörg Schäfer-Messerschmid Hoffnungen auf den vielleicht nächsten überragenden Saisonabschluss. Seit der Gründung der Abteilung ist es sportlich stets bergauf gegangen – Ende offen.

Berufssoldat Philipp Gerwing (33), begann 21012 mit dem Dartspiel und hat sich auch rasch nach oben gekämpft. Ebenso wie sein Soldatenkollege Carsten Bartsch in Bückeburg stationiert, war er nach seinem steilen Aufstieg von Bekannten angesprochen worden, ob er nicht in Diedersen in der Bundesliga spielen wolle. Gesagt, getan. Wie Vogt gehörte auch Gerwing lange dem erfolgreichen Diederser Team in der Eliteklasse an und ist in puncto Trainingsfleiß seinem Freund Vogt einiges voraus.

Auch Gerwing lockte die sportliche Herausforderung an die Porta. „Ich bin mal gespannt, wie weit uns der Weg noch nach oben führen wird“, sagt er. In Holzhausen finden die beiden optimale Bedingungen vor. Die ursprünglich auf zwei Boards angelegte Anlage im Vereinsheim des TuS Holzhausen/Porta ist in Eigenarbeit und mit der Hilfe von Sponsoren auf eine Sechs-Board-Anlage ausgebaut worden, die problemlos noch um zwei Boards erweitert werden kann. „Für den Fall, dass alle drei Mannschaften des TuS HoPo mal gleichzeitig Heimrecht haben, sind wir daher bestens gewappnet. Darüber hinaus haben wir eine 32-Board-Mobilanlage, um bei Großturnieren auch als Co-Veranstalter auftreten zu können“, sagt Carsten Bartsch voller Stolz.

Training nach gewissen Vorgaben halten die beiden Routiniers Vogt und Gerwing eher für nicht so vorteilhaft. „Es bestehen am Ende doch häufig große Diskrepanzen zwischen Training und Wettkampf, denn vielen spielen hier und da im Ernstfall die Nerven einen Streich. Und mal ehrlich, was bringt es mir, die Doppelfelder zu üben, wenn ich im Wettkampf nie dazu komme, auf Doppelfelder zu werfen“, erklärt Vogt. „Klar hat jeder seine Lieblings-Dreier- und Doppel-Felder. Doch letztlich sollte jeder alle Doppel-und Dreier-Felder beherrschen“, fährt er fort. Auch in puncto Material haben Vogt und Gerwing eine klare Meinung, angesprochen auf die richtigen Darts und Flights: „Es ist so wie bei einem 1.000-Euro-Fahrrad und einem 10.000-Euro-Exemplar. Treten muss man am Ende noch selber und alleine. So ist es auch bei den Pfeilen. Jeder muss wissen, mit welchem Material er am besten zurechtkommt. Da muss das teure nicht immer das bessere sein. Vielmehr kommt es auf die Qualitäten den Spielers an“, erläutert Gerwing, für den der Niederländer Michael van Gerwen das große Vorbild darstellt, während Vogt schmunzelnd scherzt: Beim Thema Vorbild schau ich am liebsten in den Spiegel“.

Das nennt man mal gesundes Selbstbewusstsein. Doch Vogt wusste auch, warum er immer besser werden wollte, und das möglichst schnell. „Meine Motivation zu gewinnen kam immer daher, dass der, der gewinnt, nicht die Punkt aufschreiben brauchte. So ist es auch Michael van Gerwen gegangen. Auch er hat als Schreiber angefangen und am Anfang mehr Geld als Schreiber als durch das Werfen der Pfeile verdient“, erinnert sich der Bückeburger., der beim letzten Ranglisten-Turnier für DM im vergangenen Jahr in der Sporthalle Süd in Hausberge ganz oben auf dem Treppchen stand – unter 240 Teilnehmern.

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