Dieser Mann steht für Volleyball in Minden: Peter Mehwald wird 80 Jahre alt Thomas Kühlmann Minden. Er war Protagonist so mancher Schlagzeile in der heimischen Presse. Ob als „Polter-Peter“, der mit deftigen Worten das mangelnde Engagement vieler Mitglieder im eigenen Verein anprangerte, oder als „Verwalter statt des gewünschten Gestalters“, wo er den Stillstand im heimischen Volleyball beklagte bis hin zum Initiator von „Mehwalds Medienoffensive“, in deren Zuge er sich über die für ihn viel zu geringe Publikation „seiner“ Sportart in der Presse aufregte: Peter Mehwald hat stets klare Kante gezeigt. Als Mitbegründer und Chef des 1. Volleyball-Clubs Minden sowie als Vorsitzender des Volleyball-Kreises Minden-Ravensberg ist er aus der heimischen Volleyball-Szene immer noch nicht wegzudenken. Am kommenden Montag feiert „Mr. Volleyball“ seinen 80. Geburtstag. Als exzellenter Fachmann mit besten Beziehungen bis in die Spitze des Deutschen Volleyball-Verbandes wie auch als akribischer Arbeiter für seinen Klub und den Verband genießt der Jubilar seit Jahrzehnten höchste Wertschätzung. Ob aktive Volleyball-Größen oder namhafte Funktionäre – Mehwald kennt sie alle, und alle kennen ihn. „Es ist seit fast 50 Jahren kein Tag vergangen, an dem ich mich nicht irgendwie um Volleyball gekümmert habe. Und es ändert sich auch nichts“, ist seine Leidenschaft ungebrochen. Nicht zuletzt dank seiner hervorragenden Vernetzung, seiner verlässlichen Arbeit und dem begnadeten Organisationstalent sind Minden einige Volleyball-Leckerbissen beschert worden, die es ohne den rastlosen Perfektionisten mit dem beispiellosen Namen- und Zahlengedächtnis nicht gegeben hätte. So erlebte Minden neben mehreren Frauen- und Jugend-Länderspielen sowie einigen Mehr-Nationen-Turnieren im Jahr 1990 auch das WM-Qualifikationsspiel der Frauen zwischen Deutschland und Ungarn in der übervollen Mindener Kreissporthalle. Mehwald erinnert sich genau. „Nachdem Bremen abgesagt hatte, sprang der 1. VC Minden für die Ausrichtung ein. Von unserer Geschäftsstelle habe ich gesehen, wie der gesamte Vorplatz der Kreissporthalle voll von Menschen war. Ich hatte mich schon darauf eingerichtet, Leute abzuweisen, als der damalige Frauen-Bundestrainer Matthias Eichinger zu mir kam und mich anflehte, alle reinzulassen und sogar auf dem Hallenboden um das Spielfeld zu positionieren. So waren mehr als 3.000 Fans in der Halle und haben die deutsche Mannschaft zum Sieg getrieben.“ Auch das Trainingslager der deutschen Frauen-Nationalmannschaft im September 2014 unter dem damaligen Bundestrainer Giovanni Guidetti ist im Gedächtnis festgebrannt. „Die Mannschaft musste in der neuen Halle des Besselgymnasiums trainieren und Giovanni zeigte mit dem Finger nach oben. Er meinte damit, dass die Halle viel zu niedrig sei. Doch nach einer Woche wollte er die Stätte nicht mehr verlassen und nur noch dort üben. Am Ende sprang noch ein 3:0-Sieg gegen Belgien in der Kampa-Halle heraus“, erinnert sich Mehwald. Die mehrmalige Ausrichtung der Volleyball-Senioren-DM in allen Mindener Sporthallen oder die mehr als 35 Auflagen des Mindener Volleyball-Turniers zählen ebenfalls zu Höhepunkten. De Liste der Highlights ließe sich fortsetzen. Am 4. Oktober 1941 in Breslau geboren, kommt Peter Mehwald nach seinem Abitur am Mindener Besselgymnasium 1962 anschließend während des Lehramtsstudiums erstmals mit Volleyball in Verbindung. Es entsteht eine Leidenschaft, die ihn nicht mehr loslässt. „Die Initialzündung waren dann natürlich die Olympischen Spiele in München 1972. Dort haben wir Karten für das Frauen-Finale bekommen und den 3:2-Sieg der Sowjetunion gegen Japan bewundert – zwei Tage nach dem Attentat“, hat Mehwald auch dieses Ereignis im Gedächtnis gespeichert. Es folgt der Volleyball im Kollegiumssport sowie 1975 die Gründung des Volleyball-Vereins „Schulsportgemeinschaft im Hahler Feld“ (SSG). 1987 entsteht nach dem Anschluss der Volleyball-Abteilung des TSV Hahlen der 1. VC Minden, dem später auch noch die Volleyballer von GWD Minden beitreten. Chef von Beginn an bis heute: Peter Mehwald. Als Aktiver war der später bis zum Direktor der Gesamtschule Hüllhorst aufgestiegene Lehrer bis zum Jahr 2007 am Ball. Mehwald wird Vorsitzender des Volleyballkreises Minden-Lübbecke (später Minden-Ravensberg), zwischendurch hat er auch den Präsidentenposten beim Westdeutschen Volleyball-Verband inne. Spätere Profis und Nationalspieler wie Donata Huebert, Eugen Bakumowski und Till Lieber haben in der Jugend des 1. VC Minden ihr Handwerk gelernt. „Bei meiner Arbeit ist mir die soziale Integration immer wichtig gewesen“, gibt Mehwald zu verstehen. Beste Beispiele sind die Verpflichtung der hauptamtlichen Trainer Juri Kudrizki und Juri Chabrouski, die beim 1. VC Minden ein hervorragendes Umfeld vorfanden und dies mit erfolgreicher Arbeit zurückgezahlt haben, sowie bis heute auch das Engagement von Flüchtlingen in ehrenamtlichen Aufgaben. Auch als fachkundiger Stadtführer für Minden und die umliegenden Sehenswürdigkeiten hat sich der Pensionär dank seiner Detailkenntnis einen Namen gemacht. Die Ruhe für seine Aufgaben holt er sich nicht zuletzt bei seiner Ehefrau Kirsten, dem Bobtail-Hund „Pippa“ und bei seinem dritten großen Hobby: der Gartenarbeit. Zu seinem Ehrentag am Montag hat seine gesamte Patchwork-Familie ihr Erscheinen zugesagt. „Ich freue mich wahnsinnig, dass alle zugesagt haben“, sagt Mehwald, der aus guter Gewohnheit auch den Ehrentag beplant hat: „Zwischen den Mahlzeiten wird es dann auch altersgerechten Sport geben. Für Enkel bis Großeltern.“ „Mit 17 hat man noch Träume“, sang einst Schlagerstar Peggy March. Peter Mehwald hat auch mit 80 noch Ziele. „Der Bau einer Beachvolleyball-Anlage mit sechs Spielfeldern im Sportpark Zähringerallee liegt mir am Herzen. Erworben ist das Areal von der Stadt bereits“, sagt der Volleyball-Guru mit leuchtenden Augen. Ist die Anlage dann einmal fertig, dürfte dies mit Sicherheit erneut eine Mehwald-Schlagzeile wert sein.

Dieser Mann steht für Volleyball in Minden: Peter Mehwald wird 80 Jahre alt

Auch als angehender „80er“ noch fit und fidel: Peter Mehwald mit seiner Ehefrau Kirsten und seinem Bobtail „Pippa“. MT-Foto: Thomas Kühlmann

Minden. Er war Protagonist so mancher Schlagzeile in der heimischen Presse. Ob als „Polter-Peter“, der mit deftigen Worten das mangelnde Engagement vieler Mitglieder im eigenen Verein anprangerte, oder als „Verwalter statt des gewünschten Gestalters“, wo er den Stillstand im heimischen Volleyball beklagte bis hin zum Initiator von „Mehwalds Medienoffensive“, in deren Zuge er sich über die für ihn viel zu geringe Publikation „seiner“ Sportart in der Presse aufregte: Peter Mehwald hat stets klare Kante gezeigt. Als Mitbegründer und Chef des 1. Volleyball-Clubs Minden sowie als Vorsitzender des Volleyball-Kreises Minden-Ravensberg ist er aus der heimischen Volleyball-Szene immer noch nicht wegzudenken. Am kommenden Montag feiert „Mr. Volleyball“ seinen 80. Geburtstag.

Als exzellenter Fachmann mit besten Beziehungen bis in die Spitze des Deutschen Volleyball-Verbandes wie auch als akribischer Arbeiter für seinen Klub und den Verband genießt der Jubilar seit Jahrzehnten höchste Wertschätzung. Ob aktive Volleyball-Größen oder namhafte Funktionäre – Mehwald kennt sie alle, und alle kennen ihn. „Es ist seit fast 50 Jahren kein Tag vergangen, an dem ich mich nicht irgendwie um Volleyball gekümmert habe. Und es ändert sich auch nichts“, ist seine Leidenschaft ungebrochen. Nicht zuletzt dank seiner hervorragenden Vernetzung, seiner verlässlichen Arbeit und dem begnadeten Organisationstalent sind Minden einige Volleyball-Leckerbissen beschert worden, die es ohne den rastlosen Perfektionisten mit dem beispiellosen Namen- und Zahlengedächtnis nicht gegeben hätte.

So erlebte Minden neben mehreren Frauen- und Jugend-Länderspielen sowie einigen Mehr-Nationen-Turnieren im Jahr 1990 auch das WM-Qualifikationsspiel der Frauen zwischen Deutschland und Ungarn in der übervollen Mindener Kreissporthalle. Mehwald erinnert sich genau. „Nachdem Bremen abgesagt hatte, sprang der 1. VC Minden für die Ausrichtung ein. Von unserer Geschäftsstelle habe ich gesehen, wie der gesamte Vorplatz der Kreissporthalle voll von Menschen war. Ich hatte mich schon darauf eingerichtet, Leute abzuweisen, als der damalige Frauen-Bundestrainer Matthias Eichinger zu mir kam und mich anflehte, alle reinzulassen und sogar auf dem Hallenboden um das Spielfeld zu positionieren. So waren mehr als 3.000 Fans in der Halle und haben die deutsche Mannschaft zum Sieg getrieben.“

Auch das Trainingslager der deutschen Frauen-Nationalmannschaft im September 2014 unter dem damaligen Bundestrainer Giovanni Guidetti ist im Gedächtnis festgebrannt. „Die Mannschaft musste in der neuen Halle des Besselgymnasiums trainieren und Giovanni zeigte mit dem Finger nach oben. Er meinte damit, dass die Halle viel zu niedrig sei. Doch nach einer Woche wollte er die Stätte nicht mehr verlassen und nur noch dort üben. Am Ende sprang noch ein 3:0-Sieg gegen Belgien in der Kampa-Halle heraus“, erinnert sich Mehwald.

Die mehrmalige Ausrichtung der Volleyball-Senioren-DM in allen Mindener Sporthallen oder die mehr als 35 Auflagen des Mindener Volleyball-Turniers zählen ebenfalls zu Höhepunkten. De Liste der Highlights ließe sich fortsetzen.

Am 4. Oktober 1941 in Breslau geboren, kommt Peter Mehwald nach seinem Abitur am Mindener Besselgymnasium 1962 anschließend während des Lehramtsstudiums erstmals mit Volleyball in Verbindung. Es entsteht eine Leidenschaft, die ihn nicht mehr loslässt. „Die Initialzündung waren dann natürlich die Olympischen Spiele in München 1972. Dort haben wir Karten für das Frauen-Finale bekommen und den 3:2-Sieg der Sowjetunion gegen Japan bewundert – zwei Tage nach dem Attentat“, hat Mehwald auch dieses Ereignis im Gedächtnis gespeichert.

Es folgt der Volleyball im Kollegiumssport sowie 1975 die Gründung des Volleyball-Vereins „Schulsportgemeinschaft im Hahler Feld“ (SSG). 1987 entsteht nach dem Anschluss der Volleyball-Abteilung des TSV Hahlen der 1. VC Minden, dem später auch noch die Volleyballer von GWD Minden beitreten. Chef von Beginn an bis heute: Peter Mehwald. Als Aktiver war der später bis zum Direktor der Gesamtschule Hüllhorst aufgestiegene Lehrer bis zum Jahr 2007 am Ball.

Mehwald wird Vorsitzender des Volleyballkreises Minden-Lübbecke (später Minden-Ravensberg), zwischendurch hat er auch den Präsidentenposten beim Westdeutschen Volleyball-Verband inne. Spätere Profis und Nationalspieler wie Donata Huebert, Eugen Bakumowski und Till Lieber haben in der Jugend des 1. VC Minden ihr Handwerk gelernt. „Bei meiner Arbeit ist mir die soziale Integration immer wichtig gewesen“, gibt Mehwald zu verstehen. Beste Beispiele sind die Verpflichtung der hauptamtlichen Trainer Juri Kudrizki und Juri Chabrouski, die beim 1. VC Minden ein hervorragendes Umfeld vorfanden und dies mit erfolgreicher Arbeit zurückgezahlt haben, sowie bis heute auch das Engagement von Flüchtlingen in ehrenamtlichen Aufgaben.

Auch als fachkundiger Stadtführer für Minden und die umliegenden Sehenswürdigkeiten hat sich der Pensionär dank seiner Detailkenntnis einen Namen gemacht. Die Ruhe für seine Aufgaben holt er sich nicht zuletzt bei seiner Ehefrau Kirsten, dem Bobtail-Hund „Pippa“ und bei seinem dritten großen Hobby: der Gartenarbeit. Zu seinem Ehrentag am Montag hat seine gesamte Patchwork-Familie ihr Erscheinen zugesagt. „Ich freue mich wahnsinnig, dass alle zugesagt haben“, sagt Mehwald, der aus guter Gewohnheit auch den Ehrentag beplant hat: „Zwischen den Mahlzeiten wird es dann auch altersgerechten Sport geben. Für Enkel bis Großeltern.“

„Mit 17 hat man noch Träume“, sang einst Schlagerstar Peggy March. Peter Mehwald hat auch mit 80 noch Ziele. „Der Bau einer Beachvolleyball-Anlage mit sechs Spielfeldern im Sportpark Zähringerallee liegt mir am Herzen. Erworben ist das Areal von der Stadt bereits“, sagt der Volleyball-Guru mit leuchtenden Augen. Ist die Anlage dann einmal fertig, dürfte dies mit Sicherheit erneut eine Mehwald-Schlagzeile wert sein.

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Sportmix