Die Motoren dröhnen wieder: Speedway-Fahrer geben in Neuenknick Gas Thomas Kühlmann Petershagen. Die Motoren dröhnen, die Ketten werden immer wieder mit Öl besprüht, Benzingeruch liegt in der Luft: Mit dem ersten öffentlichen Training nach mehr als sieben Monaten Corona-Pause haben auch die Speedwayfahrer des SC Neuenknick einen wichtigen Schritt zurück in die Normalität getätigt. „An jedem Tag unserer zweitägigen Trainingssession waren 22 Fahrer zugelassen, um die Abstände einzuhalten. Normalerweise haben wir hier 40 bis 50 Teilnehmer. Daher waren diese 22 Trainingsplätze im Nu vergriffen“, berichtet Mario Hauke, Vorsitzender des SC Neuenknick, bevor er sich auf einem großen Bulldog mit angehängter Egge auf den Weg macht, um die Bahn zu präparieren. Derweil haben sich die Fahrer hintereinander aufgestellt, um abwechselnd die ersten Proberunden nach so langer Pause zu drehen. Dabei sind die Mitglieder des SC Neuenknick keinesfalls unter sich. „Die Trainings beim Speedway sind jeweils öffentlich, so dass wir neben unseren Eigengewächsen auch Gäste aus nah und fern haben. Die nächste Anreise betrug dabei 30 Kilometer, die weiteste knapp 500“, sagt Hauke: „Es ist ein super Gefühl, dass es endlich wieder losgeht. Ich dachte schon, vergangenes Jahr wäre schlimm mit den Regeln gewesen. Doch in diesem Jahr ist es seit März und dem Inkrafttreten der Bundesnotbremse ja noch viel heftiger gewesen.“ Jetzt freut er sich über den schnellen Rückgang der Inzidenzzahlen und die massive Lockerung der Corona-Einschränkungen. „Vorsichtshalber hatten wir aber alle Veranstaltungen erst einmal abgesagt“, so Hauke. Und dann knallen sie los. Die Hobby-Piloten ebenso wie die Lizenzfahrer. Dennis Poltrich und Robin Trusch aus Versmold und Dissen sind mit ihrem Gespann nach Neuenknick gekommen und dürfen zuerst auf die Bahn. Nach sechs Runden haben sie erste Eindrücke gewonnen und ziehen sich wieder ins Fahrerlager zurück, um an der Maschine zu schrauben und Feinabstimmungen vorzunehmen. „Bei uns darf jeder trainieren, der möchte. Dabei verfolgen Hobby-Piloten und Lizenzfahrer natürlich ganz unterschiedliche Zwecke. Während die Lizenzfahrer Ketten, Einstellungen und Motoren testen und ständig auf der Suche nach der Optimierung ihrer Maschinen sind, schwingen sich die Hobbyfahrer einfach auf die Motorräder und wollen nur ihren Spaß haben“, erklärt Hauke. Um genaue Erkenntnisse zu bekommen, absolvieren die Lizenzfahrer zwischen vier und sechs Umläufe, während die Hobby-Fahrer „so lange fahren, bis der Sprit alle oder die Puste weg ist“, schmunzelt der Clubchef, der vor versammelter Mannschaft ein Lob und einen großen Dank an Neuenknicks Ortsbürgermeister Stefan Wiesinger für die tatkräftige Unterstützung bei der Wiederaufnahme des Trainings ausspricht. „Wir haben in jüngster Vergangenheit in ständigem Kontakt mit Stadt und Kreis gestanden, um zu sehen, was möglich ist. Da hat unser Ortsbürgermeister uns toll unterstützt“, schildert Hauke. Tags zuvor hatte schon in Luca Wachs aus Werlte im Emsland ein ganz junges Talent seine Runden auf dem weiten Oval gedreht. Wachs ist erst sechs Jahre alt und schon seit drei Jahren im Motorsport unterwegs. „Anfangs hat er noch ein Motorrad mit Hilfsrädern gehabt, jetzt hat er gerade einen neuen Motor gesponsert bekommen und wollte diesen vor seinem ersten Rennen in naher Zukunft erst einmal testen“, unterstreicht sein Opa Oliver Wachs, dass bei der Familie das Benzin im Blut fließt. Luca ist nämlich Sohn des deutschen Langbahnmeisters von 2019, Fabian Wachs. Dessen Bruder Timo war seinerzeit Zweiter geworden. Und auch Opa „Olli“ gehört auf der Anlage des SC Neunenknick fast schon zum Inventar. „Ich bin jetzt seit mehr als 30 Jahren hier und kann fast gar nicht ohne Speedway“, scherzt er, der sich um den logistischen Service kümmert. Auch sein Enkel kommt nach ihm: „Nach den ersten Trainingsrunden kam er zu mir und sagte: Opa, die Maschine schlägt hinten in den Kurven etwas aus, aber das kriege ich schon in den Griff. Wie bei einem alten Hasen kam das bei ihm aus dem Mund“, freute sich Großvater Wachs, dass die Speedway-Tradition weiterlebt. Nach vier Stunden ist die Trainingssession am Sonntag beendet. Alle 14 Tage bis drei Wochen bietet der SC Neuenknick das Training an, bis im Lindenaustadion auch bei den Rennen hoffentlich bald wieder die Motoren dröhnen dürfen.

Die Motoren dröhnen wieder: Speedway-Fahrer geben in Neuenknick Gas

Auch Niels Oliver Wessel aus Schwarme im Landkreis Diepholz drehte erstmals seit Oktober wieder Trainingsrunden im Hexenkessel von Neuenknick. MT-Foto: Thomas Kühlmann © Thomas Kühlmann

Petershagen. Die Motoren dröhnen, die Ketten werden immer wieder mit Öl besprüht, Benzingeruch liegt in der Luft: Mit dem ersten öffentlichen Training nach mehr als sieben Monaten Corona-Pause haben auch die Speedwayfahrer des SC Neuenknick einen wichtigen Schritt zurück in die Normalität getätigt.

„An jedem Tag unserer zweitägigen Trainingssession waren 22 Fahrer zugelassen, um die Abstände einzuhalten. Normalerweise haben wir hier 40 bis 50 Teilnehmer. Daher waren diese 22 Trainingsplätze im Nu vergriffen“, berichtet Mario Hauke, Vorsitzender des SC Neuenknick, bevor er sich auf einem großen Bulldog mit angehängter Egge auf den Weg macht, um die Bahn zu präparieren.

Derweil haben sich die Fahrer hintereinander aufgestellt, um abwechselnd die ersten Proberunden nach so langer Pause zu drehen. Dabei sind die Mitglieder des SC Neuenknick keinesfalls unter sich. „Die Trainings beim Speedway sind jeweils öffentlich, so dass wir neben unseren Eigengewächsen auch Gäste aus nah und fern haben. Die nächste Anreise betrug dabei 30 Kilometer, die weiteste knapp 500“, sagt Hauke: „Es ist ein super Gefühl, dass es endlich wieder losgeht. Ich dachte schon, vergangenes Jahr wäre schlimm mit den Regeln gewesen. Doch in diesem Jahr ist es seit März und dem Inkrafttreten der Bundesnotbremse ja noch viel heftiger gewesen.“ Jetzt freut er sich über den schnellen Rückgang der Inzidenzzahlen und die massive Lockerung der Corona-Einschränkungen. „Vorsichtshalber hatten wir aber alle Veranstaltungen erst einmal abgesagt“, so Hauke.

Und dann knallen sie los. Die Hobby-Piloten ebenso wie die Lizenzfahrer. Dennis Poltrich und Robin Trusch aus Versmold und Dissen sind mit ihrem Gespann nach Neuenknick gekommen und dürfen zuerst auf die Bahn. Nach sechs Runden haben sie erste Eindrücke gewonnen und ziehen sich wieder ins Fahrerlager zurück, um an der Maschine zu schrauben und Feinabstimmungen vorzunehmen.

„Bei uns darf jeder trainieren, der möchte. Dabei verfolgen Hobby-Piloten und Lizenzfahrer natürlich ganz unterschiedliche Zwecke. Während die Lizenzfahrer Ketten, Einstellungen und Motoren testen und ständig auf der Suche nach der Optimierung ihrer Maschinen sind, schwingen sich die Hobbyfahrer einfach auf die Motorräder und wollen nur ihren Spaß haben“, erklärt Hauke. Um genaue Erkenntnisse zu bekommen, absolvieren die Lizenzfahrer zwischen vier und sechs Umläufe, während die Hobby-Fahrer „so lange fahren, bis der Sprit alle oder die Puste weg ist“, schmunzelt der Clubchef, der vor versammelter Mannschaft ein Lob und einen großen Dank an Neuenknicks Ortsbürgermeister Stefan Wiesinger für die tatkräftige Unterstützung bei der Wiederaufnahme des Trainings ausspricht. „Wir haben in jüngster Vergangenheit in ständigem Kontakt mit Stadt und Kreis gestanden, um zu sehen, was möglich ist. Da hat unser Ortsbürgermeister uns toll unterstützt“, schildert Hauke.

Tags zuvor hatte schon in Luca Wachs aus Werlte im Emsland ein ganz junges Talent seine Runden auf dem weiten Oval gedreht. Wachs ist erst sechs Jahre alt und schon seit drei Jahren im Motorsport unterwegs. „Anfangs hat er noch ein Motorrad mit Hilfsrädern gehabt, jetzt hat er gerade einen neuen Motor gesponsert bekommen und wollte diesen vor seinem ersten Rennen in naher Zukunft erst einmal testen“, unterstreicht sein Opa Oliver Wachs, dass bei der Familie das Benzin im Blut fließt. Luca ist nämlich Sohn des deutschen Langbahnmeisters von 2019, Fabian Wachs. Dessen Bruder Timo war seinerzeit Zweiter geworden. Und auch Opa „Olli“ gehört auf der Anlage des SC Neunenknick fast schon zum Inventar.

„Ich bin jetzt seit mehr als 30 Jahren hier und kann fast gar nicht ohne Speedway“, scherzt er, der sich um den logistischen Service kümmert. Auch sein Enkel kommt nach ihm: „Nach den ersten Trainingsrunden kam er zu mir und sagte: Opa, die Maschine schlägt hinten in den Kurven etwas aus, aber das kriege ich schon in den Griff. Wie bei einem alten Hasen kam das bei ihm aus dem Mund“, freute sich Großvater Wachs, dass die Speedway-Tradition weiterlebt.

Nach vier Stunden ist die Trainingssession am Sonntag beendet. Alle 14 Tage bis drei Wochen bietet der SC Neuenknick das Training an, bis im Lindenaustadion auch bei den Rennen hoffentlich bald wieder die Motoren dröhnen dürfen.

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