Der Rekordmann - Klaus-Dieter Hoffmann erhält 65. Sportabzeichen Sebastian Külbel Minden. Seine Einzelleistungen sind ihm schon längst nicht mehr so wichtig, auf das große Ziel ist er dafür umso stolzer: Zum 65. Mal hat Klaus-Dieter Hoffmann die Bedingungen für das Sportabzeichen erfüllt – als erster Aktiver im Kreis Minden-Lübbecke überhaupt. Der 85-Jährige Barkhauser tritt damit in einen exklusiven Klub ein, denn die Kategorie „Gold 65" erreichten im vorigen Jahr nur 20 Menschen in ganz Deutschland. Und Hoffmann ist noch längst nicht fertig. „So lange die Knochen halten, mache ich weiter", sagt der Rekord-Rentner, schränkt aber ein: „Mit 85 kann man nur noch von Jahr zu Jahr gucken." Denn Hoffmann ist zwar fit, spürt aber auch die Folgen des Alters: „Sonst habe ich immer mindestens die Bedingungen für Gold und Silber erfüllt. Diesmal hat es nur zu Bronze gereicht." Das hat allerdings auch mit nachlassendem Ehrgeiz zu tun: „Ich verwende keine Zeit mehr für Training, andere Dinge sind mir wichtiger." Zum Beispiel der bevorstehende Umzug, der Hoffmann bald von seinem 2.000-Quadratmeter-Grundstück in Barkhausen in eine Seniorenwohnung der Diakonie Stiftung Salem führen wird. Deshalb muss er nach 46 Jahren auch die Imkerei aufgeben. Der Sport wird ihm aber bleiben, schließlich sieht er die Bewegung an der frischen Luft als Schlüssel für seine Gesundheit. Das galt schon in der Jugend, als er mit Fahrrad und Jugendherbergsausweis Deutschland erkundete. Zum Sportabzeichen kam er in den 1950er-Jahren als Zollanwärter in Lippstadt und entdeckte so auch die Leichtathletik für sich. Besonders als Läufer feierte Hoffmann Erfolge, erst auf der Bahn und später bei Volksläufen. Sein größtes sportliches Erlebnis war die Teilnahme am Berlin-Marathon 1989. Später entdeckte er den Triathlon für sich und hielt sich parallel in seinem großen Garten in Form. „Der Mensch braucht Beschäftigung, sonst geht er ein." Klaus Dieter Hoffmann kommt auch mit 85 Jahren noch als Sportabzeichen-Prüfer ins Weserstadion Dazu hat Hoffmann auch in seinem künftigen Domizil mit einem großen Park viel Gelegenheit. Den Beleg für seine Fitness liefert die aktuelle Sportabzeichen-Urkunde: 20 Kilometer Radfahren in 68:30 Minuten, 200 Meter Radfahren in 25,6 Sekunden, 6,40 Meter im Medizinball-Weitwurf und 12,90 Meter mit dem Schleuderball. „Die Leistungen waren mäßig, aber ich quäle mich nicht mehr", sagt der 85-Jährige bestimmt. Dem Sportabzeichen, das er zum ersten Mal am 18. Oktober 1956 erhielt, bleibt er dennoch treu verbunden. Als Prüfer ist Klaus-Dieter Hoffmann immer noch jeden Donnerstag ab 16.30 Uhr im Mindener Weserstadion und genießt die Gemeinschaft: „Ich freue mich immer auf die tolle Truppe hier." Nach der Übergabe seiner Rekord-Urkunde lud er alle auf ein Bier beim benachbarten Tennisklub ein. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, denn das nächste Sportabzeichen ist für Hoffmann Ehrensache. Schon allein, um sich den freundschaftlichen Spott eines Weggefährten zu ersparen: Der 100-Jährige Mindener Oskar Schneider war im Vorjahr ältester Sportabzeichen-Absolvent Nordrhein-Westfalens. „Wenn ich aufhöre, sagt er: Die jungen Leute haben nichts mehr drauf."

Der Rekordmann - Klaus-Dieter Hoffmann erhält 65. Sportabzeichen

Im Kreise seiner Prüfer-Kollegen überreichte Ulrike Bäumer vom Kreissportbund Klaus-Dieter Hoffmann (Mitte) seine 65. Sportabzeichen-Urkunde. Der sagt: „So lange die Knochen halten, mache ich weiter.“ MT- © Foto: Sebastian Külbel

Minden. Seine Einzelleistungen sind ihm schon längst nicht mehr so wichtig, auf das große Ziel ist er dafür umso stolzer: Zum 65. Mal hat Klaus-Dieter Hoffmann die Bedingungen für das Sportabzeichen erfüllt – als erster Aktiver im Kreis Minden-Lübbecke überhaupt. Der 85-Jährige Barkhauser tritt damit in einen exklusiven Klub ein, denn die Kategorie „Gold 65" erreichten im vorigen Jahr nur 20 Menschen in ganz Deutschland. Und Hoffmann ist noch längst nicht fertig.

„So lange die Knochen halten, mache ich weiter", sagt der Rekord-Rentner, schränkt aber ein: „Mit 85 kann man nur noch von Jahr zu Jahr gucken." Denn Hoffmann ist zwar fit, spürt aber auch die Folgen des Alters: „Sonst habe ich immer mindestens die Bedingungen für Gold und Silber erfüllt. Diesmal hat es nur zu Bronze gereicht." Das hat allerdings auch mit nachlassendem Ehrgeiz zu tun: „Ich verwende keine Zeit mehr für Training, andere Dinge sind mir wichtiger."

Zum Beispiel der bevorstehende Umzug, der Hoffmann bald von seinem 2.000-Quadratmeter-Grundstück in Barkhausen in eine Seniorenwohnung der Diakonie Stiftung Salem führen wird. Deshalb muss er nach 46 Jahren auch die Imkerei aufgeben.

Der Sport wird ihm aber bleiben, schließlich sieht er die Bewegung an der frischen Luft als Schlüssel für seine Gesundheit. Das galt schon in der Jugend, als er mit Fahrrad und Jugendherbergsausweis Deutschland erkundete. Zum Sportabzeichen kam er in den 1950er-Jahren als Zollanwärter in Lippstadt und entdeckte so auch die Leichtathletik für sich. Besonders als Läufer feierte Hoffmann Erfolge, erst auf der Bahn und später bei Volksläufen. Sein größtes sportliches Erlebnis war die Teilnahme am Berlin-Marathon 1989. Später entdeckte er den Triathlon für sich und hielt sich parallel in seinem großen Garten in Form.

„Der Mensch braucht Beschäftigung, sonst geht er ein."

Klaus Dieter Hoffmann kommt auch mit 85 Jahren noch als Sportabzeichen-Prüfer ins Weserstadion

Dazu hat Hoffmann auch in seinem künftigen Domizil mit einem großen Park viel Gelegenheit. Den Beleg für seine Fitness liefert die aktuelle Sportabzeichen-Urkunde: 20 Kilometer Radfahren in 68:30 Minuten, 200 Meter Radfahren in 25,6 Sekunden, 6,40 Meter im Medizinball-Weitwurf und 12,90 Meter mit dem Schleuderball. „Die Leistungen waren mäßig, aber ich quäle mich nicht mehr", sagt der 85-Jährige bestimmt.

Dem Sportabzeichen, das er zum ersten Mal am 18. Oktober 1956 erhielt, bleibt er dennoch treu verbunden. Als Prüfer ist Klaus-Dieter Hoffmann immer noch jeden Donnerstag ab 16.30 Uhr im Mindener Weserstadion und genießt die Gemeinschaft: „Ich freue mich immer auf die tolle Truppe hier." Nach der Übergabe seiner Rekord-Urkunde lud er alle auf ein Bier beim benachbarten Tennisklub ein.

Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, denn das nächste Sportabzeichen ist für Hoffmann Ehrensache. Schon allein, um sich den freundschaftlichen Spott eines Weggefährten zu ersparen: Der 100-Jährige Mindener Oskar Schneider war im Vorjahr ältester Sportabzeichen-Absolvent Nordrhein-Westfalens. „Wenn ich aufhöre, sagt er: Die jungen Leute haben nichts mehr drauf."

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Sportmix