Bewegung im Glaskasten - Christian Böhnke bringt den Padelsport voran Andreas Gerth,Alexander Grohmann Espelkamp. Christian Böhnke ist ein lockerer Typ, er lacht gerne und ansteckend. Das passt zum Padel, dieser kommunikativen, facettenreichen Trendsportart, die in Spanien und Schweden Millionen aktiver Spielerinnen und Spieler zählt, in Deutschland aber noch in den Kinderschuhen steckt. Das möchte der 24-jährige Espelkamper, der es bis zum Nationalspieler gebracht hat und jüngst von der EM in Marbella zurückgekehrt ist, ändern. „Ich wohne studienbedingt in Bielefeld, von dort ist es eine Stunde bis zum Platz in Espelkamp oder ich fahre in die andere Richtung nach Essen. Das zeigt, wie dünn besiedelt die Padel-Landschaft hier noch ist. Zum Glück weiß ich, dass der TC Herford plant, zwei Padelplätze zu bauen. Das wäre eine Riesensache“, meint Böhnke. In die Realisierung solcher Projekte ist der junge Jura-Student selber involviert. Er gehört zu den Mitstreitern von „Padello“, einem Onlineportal, das von Schlägerkauf, Trainingsvideos bis Platzbau alles rund um Padel anbietet. „Wir glauben daran, dass sich der Sport auch in Deutschland entwickeln kann“, betont Böhnke. Er und die anderen Pioniere von „Padello“ richteten bei der EM in Marbella einen Livestream ein, der die Spiele der deutschen Mannschaft mit eigenen Kameras und Kommentatoren übertrug. „Damit lässt sich kein Geld verdienen. Doch die Leute zu Hause konnten die Spiele verfolgen, und für uns Spieler vor Ort war es eine großartige Sache, diese Wertschätzung zu erfahren“, unterstreicht der Nationalspieler und zieht ein positives Fazit: „Alles in allem war es eine super Sache, um die Sportart zu puschen. Das Rad dreht sich. Mal sehen, wie weit es geht.“ Auch sportlich lief es rund. Das deutsche Team erreichte in Marbella das Viertelfinale, wurde schließlich Siebter und dürfte sich damit für die WM in Katar qualifiziert haben. Und im Viertelfinale durfte man mit den Profis aus Spanien, dem Mutterland des Padels, im Glaskasten stehen. „Das ist ungefähr so, als wenn im Fußball Deutschland auf San Marino trifft. Da hatten wir niemals eine Chance“, macht der Nationalspieler die Unterschiede deutlich. Dort, wo Böhnke und Co. hinwollen, sind andere schon. „Die Schweden standen vor fünf Jahren, wo wir jetzt in Deutschland stehen. Inzwischen kommt man mit den Zahlen nicht mehr hinterher, weil dort quasi täglich neue Courts entstehen und man jetzt bei 2.000 Indoorplätzen ist. Die Topspieler haben Werbeverträge und die Trainer aus Spanien kommen nach Schweden, weil dort ein enormer Bedarf herrscht“, schwärmt der Espelkamper und träumt von einer ähnlichen Entwicklung in Deutschland. Denn Padel bringe alles mit, um sich auch hier durchzusetzen, ist der Espelkamper überzeugt. „Das Kommunikative auf dem Platz, die Möglichkeit draußen und auch mal bis nach Mitternacht zu spielen, weil die meisten Plätze mit Flutlicht gebaut werden und natürlich, dass Padel für Neueinsteiger selbst ohne Vorerfahrung in einem Schlägersport leicht zu erlernen ist“, listet Böhnke auf. Der 24-Jährige entdeckte nach ambitionierten Anfängen im Tennis mit 17 den Padel-Glaskasten für sich. Der EM-Trip kostete ihn rund 1500 Euro, doch die zahlte er gerne: „Es ist einfach eine megageile Erfahrung, den Bundesadler auf dem Trikot zu tragen. Solche Emotionen erlebt man selten.“ Im entscheidenden Spiel um Platz sieben und die damit verbundene Qualifikation für die WM im November steuerte der Spieler vom TV Espelkamp gemeinsam mit Fabian Schmidt souverän den ersten Punkt bei, das letzte deutsche Doppel machte alles klar. „Sportlich wie menschlich war es die coolste meiner bisher sechs Reisen mit der Nationalmannschaft“, blickt Böhnke stolz auf elf tolle Turniertage zurück. Es sollen nicht seine letzten gewesen sein.

Bewegung im Glaskasten - Christian Böhnke bringt den Padelsport voran

Sport mit Spiegelbild: Auch das Spiel nahe der Glaswand beherrscht Christian Böhnke ohne Probleme. Der 24-Jährige hat es im Padel zum Nationalspieler gebracht. Foto: Jürgen Krüger © Jürgen Krüger

Espelkamp. Christian Böhnke ist ein lockerer Typ, er lacht gerne und ansteckend. Das passt zum Padel, dieser kommunikativen, facettenreichen Trendsportart, die in Spanien und Schweden Millionen aktiver Spielerinnen und Spieler zählt, in Deutschland aber noch in den Kinderschuhen steckt. Das möchte der 24-jährige Espelkamper, der es bis zum Nationalspieler gebracht hat und jüngst von der EM in Marbella zurückgekehrt ist, ändern.

„Ich wohne studienbedingt in Bielefeld, von dort ist es eine Stunde bis zum Platz in Espelkamp oder ich fahre in die andere Richtung nach Essen. Das zeigt, wie dünn besiedelt die Padel-Landschaft hier noch ist. Zum Glück weiß ich, dass der TC Herford plant, zwei Padelplätze zu bauen. Das wäre eine Riesensache“, meint Böhnke.

In die Realisierung solcher Projekte ist der junge Jura-Student selber involviert. Er gehört zu den Mitstreitern von „Padello“, einem Onlineportal, das von Schlägerkauf, Trainingsvideos bis Platzbau alles rund um Padel anbietet. „Wir glauben daran, dass sich der Sport auch in Deutschland entwickeln kann“, betont Böhnke. Er und die anderen Pioniere von „Padello“ richteten bei der EM in Marbella einen Livestream ein, der die Spiele der deutschen Mannschaft mit eigenen Kameras und Kommentatoren übertrug. „Damit lässt sich kein Geld verdienen. Doch die Leute zu Hause konnten die Spiele verfolgen, und für uns Spieler vor Ort war es eine großartige Sache, diese Wertschätzung zu erfahren“, unterstreicht der Nationalspieler und zieht ein positives Fazit: „Alles in allem war es eine super Sache, um die Sportart zu puschen. Das Rad dreht sich. Mal sehen, wie weit es geht.“

Auch sportlich lief es rund. Das deutsche Team erreichte in Marbella das Viertelfinale, wurde schließlich Siebter und dürfte sich damit für die WM in Katar qualifiziert haben. Und im Viertelfinale durfte man mit den Profis aus Spanien, dem Mutterland des Padels, im Glaskasten stehen. „Das ist ungefähr so, als wenn im Fußball Deutschland auf San Marino trifft. Da hatten wir niemals eine Chance“, macht der Nationalspieler die Unterschiede deutlich.

Dort, wo Böhnke und Co. hinwollen, sind andere schon. „Die Schweden standen vor fünf Jahren, wo wir jetzt in Deutschland stehen. Inzwischen kommt man mit den Zahlen nicht mehr hinterher, weil dort quasi täglich neue Courts entstehen und man jetzt bei 2.000 Indoorplätzen ist. Die Topspieler haben Werbeverträge und die Trainer aus Spanien kommen nach Schweden, weil dort ein enormer Bedarf herrscht“, schwärmt der Espelkamper und träumt von einer ähnlichen Entwicklung in Deutschland.

Denn Padel bringe alles mit, um sich auch hier durchzusetzen, ist der Espelkamper überzeugt. „Das Kommunikative auf dem Platz, die Möglichkeit draußen und auch mal bis nach Mitternacht zu spielen, weil die meisten Plätze mit Flutlicht gebaut werden und natürlich, dass Padel für Neueinsteiger selbst ohne Vorerfahrung in einem Schlägersport leicht zu erlernen ist“, listet Böhnke auf.

Der 24-Jährige entdeckte nach ambitionierten Anfängen im Tennis mit 17 den Padel-Glaskasten für sich. Der EM-Trip kostete ihn rund 1500 Euro, doch die zahlte er gerne: „Es ist einfach eine megageile Erfahrung, den Bundesadler auf dem Trikot zu tragen. Solche Emotionen erlebt man selten.“ Im entscheidenden Spiel um Platz sieben und die damit verbundene Qualifikation für die WM im November steuerte der Spieler vom TV Espelkamp gemeinsam mit Fabian Schmidt souverän den ersten Punkt bei, das letzte deutsche Doppel machte alles klar. „Sportlich wie menschlich war es die coolste meiner bisher sechs Reisen mit der Nationalmannschaft“, blickt Böhnke stolz auf elf tolle Turniertage zurück. Es sollen nicht seine letzten gewesen sein.

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