Wenn das Herz verrückt spielt: Statt Karriere-Aus spielt Noah Steinhauer nun Dritte Liga Jörg Wehling Minden/Hille. Am Samstagabend um 19.30 Uhr ist es wieder soweit. Dann steht Noah Steinhauer im Heimspiel gegen die Ahlener SG wieder zwischen den Pfosten des Handball-Drittligisten Lit 1912 II. Der 21-Jährige gehört ab sofort zum Torwart-Team auch deswegen, weil der etatmäßige zweite Keeper Jannis Finke derzeit verletzt ist. Was sich wie eine Selbstverständlichkeit anhört, ist aber keinesfalls eine. Denn gesundheitlich hat der 21-Jährige ein mentales Wellental hinter sich. Seine Karriere stand aufgrund einer vermuteten Herzmuskelentzündung gleich zwei Mal vor dem Aus. Es war das Jahr 2016, als er beim Belastungstraining im Weserstadion plötzlich mit Schwindel und Übelkeit schlapp machte. Nach eingehenden Untersuchungen rieten ihm die Ärzte zu einer Pause. Acht Monate dauerte diese, trotz Langzeit-EKG und MRT blieb eine finale Diagnose aus. Also spielte Steinhauer wieder, und wie: Der gebürtige Hiller erreichte als A-Jugendlicher im GWD-Trikot gemeinsam mit Jerrit Jungmann, Maximilian Nowatzki und Simon Strakeljahn das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft. Das verloren die Mindener gegen die Füchse Berlin. „Trotzdem war es ein einschneidende Erlebnis. Einfach unvergesslich, und sicher ein Höhepunkt in meiner bisherigen Laufbahn", sagt das Torwarttalent. Vorgesehen war Steinhauer im Seniorenbereich dann für den Kader des Drittligisten GWD Minden II. Doch es kam anders. Steinhauer wechselte zu Lit 1912, sah dort die besseren Perspektiven. „Außerdem hatte ich es nicht mehr so weit zum Training", sagt Steinhauer. Das Ziel 3. Liga hatte für ihn dann einen weiteren Umweg parat. Denn nach der Coronapause wollte er bei Lit III in der Verbandsliga durchstarten. Und wieder stoppte ihn in der Vorbereitung die Gesundheit. „Es waren die gleichen Symptome wie damals. Ich habe mich schlapp gefühlt wie nach einem Marathonlauf", sagt Steinhauer. Zehn Wochen dauerte die Pause diesmal, bis die Mediziner erneut grünes Licht gaben. „Ich fühle mich jetzt richtig gut, auch wenn eine Winzigkeit an Angst bleibt", sagt der 21-Jährige. Die Zuschauerrolle endete für Steinhauer in dieser Saison mit der Partie gegen Hüllhorst in der Verbandsliga. Und weil wenig später eine Torwart-Vakanz in der ersten Mannschaft bestand, rückte er in den Drittliga-Kader auf. „In den Trainingsrhythmus zu kommen, war erst ungewohnt. Aber jetzt bin froh, wieder dabei zu sein." Bis auf weiteres gehört er nun zur ersten Mannschaft, den Gegner Ahlen stuft Steinhauer als machbar ein: „Es wird Zeit, dass wir uns die ersten Punkte holen." Das sieht auch Trainer Daniel Gerling so: „Wir wollen den Bock umstoßen." Steinhauer spielt übrigens weiterhin mit Brille, was ungewöhnlich für einen Handball-Torwart ist. „Mit Kontaktlinsen habe ich so meine Probleme", sagt er. Sein Sportmodell erinnert eher an eine Taucherbrille. „Aber das", so der Lit-Keeper, „ist mir völlig egal." Spiel von GWD II am Freitag fällt aus Eigentlich hätte GWD Minden II heute um 20.15 Uhr in Dankersen gegen den Aufsteiger TSG AH-Bielefeld spielen sollen. Doch das ostwestfälische Drittliga-Derby fällt aus. Weil etliche Spieler krank und verletzt ausfallen, hatte TSG-Trainer Leif Anton um eine Spielverlegung gebeten. Diesem Wunsch entsprach GWD kurzfristig. Weil Rückraumspieler Kim-Patrick Kliver mit den Beachhandballern der Sanddevils beim Champions Cup auf Sizilien spielt, hätte auch Lit-Trainer Daniel Gerling das Samstag-Heimspiel gern verlegt. Doch der Gegner Ahlener SG ging nicht auf den Verlegungswunsch aus Nordhemmern ein. (rich)

Wenn das Herz verrückt spielt: Statt Karriere-Aus spielt Noah Steinhauer nun Dritte Liga

Handball-Torwart mit Brille: Noah Steinhauer mag keine Kontaktlinsen und trägt während des Spiels und im Training eine spezielle Sehhilfe. Dass er überhaupt noch spielt, ist allerdings auch ohne diesen Aspekt ein kleines Wunder. MT-Foto: Jörg Wehling © Jörg Wehling

Minden/Hille. Am Samstagabend um 19.30 Uhr ist es wieder soweit. Dann steht Noah Steinhauer im Heimspiel gegen die Ahlener SG wieder zwischen den Pfosten des Handball-Drittligisten Lit 1912 II. Der 21-Jährige gehört ab sofort zum Torwart-Team auch deswegen, weil der etatmäßige zweite Keeper Jannis Finke derzeit verletzt ist.

Was sich wie eine Selbstverständlichkeit anhört, ist aber keinesfalls eine. Denn gesundheitlich hat der 21-Jährige ein mentales Wellental hinter sich. Seine Karriere stand aufgrund einer vermuteten Herzmuskelentzündung gleich zwei Mal vor dem Aus.

Es war das Jahr 2016, als er beim Belastungstraining im Weserstadion plötzlich mit Schwindel und Übelkeit schlapp machte. Nach eingehenden Untersuchungen rieten ihm die Ärzte zu einer Pause. Acht Monate dauerte diese, trotz Langzeit-EKG und MRT blieb eine finale Diagnose aus.

Also spielte Steinhauer wieder, und wie: Der gebürtige Hiller erreichte als A-Jugendlicher im GWD-Trikot gemeinsam mit Jerrit Jungmann, Maximilian Nowatzki und Simon Strakeljahn das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft. Das verloren die Mindener gegen die Füchse Berlin. „Trotzdem war es ein einschneidende Erlebnis. Einfach unvergesslich, und sicher ein Höhepunkt in meiner bisherigen Laufbahn", sagt das Torwarttalent. Vorgesehen war Steinhauer im Seniorenbereich dann für den Kader des Drittligisten GWD Minden II. Doch es kam anders. Steinhauer wechselte zu Lit 1912, sah dort die besseren Perspektiven. „Außerdem hatte ich es nicht mehr so weit zum Training", sagt Steinhauer.

Das Ziel 3. Liga hatte für ihn dann einen weiteren Umweg parat. Denn nach der Coronapause wollte er bei Lit III in der Verbandsliga durchstarten. Und wieder stoppte ihn in der Vorbereitung die Gesundheit. „Es waren die gleichen Symptome wie damals. Ich habe mich schlapp gefühlt wie nach einem Marathonlauf", sagt Steinhauer. Zehn Wochen dauerte die Pause diesmal, bis die Mediziner erneut grünes Licht gaben. „Ich fühle mich jetzt richtig gut, auch wenn eine Winzigkeit an Angst bleibt", sagt der 21-Jährige. Die Zuschauerrolle endete für Steinhauer in dieser Saison mit der Partie gegen Hüllhorst in der Verbandsliga. Und weil wenig später eine Torwart-Vakanz in der ersten Mannschaft bestand, rückte er in den Drittliga-Kader auf. „In den Trainingsrhythmus zu kommen, war erst ungewohnt. Aber jetzt bin froh, wieder dabei zu sein."

Bis auf weiteres gehört er nun zur ersten Mannschaft, den Gegner Ahlen stuft Steinhauer als machbar ein: „Es wird Zeit, dass wir uns die ersten Punkte holen." Das sieht auch Trainer Daniel Gerling so: „Wir wollen den Bock umstoßen." Steinhauer spielt übrigens weiterhin mit Brille, was ungewöhnlich für einen Handball-Torwart ist. „Mit Kontaktlinsen habe ich so meine Probleme", sagt er. Sein Sportmodell erinnert eher an eine Taucherbrille. „Aber das", so der Lit-Keeper, „ist mir völlig egal."

Spiel von GWD II am Freitag fällt aus

Eigentlich hätte GWD Minden II heute um 20.15 Uhr in Dankersen gegen den Aufsteiger TSG AH-Bielefeld spielen sollen. Doch das ostwestfälische Drittliga-Derby fällt aus. Weil etliche Spieler krank und verletzt ausfallen, hatte TSG-Trainer Leif Anton um eine Spielverlegung gebeten. Diesem Wunsch entsprach GWD kurzfristig.

Weil Rückraumspieler Kim-Patrick Kliver mit den Beachhandballern der Sanddevils beim Champions Cup auf Sizilien spielt, hätte auch Lit-Trainer Daniel Gerling das Samstag-Heimspiel gern verlegt. Doch der Gegner Ahlener SG ging nicht auf den Verlegungswunsch aus Nordhemmern ein. (rich)

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