Wegweisendes Handball-Wochenende: Vereine stimmen ab, wichtige Spiele für Lit Sebastian Külbel Minden. Die Corona-Situation beschäftigt die heimischen Handballer vor den ersten Spielen des Jahres weiterhin. Während Spieler, Trainer und Funktionäre tapfer die regelmäßigen Tests organisieren und absolvieren, hat der westfälische Verband die Vereine zu einem wegweisenden Votum aufgerufen: Soll die laufende Saison abgebrochen oder auch mit der 2G-plus-Regel fortgesetzt werden? Eine Spielebene darüber stehen am Wochenende derweil zwei Leistungsteams von Lit 1912 vor wichtigen Auswärtsspielen. Abstimmung bis Dienstag In zwei Videokonferenzen erörterte der Handballverband Westfalen am Donnerstagabend die aktuelle Lage im Männer- und Frauenhandball. Während die rund 40 Oberligisten sich fast alle für eine Fortsetzung der Saison aussprachen, war die Diskussion bei den insgesamt 200 Teilnehmern aus den Landes- und Verbandsligen kontrovers: „Die einen plädieren dafür, aufgrund der Coronalage eine Pause einzulegen. Die anderen verweisen auf die Wichtigkeit des Sports, den wir weiterhin ermöglichen wollen“, schildert Andreas Tiemann, Vize-Präsident Spieltechnik. Ziel des HVW sei es, weiterzumachen: „2G plus hört sich schlimm an, aber wir dürfen spielen, und das halte ich gesellschaftlich für wichtig“, betont Tiemann: „Wir zwingen niemanden, sondern organisieren den Spielbetrieb, sofern die gesetzlichen Regelungen das erlauben.“ Dies sei zurzeit bundesweit der Fall, weshalb auch die Saison in den über den Deutschen Handball-Bund organisierten 3. Ligen fortgeführt werde. In Westfalen haben die Vereine nun bis Dienstag um 20 Uhr Zeit, über eine Fortsetzung oder Unterbrechung der Saison abzustimmen. Letzteres würde eine Pause bis Ende Januar bedeuten, die Spieltage würden einfach hinten dran gehängt. „Wir werden dieses Votum dann in den Gremien diskutieren und eine Entscheidung fällen“, sagt Tiemann und betont: „Wir tun nichts gegen den Willen der Vereine.“ Die Abstimmung wird übrigens für jede Liga einzeln ausgewertet. So könne es etwa passieren, dass eine Landesliga-Staffel die Saison unterbricht und eine andere weiterspielt. Wegweisendes Duell für Lit Für Daniel Gerling stellt sich diese Frage nicht, so dass der Trainer von Drittligist Lit 1912 II sich auch gar nicht groß mit den Corona-Einschränkungen beschäftigen will: „Die Tests sind eine Herausforderung und es nervt. Aber der Fokus liegt auf dem Sportlichen.“ Und das ist für den Tabellenneunten brisant genug, zumal am Sonntag im Auswärtsspiel beim ATSV Habenhausen in Bremen ein direkter Konkurrent wartet. „Die Regularien sind verwirrend, aber man nimmt einen Gegner aus unserer Staffel und auch die Ergebnisse gegen diesen mit in die Abstiegsrunde“, erklärt Gerling. Von daher gelte es, so viele direkte Vergleiche wie möglich zu gewinnen. Den Klassenerhalt über Platz sechs hat der Coach dagegen fast abgeschrieben: „Wir haben sieben Punkte Rückstand, da müsste schon Vieles richtig gut laufen.“ Lieber konzentriert sich das Lit-Team auf das anstehende Spiel, in dem aufgrund der Verlegung allerdings Daniel Bruns (Urlaub) fehlt. Dafür sind Marvin Mundus und Marek Nissen, die auch zum Bundesliga-Kader des TuS N-Lübbecke gehören, dabei. A-Jungen vor langer Fahrt Auch für die A-Jungen der JSG Lit 1912 wird es am heutigen Samstag wichtig. Schon um 8 Uhr besteigt der Bundesligist den Bus in Richtung Schwerin, wo um 15 Uhr das Rückspiel bei den Mecklenburger Stieren ansteht. Die liegen als Tabellenzweiter zwar deutlich vor dem Sechsten aus dem Mindener Land, dennoch sehen die Gäste realistische Chancen: „In der Vorrunde haben wir diesen Gegner geschlagen, und das Hinspiel in der Hauptrunde hätten wir nie und nimmer verlieren dürfen“, blickt JSG-Trainer Niels Pfannenschmidt zurück. Druck, noch Platz vier und damit das DM-Sechzehntelfinale zu erreichen, will er seiner Mannschaft trotzdem nicht machen. „Es gibt durch die Corona-Lage doch viele Nebengeräusche im Moment“, sagt Pfannenschmidt, betont jedoch: „Wir sind aber froh, dass wir überhaupt spielen können.“ Testroutine beim Nachwuchs Das gilt auch für die weiteren Jugendteams im Kreis, für die ein Spieltag in den Ober- und Verbandsligen ansteht. Die 2G-plus-Regel schreckt die Verantwortlichen nicht ab. „Wir machen das schon seit März und haben eine gewisse Testroutine“, sagt Christian Wenzel aus dem Vorstand der JSG Lit. Der Aufwand sei zwar hoch, „aber wir sind bislang hervorragend durch die Pandemie gekommen“. Das Spiel der B-Jungen in der Oberliga beim SV Teutonia Bochum-Riemke sei auf Wunsch des Gegners verlegt worden. Auch GWD Mindens Nachwuchskoordinator Lars Halstenberg nimmt die strengen Regeln in Kauf: „Die Spieler sind froh, dass sie trainieren können. Und so lange wir ein gutes Gefühl haben, spielen wir auch.“ Allerdings blickt er mit Sorgen auf die nächsten Wochen: „Wenn die Schule wieder losgeht, könnten Probleme auftauchen.“

Wegweisendes Handball-Wochenende: Vereine stimmen ab, wichtige Spiele für Lit

Die Handballer von Lit 1912 II setzen im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga auf die Duelle gegen die direkten Konkurrenten. Eines davon steht am Sonntag beim ATSV Habenhausen an. MT-Foto: © Marcus Riechmann

Minden. Die Corona-Situation beschäftigt die heimischen Handballer vor den ersten Spielen des Jahres weiterhin. Während Spieler, Trainer und Funktionäre tapfer die regelmäßigen Tests organisieren und absolvieren, hat der westfälische Verband die Vereine zu einem wegweisenden Votum aufgerufen: Soll die laufende Saison abgebrochen oder auch mit der 2G-plus-Regel fortgesetzt werden? Eine Spielebene darüber stehen am Wochenende derweil zwei Leistungsteams von Lit 1912 vor wichtigen Auswärtsspielen.

Abstimmung bis Dienstag

In zwei Videokonferenzen erörterte der Handballverband Westfalen am Donnerstagabend die aktuelle Lage im Männer- und Frauenhandball. Während die rund 40 Oberligisten sich fast alle für eine Fortsetzung der Saison aussprachen, war die Diskussion bei den insgesamt 200 Teilnehmern aus den Landes- und Verbandsligen kontrovers: „Die einen plädieren dafür, aufgrund der Coronalage eine Pause einzulegen. Die anderen verweisen auf die Wichtigkeit des Sports, den wir weiterhin ermöglichen wollen“, schildert Andreas Tiemann, Vize-Präsident Spieltechnik.

Ziel des HVW sei es, weiterzumachen: „2G plus hört sich schlimm an, aber wir dürfen spielen, und das halte ich gesellschaftlich für wichtig“, betont Tiemann: „Wir zwingen niemanden, sondern organisieren den Spielbetrieb, sofern die gesetzlichen Regelungen das erlauben.“ Dies sei zurzeit bundesweit der Fall, weshalb auch die Saison in den über den Deutschen Handball-Bund organisierten 3. Ligen fortgeführt werde.

In Westfalen haben die Vereine nun bis Dienstag um 20 Uhr Zeit, über eine Fortsetzung oder Unterbrechung der Saison abzustimmen. Letzteres würde eine Pause bis Ende Januar bedeuten, die Spieltage würden einfach hinten dran gehängt. „Wir werden dieses Votum dann in den Gremien diskutieren und eine Entscheidung fällen“, sagt Tiemann und betont: „Wir tun nichts gegen den Willen der Vereine.“ Die Abstimmung wird übrigens für jede Liga einzeln ausgewertet. So könne es etwa passieren, dass eine Landesliga-Staffel die Saison unterbricht und eine andere weiterspielt.

Wegweisendes Duell für Lit

Für Daniel Gerling stellt sich diese Frage nicht, so dass der Trainer von Drittligist Lit 1912 II sich auch gar nicht groß mit den Corona-Einschränkungen beschäftigen will: „Die Tests sind eine Herausforderung und es nervt. Aber der Fokus liegt auf dem Sportlichen.“ Und das ist für den Tabellenneunten brisant genug, zumal am Sonntag im Auswärtsspiel beim ATSV Habenhausen in Bremen ein direkter Konkurrent wartet. „Die Regularien sind verwirrend, aber man nimmt einen Gegner aus unserer Staffel und auch die Ergebnisse gegen diesen mit in die Abstiegsrunde“, erklärt Gerling. Von daher gelte es, so viele direkte Vergleiche wie möglich zu gewinnen. Den Klassenerhalt über Platz sechs hat der Coach dagegen fast abgeschrieben: „Wir haben sieben Punkte Rückstand, da müsste schon Vieles richtig gut laufen.“ Lieber konzentriert sich das Lit-Team auf das anstehende Spiel, in dem aufgrund der Verlegung allerdings Daniel Bruns (Urlaub) fehlt. Dafür sind Marvin Mundus und Marek Nissen, die auch zum Bundesliga-Kader des TuS N-Lübbecke gehören, dabei.

A-Jungen vor langer Fahrt

Auch für die A-Jungen der JSG Lit 1912 wird es am heutigen Samstag wichtig. Schon um 8 Uhr besteigt der Bundesligist den Bus in Richtung Schwerin, wo um 15 Uhr das Rückspiel bei den Mecklenburger Stieren ansteht. Die liegen als Tabellenzweiter zwar deutlich vor dem Sechsten aus dem Mindener Land, dennoch sehen die Gäste realistische Chancen: „In der Vorrunde haben wir diesen Gegner geschlagen, und das Hinspiel in der Hauptrunde hätten wir nie und nimmer verlieren dürfen“, blickt JSG-Trainer Niels Pfannenschmidt zurück. Druck, noch Platz vier und damit das DM-Sechzehntelfinale zu erreichen, will er seiner Mannschaft trotzdem nicht machen. „Es gibt durch die Corona-Lage doch viele Nebengeräusche im Moment“, sagt Pfannenschmidt, betont jedoch: „Wir sind aber froh, dass wir überhaupt spielen können.“

Testroutine beim Nachwuchs

Das gilt auch für die weiteren Jugendteams im Kreis, für die ein Spieltag in den Ober- und Verbandsligen ansteht. Die 2G-plus-Regel schreckt die Verantwortlichen nicht ab. „Wir machen das schon seit März und haben eine gewisse Testroutine“, sagt Christian Wenzel aus dem Vorstand der JSG Lit. Der Aufwand sei zwar hoch, „aber wir sind bislang hervorragend durch die Pandemie gekommen“. Das Spiel der B-Jungen in der Oberliga beim SV Teutonia Bochum-Riemke sei auf Wunsch des Gegners verlegt worden. Auch GWD Mindens Nachwuchskoordinator Lars Halstenberg nimmt die strengen Regeln in Kauf: „Die Spieler sind froh, dass sie trainieren können. Und so lange wir ein gutes Gefühl haben, spielen wir auch.“ Allerdings blickt er mit Sorgen auf die nächsten Wochen: „Wenn die Schule wieder losgeht, könnten Probleme auftauchen.“

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