Über Australien nach Konstanz: Die Mindenerin Franziska Höppe verbindet am Bodensee Handballsport und Studium Christian Bendig Minden. Im Sommer bekommt die bisher lediglich aus Franziska Höppe bestehende Mühlenkreis-Fraktion am Bodensee Verstärkung. Denn GWD Mindens Torwart Leon Grabenstein heuert bekanntlich zur kommenden Saison beim Handball-Zweitligisten HSG Konstanz an. Glaubt man Höppes Worten, kann sich Grabenstein auf eine Stadt mit extrem hoher Lebensqualität freuen. Und auf eine Exzellenz-Universität. „Ob ich nach meiner Ausbildung studieren werde, weiß ich aber noch nicht“, lässt Grabenstein die Dinge neben dem Spielfeld auf sich zukommen. Höppe hingegen konnte mit ihrem Umzug nach Süddeutschland ihren Traum, Handball und Universität zu kombinieren, verwirklichen. Das Engagement beim ambitionierten Drittligisten SV Allensbach hat sich mit der Studienentscheidung Finanz-Mathematik gut vereinbaren lassen. „Nach der Zeit im Bundesliga-Nachwuchs bei Blomberg-Lippe und dem Abitur war ich erst einmal als Backpackerin in Australien und danach noch in Asien unterwegs“, erzählt die 23-Jährige von ihrer Auszeit. 2017 kehrte Höppe nach Deutschland zurück, im Gepäck den festen Plan, das Studium in Angriff zu nehmen. „Konstanz bot sich an, weil es eine der wenigen Universitäten in Deutschland mit dieser Fächerkombination ist und ein Praxissemester integriert.“ Über eine befreundete Handballerin aus Buxtehude erfuhr Höppe vom SV Allensbach, der vom kommenden Wochenende an über die Aufstiegsrelegation die Zweitliga-Rückkehr anpeilt. In einer Runde von fünf Drittligisten geht es am Samstag los. Zum Auftakt führt der Weg Höppe und ihr Team einmal ganz durch Deutschland bis nach Schleswig-Holstein zum ersten Spiel beim MTV Heide. „Aufgrund meines Auslandsjahres und der fehlenden Vorbereitung dachte ich, dass ich die erste Saison vorerst in der zweiten Mannschaft das Jahr aufholen müsse“, schildert die Mindenerin, die über den Tuspo Meißen und den HSV Minden-Nord im zweiten B-Jugendjahr nach Blomberg wechselte. Mit den Lipperinnen und gemeinsam mit den ebenfalls aus Minden stammenden Lia Dieckmann und Leoni Oehme gewann Höppe die Deutsche Vizemeisterschaft. Wegen der Blomberger Vergangenheit war Allensbach sofort daran interessiert, dass Höppe in der ersten Mannschaft spielt, freute man sich am Bodensee über eine unverhoffte Verstärkung. „Nach dem ausgesetzten Jahr war es körperlich sehr hart, ohne Vorbereitung sich direkt wieder in den Spielmodus reinzufinden“, bekennt die Rückraumspielerin, die den Verein als „sehr familiär und professionell geführt“ beschreibt. Zu jener Professionalität zählt auch, dass die Spielerinnen in den Genuss eines gesonderten Förderprogramms kommen. „Man muss sich bei den Professoren nicht umständlich abmelden, wenn man zum Training muss“, berichtet Höppe. Sie blickt gerne über den Tellerrand. Und so legte die 23-Jährige im Jahr 2019 einen dreimonatigen Studienaufenthalt in Nordirland sowie ein Praktikum in der Kölner Dependance einer weltweit agierenden Unternehmensberatung ein. „In Nordirland wird nicht Handball gespielt, deswegen habe ich mich im Triathlon ausprobiert“, berichtet Höppe, für die aber zu jedem Zeitpunkt feststand, dass ihr Weg wieder zurück nach Allensbach führen würde. Aktuell schreibt die Mindenerin neben der Vorbereitung für die Aufstiegsrunde ihre Bachelor-Arbeit und arbeitet weiterhin für eine Unternehmensberatung. Mitentscheidend dafür, dass Höppe wieder am Bodensee lebt, war auch die Lebensqualität in Konstanz. „Es ist einfach wunderschön, am Wasser zu laufen und dabei auf die Berge zu blicken.“ Wenn es nach der Mindenerin geht, wird sie diesen Anblick noch einige Jahre genießen. Vielleicht verschlägt es sie auch wieder an einen anderen, weit entfernten Ort. Zurück ins Mindener Land wird es jedenfalls so schnell nicht gehen: „Im Mühlenkreis“, sagt Höppe, „sehe ich für mich derzeitig nicht so viele berufliche Perspektiven.“

Über Australien nach Konstanz: Die Mindenerin Franziska Höppe verbindet am Bodensee Handballsport und Studium

Dynamisch am Ball und zielstrebig im Studium: Franziska Höppe hat in Konstanz ihre Heimat gefunden. Mit dem SV Allensbach spielt die Mindenerin in den kommenden Wochen um den Aufstieg in die 2. Liga. Foto: Thomas Scherer © Thomas Scherer

Minden. Im Sommer bekommt die bisher lediglich aus Franziska Höppe bestehende Mühlenkreis-Fraktion am Bodensee Verstärkung. Denn GWD Mindens Torwart Leon Grabenstein heuert bekanntlich zur kommenden Saison beim Handball-Zweitligisten HSG Konstanz an. Glaubt man Höppes Worten, kann sich Grabenstein auf eine Stadt mit extrem hoher Lebensqualität freuen.

Und auf eine Exzellenz-Universität. „Ob ich nach meiner Ausbildung studieren werde, weiß ich aber noch nicht“, lässt Grabenstein die Dinge neben dem Spielfeld auf sich zukommen. Höppe hingegen konnte mit ihrem Umzug nach Süddeutschland ihren Traum, Handball und Universität zu kombinieren, verwirklichen. Das Engagement beim ambitionierten Drittligisten SV Allensbach hat sich mit der Studienentscheidung Finanz-Mathematik gut vereinbaren lassen.

„Nach der Zeit im Bundesliga-Nachwuchs bei Blomberg-Lippe und dem Abitur war ich erst einmal als Backpackerin in Australien und danach noch in Asien unterwegs“, erzählt die 23-Jährige von ihrer Auszeit. 2017 kehrte Höppe nach Deutschland zurück, im Gepäck den festen Plan, das Studium in Angriff zu nehmen. „Konstanz bot sich an, weil es eine der wenigen Universitäten in Deutschland mit dieser Fächerkombination ist und ein Praxissemester integriert.“ Über eine befreundete Handballerin aus Buxtehude erfuhr Höppe vom SV Allensbach, der vom kommenden Wochenende an über die Aufstiegsrelegation die Zweitliga-Rückkehr anpeilt. In einer Runde von fünf Drittligisten geht es am Samstag los. Zum Auftakt führt der Weg Höppe und ihr Team einmal ganz durch Deutschland bis nach Schleswig-Holstein zum ersten Spiel beim MTV Heide.

„Aufgrund meines Auslandsjahres und der fehlenden Vorbereitung dachte ich, dass ich die erste Saison vorerst in der zweiten Mannschaft das Jahr aufholen müsse“, schildert die Mindenerin, die über den Tuspo Meißen und den HSV Minden-Nord im zweiten B-Jugendjahr nach Blomberg wechselte.

Mit den Lipperinnen und gemeinsam mit den ebenfalls aus Minden stammenden Lia Dieckmann und Leoni Oehme gewann Höppe die Deutsche Vizemeisterschaft. Wegen der Blomberger Vergangenheit war Allensbach sofort daran interessiert, dass Höppe in der ersten Mannschaft spielt, freute man sich am Bodensee über eine unverhoffte Verstärkung. „Nach dem ausgesetzten Jahr war es körperlich sehr hart, ohne Vorbereitung sich direkt wieder in den Spielmodus reinzufinden“, bekennt die Rückraumspielerin, die den Verein als „sehr familiär und professionell geführt“ beschreibt. Zu jener Professionalität zählt auch, dass die Spielerinnen in den Genuss eines gesonderten Förderprogramms kommen. „Man muss sich bei den Professoren nicht umständlich abmelden, wenn man zum Training muss“, berichtet Höppe.

Sie blickt gerne über den Tellerrand. Und so legte die 23-Jährige im Jahr 2019 einen dreimonatigen Studienaufenthalt in Nordirland sowie ein Praktikum in der Kölner Dependance einer weltweit agierenden Unternehmensberatung ein. „In Nordirland wird nicht Handball gespielt, deswegen habe ich mich im Triathlon ausprobiert“, berichtet Höppe, für die aber zu jedem Zeitpunkt feststand, dass ihr Weg wieder zurück nach Allensbach führen würde.

Aktuell schreibt die Mindenerin neben der Vorbereitung für die Aufstiegsrunde ihre Bachelor-Arbeit und arbeitet weiterhin für eine Unternehmensberatung. Mitentscheidend dafür, dass Höppe wieder am Bodensee lebt, war auch die Lebensqualität in Konstanz. „Es ist einfach wunderschön, am Wasser zu laufen und dabei auf die Berge zu blicken.“ Wenn es nach der Mindenerin geht, wird sie diesen Anblick noch einige Jahre genießen. Vielleicht verschlägt es sie auch wieder an einen anderen, weit entfernten Ort. Zurück ins Mindener Land wird es jedenfalls so schnell nicht gehen: „Im Mühlenkreis“, sagt Höppe, „sehe ich für mich derzeitig nicht so viele berufliche Perspektiven.“

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