"Sie waren schon tot" - TuS N-Lübbecke gibt Spiel in Hannover aus der Hand und verliert 21:22 Alexander Grohmann Hannover. Die Punkte lagen griffbereit, doch die Handballer des TuS N-Lübbecke griffen erneut nicht zu. 21:22 (11:9) musste sich der Bundesligist gestern bei der TSV Hannover-Burgdorf geschlagen geben, nachdem die Gäste in der ZAG-Arena fast 50 Minuten lang klar den Ton angegeben hatten. „Wenn man nach so einem Spiel als Verlierer nach Hause fährt, ist das unglücklich und tragisch", sagte Trainer Emir Kurtagic über eine Partie, in der sein Team es in mehreren Phasen die Vorentscheidung verpasst hatte. „22 Gegentore auswärts sind ein Traum. Hannover war schon tot, aber wir haben es nicht geschafft, den Deckel zuzumachen", so Kurtagic. Die Gäste hatten eine konzentrierte erste Halbzeit gespielt, führten phasenweise mit vier Treffern und lagen Mitte der zweiten Hälfte bei einer 16:13-Führung noch auf Siegkurs. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt bereits Sand ins Angriffsgetriebe geraten. Ein Grund: TSV-Coach Christian Prokop hatte auf die Ohnmacht seiner Mannschaft, die zu Beginn defensiv vom TuS ordentlich durcheinandergewirbelt worden war, mit einer Umstellung reagiert. Fortan gingen die Gastgeber mit einer offensiveren 3:2:1-Deckung zu Werke, die den Lübbecker Rückraum vor Probleme stellte. Weil die Gäste in der Abwehr aber selbst extrem gut zupackten, änderte sich zunächst nichts an den Kräfteverhältnissen. Tom Skroblien stellte mit dem Treffer zum 7:11 erstmals einen Vier-Tore-Vorsprung her (28.). Kurz zuvor hatte Hannovers Vincent Büchner die Rote Karte gesehen, nachdem er gegen Marten Franke zu spät gekommen und den Lübbecker Rückraumspieler im Gesicht erwischt hatte (24.). In dieser Phase schien alles für den TuS zu sprechen, der gegen wankende Hausherren kurz vor der Pause aber nicht entschlossen genug nachsetzte. Während Peter Strosack frei vor dem Kasten die Latte traf, kam Hannover auf der Gegenseite noch zu zwei schnellen Treffern und war wieder in Schlagdistanz. Auch wenn die Partie nun immer zerfahrener wurde, schaffte es der TuS im zweiten Abschnitt lange, den Gegner auf Abstand zu halten. Beim 17:14 schien noch alles auf einen Auswärtssieg hinzulaufen, dann kippte die Partie zu Gunsten der TSV, die mit einem 5:0-Lauf auf 19:17 vorbeizog (53.). Begünstigt wurde die Wende von den Schiedsrichtern, die in dieser Phase nacheinander drei Lübbecker auf die Bank beorderten. „Wir mussten zwischen der 44. und 52. Minuten sechs Minuten in Unterzahl spielen. In meinen Augen waren alle drei Zeitstrafen mehr als fragwürdig", befand Kurtagic. Hannover konnte es egal sein: Die Hausherren nahmen den Schwung mit, spielten jetzt befreit auf und setzten sich auf 21:17 ab. Doch der TuS meldete sich noch einmal zurück. Strosack gelang der Anschlusstreffer zum 21:20, und nach einem Ballgewinn waren noch 15 Sekunden zu spielen. Ein Fehlpass von Lutz Heiny ins Seitenaus besiegelte eine Niederlage, die Kurtagic mächtig aufbrachte: Wir haben sechs, sieben freie Würfe gehabt, die nicht reingegangen sind. Dann kommt Hektik auf. Wie wir verloren haben, ist einfach ärgerlich."

"Sie waren schon tot" - TuS N-Lübbecke gibt Spiel in Hannover aus der Hand und verliert 21:22

TuS N-Lübbeckes Trainer Emir Kurtagic (rechts) vergräbt nach der Niederlage in Hannover sein Gesicht in den Händen. © Florian Petrow

Hannover. Die Punkte lagen griffbereit, doch die Handballer des TuS N-Lübbecke griffen erneut nicht zu. 21:22 (11:9) musste sich der Bundesligist gestern bei der TSV Hannover-Burgdorf geschlagen geben, nachdem die Gäste in der ZAG-Arena fast 50 Minuten lang klar den Ton angegeben hatten.

„Wenn man nach so einem Spiel als Verlierer nach Hause fährt, ist das unglücklich und tragisch", sagte Trainer Emir Kurtagic über eine Partie, in der sein Team es in mehreren Phasen die Vorentscheidung verpasst hatte. „22 Gegentore auswärts sind ein Traum. Hannover war schon tot, aber wir haben es nicht geschafft, den Deckel zuzumachen", so Kurtagic.

Die Gäste hatten eine konzentrierte erste Halbzeit gespielt, führten phasenweise mit vier Treffern und lagen Mitte der zweiten Hälfte bei einer 16:13-Führung noch auf Siegkurs. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt bereits Sand ins Angriffsgetriebe geraten. Ein Grund: TSV-Coach Christian Prokop hatte auf die Ohnmacht seiner Mannschaft, die zu Beginn defensiv vom TuS ordentlich durcheinandergewirbelt worden war, mit einer Umstellung reagiert. Fortan gingen die Gastgeber mit einer offensiveren 3:2:1-Deckung zu Werke, die den Lübbecker Rückraum vor Probleme stellte.

Weil die Gäste in der Abwehr aber selbst extrem gut zupackten, änderte sich zunächst nichts an den Kräfteverhältnissen. Tom Skroblien stellte mit dem Treffer zum 7:11 erstmals einen Vier-Tore-Vorsprung her (28.). Kurz zuvor hatte Hannovers Vincent Büchner die Rote Karte gesehen, nachdem er gegen Marten Franke zu spät gekommen und den Lübbecker Rückraumspieler im Gesicht erwischt hatte (24.).

In dieser Phase schien alles für den TuS zu sprechen, der gegen wankende Hausherren kurz vor der Pause aber nicht entschlossen genug nachsetzte. Während Peter Strosack frei vor dem Kasten die Latte traf, kam Hannover auf der Gegenseite noch zu zwei schnellen Treffern und war wieder in Schlagdistanz.

Auch wenn die Partie nun immer zerfahrener wurde, schaffte es der TuS im zweiten Abschnitt lange, den Gegner auf Abstand zu halten. Beim 17:14 schien noch alles auf einen Auswärtssieg hinzulaufen, dann kippte die Partie zu Gunsten der TSV, die mit einem 5:0-Lauf auf 19:17 vorbeizog (53.). Begünstigt wurde die Wende von den Schiedsrichtern, die in dieser Phase nacheinander drei Lübbecker auf die Bank beorderten. „Wir mussten zwischen der 44. und 52. Minuten sechs Minuten in Unterzahl spielen. In meinen Augen waren alle drei Zeitstrafen mehr als fragwürdig", befand Kurtagic.

Hannover konnte es egal sein: Die Hausherren nahmen den Schwung mit, spielten jetzt befreit auf und setzten sich auf 21:17 ab. Doch der TuS meldete sich noch einmal zurück. Strosack gelang der Anschlusstreffer zum 21:20, und nach einem Ballgewinn waren noch 15 Sekunden zu spielen. Ein Fehlpass von Lutz Heiny ins Seitenaus besiegelte eine Niederlage, die Kurtagic mächtig aufbrachte: Wir haben sechs, sieben freie Würfe gehabt, die nicht reingegangen sind. Dann kommt Hektik auf. Wie wir verloren haben, ist einfach ärgerlich."

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