Talants Söhne: Eine Mindener WM-Geschichte über zwei spanische Brüder Michael Lorenz Minden. In „New Capital“, der „Neuen Hauptstadt“ Ägyptens, kommt es bei der Handball-WM heute Abend um 20.30 Uhr (Eurosport) zum Viertelfinal-Knüller zwischen Norwegen und Spanien. Das mit Spannung erwartete Duell besitzt eine feine Dankerser Note: Im norwegischen Kader steht GWD Mindens Flügelflitzer Kevin Gulliksen. Auf der Seite Spaniens bekleiden zwei Spieler die Rückraum-Halbpositionen links und rechts, die in Minden aufgewachsen sind. Genauer: Im Herzen Dankersens. Noch genauer: Im Bettinaweg 9. Es handelt sich um Daniel und Alex Dujshebaev, die Söhne des einstigen Welthandballers Talant Dujshebaev. Der 1968 im kirgisischen Bischkek (damals UdSSR) geborene Spielmacher wurde 1992 mit den Russen Olympiasieger, wechselte dann aber die Staatsangehörigkeit und wurde Spanier. 1994 und 1996 wurde er zum Welthandballer gewählt. 1997 sicherte sich Karl-Heinz Tiemeyer, damals der umtriebige Manager des TuS N-Lübbecke (damals noch TuS Nettelstedt), die Dienste des Stars. Beim TuS spielte aber in Bogdan Wenta bereits ein Platzhirsch, und so griff der damalige GWD-Manager Horst Bredemeier zu und holte den Weltstar 1998 nach Minden. Drei Jahre lang blieb Familie Dujshebaev an der Weser, ehe es sie wieder zurück nach Spanien zog. Heute ist Talant der Trainer des polnischen Spitzenklubs KS Vive Kielce, bei dem auch seine Söhne unter Vertrag stehen. Beide wurden im spanischen Santander geboren, Linkshänder Alex Ende 1992, Rechtshänder Dani im Juli 1997. Bei GWD lernte vor allem Alex einst das Handballspielen. Am Donnerstag waren die Brüder mit zusammen acht Toren am 32:28-Sieg Spaniens gegen Deutschland beteiligt und damit am vorzeitigen Abschied des DHB-Teams von der WM. Günter Gieseking, noch heute Team-Manager bei GWD, erinnert sich gerne zurück: „Ich gerate heute noch ins Schwärmen, wenn ich an Talant denke. Der war Profi durch und durch, der brauchte keinen Trainingsplan, dem konnte man sagen: Morgen um 11 Uhr ist Training und der war da. Immer. Er ist auch immer auf andere Leute zugegangen und machte keine Unterschiede. Talant war damals bei Hummel unter Vertrag, ich war mit ihm zwei Tage in Kopenhagen. Er kam nicht nur mit dem Konzernchef bestens aus. Mit dem gleichen Respekt und der gleichen Höflichkeit ist er auch dem Hausmeister begegnet. Diese Werte hat er an seine Söhne weitergegeben. Wenn ich die beiden heute spielen sehe, erkenne ich Talant in ihnen wieder.“ Die Mutter, Talants Frau Olga Dujshebaeva, spielte damals ebenfalls Handball, und zwar als Torhüterin bei der HSG Stemmer/Friedewalde. „Tiger“ Gieseking berichtet: „Vor einiger Zeit rief Talant mich an. Im Fernsehen lief ein Champions-League-Spiel der Frauen mit Borussia Dortmund. Er fragte, ob der Dortmunder Trainer nicht derselbe sei, der damals Stemmer trainiert hat. Ich sagte: Klar, das ist André Fuhr.“

Talants Söhne: Eine Mindener WM-Geschichte über zwei spanische Brüder

Talant Dujshebaev Duschebajew © mlorenz

Minden. In „New Capital“, der „Neuen Hauptstadt“ Ägyptens, kommt es bei der Handball-WM heute Abend um 20.30 Uhr (Eurosport) zum Viertelfinal-Knüller zwischen Norwegen und Spanien. Das mit Spannung erwartete Duell besitzt eine feine Dankerser Note: Im norwegischen Kader steht GWD Mindens Flügelflitzer Kevin Gulliksen.

Auf der Seite Spaniens bekleiden zwei Spieler die Rückraum-Halbpositionen links und rechts, die in Minden aufgewachsen sind. Genauer: Im Herzen Dankersens. Noch genauer: Im Bettinaweg 9. Es handelt sich um Daniel und Alex Dujshebaev, die Söhne des einstigen Welthandballers Talant Dujshebaev.

Der 1968 im kirgisischen Bischkek (damals UdSSR) geborene Spielmacher wurde 1992 mit den Russen Olympiasieger, wechselte dann aber die Staatsangehörigkeit und wurde Spanier. 1994 und 1996 wurde er zum Welthandballer gewählt. 1997 sicherte sich Karl-Heinz Tiemeyer, damals der umtriebige Manager des TuS N-Lübbecke (damals noch TuS Nettelstedt), die Dienste des Stars. Beim TuS spielte aber in Bogdan Wenta bereits ein Platzhirsch, und so griff der damalige GWD-Manager Horst Bredemeier zu und holte den Weltstar 1998 nach Minden.

Drei Jahre lang blieb Familie Dujshebaev an der Weser, ehe es sie wieder zurück nach Spanien zog. Heute ist Talant der Trainer des polnischen Spitzenklubs KS Vive Kielce, bei dem auch seine Söhne unter Vertrag stehen.

Beide wurden im spanischen Santander geboren, Linkshänder Alex Ende 1992, Rechtshänder Dani im Juli 1997. Bei GWD lernte vor allem Alex einst das Handballspielen. Am Donnerstag waren die Brüder mit zusammen acht Toren am 32:28-Sieg Spaniens gegen Deutschland beteiligt und damit am vorzeitigen Abschied des DHB-Teams von der WM.

Günter Gieseking, noch heute Team-Manager bei GWD, erinnert sich gerne zurück: „Ich gerate heute noch ins Schwärmen, wenn ich an Talant denke. Der war Profi durch und durch, der brauchte keinen Trainingsplan, dem konnte man sagen: Morgen um 11 Uhr ist Training und der war da. Immer. Er ist auch immer auf andere Leute zugegangen und machte keine Unterschiede. Talant war damals bei Hummel unter Vertrag, ich war mit ihm zwei Tage in Kopenhagen. Er kam nicht nur mit dem Konzernchef bestens aus. Mit dem gleichen Respekt und der gleichen Höflichkeit ist er auch dem Hausmeister begegnet. Diese Werte hat er an seine Söhne weitergegeben. Wenn ich die beiden heute spielen sehe, erkenne ich Talant in ihnen wieder.“

Die Mutter, Talants Frau Olga Dujshebaeva, spielte damals ebenfalls Handball, und zwar als Torhüterin bei der HSG Stemmer/Friedewalde. „Tiger“ Gieseking berichtet: „Vor einiger Zeit rief Talant mich an. Im Fernsehen lief ein Champions-League-Spiel der Frauen mit Borussia Dortmund. Er fragte, ob der Dortmunder Trainer nicht derselbe sei, der damals Stemmer trainiert hat. Ich sagte: Klar, das ist André Fuhr.“

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Handball