TSV Hahlen gewinnt das Derby in Oberlübbe Marcus Riechmann un,strid Plaßhenrich Hille/Minden. Der Außenseiter ging dem Favoriten im Verbandsliga-Derby gehörig auf die Nerven. Mit großer Disziplin und langen Angriffszügen stellte der TuS Eintracht Oberlübbe am Samstagabend die Geduld der Handballer des TSV Hahlen auf eine harte Probe. Doch der Favorit nahm den Kampf an und schließlich mit einem 30:26-Arbeitssieg die Punkte mit aus Oberlübbe. TuS Eintracht Oberlübbe – TSV Hahlen 26:30 (13:14). Die von Verletzungsproblemen arg gebeutelten Gastgeber schlugen sich wacker. Leichte Ballverluste vermeiden, das Hahler Tempospiel verhindern – diese Vorgabe von Trainer Björn Petereit setzte das Team bravourös um. Die Eintrachtler hielten sich von der Hahler Abwehr fern, zogen die Angriffe mit geduldigem Passspiel auf und setzten immer wieder Nadelstiche. Vor allem Pascal Bekemeier schloss mit trockenen Distanzwürfen aus dem linken Rückraum die Angriffszüge erfolgreich ab. „Das haben die Jungs wirklich gut gemacht“, lobte Petereit. Sein Gegenüber Henrik Thielking hingegen verzweifelte an der Oberlübber Taktik ebenso wie seine Spieler. „Die spielen vor der Abwehr her und am Ende trifft einer – und die Betonung liegt auf einer – aus zehn Metern ins Tor. Da finde mal ein Gegenmittel“, meinte Thielking und fasste den Frust seiner Abwehrreihe in Worte: „Das schmerzt.“ Mitte der zweiten Halbzeit warfen sich die Gäste von 17:16 auf 19:16, 21:18 und 24:20 nach vorn. Doch sie bauten den Vorsprung nicht aus. „Wir sind nie richtig ins Tempospiel gekommen, und wenn es mal lief, sind wir nicht auf dem Gaspedal geblieben“, meinte Rückraumspieler Keanu Reimler. Die Gastgeber hielten mit großer Moral dagegen. Sie kompensierten auch die Rote Karte gegen Kris Fisher (45.) nach einem Foul an Mark Schilling und waren beim 25:26 (54.) durch Marvin Eickmeyer wieder dran. Daran hatte auch der für die Strafwürfe eingewechselte Torwart Finn Maas seinen Anteil: Gleich zwei Hahler Siebenmeter wehrte er in der Schlussphase ab. Vier Minuten stand die Partie beim Stand von 26:28 auf der Kippe. Doch die entkräfteten Oberlübber schafften den Ausgleich nicht mehr. Im Spiel mit dem siebten Feldspieler unterliefen ihnen schließlich zwei Fehler. Das nutzten die Gäste in der Schlussminute: Jannik Becker traf zum 29:26 und Eike Böker machte mit dem Wurf ins leere Tor zum 30:26 den Endstand perfekt. Den unnötigen Schlusspunkt setzte der bis dahin so wurfsichere Bekemeier, der Sekunden vor dem Abpfiff mit einem Schlagwurf den Hahler Abwehrspieler Tjorven Wiese ins Gesicht traf und damit einen kurzen Tumult auslöste. Fast alle Beteiligten waren sich in der Bewertung der Szene einig: Kann passieren, aber Sekunden vor dem Abpfiff muss man so nicht mehr werfen. „Ich bin zufrieden mit den Jungs“, lobte Thielking, dessen Team auch im achten Saisonspiel ungeschlagen blieb. Petereit nahm das vor dem Spiel geprägte sprachliche Bild auf: „Die Tür war einen Spalt breit offen. Wir haben durchgeschaut, aber dann hat uns Hahlen die Tür wieder vor der Nase zugeschlagen. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft total zufrieden. Aber ich hätte gerne auch einen Punkt mitgenommen“ Für Oberlübbe geht es bereits am Donnerstag mit dem Spiel bei der HSG Hüllhorst weiter.Tore für Oberlübbe: Bekemeier 10/1, Eickmeyer 5, Rinne 4, Blomenkamp 3, Meyer 2, Weßling 2. Tore für Hahlen: Höltkemeyer 7/4, Reimler 6, Becker 4, Wiese 4, Schilling 4, Böker 2, Finke 1, Eickenjäger 1, Kirchhoff 1.HSV Minden-Nord – TuS SW Wehe 26:25 (15:10). Das war ein verrücktes Spiel. Die Mindener starteten stark und führten mit 9:1 (13.). „Da hatten wir das Spiel im Kopf schon gewonnen und haben zwei Gänge herunter geschaltet“, sagte HSV-Trainer Alexander Röthemeier. Ein Fehler, wie sich zeigen sollte. Der Tabellenletzte aus Wehe gab nach der katastrophalen Anfangsphase nicht auf, kämpfte sich heran, ging nach 40 Minuten sogar mit 18:17 in Führung und baute den Vorsprung auf drei Tore aus (24:21, 50.). „Wir haben es dann doch noch geschafft, den Hebel umzulegen“, sagte Röthemeier, „aber die Weher taten mir echt leid. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen.“ Tore für Minden-Nord: Windiks 6, Balke 4, Jungmann 4, Große 3, Zydel 3, Steinhauer 2, Korf 1, Schwier 1, Lamprecht 1, Schnitker 1. HSG Porta Westfalica – HSG Spradow 19:18 (9:9). Für die Portaner war es die letzte Partie vor der Weihnachtspause. Eine gute Leistung zeigten die Gastgeber zum Jahresabschluss aber nicht. „Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht. Es war ein sehr fehlerbehaftetes Spiel von beiden Seiten“, sagte Portas Trainer Daniel Franke. Seine Mannschaft lag über die gesamten 60 Minuten stets in Front, konnte sich aber nie entscheidend absetzen, so dass es bis zum Schluss spannend blieb. Tore für Porta: Steinhauer 6, Held 6, Halstenberg 2, Fuchs 2, Hohlfeld 1, Jeske 1, Delius 1.HSG Werther/Borgholzhausen – Lit 1912 III 27:30 (13:17). Die ersten 45 Minuten liefen bei Lit wie aus einem Guss. „Wir haben alle taktischen Dinge umgesetzt, die wir uns vorgenommen haben. Das war wirklich gut“, sagte der zufriedene Lit-Trainer Marc Pohlmann. Dessen Team führte bereits mit 27:17 (43.), als dann ein unerklärlicher Bruch ins Spiel kam. Zwar war der Sieg zu keinem Zeitpunkt gefährdet, aber Pohlmann ärgerte es, „dass wir das Ergebnis nicht besser verwaltet haben. Wir haben es einfach nicht konzentriert zu Ende gespielt.“ So konnte Werther noch Ergebniskosmetik betreiben. Tore für Lit III: Riechmann 11, Indeche 5, Meinking 4, Borcherding 3, Plaß 3, Drees 3, Niemeyer 1.

TSV Hahlen gewinnt das Derby in Oberlübbe

Diese Szene mit Keanu Reimler und Jonas Blomenkamp (rechts) steht sinnbildlich für das Derby: Die Oberlübber enthielten den Hahlern den Ball über weite Strecken des Spiels vor. © Marcus Riechmann

Hille/Minden. Der Außenseiter ging dem Favoriten im Verbandsliga-Derby gehörig auf die Nerven. Mit großer Disziplin und langen Angriffszügen stellte der TuS Eintracht Oberlübbe am Samstagabend die Geduld der Handballer des TSV Hahlen auf eine harte Probe. Doch der Favorit nahm den Kampf an und schließlich mit einem 30:26-Arbeitssieg die Punkte mit aus Oberlübbe.

TuS Eintracht Oberlübbe – TSV Hahlen 26:30 (13:14). Die von Verletzungsproblemen arg gebeutelten Gastgeber schlugen sich wacker. Leichte Ballverluste vermeiden, das Hahler Tempospiel verhindern – diese Vorgabe von Trainer Björn Petereit setzte das Team bravourös um. Die Eintrachtler hielten sich von der Hahler Abwehr fern, zogen die Angriffe mit geduldigem Passspiel auf und setzten immer wieder Nadelstiche. Vor allem Pascal Bekemeier schloss mit trockenen Distanzwürfen aus dem linken Rückraum die Angriffszüge erfolgreich ab. „Das haben die Jungs wirklich gut gemacht“, lobte Petereit. Sein Gegenüber Henrik Thielking hingegen verzweifelte an der Oberlübber Taktik ebenso wie seine Spieler. „Die spielen vor der Abwehr her und am Ende trifft einer – und die Betonung liegt auf einer – aus zehn Metern ins Tor. Da finde mal ein Gegenmittel“, meinte Thielking und fasste den Frust seiner Abwehrreihe in Worte: „Das schmerzt.“

Mitte der zweiten Halbzeit warfen sich die Gäste von 17:16 auf 19:16, 21:18 und 24:20 nach vorn. Doch sie bauten den Vorsprung nicht aus. „Wir sind nie richtig ins Tempospiel gekommen, und wenn es mal lief, sind wir nicht auf dem Gaspedal geblieben“, meinte Rückraumspieler Keanu Reimler. Die Gastgeber hielten mit großer Moral dagegen. Sie kompensierten auch die Rote Karte gegen Kris Fisher (45.) nach einem Foul an Mark Schilling und waren beim 25:26 (54.) durch Marvin Eickmeyer wieder dran. Daran hatte auch der für die Strafwürfe eingewechselte Torwart Finn Maas seinen Anteil: Gleich zwei Hahler Siebenmeter wehrte er in der Schlussphase ab. Vier Minuten stand die Partie beim Stand von 26:28 auf der Kippe. Doch die entkräfteten Oberlübber schafften den Ausgleich nicht mehr. Im Spiel mit dem siebten Feldspieler unterliefen ihnen schließlich zwei Fehler. Das nutzten die Gäste in der Schlussminute: Jannik Becker traf zum 29:26 und Eike Böker machte mit dem Wurf ins leere Tor zum 30:26 den Endstand perfekt. Den unnötigen Schlusspunkt setzte der bis dahin so wurfsichere Bekemeier, der Sekunden vor dem Abpfiff mit einem Schlagwurf den Hahler Abwehrspieler Tjorven Wiese ins Gesicht traf und damit einen kurzen Tumult auslöste. Fast alle Beteiligten waren sich in der Bewertung der Szene einig: Kann passieren, aber Sekunden vor dem Abpfiff muss man so nicht mehr werfen.

„Ich bin zufrieden mit den Jungs“, lobte Thielking, dessen Team auch im achten Saisonspiel ungeschlagen blieb. Petereit nahm das vor dem Spiel geprägte sprachliche Bild auf: „Die Tür war einen Spalt breit offen. Wir haben durchgeschaut, aber dann hat uns Hahlen die Tür wieder vor der Nase zugeschlagen. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft total zufrieden. Aber ich hätte gerne auch einen Punkt mitgenommen“ Für Oberlübbe geht es bereits am Donnerstag mit dem Spiel bei der HSG Hüllhorst weiter.

Tore für Oberlübbe: Bekemeier 10/1, Eickmeyer 5, Rinne 4, Blomenkamp 3, Meyer 2, Weßling 2. Tore für Hahlen: Höltkemeyer 7/4, Reimler 6, Becker 4, Wiese 4, Schilling 4, Böker 2, Finke 1, Eickenjäger 1, Kirchhoff 1.

HSV Minden-Nord – TuS SW Wehe 26:25 (15:10). Das war ein verrücktes Spiel. Die Mindener starteten stark und führten mit 9:1 (13.). „Da hatten wir das Spiel im Kopf schon gewonnen und haben zwei Gänge herunter geschaltet“, sagte HSV-Trainer Alexander Röthemeier. Ein Fehler, wie sich zeigen sollte. Der Tabellenletzte aus Wehe gab nach der katastrophalen Anfangsphase nicht auf, kämpfte sich heran, ging nach 40 Minuten sogar mit 18:17 in Führung und baute den Vorsprung auf drei Tore aus (24:21, 50.). „Wir haben es dann doch noch geschafft, den Hebel umzulegen“, sagte Röthemeier, „aber die Weher taten mir echt leid. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen.“

Tore für Minden-Nord: Windiks 6, Balke 4, Jungmann 4, Große 3, Zydel 3, Steinhauer 2, Korf 1, Schwier 1, Lamprecht 1, Schnitker 1.

HSG Porta Westfalica – HSG Spradow 19:18 (9:9). Für die Portaner war es die letzte Partie vor der Weihnachtspause. Eine gute Leistung zeigten die Gastgeber zum Jahresabschluss aber nicht. „Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht. Es war ein sehr fehlerbehaftetes Spiel von beiden Seiten“, sagte Portas Trainer Daniel Franke. Seine Mannschaft lag über die gesamten 60 Minuten stets in Front, konnte sich aber nie entscheidend absetzen, so dass es bis zum Schluss spannend blieb.

Tore für Porta: Steinhauer 6, Held 6, Halstenberg 2, Fuchs 2, Hohlfeld 1, Jeske 1, Delius 1.

HSG Werther/Borgholzhausen – Lit 1912 III 27:30 (13:17). Die ersten 45 Minuten liefen bei Lit wie aus einem Guss. „Wir haben alle taktischen Dinge umgesetzt, die wir uns vorgenommen haben. Das war wirklich gut“, sagte der zufriedene Lit-Trainer Marc Pohlmann. Dessen Team führte bereits mit 27:17 (43.), als dann ein unerklärlicher Bruch ins Spiel kam. Zwar war der Sieg zu keinem Zeitpunkt gefährdet, aber Pohlmann ärgerte es, „dass wir das Ergebnis nicht besser verwaltet haben. Wir haben es einfach nicht konzentriert zu Ende gespielt.“ So konnte Werther noch Ergebniskosmetik betreiben.

Tore für Lit III: Riechmann 11, Indeche 5, Meinking 4, Borcherding 3, Plaß 3, Drees 3, Niemeyer 1.

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