Spitzenspiele und Kellerduell - der Oberliga-Spieltag hat einiges zu bieten - vor allem Heimspiele Christian Bendig Minden. Die Grippewelle grassiert bei den heimischen Frauenhandball-Teams. „Beim Training bin ich mir vorgekommen wie in einem Tierheim“, spielte Andrea Leiding auf das Röcheln aufgrund der verstopften Atemwege ihrer Oberliga-Spielerinnen an. Die Trainerin von Lit Tribe Germania benötigt gegen die Ibbenbürener Spvg aber möglicht volle Power, um das Heimspiel gegen den Rangdritten bestehen zu können. Dass das Ibbenbürener Spitzenteam über einen langen Atem verfügt, stellte dieses vor einer Woche beim Auswärtssieg in Stemmer gegen den HSV Minden-Nord in der Schlussviertelstunde unter Beweis. „Gegen die haben wir 40 bis 45 Minuten auf Augenhöhe gespielt“, erinnert sich HSV-Trainer Olaf Grintz und hofft: „Vielleicht genügt das gegen die DJK Everswinkel dann zum Sieg.“ Der kommende Gegner wird sich für sein Gastspiel am Samstag um 17.30 Uhr einiges vorgenommen haben. Schließlich siegte der Handballspielverbund zum Saisonauftakt in Everswinkel mit 28:27. Im vergangenen September setzte Imke Viering mit der Schlusssirene den entscheidenden Treffer. Auf die überraschende Auftaktniederlage folgte noch eine in Holzhausen bei Lit Tribe Germania und am vierten Spieltag eine 28:39-Klatsche in Ibbenbüren. Der Fehlstart mit 2:6-Zählern war komplett. „Inzwischen haben sie sich aber stabilisiert und stehen zu Recht auf Platz vier“, weiß Grintz und führt als Beispiel für die Qualität im Everswinkeler Kader den jüngsten 27:22-Auswärtssieg beim Aufstiegsanwärter ASC Dortmund ins Feld. Auf die Grün-Schwarzen rolle laut Grintz „einiges drauf zu“. Der guten Form und den Everswinkeler Revanche-Gelüsten muss sich das Grintz-Team sicher ohne Torhüterin Beate Dahle und Torjägerin Josi Kelle entgegenstellen. Dahle ist noch beruflich bei der Handball-Europameisterschaft im Einsatz, Kelle wird aufgrund einer Bronchitis keinesfalls mitspielen. Zeitlich ein wenig hinter dem HSV nimmt Lit Tribe Germania seine Heimpartie gegen die Ibbenbürener Spvg auf. Anwurf in Holzhausen ist um 18 Uhr. Aus sportlicher Sicht erlitten die Gastgeberinnen in den vergangenen sieben Spielen lediglich eine Niederlage. Das war das 33:34 gegen den ASC Dortmund. Vor einer Woche untermauerte das Leiding-Team mit dem souverän herausgespielten 30:21-Derbysieg beim TSV Hahlen seine gute Form. Nun kann sich Lit wieder mit einem Gegner auf vermeintlicher Augenhöhe messen. „Das sind Spiele, die uns mehr liegen“, ist sich Leiding sicher und prognostiziert ein Duell, das über die gesamte Spieldauer von einem hohen Tempo geprägt sein wird. Ihre Mannschaft müsse, betont die Trainerin, „über die vollen 60 Minuten wachsam sein“. Dem HSV sei dies vor einer Woche nicht gelungen, hat Leiding beobachtet und sagt: „Schalten wir zu früh ab, bekommen wir in den letzten Minuten über die Ibbenbürener Gegenstöße die Quittung.“ Mit welcher Formation Leiding planen kann, ist noch ziemlich offen. Alena Knicker, die wegen ihres Examens eine Handballpause einlegt, wird sicher ausfallen. Der Einsatz von Ann-Cathrin Kamann ist noch offen. „Ich hoffe, dass sie nach überstandener Grippe vielleicht spielen kann“, sagt die Lit-Trainerin Leiding. Trotz aller Probleme ist die Vorfreude sowohl in Grintz' als auch in Leidings Aussagen spürbar. Gleiches trifft auf Sebastian Winkler zu. „Zumindest möchte ich die meiner Mannschaft vermitteln“, sagt der Trainer des TSV Hahlen vor dem Heimspiel gegen den TV Arnsberg am Samstag um 19.15 Uhr im Hahler Feld. Es ist nicht weniger als das Duell des Letzten beim Vorletzten. Der hatte zum Saisonauftakt mit 23:18 das bessere Ende für sich. Seitdem ist lediglich ein Überraschungssieg gegen HB Bad Salzuflen hinzugekommen. „In Arnsberg haben wir konsequent verteidigt, hatten eine starke Torhüterleistung von Janina Kaiser und haben unsere Chancen besser verwertet als Arnsberg“, ruft sich Winkler den gelungenen Auftritt nochmals ins Gedächtnis. In dem laut Hahler Trainer „sehr, sehr richtungsweisenden Spiel“ müsse seine junge Mannschaft diese Grundlagen wieder auf das Feld bekommen. Phasenweise gelang das in den beiden am Ende klar verlorenen Derbys gegen Minden-Nord und Lit auch ganz gut. „Ich muss diese guten Phasen immer und immer wieder in die Köpfe meiner Mannschaft bekommen“, sagt Winkler und weiß um den großen Druck, der auf seiner Mannschaft lastet. „Wichtig wird sein, dass wir mit dem klarkommen“, meint der Hahler Trainer. Druck herrscht auch beim vierten heimischen Oberligisten. Doch der rührt nicht von der Tabellensituation her, sondern wird vor dem Heimspiel gegen Tura Bergkamen (Samstag, 17.30 Uhr) von Trainer Matthias Bredemeier erzeugt: „Nach der 24:37-Heimniederlage vor einer Woche gegen Bad Salzuflen nehme ich meine Mannschaft in die Pflicht. Ich erwarte eine Reaktion.“ Gleichwohl muss Bredemeier weiter auf Leistungsträgerin Rhea Rodehau (Knöchelverletzung) verzichten. In der Verbandsliga kann Eintracht Oberlübbe nach dem wichtigen Sieg gegen Versmold bei Vorwärts Wettringen befreit aufspielen. Gleiches gilt für den formstarken TuS 09 Möllbergen beim Vorletzten HT SF Senne. Zudem steigt am Samstag ab 16.00 Uhr das Derby zwischen HSG Petershagen/Lahde und HSV Minden-Nord II.

Spitzenspiele und Kellerduell - der Oberliga-Spieltag hat einiges zu bieten - vor allem Heimspiele

Hahlens Sebastian Winkler bejubelte schon viele gute Aktionen seiner Spielerinnen. Vor dem richtungsweisenden Heimspiel gegen Arnsberg wird er diese seinem Team ins Gedächtnis rufen. © Foto: Bendig

Minden. Die Grippewelle grassiert bei den heimischen Frauenhandball-Teams. „Beim Training bin ich mir vorgekommen wie in einem Tierheim“, spielte Andrea Leiding auf das Röcheln aufgrund der verstopften Atemwege ihrer Oberliga-Spielerinnen an. Die Trainerin von Lit Tribe Germania benötigt gegen die Ibbenbürener Spvg aber möglicht volle Power, um das Heimspiel gegen den Rangdritten bestehen zu können.

Dass das Ibbenbürener Spitzenteam über einen langen Atem verfügt, stellte dieses vor einer Woche beim Auswärtssieg in Stemmer gegen den HSV Minden-Nord in der Schlussviertelstunde unter Beweis. „Gegen die haben wir 40 bis 45 Minuten auf Augenhöhe gespielt“, erinnert sich HSV-Trainer Olaf Grintz und hofft: „Vielleicht genügt das gegen die DJK Everswinkel dann zum Sieg.“ Der kommende Gegner wird sich für sein Gastspiel am Samstag um 17.30 Uhr einiges vorgenommen haben. Schließlich siegte der Handballspielverbund zum Saisonauftakt in Everswinkel mit 28:27. Im vergangenen September setzte Imke Viering mit der Schlusssirene den entscheidenden Treffer. Auf die überraschende Auftaktniederlage folgte noch eine in Holzhausen bei Lit Tribe Germania und am vierten Spieltag eine 28:39-Klatsche in Ibbenbüren. Der Fehlstart mit 2:6-Zählern war komplett.

„Inzwischen haben sie sich aber stabilisiert und stehen zu Recht auf Platz vier“, weiß Grintz und führt als Beispiel für die Qualität im Everswinkeler Kader den jüngsten 27:22-Auswärtssieg beim Aufstiegsanwärter ASC Dortmund ins Feld. Auf die Grün-Schwarzen rolle laut Grintz „einiges drauf zu“. Der guten Form und den Everswinkeler Revanche-Gelüsten muss sich das Grintz-Team sicher ohne Torhüterin Beate Dahle und Torjägerin Josi Kelle entgegenstellen. Dahle ist noch beruflich bei der Handball-Europameisterschaft im Einsatz, Kelle wird aufgrund einer Bronchitis keinesfalls mitspielen.

Zeitlich ein wenig hinter dem HSV nimmt Lit Tribe Germania seine Heimpartie gegen die Ibbenbürener Spvg auf. Anwurf in Holzhausen ist um 18 Uhr. Aus sportlicher Sicht erlitten die Gastgeberinnen in den vergangenen sieben Spielen lediglich eine Niederlage. Das war das 33:34 gegen den ASC Dortmund. Vor einer Woche untermauerte das Leiding-Team mit dem souverän herausgespielten 30:21-Derbysieg beim TSV Hahlen seine gute Form. Nun kann sich Lit wieder mit einem Gegner auf vermeintlicher Augenhöhe messen. „Das sind Spiele, die uns mehr liegen“, ist sich Leiding sicher und prognostiziert ein Duell, das über die gesamte Spieldauer von einem hohen Tempo geprägt sein wird. Ihre Mannschaft müsse, betont die Trainerin, „über die vollen 60 Minuten wachsam sein“. Dem HSV sei dies vor einer Woche nicht gelungen, hat Leiding beobachtet und sagt: „Schalten wir zu früh ab, bekommen wir in den letzten Minuten über die Ibbenbürener Gegenstöße die Quittung.“ Mit welcher Formation Leiding planen kann, ist noch ziemlich offen. Alena Knicker, die wegen ihres Examens eine Handballpause einlegt, wird sicher ausfallen. Der Einsatz von Ann-Cathrin Kamann ist noch offen. „Ich hoffe, dass sie nach überstandener Grippe vielleicht spielen kann“, sagt die Lit-Trainerin Leiding.

Trotz aller Probleme ist die Vorfreude sowohl in Grintz' als auch in Leidings Aussagen spürbar. Gleiches trifft auf Sebastian Winkler zu. „Zumindest möchte ich die meiner Mannschaft vermitteln“, sagt der Trainer des TSV Hahlen vor dem Heimspiel gegen den TV Arnsberg am Samstag um 19.15 Uhr im Hahler Feld. Es ist nicht weniger als das Duell des Letzten beim Vorletzten. Der hatte zum Saisonauftakt mit 23:18 das bessere Ende für sich. Seitdem ist lediglich ein Überraschungssieg gegen HB Bad Salzuflen hinzugekommen. „In Arnsberg haben wir konsequent verteidigt, hatten eine starke Torhüterleistung von Janina Kaiser und haben unsere Chancen besser verwertet als Arnsberg“, ruft sich Winkler den gelungenen Auftritt nochmals ins Gedächtnis. In dem laut Hahler Trainer „sehr, sehr richtungsweisenden Spiel“ müsse seine junge Mannschaft diese Grundlagen wieder auf das Feld bekommen. Phasenweise gelang das in den beiden am Ende klar verlorenen Derbys gegen Minden-Nord und Lit auch ganz gut. „Ich muss diese guten Phasen immer und immer wieder in die Köpfe meiner Mannschaft bekommen“, sagt Winkler und weiß um den großen Druck, der auf seiner Mannschaft lastet. „Wichtig wird sein, dass wir mit dem klarkommen“, meint der Hahler Trainer.

Druck herrscht auch beim vierten heimischen Oberligisten. Doch der rührt nicht von der Tabellensituation her, sondern wird vor dem Heimspiel gegen Tura Bergkamen (Samstag, 17.30 Uhr) von Trainer Matthias Bredemeier erzeugt: „Nach der 24:37-Heimniederlage vor einer Woche gegen Bad Salzuflen nehme ich meine Mannschaft in die Pflicht. Ich erwarte eine Reaktion.“ Gleichwohl muss Bredemeier weiter auf Leistungsträgerin Rhea Rodehau (Knöchelverletzung) verzichten.

In der Verbandsliga kann Eintracht Oberlübbe nach dem wichtigen Sieg gegen Versmold bei Vorwärts Wettringen befreit aufspielen. Gleiches gilt für den formstarken TuS 09 Möllbergen beim Vorletzten HT SF Senne. Zudem steigt am Samstag ab 16.00 Uhr das Derby zwischen HSG Petershagen/Lahde und HSV Minden-Nord II.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Handball