Spieltag unter dem Corona-Schatten: Die Handballszene erwartet die Saison-Unterbrechung Marcus Riechmann Minden. Ja, am Wochenende wird Handball gespielt. Für die heimischen Teams stehen wichtige und hochklassige Partien auf dem Plan. Doch die sportlichen Herausforderungen stehen im Schatten der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung: Die vierte Corona-Welle schlägt über dem Land zusammen, die südafrikanische Virus-Mutante B.1.1.529 hält Einzug. In einigen Handballverbänden ruht bereits der Ball. Westfalen wird kein gallisches Dorf sein, wenn sich der Lockdown nähert. Und so bestimmte die Corona-Lage gestern die Gespräche. Etliche Vereinsvertreter befürchten: Die Unterbrechung der Saison steht vor der Tür. „Ich hoffe es nicht“, sagt André Tore zwar, doch der Trainer des Oberligisten TuS 09 Möllbergen weiß: „Die Zahlen sprechen dafür.“ Angesichts der im Mühlenkreis über die 400er Marke gekletterte Inzidenz vermutet Marc Pohlmann: „Nach diesem Wochenende wird es eine Pause geben. Das ist wohl die Richtung, in die es derzeit geht.“ Der Trainer des Verbandsligisten Lit 1912 III hätte Verständnis für eine Saisonunterbrechung: „Ganz klar, die Gesundheit aller steht über dem Handball.“ An diesem Wochenende müssen sich die Handballer zunächst auf ein verändertes Regelwerk einstellen. Mit der neuen Corona-Schutzverordnung haben sich auch die Bestimmungen im Verband Westfalen HVW geändert. Es gilt nahezu komplett 2G. Nur noch immunisierte Handballer dürfen mitspielen. Für die wenigen ungeimpften Aktiven ist Schluss. Das betrifft auch die Schiedsrichter.Eine Ausnahme macht der Verband lediglich beim Jugendhandball. Der Nachwuchs bis zu einem Alter von 15 Jahren gilt über die Schuluntersuchungen als getestet. In der Gruppe der 16- bis 18-jährigen Jugendspieler, laut Verordnung Teil der 2G-Gruppe, dürfen nicht geimpfte oder genesene Sportler mit einem PCR-Test, nicht älter als 48 Stunden, am Training- und Spielbetrieb teilnehmen.Neu ist die Lage auch für die Fans. Für sie gilt: Nur der 2G-Status gewährt Eintritt. Ein Test genügt ab sofort nirgendwo mehr. In den meisten Sporthallen ist zudem das Tragen eines medizinischen Mund-Nase-Schutzes für alle Zuschauer verpflichtend oder wird von den Heimvereinen dringend empfohlen. Doch nun zum Sport. Den beiden Drittligisten stehen wichtige Begegnungen ins Haus. Auf dem Weg in den sicheren Hafen und damit in die Region von Platz sechs und besser sollten GWD Minden II und Lit 1912 II die Heimspiele besser gewinnen, zumal die Gastmannschaften aus genau jener Tabellenregion kommen. Zwölf Spiele bleiben GWD und Lit noch, um den Mühlen der Abstiegsrunde zu entkommen. GWD trifft am Samstag um 19 Uhr in Dankersen auf die Ahlener SG, Lit bekommt es am Sonntag um 17 Uhr in Nordhemmern mit OHV Aurich zu tun. Verzichten muss Lit II auf Daniel Franke. Der Linkshänder ist bis zum 18. Dezember an den TuS N-Lübbecke ausgeliehen. Beim Kooperationspartner hat Franke überzeugt und mit einer starken Leistung zum wichtigen Heimsieg gegen den HSV Hamburg beigetragen. Der unbekümmert aufspielende Franke passt als Ersatz für die verletzten Linkshänder gut ins Team des Bundesligisten, doch noch beteuert Lübbeckes Sportlicher Leiter Rolf Hermann, dass die Leihe kurz vor Weihnachten ausläuft, damit Franke im Januar wieder für Lit II spielberechtigt ist: „Ich würde Lit das Herz rausreißen. Und wir haben ja auch noch Marvin Mundus.“In der Oberliga steht mit der Partie zwischen TuS Möllbergen und den Sportfreunden Loxten ein Topspiel an. Nur der Sieger bleibt Spitzenreiter CVJM Rödinghausen auf den Fersen. „Spiele gegen Loxten sind immer enge Kisten“, freut sich TuS-Coach André Torge auf den Anpfiff. Es ist am Samstagabend um 19 Uhr ein Heimspiel für Möllbergen. Und da gilt: „Wir haben uns das Ziel gesetzt, in diesem Jahr kein Heimspiel mehr zu verlieren.“ Bei Zielerreichung winkt dem TuS die Tabellenspitze, denn nach Loxten heißt der nächste Heimgegner Rödinghausen. Zum Derby bittet Lit 1912 III die HSG Porta am Samstag um 16 Uhr nach Nordhemmern. „Porta ist besser im Rhythmus“, sagt Lit-Coach Marc Pohlmann, dessen Team zuletzt spielfrei hatte. Er hat Respekt vor den Männern aus Veltheim: „Porta hat sich stetig gesteigert, die sind gefestigt.“ Doch er sieht sein Team nicht ohne Chance: „Wenn bei uns vieles stimmt, können wir mithalten.“ Eintracht Oberlübbe muss am Samstagabend beim Spitzenreiter in Bad Salzuflen ran. Der HSV Minden-Nord spielt zeitgleich um 19 Uhr bei der HSG Hüllhorst. Der auf Platz zwei auf einen Ausrutscher Bad Salzuflens lauernde TSV Hahlen genießt im Hahler Feld um 19.30 Uhr Heimrecht gegen TuS Spenge II. Klein ist das Programm in der Landesliga: Hier steht lediglich das Nachbarschaftsduell zwischen dem TV Sachsenross Hille und Lit 1912 IV am Samstagabend um 19.30 Uhr an. Jugendhandball am Wochenende Die Fans müssen sich gedulden: Das Derby in der C-Jugend-Oberliga zwischen dem der JSG Lit 1912 und GWD Minden findet nicht wie geplant an diesem Samstag statt. Grund ist die kurzfristige Nominierung der 2007er GWD-Talente Linus Horstkötter und Mattis Keil für eine Sichtungsmaßnahme des 2006er Jahrgangs des Handballverbandes Westfalen. Neuer Termin für das Derby ist nun Donnerstag, 9. Dezember, um 17.30 in Nordhemmern. Vor einem richtungsweisenden Spiele stehen die C-Mädchen des HSV Minden-Nord. Sie treffen am Samstag um 14 Uhr in Stemmer auf den Oberliga-Spitzenreiter SC DJK Everswinkel und benötigen dringend einen Sieg, um das das Titelrennen offen zu gestalten.Auch die Bundesliga-A-Jungen der JSG Lit 1912 messen sich mit einem Tabellenführer. Sie empfangen am Samstag um 18 Uhr in Nettelstedt die TSV Burgdorf.

Spieltag unter dem Corona-Schatten: Die Handballszene erwartet die Saison-Unterbrechung

Noch einmal Gas geben, ehe vielleicht die Corona-Pause naht, heißt es für GWD–II-Spielmacher Jonah Jungmann und alle anderen Handballer an diesem Wochenende. MT-Foto: Marcus Riechmann

Minden. Ja, am Wochenende wird Handball gespielt. Für die heimischen Teams stehen wichtige und hochklassige Partien auf dem Plan. Doch die sportlichen Herausforderungen stehen im Schatten der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung: Die vierte Corona-Welle schlägt über dem Land zusammen, die südafrikanische Virus-Mutante B.1.1.529 hält Einzug. In einigen Handballverbänden ruht bereits der Ball. Westfalen wird kein gallisches Dorf sein, wenn sich der Lockdown nähert.

Und so bestimmte die Corona-Lage gestern die Gespräche. Etliche Vereinsvertreter befürchten: Die Unterbrechung der Saison steht vor der Tür. „Ich hoffe es nicht“, sagt André Tore zwar, doch der Trainer des Oberligisten TuS 09 Möllbergen weiß: „Die Zahlen sprechen dafür.“ Angesichts der im Mühlenkreis über die 400er Marke gekletterte Inzidenz vermutet Marc Pohlmann: „Nach diesem Wochenende wird es eine Pause geben. Das ist wohl die Richtung, in die es derzeit geht.“ Der Trainer des Verbandsligisten Lit 1912 III hätte Verständnis für eine Saisonunterbrechung: „Ganz klar, die Gesundheit aller steht über dem Handball.“

An diesem Wochenende müssen sich die Handballer zunächst auf ein verändertes Regelwerk einstellen. Mit der neuen Corona-Schutzverordnung haben sich auch die Bestimmungen im Verband Westfalen HVW geändert. Es gilt nahezu komplett 2G. Nur noch immunisierte Handballer dürfen mitspielen. Für die wenigen ungeimpften Aktiven ist Schluss. Das betrifft auch die Schiedsrichter.

Eine Ausnahme macht der Verband lediglich beim Jugendhandball. Der Nachwuchs bis zu einem Alter von 15 Jahren gilt über die Schuluntersuchungen als getestet. In der Gruppe der 16- bis 18-jährigen Jugendspieler, laut Verordnung Teil der 2G-Gruppe, dürfen nicht geimpfte oder genesene Sportler mit einem PCR-Test, nicht älter als 48 Stunden, am Training- und Spielbetrieb teilnehmen.

Neu ist die Lage auch für die Fans. Für sie gilt: Nur der 2G-Status gewährt Eintritt. Ein Test genügt ab sofort nirgendwo mehr. In den meisten Sporthallen ist zudem das Tragen eines medizinischen Mund-Nase-Schutzes für alle Zuschauer verpflichtend oder wird von den Heimvereinen dringend empfohlen.

Doch nun zum Sport. Den beiden Drittligisten stehen wichtige Begegnungen ins Haus. Auf dem Weg in den sicheren Hafen und damit in die Region von Platz sechs und besser sollten GWD Minden II und Lit 1912 II die Heimspiele besser gewinnen, zumal die Gastmannschaften aus genau jener Tabellenregion kommen. Zwölf Spiele bleiben GWD und Lit noch, um den Mühlen der Abstiegsrunde zu entkommen. GWD trifft am Samstag um 19 Uhr in Dankersen auf die Ahlener SG, Lit bekommt es am Sonntag um 17 Uhr in Nordhemmern mit OHV Aurich zu tun. Verzichten muss Lit II auf Daniel Franke. Der Linkshänder ist bis zum 18. Dezember an den TuS N-Lübbecke ausgeliehen. Beim Kooperationspartner hat Franke überzeugt und mit einer starken Leistung zum wichtigen Heimsieg gegen den HSV Hamburg beigetragen. Der unbekümmert aufspielende Franke passt als Ersatz für die verletzten Linkshänder gut ins Team des Bundesligisten, doch noch beteuert Lübbeckes Sportlicher Leiter Rolf Hermann, dass die Leihe kurz vor Weihnachten ausläuft, damit Franke im Januar wieder für Lit II spielberechtigt ist: „Ich würde Lit das Herz rausreißen. Und wir haben ja auch noch Marvin Mundus.“

In der Oberliga steht mit der Partie zwischen TuS Möllbergen und den Sportfreunden Loxten ein Topspiel an. Nur der Sieger bleibt Spitzenreiter CVJM Rödinghausen auf den Fersen. „Spiele gegen Loxten sind immer enge Kisten“, freut sich TuS-Coach André Torge auf den Anpfiff. Es ist am Samstagabend um 19 Uhr ein Heimspiel für Möllbergen. Und da gilt: „Wir haben uns das Ziel gesetzt, in diesem Jahr kein Heimspiel mehr zu verlieren.“ Bei Zielerreichung winkt dem TuS die Tabellenspitze, denn nach Loxten heißt der nächste Heimgegner Rödinghausen.

Zum Derby bittet Lit 1912 III die HSG Porta am Samstag um 16 Uhr nach Nordhemmern. „Porta ist besser im Rhythmus“, sagt Lit-Coach Marc Pohlmann, dessen Team zuletzt spielfrei hatte. Er hat Respekt vor den Männern aus Veltheim: „Porta hat sich stetig gesteigert, die sind gefestigt.“ Doch er sieht sein Team nicht ohne Chance: „Wenn bei uns vieles stimmt, können wir mithalten.“

Eintracht Oberlübbe muss am Samstagabend beim Spitzenreiter in Bad Salzuflen ran. Der HSV Minden-Nord spielt zeitgleich um 19 Uhr bei der HSG Hüllhorst. Der auf Platz zwei auf einen Ausrutscher Bad Salzuflens lauernde TSV Hahlen genießt im Hahler Feld um 19.30 Uhr Heimrecht gegen TuS Spenge II.

Klein ist das Programm in der Landesliga: Hier steht lediglich das Nachbarschaftsduell zwischen dem TV Sachsenross Hille und Lit 1912 IV am Samstagabend um 19.30 Uhr an.

Jugendhandball am Wochenende

Die Fans müssen sich gedulden: Das Derby in der C-Jugend-Oberliga zwischen dem der JSG Lit 1912 und GWD Minden findet nicht wie geplant an diesem Samstag statt. Grund ist die kurzfristige Nominierung der 2007er GWD-Talente Linus Horstkötter und Mattis Keil für eine Sichtungsmaßnahme des 2006er Jahrgangs des Handballverbandes Westfalen. Neuer Termin für das Derby ist nun Donnerstag, 9. Dezember, um 17.30 in Nordhemmern.

Vor einem richtungsweisenden Spiele stehen die C-Mädchen des HSV Minden-Nord. Sie treffen am Samstag um 14 Uhr in Stemmer auf den Oberliga-Spitzenreiter SC DJK Everswinkel und benötigen dringend einen Sieg, um das das Titelrennen offen zu gestalten.

Auch die Bundesliga-A-Jungen der JSG Lit 1912 messen sich mit einem Tabellenführer. Sie empfangen am Samstag um 18 Uhr in Nettelstedt die TSV Burgdorf.

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