Schwierige Saisonplanung: „Alle stehen auf dem Schlauch“ Jörg Wehling Minden. Die Mühe einer Saisonplanung scheint vergeblich. Aber sie muss gemacht werden. Darin sind sich die Funktionäre einig. Im Amateur-Handball ist die aktuelle Saison noch nicht ganz beendet, aber der Startschuss für die kommende Serie 2021/2022 bereits gefallen. Am ersten September-Wochenende soll es von der Kreisklasse bis hinaus in die Oberliga wieder losgehen, sofern es die Corona-Schutzverordnung zulässt. „Wir können nicht erst im August mit der Planung anfangen. Das ist viel zu spät“, sagt Handball-Kreisvorsitzender Reinhold Kölling. Darum verständigte er sich mit seinem Vorstand darauf, die Saison abzubrechen. Einen Auf- und Abstieg soll es demnach in seinem Bereich von der Kreisliga bis zu Bezirksliga nicht geben. Interessierten Vereinen in der Bezirksliga soll allerdings die Chance eingeräumt werden, auf Wunsch doch in die Landesliga aufzusteigen. Aufstiegsberechtigte Mannschaften können bis zum 28. April, also bis heute, ihren Hut in den Ring werfen. Je nach Anzahl der Mannschaften muss dann ein Modus gefunden werden, damit bis zum 15. Juni die Aufstiegsrunden beendet sind. „Es ist ein knapper zeitlicher Rahmen. Und außerdem muss Kontaktsport in der Halle erlaubt sein“, hält Handball-Kreisvorsitzender Kölling die Chance einer Durchführung für eher vage. Denn den Funktionären sitzt die Zeit im Nacken. Die beteiligten Teams brauchen mindestens vier besser sechs Wochen Vorbereitung. Und je näher der Termin an die Sommerferien rutscht, folgt auch schon die Vorbereitung auf die darauffolgende Serie. Damit folgt Problem Nummer zwei, und zwar die Mannschaftsmeldungen. „Wir wissen, dass wir den Vereinen viel abverlangen. Denn die meisten können noch nicht sagen, wie viele Mannschaft sie melden wollen, weil sie sich über ein Jahr nicht mehr gesehen haben. Das macht die Planung so schwierig“, beschreibt Kölling das Dilemma. Am 30. April läuft die Frist für Mannschaftsmeldungen im Seniorenbereich ab. „Alle stehen hier auf dem Schlauch“, sagt Kölling. Die Wahrscheinlichkeit, dass im Amateur-Handball noch Pflichtspiele stattfinden werden, ist auch ab der Landesliga aufwärts eher gering. Das sieht auch Andreas Tiemann, Vorsitzender der Technischen Kommission im Handball-Verband-Westfalen, so. „Wie groß die Ligen in der kommenden Saison sein werden, lässt sich auch bei uns noch nicht sagen. Es werden auch einige Vereine keine Mannschaften mehr melden. Darauf richten wir uns ein“, sagt Tiemann. Der TK-Vorsitzende im Handball Verband Westfalen weist aber noch auf eine weitere Problematik hin, die sich im Zusammenhang aus der Aufstiegs- und Abstiegsregelung ergibt. Schließlich will man den Mannschaften, die noch aufsteigen wollen, auch eine Chance geben. Dazu gehört zum Beispiel der Frauen-Oberligist Lit Tribe 1912, der in die 3. Liga möchte. Groß scheint auch das Interesse bei den Männer-Landesligisten, die in die Verbandsliga wollen. „Unsere Saison ist noch nicht abgebrochen, sondern sie pausiert“, betont Tiemann. Der kleine, aber entscheidende Unterschied liegt in den Paragrafen 52 und 52 a der Spielordnung begründet. Darin ist geregelt, nach welchen Kriterien aufgestiegen werden kann. Aber wie so oft steckt der Teufel im Detail. Denn nach der bis zum 30. Juni 2021 geltenden Spielordnung muss bei einem Abbruch der Saison die Aufstiegsregelung unabhängig von der Zahl der ausgetragenen Spiele nach der Quotientenregelung berechnet werden, selbst wenn nur zwei Spieltage ausgetragen wurden. „Das ist natürlich Unfug“, erläutert Tiemann. Darum schlägt er mit dem HVW einen anderen Weg ein als der Handballkreis Minden-Lübbecke. Die Idee: Die Saison bleibt unterbrochen. „Wir haben die Vereine befragt und die interessierten Vereine haben sich gemeldet. In Absprache mit den Vereinen wird entschieden, ob und wenn ja wie, im HV Westfalen Aufsteiger sportlich ausgespielt werden können“, sagt Tiemann. Er ergänzt „wenn das aus Zeitgründen nicht mehr möglich ist, dann kann entgegen einer zwangsweisen Wertung über die Quotientenregelung bei einem Saisonabbruch das Präsidium unter Anwendung sportlicher Gesichtspunkte entscheiden.“ Denn eines ist aus Tiemanns Sicht mehr oder weniger absehbar: Dass es eher unwahrscheinlich wird, angesichts von steigenden Inzidenzwerte eine sportliche Entscheidung unter dem Hallendach zu fällen. Die Entscheidung über den Aufstieg im Handball-Kreis Minden-Lübbecke scheint aber geklärt. „Die Vereine aus unserem Bereich haben sich unserer Entscheidung angeschlossen. Da erwarte ich auch keine Gegenwehr mehr“, sagt Kreisvorsitzender Reinhold Kölling.

Schwierige Saisonplanung: „Alle stehen auf dem Schlauch“

Ausgebremst vom Spielbetrieb durch Corona sind auch die Bezirksliga-Handballer Tuspo Meißens (hier mit Alexander Witt) und von Eintracht Oberlübbe II. Foto: Christian Bendig © Christian Bendig

Minden. Die Mühe einer Saisonplanung scheint vergeblich. Aber sie muss gemacht werden. Darin sind sich die Funktionäre einig. Im Amateur-Handball ist die aktuelle Saison noch nicht ganz beendet, aber der Startschuss für die kommende Serie 2021/2022 bereits gefallen. Am ersten September-Wochenende soll es von der Kreisklasse bis hinaus in die Oberliga wieder losgehen, sofern es die Corona-Schutzverordnung zulässt.

„Wir können nicht erst im August mit der Planung anfangen. Das ist viel zu spät“, sagt Handball-Kreisvorsitzender Reinhold Kölling. Darum verständigte er sich mit seinem Vorstand darauf, die Saison abzubrechen. Einen Auf- und Abstieg soll es demnach in seinem Bereich von der Kreisliga bis zu Bezirksliga nicht geben. Interessierten Vereinen in der Bezirksliga soll allerdings die Chance eingeräumt werden, auf Wunsch doch in die Landesliga aufzusteigen.

Aufstiegsberechtigte Mannschaften können bis zum 28. April, also bis heute, ihren Hut in den Ring werfen. Je nach Anzahl der Mannschaften muss dann ein Modus gefunden werden, damit bis zum 15. Juni die Aufstiegsrunden beendet sind. „Es ist ein knapper zeitlicher Rahmen. Und außerdem muss Kontaktsport in der Halle erlaubt sein“, hält Handball-Kreisvorsitzender Kölling die Chance einer Durchführung für eher vage.

Denn den Funktionären sitzt die Zeit im Nacken. Die beteiligten Teams brauchen mindestens vier besser sechs Wochen Vorbereitung. Und je näher der Termin an die Sommerferien rutscht, folgt auch schon die Vorbereitung auf die darauffolgende Serie.

Damit folgt Problem Nummer zwei, und zwar die Mannschaftsmeldungen. „Wir wissen, dass wir den Vereinen viel abverlangen. Denn die meisten können noch nicht sagen, wie viele Mannschaft sie melden wollen, weil sie sich über ein Jahr nicht mehr gesehen haben. Das macht die Planung so schwierig“, beschreibt Kölling das Dilemma. Am 30. April läuft die Frist für Mannschaftsmeldungen im Seniorenbereich ab. „Alle stehen hier auf dem Schlauch“, sagt Kölling.

Die Wahrscheinlichkeit, dass im Amateur-Handball noch Pflichtspiele stattfinden werden, ist auch ab der Landesliga aufwärts eher gering. Das sieht auch Andreas Tiemann, Vorsitzender der Technischen Kommission im Handball-Verband-Westfalen, so. „Wie groß die Ligen in der kommenden Saison sein werden, lässt sich auch bei uns noch nicht sagen. Es werden auch einige Vereine keine Mannschaften mehr melden. Darauf richten wir uns ein“, sagt Tiemann.

Der TK-Vorsitzende im Handball Verband Westfalen weist aber noch auf eine weitere Problematik hin, die sich im Zusammenhang aus der Aufstiegs- und Abstiegsregelung ergibt. Schließlich will man den Mannschaften, die noch aufsteigen wollen, auch eine Chance geben. Dazu gehört zum Beispiel der Frauen-Oberligist Lit Tribe 1912, der in die 3. Liga möchte. Groß scheint auch das Interesse bei den Männer-Landesligisten, die in die Verbandsliga wollen.

„Unsere Saison ist noch nicht abgebrochen, sondern sie pausiert“, betont Tiemann. Der kleine, aber entscheidende Unterschied liegt in den Paragrafen 52 und 52 a der Spielordnung begründet. Darin ist geregelt, nach welchen Kriterien aufgestiegen werden kann.

Aber wie so oft steckt der Teufel im Detail. Denn nach der bis zum 30. Juni 2021 geltenden Spielordnung muss bei einem Abbruch der Saison die Aufstiegsregelung unabhängig von der Zahl der ausgetragenen Spiele nach der Quotientenregelung berechnet werden, selbst wenn nur zwei Spieltage ausgetragen wurden. „Das ist natürlich Unfug“, erläutert Tiemann. Darum schlägt er mit dem HVW einen anderen Weg ein als der Handballkreis Minden-Lübbecke.

Die Idee: Die Saison bleibt unterbrochen. „Wir haben die Vereine befragt und die interessierten Vereine haben sich gemeldet. In Absprache mit den Vereinen wird entschieden, ob und wenn ja wie, im HV Westfalen Aufsteiger sportlich ausgespielt werden können“, sagt Tiemann. Er ergänzt „wenn das aus Zeitgründen nicht mehr möglich ist, dann kann entgegen einer zwangsweisen Wertung über die Quotientenregelung bei einem Saisonabbruch das Präsidium unter Anwendung sportlicher Gesichtspunkte entscheiden.“

Denn eines ist aus Tiemanns Sicht mehr oder weniger absehbar: Dass es eher unwahrscheinlich wird, angesichts von steigenden Inzidenzwerte eine sportliche Entscheidung unter dem Hallendach zu fällen.

Die Entscheidung über den Aufstieg im Handball-Kreis Minden-Lübbecke scheint aber geklärt. „Die Vereine aus unserem Bereich haben sich unserer Entscheidung angeschlossen. Da erwarte ich auch keine Gegenwehr mehr“, sagt Kreisvorsitzender Reinhold Kölling.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Handball