„Pause ist keine Urlaubszeit“ - Interview mit TuS N-Lübbeckes Trainer Emir Kurtagic Hans Peter Tipp Lübbecke (wb). Der Anfang ist gemacht. Die Handballprofis des Zweitligisten TuS N-Lübbecke haben zurzeit noch einmal zehn Tage Pause, bevor es am 10. August mit dem zweiten Teil der Vorbereitung weitergeht. Im Interview zieht Trainer Emir Kurtagic ein Fazit der ersten Trainingsphase. Wie hat es sich angefühlt, nach monatelanger Pause wieder in der Halle zu stehen? Für mich war es wirklich superschön, mal wieder einen normalen Tagesablauf zu haben und mit den Jungs zu arbeiten. Die Mannschaft hat bis jetzt ein sehr gutes Bild abgegeben, so dass die Arbeit weiter sehr viel Spaß macht. Glauben Sie, dass es den Spielern ähnlich ergangen ist? Ich denke schon. Man weiß zwar nie, was wirklich in den Köpfen vorgeht. Aber von der Körpersprache her, der Intensität bei den Trainingseinheiten und vom Miteinander her glaube ich, dass auch sie diese Freude an der gemeinsamen Arbeit empfunden haben. Es war den Spielern anzumerken, dass sie sehnsüchtig darauf gewartet hatten, wieder in die Halle zu dürfen. Was hat Sie bislang am meisten überrascht? Sicherlich die Tatsache, dass wir im handballspezifischen Bereich bereits einiges bewegen konnten. Dass alle Spieler athletisch gut aus der Pause herauskommen würden, war bei der Länge der Unterbrechung zu erwarten. Ich bin überzeugt, dass jeder junge Athlet heutzutage die Disziplin besitzt, sich gewissenhaft bereitzuhalten und in seinen Körper zu investieren. Nicht sicher war ich mir dagegen, wie viel wir schon handballerisch würden arbeiten können. Diese Fragezeichen wurden schnell beseitigt, so dass wir bereits früh in kontrollierte Zweikämpfe gehen und auch schon taktisch arbeiten konnten. Sie haben sieben neue Profis im Team. Ist bereits ein Mannschaftsgefühl entstanden? Diese Spieler investieren bereits viel in den Mannschaftsgedanken, indem sie außerhalb des Spielfeldes etwas miteinander unternehmen und sich besser kennenlernen wollen. Im Bereich des Spielerischen kann man dagegen bei den unseren bislang wenigen Trainingseinheiten natürlich noch nicht von Mannschaft sprechen. Das ist alles in der Findungsphase. Jeder sucht noch seine Position, seine Rolle. Jeder will herausfinden, wie er aus der Pause herausgekommen ist. Da ist jeder noch viel mit sich selbst beschäftigt. Aber das ist nicht schlimm, weil wir noch viel Zeit haben, um diesen mannschaftlichen Gedanken zu formen. Hat der Konkurrenzkampf bereits begonnen? Das würde ich noch nicht sagen. Dafür sind alle momentan noch zu viel mit sich selbst beschäftigt. Aber die Arbeitseinstellung ist gut, und ich glaube, dass im Laufe der weiteren Vorbereitung der internen Konkurrenzkampf im Sinne der Mannschaft einsetzt. Den braucht man aber auch. Diese interne Konkurrenz und der Kampf um Spielminuten wird dazu führen, dass wir eine hohe Trainingsintensität und -qualität bekommen. Von daher freue ich mich, dass aktuell alle sehr fokussiert wirken und gut dabei sind. So können wir unseren Zielen schnell näher kommen: Mannschaft bilden, System verstehen, Einspielen: Das sind die großen Kernpunkte in der Vorbereitung. Gab es bislang Beeinträchtigungen durch Verletzungen? Da muss ich drei Mal auf Holz klopfen. Bis jetzt ist alles gut. Unsere beiden Linkshänder im rechten Rückraum waren ein wenig gehandicapt. Florian Baumgärtner war ja erst vor zwei Monaten operiert worden. Dominik Ebner hatte sich eine Woche vor dem ersten Training den Brustmuskel gerissen. Aber auch diese beiden haben, mit ein paar Einschränkungen, den Großteil des Programms absolviert. Was wünschen Sie sich von Ihren Spielern in der Pause? Diese Trainingspause ist definitiv keine Urlaubszeit. Wir haben vorher vier Monate Urlaub gehabt. Für die Spieler, aber auch für mich als Trainer, gilt es jetzt, die vergangenen zweieinhalb Wochen sacken zu lassen. Jetzt können sich alle noch einmal überprüfen, wo sie Defizite haben und noch etwas investieren könnten. Im Rehabereich kleinere Blessuren aufarbeiten, im athletischen Bereich nachbessern oder einfach über neue taktische Dinge und unsere Spielidee nachdenken: Dazu kann man die trainingsfreie Zeit gut nutzen. Es wäre hingegen fatal, wenn wir jetzt zehn Tage an den Strand fahren. Dann müsste man den Sinn der ersten zweieinhalb Wochen komplett in Frage stellen. Gilt das auch für den Trainer? Dürfen Sie Urlaub machen? Ich hatte vier Monate gezwungenermaßen frei. Das Gute bei mir ist, dass ich gedanklich bereits sehr weit bin, was im August und September auf unsere Mannschaft wartet. Ich werde deshalb auch gut vorbereitet am 10. August zurückkommen. Was ich aber in meiner Freizeit machen werde, das weiß ich noch nicht so genau. Auch für mich ist das kein Urlaub im klassischen Sinne.

„Pause ist keine Urlaubszeit“ - Interview mit TuS N-Lübbeckes Trainer Emir Kurtagic

„Fragezeichen schnell beseitigt“: Emir Kurtagic hebt den Daumen für sein Team.?Foto: Strohdiek/Imago © imago images/Eibner

Lübbecke (wb). Der Anfang ist gemacht. Die Handballprofis des Zweitligisten TuS N-Lübbecke haben zurzeit noch einmal zehn Tage Pause, bevor es am 10. August mit dem zweiten Teil der Vorbereitung weitergeht. Im Interview zieht Trainer Emir Kurtagic ein Fazit der ersten Trainingsphase.

Wie hat es sich angefühlt, nach monatelanger Pause wieder in der Halle zu stehen?

Für mich war es wirklich superschön, mal wieder einen normalen Tagesablauf zu haben und mit den Jungs zu arbeiten. Die Mannschaft hat bis jetzt ein sehr gutes Bild abgegeben, so dass die Arbeit weiter sehr viel Spaß macht.

Glauben Sie, dass es den Spielern ähnlich ergangen ist?

Ich denke schon. Man weiß zwar nie, was wirklich in den Köpfen vorgeht. Aber von der Körpersprache her, der Intensität bei den Trainingseinheiten und vom Miteinander her glaube ich, dass auch sie diese Freude an der gemeinsamen Arbeit empfunden haben. Es war den Spielern anzumerken, dass sie sehnsüchtig darauf gewartet hatten, wieder in die Halle zu dürfen.

Was hat Sie bislang am meisten überrascht?

Sicherlich die Tatsache, dass wir im handballspezifischen Bereich bereits einiges bewegen konnten. Dass alle Spieler athletisch gut aus der Pause herauskommen würden, war bei der Länge der Unterbrechung zu erwarten. Ich bin überzeugt, dass jeder junge Athlet heutzutage die Disziplin besitzt, sich gewissenhaft bereitzuhalten und in seinen Körper zu investieren. Nicht sicher war ich mir dagegen, wie viel wir schon handballerisch würden arbeiten können. Diese Fragezeichen wurden schnell beseitigt, so dass wir bereits früh in kontrollierte Zweikämpfe gehen und auch schon taktisch arbeiten konnten.

Sie haben sieben neue Profis im Team. Ist bereits ein Mannschaftsgefühl entstanden?

Diese Spieler investieren bereits viel in den Mannschaftsgedanken, indem sie außerhalb des Spielfeldes etwas miteinander unternehmen und sich besser kennenlernen wollen. Im Bereich des Spielerischen kann man dagegen bei den unseren bislang wenigen Trainingseinheiten natürlich noch nicht von Mannschaft sprechen. Das ist alles in der Findungsphase. Jeder sucht noch seine Position, seine Rolle. Jeder will herausfinden, wie er aus der Pause herausgekommen ist. Da ist jeder noch viel mit sich selbst beschäftigt. Aber das ist nicht schlimm, weil wir noch viel Zeit haben, um diesen mannschaftlichen Gedanken zu formen.

Hat der Konkurrenzkampf bereits begonnen?

Das würde ich noch nicht sagen. Dafür sind alle momentan noch zu viel mit sich selbst beschäftigt. Aber die Arbeitseinstellung ist gut, und ich glaube, dass im Laufe der weiteren Vorbereitung der internen Konkurrenzkampf im Sinne der Mannschaft einsetzt. Den braucht man aber auch. Diese interne Konkurrenz und der Kampf um Spielminuten wird dazu führen, dass wir eine hohe Trainingsintensität und -qualität bekommen. Von daher freue ich mich, dass aktuell alle sehr fokussiert wirken und gut dabei sind. So können wir unseren Zielen schnell näher kommen: Mannschaft bilden, System verstehen, Einspielen: Das sind die großen Kernpunkte in der Vorbereitung.

Gab es bislang Beeinträchtigungen durch Verletzungen?

Da muss ich drei Mal auf Holz klopfen. Bis jetzt ist alles gut. Unsere beiden Linkshänder im rechten Rückraum waren ein wenig gehandicapt. Florian Baumgärtner war ja erst vor zwei Monaten operiert worden. Dominik Ebner hatte sich eine Woche vor dem ersten Training den Brustmuskel gerissen. Aber auch diese beiden haben, mit ein paar Einschränkungen, den Großteil des Programms absolviert.

Was wünschen Sie sich von Ihren Spielern in der Pause?

Diese Trainingspause ist definitiv keine Urlaubszeit. Wir haben vorher vier Monate Urlaub gehabt. Für die Spieler, aber auch für mich als Trainer, gilt es jetzt, die vergangenen zweieinhalb Wochen sacken zu lassen. Jetzt können sich alle noch einmal überprüfen, wo sie Defizite haben und noch etwas investieren könnten. Im Rehabereich kleinere Blessuren aufarbeiten, im athletischen Bereich nachbessern oder einfach über neue taktische Dinge und unsere Spielidee nachdenken: Dazu kann man die trainingsfreie Zeit gut nutzen. Es wäre hingegen fatal, wenn wir jetzt zehn Tage an den Strand fahren. Dann müsste man den Sinn der ersten zweieinhalb Wochen komplett in Frage stellen.

Gilt das auch für den Trainer? Dürfen Sie Urlaub machen?

Ich hatte vier Monate gezwungenermaßen frei. Das Gute bei mir ist, dass ich gedanklich bereits sehr weit bin, was im August und September auf unsere Mannschaft wartet. Ich werde deshalb auch gut vorbereitet am 10. August zurückkommen. Was ich aber in meiner Freizeit machen werde, das weiß ich noch nicht so genau. Auch für mich ist das kein Urlaub im klassischen Sinne.

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