Mit Eigengewächsen nach oben: Der HSV Minden-Nord möchte zurück in die 3. Liga Christian Bendig Minden. Der Amateur- und Nachwuchshandball siecht aufgrund der Corona-Pandemie und der sich verzögernden Öffnungsszenarien perspektivlos vor sich hin. Die Hände einfach in den Schoß zu legen, wollten die Verantwortlichen des HSV Minden-Nord aber nicht und steckten während der andauernden Spielpause die Köpfe zusammen. Heraus gekommen ist neben der Verfeinerung des sportlichen Konzepts auch eine erstaunliche Personalie: Kornelia Kunisch steht dem Nachwuchs fortan in beratender Tätigkeit zur Seite. Denn obwohl die A-Mädchen des Vereins im vergangenen Jahr erstmalig für die Jugendbundesliga an den Start gingen und besonders mit den C-Mädchen zwei Westfalenmeisterschaften einheimsten, schlossen sich in der Vergangenheit viele Talente vor allem der HSG Blomberg-Lippe an. Die Strahlkraft der Talentschmiede des lippischen Frauen-Erstligisten wird weiter bestehen bleiben, weiß Jugendkoordinator Finn Steffen. „Für die absoluten Spitzen-Talente wie Mia Ziercke und Yasmin Friesen ist der Wechsel in ein Leistungszentrum auch der richtige Schritt“, unterstreicht Steffen, schränkt aber ein: „Viele Mädchen würden gerne bei uns bleiben. Aber dann eben auch mehr trainieren wollen.“ Diesem vielfach geäußerten Wunsch kamen die Verantwortlichen nun nach. Statt drei Trainingseinheiten mit ihren jeweiligen Mannschaften sollen die Talente nun auch eine vierte Einheit in der nächsthöheren Altersklasse absolvieren können. Ziel ist es, eine noch größere Durchlässigkeit von den C-Mädchen bis zur ersten Frauenmannschaft sicherzustellen. Neben der Trainingsquantität soll auch bei der Trainingsqualität der Hebel angesetzt werden. „An die Trainingseinheiten wird sich künftig noch eine halbstündige Athletikeinheit anschließen“, berichtet Steffen. Zu diesem Zweck wird in der Sporthalle in Stemmer auch Kraftraum eingerichtet. Bei dem komplexen Vorhaben soll Kornelia Kunisch zumindest beratend zur Seite stehen. „Konni wird uns dabei unterstützen“, berichtet Steffen. Das genaue Aufgabenfeld der ehemals weltbesten Handballerin wird noch konkret abgesteckt. Im Mai 2019 verließ Kunisch die GWD-Nachwuchsschmiede und ist seitdem nur noch beim Handballverband Westfalen als Leiterin des Mindener Stützpunkts aktiv und kennt somit viele HSV-Talente bereits. „Insgesamt haben wir 15 Auswahl- beziehungsweise Stützpunktspielerinnen. Ich glaube, dass im männlichen GWD und die JSG diese Anzahl nicht schaffen“, nennt Steffen Zahlen, die das Potenzial des HSV-Nachwuchs verdeutlichen. Ein weiterer Schritt ist die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der NRW-Sportschule Besselgymnasium. Entsprechende Gespräche wurden bereits geführt. Einige Spielerinnen sind schon Mitglieder der angebotenen Sportklassen und werden in drei Vormittagseinheiten speziell gefördert. „Wir möchten vor allem in den Altersklassen, in denen der Übergang auf die weiterführenden Schulen ansteht, noch mehr auf dieses Angebot aufmerksam machen“, betont der Jugendwart. Langfristig soll von der stärkeren Fokussierung auf den Leistungsgedanken auch der Frauenbereich profitieren. Das verspricht sich Kerstin Brandhorst, die als Sportliche Leiterin den Frauenbereich verantwortet. Das Ziel ist klar gesteckt: Der HSV möchte nach dem Drittliga-Abstieg 2017 dorthin wieder zurückkehren. „In der Vergangenheit wurden viele auswärtige Spielerinnen verpflichtet. Den Wiederaufstieg möchten wir mit vielen eigenen Talenten schaffen“, bekräftigt Brandhorst, den eigenen Talenten „eine echte Perspektive ohne Zeitdruck“ geben zu wollen.

Mit Eigengewächsen nach oben: Der HSV Minden-Nord möchte zurück in die 3. Liga

„Als B-Mädchen dürfte ich vor fast 20 Jahren unter Trainer Detlef Meyer bei den ersten Frauen trainieren“, erinnert sich Kerstin Brandhorst. Sie ist beim HSV Minden-Nord für den Frauenbereich verantwortlich und möchte gemeinsam mit Jugendwart Finn Steffen einiges bewegen. © Astrid Plaßhenrich

Minden. Der Amateur- und Nachwuchshandball siecht aufgrund der Corona-Pandemie und der sich verzögernden Öffnungsszenarien perspektivlos vor sich hin. Die Hände einfach in den Schoß zu legen, wollten die Verantwortlichen des HSV Minden-Nord aber nicht und steckten während der andauernden Spielpause die Köpfe zusammen. Heraus gekommen ist neben der Verfeinerung des sportlichen Konzepts auch eine erstaunliche Personalie: Kornelia Kunisch steht dem Nachwuchs fortan in beratender Tätigkeit zur Seite.

Denn obwohl die A-Mädchen des Vereins im vergangenen Jahr erstmalig für die Jugendbundesliga an den Start gingen und besonders mit den C-Mädchen zwei Westfalenmeisterschaften einheimsten, schlossen sich in der Vergangenheit viele Talente vor allem der HSG Blomberg-Lippe an.

Die Strahlkraft der Talentschmiede des lippischen Frauen-Erstligisten wird weiter bestehen bleiben, weiß Jugendkoordinator Finn Steffen. „Für die absoluten Spitzen-Talente wie Mia Ziercke und Yasmin Friesen ist der Wechsel in ein Leistungszentrum auch der richtige Schritt“, unterstreicht Steffen, schränkt aber ein: „Viele Mädchen würden gerne bei uns bleiben. Aber dann eben auch mehr trainieren wollen.“ Diesem vielfach geäußerten Wunsch kamen die Verantwortlichen nun nach. Statt drei Trainingseinheiten mit ihren jeweiligen Mannschaften sollen die Talente nun auch eine vierte Einheit in der nächsthöheren Altersklasse absolvieren können. Ziel ist es, eine noch größere Durchlässigkeit von den C-Mädchen bis zur ersten Frauenmannschaft sicherzustellen.

Neben der Trainingsquantität soll auch bei der Trainingsqualität der Hebel angesetzt werden. „An die Trainingseinheiten wird sich künftig noch eine halbstündige Athletikeinheit anschließen“, berichtet Steffen. Zu diesem Zweck wird in der Sporthalle in Stemmer auch Kraftraum eingerichtet.

Bei dem komplexen Vorhaben soll Kornelia Kunisch zumindest beratend zur Seite stehen. „Konni wird uns dabei unterstützen“, berichtet Steffen. Das genaue Aufgabenfeld der ehemals weltbesten Handballerin wird noch konkret abgesteckt. Im Mai 2019 verließ Kunisch die GWD-Nachwuchsschmiede und ist seitdem nur noch beim Handballverband Westfalen als Leiterin des Mindener Stützpunkts aktiv und kennt somit viele HSV-Talente bereits. „Insgesamt haben wir 15 Auswahl- beziehungsweise Stützpunktspielerinnen. Ich glaube, dass im männlichen GWD und die JSG diese Anzahl nicht schaffen“, nennt Steffen Zahlen, die das Potenzial des HSV-Nachwuchs verdeutlichen.

Ein weiterer Schritt ist die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der NRW-Sportschule Besselgymnasium. Entsprechende Gespräche wurden bereits geführt. Einige Spielerinnen sind schon Mitglieder der angebotenen Sportklassen und werden in drei Vormittagseinheiten speziell gefördert. „Wir möchten vor allem in den Altersklassen, in denen der Übergang auf die weiterführenden Schulen ansteht, noch mehr auf dieses Angebot aufmerksam machen“, betont der Jugendwart.

Langfristig soll von der stärkeren Fokussierung auf den Leistungsgedanken auch der Frauenbereich profitieren. Das verspricht sich Kerstin Brandhorst, die als Sportliche Leiterin den Frauenbereich verantwortet. Das Ziel ist klar gesteckt: Der HSV möchte nach dem Drittliga-Abstieg 2017 dorthin wieder zurückkehren. „In der Vergangenheit wurden viele auswärtige Spielerinnen verpflichtet. Den Wiederaufstieg möchten wir mit vielen eigenen Talenten schaffen“, bekräftigt Brandhorst, den eigenen Talenten „eine echte Perspektive ohne Zeitdruck“ geben zu wollen.

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