Juri Knorr trauert nicht um sein verpasstes Debüt Sebastian Külbel Minden. Seinen Vater hätte Juri Knorr ohnehin nicht mehr einholen können. 18 Jahre und gut zehn Monate war Thomas Knorr alt, als er am 22. März 1990 sein Debüt in der Nationalmannschaft feierte. Fast genau 30 Jahre später hätte sein Sohn es ihm nachgetan, bis die Corona-Krise zur Absage des Länderspiels in Magdeburg gegen die Niederlande führte. Dennoch erlebte der 19-Jährige von GWD Minden bewegte Tage bei seinem ersten Lehrgang mit der deutschen Männer-Auswahl. „Es ist einfach aufregend, mit den ganzen Leuten zusammenzuspielen“, erzählt Juri Knorr. Das verpasste erste Länderspiel nimmt der Youngster erstaunlich locker – und selbstbewusst: „Die Woche wurde davon ein bisschen getrübt, aber ich trauere dem nicht hinterher. Das erste Spiel wird noch kommen, da vertraue ich auf meine Fähigkeiten.“ Von denen ist offensichtlich auch der neue Bundestrainer Alfred Gislason überzeugt. Als Marian Michalczik wegen seiner beim Bundesligaspiel in Balingen erlittenen Wadenverletzung absagen musste, nominierte der Isländer dessen Team- und Positionskollegen nach. Der zeigte sich nach fünf Tagen mit dem Team begeistert: „Abgesehen von den Nebengeräuschen war die Woche für mich einfach unglaublich.“ Wegen der hohen Belastung vieler Spieler setzte Gislason die Trainingsumfänge nicht zu hoch an und setzte zumeist nur eine lange Einheit pro Tag an. „Er hat uns die Inhalte vermittelt, die ihm wichtig waren“, schildert Knorr. Als Lückenbüßer fühlte er sich dabei nicht: „Ich habe viele Anteile bekommen und wurde gut eingebunden.“ Das ersparte ihm natürlich nicht die Pflichten eines Jungspielers: „Ich war unter anderem für die Bälle verantwortlich. Das gehört eben dazu.“ Gewöhnen muss sich Juri Knorr dagegen an den Ausnahmezustand im Land, der auch an Profi-Handballern nicht vorübergeht. „Ich beschränke meine Kontakte momentan auf das Minimalste und habe in den letzten Tagen noch nicht einmal Freunde getroffen“, erzählt er von seinem Wochenende in der Heimat Bad Schwartau. Beim DHB-Lehrgang in Aschersleben verlief sein Alltag derweil noch relativ geregelt: Das Team trainierte normal, am Donnerstag war Knorr mit einigen anderen sogar noch im Kino. Dann kam die Länderspielabsage, und seit Freitag ist alles anders. „Die Situation ist für uns alle neu. Keiner weiß so recht, wie es weitergeht“, sagt Knorr. Eine Sache wird für die GWD-Profis heute jedoch geklärt: Trainer Frank Carstens versammelt seine Spieler um 11 Uhr in Minden und teilt ihnen mit, welche Pläne er mit ihnen für die nächsten Wochen hat. Mannschaftstraining wird vorerst kaum möglich sein, denn alle Sportstätten der Stadt Minden sind voraussichtlich bis Ende April gesperrt. Fit halten könnte sich Juri Knorr allerdings problemlos in der Heimat: Sein Vater betreibt in Bad Schwartau eine Soccerhalle, wo über die Jahre auch ein kleines Fitnessstudio entstanden ist. „Jeder muss jetzt eben die Trainingsinhalte für sich selbst umsetzen und ich habe das Glück, dass ich diese Möglichkeiten habe“, sagt der 19-Jährige. Wie seine GWD-Kollegen hält er sich bereit für den Ernstfall, wenn es Ende April (oder später) wieder losgehen sollte. Denn eines steht fest: Juri Knorrs Karriere steht erst am Anfang, auch in der Nationalmannschaft: „Der Bundestrainer war ganz zufrieden mit mir. Ich glaube, ich habe es nicht schlecht gemacht.“

Juri Knorr trauert nicht um sein verpasstes Debüt

„Der Bundestrainer war ganz zufrieden mit mir“: GWD Mindens Juri Knorr (links) nimmt bei seinem ersten Lehrgang mit der Männer-Nationalmannschaft Anweisungen von Alfred Gislason entgegen. Foto: Sascha Klahn © saschaklahn.com

Minden. Seinen Vater hätte Juri Knorr ohnehin nicht mehr einholen können. 18 Jahre und gut zehn Monate war Thomas Knorr alt, als er am 22. März 1990 sein Debüt in der Nationalmannschaft feierte. Fast genau 30 Jahre später hätte sein Sohn es ihm nachgetan, bis die Corona-Krise zur Absage des Länderspiels in Magdeburg gegen die Niederlande führte. Dennoch erlebte der 19-Jährige von GWD Minden bewegte Tage bei seinem ersten Lehrgang mit der deutschen Männer-Auswahl.

„Es ist einfach aufregend, mit den ganzen Leuten zusammenzuspielen“, erzählt Juri Knorr. Das verpasste erste Länderspiel nimmt der Youngster erstaunlich locker – und selbstbewusst: „Die Woche wurde davon ein bisschen getrübt, aber ich trauere dem nicht hinterher. Das erste Spiel wird noch kommen, da vertraue ich auf meine Fähigkeiten.“

Von denen ist offensichtlich auch der neue Bundestrainer Alfred Gislason überzeugt. Als Marian Michalczik wegen seiner beim Bundesligaspiel in Balingen erlittenen Wadenverletzung absagen musste, nominierte der Isländer dessen Team- und Positionskollegen nach. Der zeigte sich nach fünf Tagen mit dem Team begeistert: „Abgesehen von den Nebengeräuschen war die Woche für mich einfach unglaublich.“

Wegen der hohen Belastung vieler Spieler setzte Gislason die Trainingsumfänge nicht zu hoch an und setzte zumeist nur eine lange Einheit pro Tag an. „Er hat uns die Inhalte vermittelt, die ihm wichtig waren“, schildert Knorr. Als Lückenbüßer fühlte er sich dabei nicht: „Ich habe viele Anteile bekommen und wurde gut eingebunden.“ Das ersparte ihm natürlich nicht die Pflichten eines Jungspielers: „Ich war unter anderem für die Bälle verantwortlich. Das gehört eben dazu.“

Gewöhnen muss sich Juri Knorr dagegen an den Ausnahmezustand im Land, der auch an Profi-Handballern nicht vorübergeht. „Ich beschränke meine Kontakte momentan auf das Minimalste und habe in den letzten Tagen noch nicht einmal Freunde getroffen“, erzählt er von seinem Wochenende in der Heimat Bad Schwartau. Beim DHB-Lehrgang in Aschersleben verlief sein Alltag derweil noch relativ geregelt: Das Team trainierte normal, am Donnerstag war Knorr mit einigen anderen sogar noch im Kino. Dann kam die Länderspielabsage, und seit Freitag ist alles anders.

„Die Situation ist für uns alle neu. Keiner weiß so recht, wie es weitergeht“, sagt Knorr. Eine Sache wird für die GWD-Profis heute jedoch geklärt: Trainer Frank Carstens versammelt seine Spieler um 11 Uhr in Minden und teilt ihnen mit, welche Pläne er mit ihnen für die nächsten Wochen hat. Mannschaftstraining wird vorerst kaum möglich sein, denn alle Sportstätten der Stadt Minden sind voraussichtlich bis Ende April gesperrt.

Fit halten könnte sich Juri Knorr allerdings problemlos in der Heimat: Sein Vater betreibt in Bad Schwartau eine Soccerhalle, wo über die Jahre auch ein kleines Fitnessstudio entstanden ist. „Jeder muss jetzt eben die Trainingsinhalte für sich selbst umsetzen und ich habe das Glück, dass ich diese Möglichkeiten habe“, sagt der 19-Jährige. Wie seine GWD-Kollegen hält er sich bereit für den Ernstfall, wenn es Ende April (oder später) wieder losgehen sollte. Denn eines steht fest: Juri Knorrs Karriere steht erst am Anfang, auch in der Nationalmannschaft: „Der Bundestrainer war ganz zufrieden mit mir. Ich glaube, ich habe es nicht schlecht gemacht.“

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