„Jeder hatte uns schon abgeschrieben“: Der HSV Minden-Nord hat ein bemerkenswertes Comeback hingelegt Marcus Riechmann Minden. Das Saisonfinale hat es in sich: Drei Mannschaften kämpfen in der Abstiegsrunde der Frauenhandball-Oberliga um das letzte Ticket für den Klassenerhalt. Die besten Karten hat dabei ausgerechnet ein Team, das noch vor wenigen Monaten als sicherer Absteiger gehandelt wurde: der HSV Minden-Nord. Anders als der Ortsnachbar TSV Hahlen und der VfL Brambauer, die am übernächsten Wochenende jeweils ihre letzten Spiele absolvieren und maximal auf 14:14 Punkte kommen können, hat der HSV bei noch drei ausstehenden Begegnungen sein Schicksal selbst in der Hand. Im besten Fall kann das Team aus Stemmer sein Konto von 11:11 noch auf 17:11 verbessern und sogar noch die HSG Schwerte-Westhofen vom dritten Platz verdrängen. Schwerte selbst, aktuell bei 14:10 Zählern, hat dank der gewonnenen direkten Vergleiche gegen Hahlen und Brambauer den Klassenerhalt bereits sicher. „Jeder hatte uns schon abgeschrieben“, sagt Niklas Fiestelmann, „aber wir sind wieder da.“ Noch kein Spiel hat der HSV mit Fiestelmann, der das Team im Herbst übernommen hat, in der Abstiegsrunde verloren. Wenn das am Wochenende so bleiben sollte, ist der Klassenerhalt sicher. Am heutigen Freitagabend beim Lüner SV und dann am Sonntag ab 16 Uhr bei der SGE Ruhrtal Witten kann seine Mannschaft die nötigen Punkte sammeln. „Es ist einfach: Wir haben zwei Spiele und brauchen zwei Siege um ganz sicher zu sein. Dann braucht man nicht rechnen“, sagt Fiestelmann, dem mit dem HSV je nach Verlauf der anderen Spiele auch weniger Punkte reichen könnten: „Wir wollen es aber aus eigener Kraft schaffen“, wünscht sich der Trainer. Doch den weiten Blick voraus will er eigentlich nicht zulassen. „Wir beschäftigen uns nur mit Lünen, Witten interessiert uns vorher nicht.“ Um 20.15 Uhr startet der HSV in der Rundsporthalle im Stadtpark heute in den ersten Teil der Mission Klassenerhalt. Das Spiel wird nachgeholt, weil die erste Ansetzung wegen einer Corona-Welle im HSV-Team verlegt worden war. „Dafür sind wir Lünen dankbar, das war eine faire Aktion“, sagt Fiestelmann, der im Gespräch mit Lünens Trainer Marcel Mai festgestellt hat: Man kennt sich. Im Halbfinale der Westfalenmeisterschaft der C-Mädchen standen sich beide Trainer im Frühjahr 2018 gegenüber. Damals setzte sich der HSV durch und holte sich danach den Titel. „Wenn wir unsere Stärken abrufen, können wir in Lünen gewinnen“, glaubt Fiestelmann. Er spürt eine Anspannung, und er weiß, dass auch die Spielerinnen wissen, was auf dem Spiel steht. Doch Druck soll sei Team nicht empfinden: „Wir haben mehr erreicht, als alle gedacht haben.“ Doch es darf nun auch ein bisschen mehr sein. Den Klassenerhalt traut er seiner Mannschaft in den Duellen gegen die beiden Liga-Schlusslichter zu. „Wir sind im Flow, es macht allen Spaß“, sagt der Trainer: „Die Mannschaft hat es verdient, auch weiter Oberliga zu spielen.“ Das gelte auch für den TSV Hahlen, meint Fiestelmann: "Die haben zuletzt auch gezeigt, wie gut sie sind." Doch beide werden es nicht schaffen. Und wenn es am Wochenende noch nicht klappen sollte? „Wenn wir zumindest einen Sieg holen, haben wir zum Abschluss ein Endspiel, aber zu Hause“, sagt Fiestelmann, der mit dem HSV dann am Samstag, 21. Mai, ein weiteres Mal gegen Lünen antreten muss. Der Klassenerhalt ist auch für das zweite von Fiestelmann betreute HSV-Team wichtig. Denn wenn der HSV aus der Oberliga absteigt, muss die zweiten Mannschaft des Spielverbundes automatisch aus der Verbandsliga absteigen. Dort kämpft sie unter der Regie des Multi-Trainers an den verbleibenden beiden Spieltagen um den Klassenerhalt. Voraussetzung dafür, dass der Sprung auf den rettenden neunten Platz noch klappen kann, sind Siege in den letzten beiden Spielen. Die Hürde ist hoch, am Samstag erwartet die Mannschaft den Tabellenzweiten Vorwärts Wettringen um 17.30 Uhr in der Sporthalle Minden-Süd. „Das ist ein Mammut-Wochenende“, sagt Fiestelmann über sein Programm mit drei Spielen an drei Tagen, „aber es macht mit beiden Mannschaften total Spaß. Es ist toll, wie sich auch die Zweite bei allen Schwierigkeiten entwickelt hat.“ Doch anders als das Oberliga-Team hat es die Reserve nicht in eigener Hand. Neben Punkten braucht das Team auch fremde Hilfe. Die könnte aus Oberlübbe kommen: Denn die Eintracht tritt am Freitagabend um 20 Uhr beim HSV-Konkurrenten TuS Wehe an. Ebenfalls heute Abend spielt um 20.15 Uhr der Tabellendritte TuS Möllbergen bei der TG Hörste, die danach die Meisterparty starten will. Möllbergen hat wie der HSV einen Doppelspieltag vor sich, den das Team am Samstag mit dem Heimspiel gegen Spvg Hesselteich-Siedinghausen (17.00) beschließt.

„Jeder hatte uns schon abgeschrieben“: Der HSV Minden-Nord hat ein bemerkenswertes Comeback hingelegt

Puh. Niklas Fiestelmann wischt nach dem Heimsieg gegen den VfL Brambauer nachdenklich über die Stirn. Nach einer turbulenten Saison hat der HSV Minden-Nord unerwartet den Klassenerhalt im Blick. MT-Foto: © Marcus Riechmann

Minden. Das Saisonfinale hat es in sich: Drei Mannschaften kämpfen in der Abstiegsrunde der Frauenhandball-Oberliga um das letzte Ticket für den Klassenerhalt. Die besten Karten hat dabei ausgerechnet ein Team, das noch vor wenigen Monaten als sicherer Absteiger gehandelt wurde: der HSV Minden-Nord.

Anders als der Ortsnachbar TSV Hahlen und der VfL Brambauer, die am übernächsten Wochenende jeweils ihre letzten Spiele absolvieren und maximal auf 14:14 Punkte kommen können, hat der HSV bei noch drei ausstehenden Begegnungen sein Schicksal selbst in der Hand. Im besten Fall kann das Team aus Stemmer sein Konto von 11:11 noch auf 17:11 verbessern und sogar noch die HSG Schwerte-Westhofen vom dritten Platz verdrängen. Schwerte selbst, aktuell bei 14:10 Zählern, hat dank der gewonnenen direkten Vergleiche gegen Hahlen und Brambauer den Klassenerhalt bereits sicher.

„Jeder hatte uns schon abgeschrieben“, sagt Niklas Fiestelmann, „aber wir sind wieder da.“ Noch kein Spiel hat der HSV mit Fiestelmann, der das Team im Herbst übernommen hat, in der Abstiegsrunde verloren. Wenn das am Wochenende so bleiben sollte, ist der Klassenerhalt sicher. Am heutigen Freitagabend beim Lüner SV und dann am Sonntag ab 16 Uhr bei der SGE Ruhrtal Witten kann seine Mannschaft die nötigen Punkte sammeln. „Es ist einfach: Wir haben zwei Spiele und brauchen zwei Siege um ganz sicher zu sein. Dann braucht man nicht rechnen“, sagt Fiestelmann, dem mit dem HSV je nach Verlauf der anderen Spiele auch weniger Punkte reichen könnten: „Wir wollen es aber aus eigener Kraft schaffen“, wünscht sich der Trainer. Doch den weiten Blick voraus will er eigentlich nicht zulassen. „Wir beschäftigen uns nur mit Lünen, Witten interessiert uns vorher nicht.“

Um 20.15 Uhr startet der HSV in der Rundsporthalle im Stadtpark heute in den ersten Teil der Mission Klassenerhalt. Das Spiel wird nachgeholt, weil die erste Ansetzung wegen einer Corona-Welle im HSV-Team verlegt worden war. „Dafür sind wir Lünen dankbar, das war eine faire Aktion“, sagt Fiestelmann, der im Gespräch mit Lünens Trainer Marcel Mai festgestellt hat: Man kennt sich. Im Halbfinale der Westfalenmeisterschaft der C-Mädchen standen sich beide Trainer im Frühjahr 2018 gegenüber. Damals setzte sich der HSV durch und holte sich danach den Titel.

„Wenn wir unsere Stärken abrufen, können wir in Lünen gewinnen“, glaubt Fiestelmann. Er spürt eine Anspannung, und er weiß, dass auch die Spielerinnen wissen, was auf dem Spiel steht. Doch Druck soll sei Team nicht empfinden: „Wir haben mehr erreicht, als alle gedacht haben.“ Doch es darf nun auch ein bisschen mehr sein. Den Klassenerhalt traut er seiner Mannschaft in den Duellen gegen die beiden Liga-Schlusslichter zu. „Wir sind im Flow, es macht allen Spaß“, sagt der Trainer: „Die Mannschaft hat es verdient, auch weiter Oberliga zu spielen.“ Das gelte auch für den TSV Hahlen, meint Fiestelmann: "Die haben zuletzt auch gezeigt, wie gut sie sind." Doch beide werden es nicht schaffen.

Und wenn es am Wochenende noch nicht klappen sollte? „Wenn wir zumindest einen Sieg holen, haben wir zum Abschluss ein Endspiel, aber zu Hause“, sagt Fiestelmann, der mit dem HSV dann am Samstag, 21. Mai, ein weiteres Mal gegen Lünen antreten muss.

Der Klassenerhalt ist auch für das zweite von Fiestelmann betreute HSV-Team wichtig. Denn wenn der HSV aus der Oberliga absteigt, muss die zweiten Mannschaft des Spielverbundes automatisch aus der Verbandsliga absteigen. Dort kämpft sie unter der Regie des Multi-Trainers an den verbleibenden beiden Spieltagen um den Klassenerhalt. Voraussetzung dafür, dass der Sprung auf den rettenden neunten Platz noch klappen kann, sind Siege in den letzten beiden Spielen. Die Hürde ist hoch, am Samstag erwartet die Mannschaft den Tabellenzweiten Vorwärts Wettringen um 17.30 Uhr in der Sporthalle Minden-Süd.

„Das ist ein Mammut-Wochenende“, sagt Fiestelmann über sein Programm mit drei Spielen an drei Tagen, „aber es macht mit beiden Mannschaften total Spaß. Es ist toll, wie sich auch die Zweite bei allen Schwierigkeiten entwickelt hat.“ Doch anders als das Oberliga-Team hat es die Reserve nicht in eigener Hand. Neben Punkten braucht das Team auch fremde Hilfe. Die könnte aus Oberlübbe kommen: Denn die Eintracht tritt am Freitagabend um 20 Uhr beim HSV-Konkurrenten TuS Wehe an. Ebenfalls heute Abend spielt um 20.15 Uhr der Tabellendritte TuS Möllbergen bei der TG Hörste, die danach die Meisterparty starten will.

Möllbergen hat wie der HSV einen Doppelspieltag vor sich, den das Team am Samstag mit dem Heimspiel gegen Spvg Hesselteich-Siedinghausen (17.00) beschließt.

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