JSG Lit 1912 und GWD Minden gehen mit unterschiedlichen Zielen in die A-Jungen-Bundesliga Christian Bendig Minden. Die Qualifikation für die Bundesliga der A-Jungen hatten die Nachwuchshandballer der JSG Lit 1912 gerade geschafft, da atmete Niels Pfannenschmidt erst einmal kräftig durch. „Wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns“, meinte der neue Trainer, der schon in der Bundesliga bei den Profis des TBV Lemgo-Lippe sowie bei den Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen und Eintracht Hagen in der Verantwortung stand. Der Auftakt führt die JSG am Wochenende gleich zum OWL-Derby an Pfannenschmidts ehemaliger Wirkungsstätte nach Lemgo. Auch Klassenpartner GWD Minden startet mit einem gleichermaßen attraktiven wie wegweisenden Duell beim THW Kiel. JSG Lit 1912 Den Nachwuchs des deutschen Rekordmeisters hat Pfannenschmidt auch für einen der vorderen Plätze auf dem Zettel, genauso wie die neben den Füchsen Berlin nach dem coronabedingten Saisonabbruch zum deutschen A-Jungen-Meister erklärte SG Flensburg-Handewitt oder auch GWD Minden. „Von diesen Topadressen des Nachwuchshandballs sind wir sicher noch ein gutes Stück entfernt“, meint Pfannenschmidt. Doch verstecken müsse sich seine Mannschaft nicht – obwohl Spielmacher Daniel Brune wegen eines Fingerbruchs und Marlon Wienbroeker mit einem Kreuzbandriss lange ausfallen werden. Jammern möchte Pfannenschmidt darüber nicht, verdeutlicht aber die Bedeutung der beiden verletzten Akteure: „Marlon ist großgewachsenen und war für die Tore aus der zweiten Reihe eingeplant. Viele Spieler seiner Art haben wir nicht im Kader.“ Zwar ist die zu erwartende Ausfallzeit Brunes mit etwa acht Wochen deutlich kürzer, seine Verletzung wirbelte das Konzept des Trainergespanns Pfannenschmidt/Hans-Georg Borgmann aber gehörig durcheinander. „Er ist der Kopf der Mannschaft, auf ihn war viel ausgerichtet. Jetzt müssen wir umbauen“, sagt Pfannenschmidt. Die Voraussetzungen sind ungünstig, die Vorfreude auf die siebte Bundesliga-Saison bei den Rot-Schwarzen aber ungebrochen. Auch, weil Zugang Julian Borren nach seiner Rückkehr von den Füchsen Berlin große Fortschritte macht. „Man darf nicht vergessen, dass er in Berlin lange Zeit verletzt war“, sagt der der JSG-Trainer über den Rückraumlinken. Auf der rechten Seite ist René Plaß gesetzt. Der Linkshänder soll – genauso wie Kreisläufer Niklas Knüttel – regelmäßig in der Drittliga-Mannschaft von Lit 1912 zum Einsatz kommen und dort wichtige Erfahrungen sammeln. Insgesamt verfügt die JSG über gute Voraussetzungen für das Ziel, sich über die Pokalrunde für die nächste Bundesliga-Saison direkt zu qualifizieren. Platz vier oder besser in der Vorrunde würde sogar auf dem schnellsten Weg das Ticket für 2021/22 bedeuten. „Aber dafür müsste es schon überragend laufen“, schätzt Pfannenschmidt ein. GWD Minden Die Pokalrunde ist für GWD Minden dagegen keine Option. Das Ziel ist eindeutig ein Platz unter den ersten vier der zehn Mannschaften und damit das Erreichen der Meisterrunde. Höhere Ansprüche formuliert Trainer Sebastian Bagats vorerst aber nicht. „Denn das ist nicht planbar, weil sich die Anzahl der Spitzenmannschaften im Nachwuchshandball stetig vergrößert und die Bundesliga-Leistungszentren leistungsmäßig immer enger zusammenrücken.“ Dementsprechend blickt der Pädagoge erst einmal nur auf die neun Vorrundenspiele: „Wir müssen von Beginn an auf der Höhe sein.“ Insgesamt zählt Bagats neben seiner Auswahl noch Kiel, Flensburg-Handewitt, Hamburg und Essen zu den Kandidaten für die Meisterrunde. Das hieße auch, dass eines dieser Teams es nur in die Pokalrunde schaffen würde. Damit es nicht seine Jungs trifft, dafür hat der erfahrene Jugendtrainer seine Mannschaft fast ausschließlich gegen Männerteams testen lassen, unter anderem gegen Zweitvertretungen niederländischer Erstligisten. Beide Spiele gewannen die Dankerser souverän. Das gilt auch für den Test gegen die JSG Lit 1912 zum Vorbereitungsbeginn und zuletzt das 40:33 gegen den SC Magdeburg. Nach dem bilanzierte Bagats: „Die Abwehr muss sich noch steigern.“ Mit den bisher gezeigten Offensivqualitäten ist er dagegen einverstanden, auch wenn Paul Wilhelm wegen eines Kreuzbandrisses ausfällt. „In erster Linie ist das für ihn schlimm“, fühlt der Trainer mit dem Rückraumspieler. Die Belastungen werden also für die in der vergangenen Spielzeit zu den Leistungsträgern zählenden Rückraumspieler Fynn Hermeling und Jonah Jungmann größer werden. Aus dem knapp gehaltenen Zwölferkader sollen neben Jungmann und Hermeling auch die beiden Außen Paul Holzhacker und Florian Kranzmann im Dankerser Drittliga-Team auflaufen. Das trifft auch auf jeweils einen der beiden Kreisläufer Timo Studberg und Fabio Fenske zu. Übrigens verzichtete GWD bewusst auf externe Zugänge. „Wir haben so viele gute Jungs. Und denen wollten wir den Weg nicht verbauen“, so Bagats. JSG Lit 1912 Abgänge: Julius Brune, Mark Artmeier, Hannes Krassort, Juri Bokermann (alle Lit 1912), Valentin Beckmann (TuS Bommern 1879), Malte Nürnberger (TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck), Jannik Zajac (HSG EURo), Luis Lengauer (HSG Barnsdorf-Diepholz), Patrick Gerloff (Spvg Versmold), Fin Lasse Röbke (HSG Petershagen/Lahde). Zugänge: Peter Kowalski (TV Bissendorf-Holte), Marlon Pechnik (TSV Hahlen), Julian Borren (Füchse Berlin), Niklas Knüttel (HSG Schaumburg Nord). Kader: Peter Kowalski, Marlon Pechnik, Luan Camic - Preben Elkja Barthold, Julian Grote, Julian Borren, Michel Gerfen, Marlon Wienboeker, Jona Niemeyer, Daniel Bruns, Liam Lindenthal, Rene Plaß, Laurens Günther, Niklas Knüttel, Jonas Tabel. Trainer: Niels Pfannenschmidt, Hans-Georg Borgmann. GWD Minden Abgänge: Lucas Grabitz, Timo Stoyke, Alexej Demerza (alle GWD Minden II), Jannik Rosemeier (TuS 09 Möllbergen), Finn Gernus, Lennard Rehberg, Lukas Reichenbach (alle TSV Burgdorf). Zugänge: keine. Kader: Levin Schmäing, Tom Budde - Florian Kranzmann, Alec Büttner, Fynn Hermeling, Marten Kirchhoff, Paul Wilhelm, Jonah Jungmann, Paul Holzhacker, Fabio Fenske, Frederik Steppeler, Timo Studberg. Trainer: Sebastian Bagats.

JSG Lit 1912 und GWD Minden gehen mit unterschiedlichen Zielen in die A-Jungen-Bundesliga

René Plaß, hier am Ball im jüngsten Derby gegen GWD Minden, fällt im Rückraum der JSG Lit 1912 eine wichtige Rolle zu. © Foto: Christian Bendig

Minden. Die Qualifikation für die Bundesliga der A-Jungen hatten die Nachwuchshandballer der JSG Lit 1912 gerade geschafft, da atmete Niels Pfannenschmidt erst einmal kräftig durch. „Wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns“, meinte der neue Trainer, der schon in der Bundesliga bei den Profis des TBV Lemgo-Lippe sowie bei den Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen und Eintracht Hagen in der Verantwortung stand. Der Auftakt führt die JSG am Wochenende gleich zum OWL-Derby an Pfannenschmidts ehemaliger Wirkungsstätte nach Lemgo. Auch Klassenpartner GWD Minden startet mit einem gleichermaßen attraktiven wie wegweisenden Duell beim THW Kiel.

JSG Lit 1912

Den Nachwuchs des deutschen Rekordmeisters hat Pfannenschmidt auch für einen der vorderen Plätze auf dem Zettel, genauso wie die neben den Füchsen Berlin nach dem coronabedingten Saisonabbruch zum deutschen A-Jungen-Meister erklärte SG Flensburg-Handewitt oder auch GWD Minden. „Von diesen Topadressen des Nachwuchshandballs sind wir sicher noch ein gutes Stück entfernt“, meint Pfannenschmidt. Doch verstecken müsse sich seine Mannschaft nicht – obwohl Spielmacher Daniel Brune wegen eines Fingerbruchs und Marlon Wienbroeker mit einem Kreuzbandriss lange ausfallen werden.

Die Teilnahme an der Meisterrunde hält der neue Trainer Niels Pfannenschmidt (obere Reihe rechts) für unwahrscheinlich. Die JSG Lit 1912 möchte die Bundesliga-Qualifikation über die Pokalrunde schaffen. Foto: privat - ©
Die Teilnahme an der Meisterrunde hält der neue Trainer Niels Pfannenschmidt (obere Reihe rechts) für unwahrscheinlich. Die JSG Lit 1912 möchte die Bundesliga-Qualifikation über die Pokalrunde schaffen. Foto: privat - ©

Jammern möchte Pfannenschmidt darüber nicht, verdeutlicht aber die Bedeutung der beiden verletzten Akteure: „Marlon ist großgewachsenen und war für die Tore aus der zweiten Reihe eingeplant. Viele Spieler seiner Art haben wir nicht im Kader.“ Zwar ist die zu erwartende Ausfallzeit Brunes mit etwa acht Wochen deutlich kürzer, seine Verletzung wirbelte das Konzept des Trainergespanns Pfannenschmidt/Hans-Georg Borgmann aber gehörig durcheinander. „Er ist der Kopf der Mannschaft, auf ihn war viel ausgerichtet. Jetzt müssen wir umbauen“, sagt Pfannenschmidt.

Die A-Jungen von GWD Minden zählen zu den Schwergewichten der Bundesliga. Weiter als über eine erfolgreiche Vorrunde hinaus denkt Trainer Sebastian Bagats (hintere Reihe rechts) aber noch nicht. - © Foto: privat
Die A-Jungen von GWD Minden zählen zu den Schwergewichten der Bundesliga. Weiter als über eine erfolgreiche Vorrunde hinaus denkt Trainer Sebastian Bagats (hintere Reihe rechts) aber noch nicht. - © Foto: privat

Die Voraussetzungen sind ungünstig, die Vorfreude auf die siebte Bundesliga-Saison bei den Rot-Schwarzen aber ungebrochen. Auch, weil Zugang Julian Borren nach seiner Rückkehr von den Füchsen Berlin große Fortschritte macht. „Man darf nicht vergessen, dass er in Berlin lange Zeit verletzt war“, sagt der der JSG-Trainer über den Rückraumlinken. Auf der rechten Seite ist René Plaß gesetzt. Der Linkshänder soll – genauso wie Kreisläufer Niklas Knüttel – regelmäßig in der Drittliga-Mannschaft von Lit 1912 zum Einsatz kommen und dort wichtige Erfahrungen sammeln.

Insgesamt verfügt die JSG über gute Voraussetzungen für das Ziel, sich über die Pokalrunde für die nächste Bundesliga-Saison direkt zu qualifizieren. Platz vier oder besser in der Vorrunde würde sogar auf dem schnellsten Weg das Ticket für 2021/22 bedeuten. „Aber dafür müsste es schon überragend laufen“, schätzt Pfannenschmidt ein.

GWD Minden

Die Pokalrunde ist für GWD Minden dagegen keine Option. Das Ziel ist eindeutig ein Platz unter den ersten vier der zehn Mannschaften und damit das Erreichen der Meisterrunde. Höhere Ansprüche formuliert Trainer Sebastian Bagats vorerst aber nicht. „Denn das ist nicht planbar, weil sich die Anzahl der Spitzenmannschaften im Nachwuchshandball stetig vergrößert und die Bundesliga-Leistungszentren leistungsmäßig immer enger zusammenrücken.“ Dementsprechend blickt der Pädagoge erst einmal nur auf die neun Vorrundenspiele: „Wir müssen von Beginn an auf der Höhe sein.“ Insgesamt zählt Bagats neben seiner Auswahl noch Kiel, Flensburg-Handewitt, Hamburg und Essen zu den Kandidaten für die Meisterrunde. Das hieße auch, dass eines dieser Teams es nur in die Pokalrunde schaffen würde. Damit es nicht seine Jungs trifft, dafür hat der erfahrene Jugendtrainer seine Mannschaft fast ausschließlich gegen Männerteams testen lassen, unter anderem gegen Zweitvertretungen niederländischer Erstligisten. Beide Spiele gewannen die Dankerser souverän.

Das gilt auch für den Test gegen die JSG Lit 1912 zum Vorbereitungsbeginn und zuletzt das 40:33 gegen den SC Magdeburg. Nach dem bilanzierte Bagats: „Die Abwehr muss sich noch steigern.“ Mit den bisher gezeigten Offensivqualitäten ist er dagegen einverstanden, auch wenn Paul Wilhelm wegen eines Kreuzbandrisses ausfällt. „In erster Linie ist das für ihn schlimm“, fühlt der Trainer mit dem Rückraumspieler. Die Belastungen werden also für die in der vergangenen Spielzeit zu den Leistungsträgern zählenden Rückraumspieler Fynn Hermeling und Jonah Jungmann größer werden.

Aus dem knapp gehaltenen Zwölferkader sollen neben Jungmann und Hermeling auch die beiden Außen Paul Holzhacker und Florian Kranzmann im Dankerser Drittliga-Team auflaufen. Das trifft auch auf jeweils einen der beiden Kreisläufer Timo Studberg und Fabio Fenske zu. Übrigens verzichtete GWD bewusst auf externe Zugänge. „Wir haben so viele gute Jungs. Und denen wollten wir den Weg nicht verbauen“, so Bagats.

JSG Lit 1912

Abgänge: Julius Brune, Mark Artmeier, Hannes Krassort, Juri Bokermann (alle Lit 1912), Valentin Beckmann (TuS Bommern 1879), Malte Nürnberger (TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck), Jannik Zajac (HSG EURo), Luis Lengauer (HSG Barnsdorf-Diepholz), Patrick Gerloff (Spvg Versmold), Fin Lasse Röbke (HSG Petershagen/Lahde).

Zugänge: Peter Kowalski (TV Bissendorf-Holte), Marlon Pechnik (TSV Hahlen), Julian Borren (Füchse Berlin), Niklas Knüttel (HSG Schaumburg Nord).

Kader: Peter Kowalski, Marlon Pechnik, Luan Camic - Preben Elkja Barthold, Julian Grote, Julian Borren, Michel Gerfen, Marlon Wienboeker, Jona Niemeyer, Daniel Bruns, Liam Lindenthal, Rene Plaß, Laurens Günther, Niklas Knüttel, Jonas Tabel.

Trainer: Niels Pfannenschmidt, Hans-Georg Borgmann.

GWD Minden

Abgänge: Lucas Grabitz, Timo Stoyke, Alexej Demerza (alle GWD Minden II), Jannik Rosemeier (TuS 09 Möllbergen), Finn Gernus, Lennard Rehberg, Lukas Reichenbach (alle TSV Burgdorf).

Zugänge: keine.

Kader: Levin Schmäing, Tom Budde - Florian Kranzmann, Alec Büttner, Fynn Hermeling, Marten Kirchhoff, Paul Wilhelm, Jonah Jungmann, Paul Holzhacker, Fabio Fenske, Frederik Steppeler, Timo Studberg.

Trainer: Sebastian Bagats.

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